Freitag, 4. Mai 2018

Pizza Gulasch - aka Pizza Ragu di Manzo alla Birra.

Ich mag kein Resteessen, nur damit Überbleibsel wegkommen. Ich mag auch keine sinnlosen Kalorien, von denen man nur Fett wird, ohne sie genossen zu haben. Trotzdem habe ich kaum Schwund bei meinen Lebensmitteln, weil ich sie so verwerte, dass sie immer wie neu wirken, also wie extra für diesen Zweck gekocht. Das ist sicherlich auch ein Aspekt für Menschen, die vielleicht nicht zu sechst sind, wie wir zuhause und immer wieder vor der Frage stehen, ob sich irgendwas für sie lohnt. Gutes Essen lohnt sich immer, wenn man es ohne Langeweile auf dem Teller genießen und immer wieder neu aussehen lassen kann.  



Zutaten:

Pizzateig selbst gemacht (anklicken)
Gulaschsuppe mit Bier (anklicken)
Emmentaler Käse
Grünkraut wie Schnittlauch, oder Petersilie

Für so eine Pizza warte ich immer günstige Gelegenheiten ab, wenn meine Frau nicht da ist. Die bekommt nämlich sofort das Bedürfnis einen Scheidungsanwalt zu konsultieren, wenn ich mich an den Grundfesten von Pizzarezepturen vergehe.  Pizza mit Gulasch ist jedenfalls eine Kombination, bei der ich sie nicht gerne in der Nähe weiß. Um meine Kinder zu beschubsen, die das als Pizza total lecker finden, auch wenn sie die Suppe nicht haben wollten, reicht es auf jeden Fall. 


Den Pizzateig habe ich eigentlich immer im Kühlschrank lagern. Den braucht man auch immer, wenn man ihn hat, weil der einen spontan in die Lage versetzt ein paar frische Brötchen zu Salat zu backen, oder Pizza, oder Ciabatta. Der reift im Kühlschrank und wird jeden Tag besser. Wenn ich einen neuen Teig mache und habe sowas noch lagern, dann mische ich das auch und der neue Teig ist gleich viel besser, als wenn man den einfach nur neu ansetzt. 


Pizzateig auf einem bemehlten Holzbrett mit dem Nudelholz ausrollen. 


Auf ein Pizzablech umziehen. 


Das Gulasch mit Bier großflächig und nicht zu dick darauf verteilen. So vollgefreckte Pizza ist immer ein Zeichen von Ahnungslosigkeit. Egal ob das jemand selbst macht, oder das irgendwo vom Lieferdienst feiert. Achtet mal drauf. Da liegt immer nur Scheiße auf dem Teller, wenn eine Pizza nicht schön dünn und knusprig und dezent belegt ist. 


Eine Pizza hat nur eine begrenzte Zeit im Ofen, in der soll sie ein bisschen aufgehen und knusprig werden und der Belag ebenfalls durcherhitzen. Wie soll der das machen, wenn da nen halben Meter dick Auflage drauf ist? 


Das feiert keiner, der das von a - z selbst macht, sondern der backt sich lieber ne zweite Pizza, die dann genauso gut ist, wie die andere und bei der man sich nicht so fett durchbeißen muss und viel mehr Gelegenheit bekommt sich auf das zu konzentrieren was auf der Pizza liegt, so wie auf den knusprigen Teig. 


Gleiches gilt auch für die Käsemenge. Hier ist es selbst geriebener Emmentaler. Da gibt es garantiert noch schönere Käse, aber mehr gibt mein Budget nicht her. 


Dezente Käsemengen, die natürlich gut schmelzen, aber noch einen Blick auf den Rest der Auflage erlauben sollen. Dieser Ruf nach mehr Käse, ist ebenfalls ein sicheres Indiz für Ahnungslosigkeit, wenn man entweder nicht weiß wie die Auflage gemacht ist, oder weil man etwas zu verstecken hat, weil man genau weiß, woraus die Auflage gemacht ist ;-)



Den Backofen 10 Minuten vorheizen. Ich nehme bei meinem Gasofen volle Pulle Stufe 8 und ich würde auch bei Elektro volle Pulle und nur Unterhitze nehmen. Ein Steinofen beim Italiener hat auch keine Oberhitze. So schmilzt oben der Käse schön und von unten wird es knusprig. Mit Oberhitze wird die Pizza so keksig wie der Tiefkühlschrott. Also gebt der Unterhitze mal eine Chance. 


Bei großer Hitze wie im Steinofen, reichen drei oder vier Minuten, aber in einem Haushaltsofen rechne ich zwischen acht und zehn Minuten Backzeit. Dann habe ich was eine gute Pizza braucht. Knusprigen Teig, alle Zutaten perfekt gewärmt und geschmolzenen Käse. Noch ein bisschen Grünkraut für die Frische vor dem Servieren darauf verteilen. 


Wenn man sich ein bisschen den Anstrich von savoir vivre verleihen möchte, nennt man die Pizza dann auch nicht Pizza Gulasch, sondern Pizza Ragu di manzo alla Birra und schon ist man nicht mehr das Sparbrötchen, das seine Gulaschreste vor dem Verwesungsprozess gerettet hat, sondern der Mann mit den ausgefallenen Pizzakreationen. 


Geschmackstest: Was auf dem Teller als Gulaschsuppe schon toll war, macht auch auf einem schönen knusprigen Pizzateig einen schlanken Fuß. Geschmacklich top, mit schmelzendem Käse und diesem geilen knusprigen Biss durch einen leckeren Pizzateig. Wer es bisher nicht besser wusste, ahnt dass es eigentlich schon immer so hätte sein müssen. Ich habe diese Woche auch schon gelernt, dass es wichtiger ist, dass man ein Essen überlebt und nicht dass es lebensverlängernd wirkt, oder vielleicht noch einen kulinarischen Mehrwert bietet. Oh Mann!


Muss auch mal sein! Pizza Ragu di Manzo alla Birra. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

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