Dienstag, 27. März 2018

Schniener Witzel - vegetarisch sensationell mit ohne Kalb

Eigentlich bin ich gerade dabei Mexiko und das Österreichische Kaiserreich traditionell nachzukochen, aber das Schniener Witzel ist so geil, dass ich es unbedingt sofort zeigen muss. Das Rezept verdankt Ihr in seiner Entstehung meiner zweiten Tochter Margarete. Die ist sechs und eine echte kulinarische Rampensau, mit einer ganz klaren Meinung. Silvester kam sie zu mir uns sagte, Papa ich möchte von Dir vegetarische Schnitzel haben, die so gut schmecken wie eines mit Fleisch. Ich habe das da schon gemacht, aber gar nicht erst verbloggt, weil ich vorher nicht wusste, wie gut es hinterher geworden ist. Das hat mich die ganze Zeit geärgert und jetzt habe ich hier für Euch noch eine überarbeitete Version von gestern. Beim Namen Schniener Witzel mache ich mir die die Namensähnlichkeit zunutze, bei der man eigentlich glaubt Wiener Schnitzel zu lesen. Hier soll ja jeder mitlesen, also herzlich willkommen, wenn sich ein paar NeuleserInnen eingefunden haben. 


Zutaten für das "Fleisch":

6 Kartoffeln
1 Möhre
1 Kohlrabi
1 Stange Porree
1 Zwiebel
Salz
Pfeffer
3 Esslöffel Mehl
3 Eier
1 Liter Rapsöl

Panierung:

1 tiefer Teller Mehl
6 Eier
1 Schuss Milch
1 Lkw Ladung Paniermehl

Beilage:

Pommes frites (anklicken)

1 Zitrone

Kräuterquark

2 Pakete Quark
200 Gramm saure Sahne
Saft einer Zitrone
Petersilie
3 Lauchzwiebeln
1 Zwiebel
Salz
Pfeffer


Ich ärgere mich ja immer maßlos über Vegetarier, die auf der einen Seite kein Fleisch essen wollen, aber sich dann mit solchen Menschenverächtern wie Nestlé ins Bett legen und sich da so einen Sondermüll wie Garden Gourmet aufschwatzen lassen. Wenn wegen mir ein Tier mehr leben bleibt, weil ich kein Fleisch esse, dann aber doch auch bitte noch ein paar Menschen mehr, denen Nestlé nicht das Trinkwasser rationiert, bzw, teuer verkauft, oder sie ersatzweise mit den dummen chemischen Zutaten im Essen doof macht und deren Leben anderweitig verkürzt. Ich esse auch gerne Gerichte ohne Fleisch, aber von denen erwarte ich nicht mehr, als dass sie sich nicht wie Verzicht anfühlen, sondern hinterher zu der Aussage animieren, wozu soll ich Fleisch essen, wenn ich sowas haben kann?  


Für das Gemüse könnt Ihr eine Standreibe benutzen, oder wie ich die Zauberette. 


 Möhre zerkleinern. 


Ich habe sowohl die Standreibe, als auch die Zauberette benutzt, weil Margarete auch mithelfen wollte. 


Kohlrabi schälen


Kohlrabi groß zerkleinern. 


Kohlrabi reiben


Zwiebel zerkleinern. 


Porree filetieren


Porree oder klein schneiden. 


Kartoffeln kann man gerieben oder auch ungeschält verarbeiten. 


Wenn jetzt wieder einer die Mär von der giftigen Kartoffelschale auspacken möchte, dann schält sie halt. 


Schrrriiiiiiiiiiiing, zerkleinerte Kartoffeln. 


Alle Zutaten in eine Schüssel geben. 


3 Esslöffel Mehl für die Bindung. Ihr könnt auch Dinkelmehl verwenden, ich weiß das ist wichtig ;-)


Wo wir gerade bei Bindung sind, drei Eier dazu schlagen. 


Salz und Pfeffer nach Eurem Geschmack. Notfalls nach dem Kneten probieren, ob es Euch schmeckt und ansonsten nachjustieren. 


Den Teig mit der Hand verkneten und dann mit einem Esslöffel auf ein bemehltes Backblech legen. flach ausdrücken, wie ein "echtes" Schnitzel aus Fleisch, das man mit dem Fleischklopfer bearbeitet hat. Den Backofen auf 150 Grad einstellen und die Schniener Witzel 10 bis 15 Minuten in den Ofen geben. Ich möchte dass die Basis für die Schnitzel abbindet und mir beim Panieren nicht auseinander fällt. 


Als Beilage gibt es Pommes frites, weil meine Kinder das so wollten. Ihr könnt auch wie in Österreich üblich, einen Kartoffel-Gurkensalat dazu servieren. 


1,5 Liter Rapsöl für die Pommes in einem Topf erhitzen, bis Blasen an dem Kochlöffel aufsteigen 


Das ist echt ne scheiß Arbeit und die Menge Pommes sind drei Durchgänge à 13 Minuten zum Vorfrittieren


Ernsthaft vegetarisch zu kochen, ist nix für Laufkundschaft. Da muss man richtig ran. 


Wenn das Fett sprudelt, kommen die Pommes frites 13 Minuten ins Fett. Danach das Fett noch mal richtig heiß werden lassen und die Pommes wieder in drei Durchgängen (bei der Menge) je circa 3 bis 4 Minuten knusprig werden lassen. Das sagt Euch dann schon die Farbe. 


Hier kommt schon die im Ofen abgebundene Basis für die Schnitzel aus dem Ofen. Die gehen am besten mit einem Pfannenwender aus Metall vom Blech, weil ich das ohne Fett gemacht habe. Dafür habe ich zwei Durchgänge bei der Teigmenge gemacht, aber mit einem großen Blech hätte auch ein Einzeldurchgang gereicht. 


Nun noch schnell einen Kräuterquark anrühren. Für meine Kinder habe ich auch noch Mayonnaise und Ketchup gemacht


2 Pakete Quark (40 % Fett), 200 Gramm saure Sahne (10 % Fett), Saft einer Zitrone, 1 Zwiebel, 3 Lauchzwiebeln, Salz, Pfeffer, Petersilie. Schmeckt richtig gut.


Jetzt bauen wir schnell die Panierstraße nach dem drei Tellersystem auf.


1 Teller Mehl


1 Teller mit verquirltem Ei, das mit Salz, Peffer und einem Schuss Milch gewürzt wird. hier sind nur 4 Eier drin, ich brauchte aber noch zwei mehr. Vielleicht reichen Euch auch 4.


1 Teller mit Paniermehl, der aber nicht reicht. Ich habe selbst geriebenes, aus alten Brötchen und Baguettes, notfalls kauft Euch welches. Dazu gehört halt auch Planung. 


Hier könnt Ihr sehen, dass mein "Fleisch" für die Schnitzel eins feste Konsistenz hat. 


Schnitzel erst ins Mehl drücken, damit das Ei hinterher besser daran haften kann. 


Achtet darauf, dass auch überall Mehl haftet. 


Danach das bemehlte Schnitzel durch das Ei ziehen. 


Ei muss auch überall haften, sonst hält das Paniermehl an den Stellen nicht, wo kein Ei ist. 


Ab ins Paniermehl


Wenn irgendwo kein Paniermehl kleben bleibt, geht zurück ins Ei und dann noch einmal ins Paniermehl. 


Das klappt wunderbar und genau so gut, als wenn man Fleisch paniert. 


Ihr könntet jetzt das Fett der Pommes frites nehmen und Euer Schnitzel darin ausbacken


Fünf bis sechs Minuten volle Pulle reichen, aber erstens ist das nur ein kleiner Topf und da frittiert man ewig dran.


Zweitens ist das so ein geiles vegetarisches Essen, dem ich nicht so einen Imbisscharakter zukommen lassen möchte. Sieht aber trotzdem gut aus, oder?


Das habe ich so schnell in der Not für meine jüngste Tochter (2) gemacht, weil die schon vor dem Essen so müde war, damit Sie schon mal essen konnte, während der Rest der Brut dann etappenweise vom Kinderfernsehen abgezogen wurde, bis wir dann alle gemeinsam am Tisch gegessen haben. 



Eine Zitrone in Scheiben schneiden. 


Jetzt zeige ich Euch noch mal kurz, wie man die Schnitzel richtig in der Pfanne ausbackt. 0.5 Liter Pflanzenöl in die Pfanne geben und dann auch mit einem Holzgegenstand schauen, bis die Blasen aufsteigen, dann die Schnitzel drei Minuten pro Seite schwimmend ausbacken. 


Ich stelle meinen Ofen dann schon immer auf 80 Grad ein und lagere die Schnitzel dort zwischen. Irgendwas muss man da nämlich immer noch machen, die nächsten Schnitzel braten, die Pommes final frittieren usw. 


Bei aller Fleischeslust, sieht das nicht lecker aus? 


Da soll mal einer sagen, vegetarisch zu essen ist nicht sexy.


Bis auf Prinzessin Schnekerliese, die sich mit Pommes satt gegessen hat, haben drei Kinder und meine Ehefrau begeistert vor den Tellern gesessen und alle Nachschlag genommen. 


Die Panierung ist knusprig, die Kartoffelgemüsefüllung schmeckt gigantisch gut und rund und voll. Das gefällt mir richtig gut und mit dem Gericht, werden sich mich jetzt regelmäßig konfronierten, das weiß ich ganz genau. Das ist echt ein Maßstab, niemand braucht Fleisch. 


Schniener Witzel vom geilsten. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Kommentare:

  1. Hi Jörg, wieder mal ein tolles Rezept. Total Geilo ;) Und nein, in Österreich ist man nicht hauptsächlich Gurkensalat zum Schnitzel sondern Kartiffelsalat. Ich bevorzuge auch Pommes . Lg Grüße aus Österreich

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    1. bei dir ticken die uhren ja sowieso anders ;-)

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  2. in österreich isst man bitte keinen kartoffelsalat, sondern einen erdäpfelsalat :)))

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  3. die idee, dass ein tier weniger für dich stirbt, weil du kein kalbfleisch isst, ist sehr lobenswert. bevor du dann aber über nestlékonsumenten schimpfst, (die ich beileibe nicht in schutz nehmen will!) solltest du vielleicht mal darüber nachdenken, dass kalbfleisch nur ein abfallprodukt der milchwirtschaft ist, die du mit deinem kräuterquark mit saurer sahne unterstützt. die scheinheiligkeit von vegetarieren, die tiere zwar ausbeuten und umbringen lassen, dann aber großzügig NICHT essen, ist mindestens so verwerflich wie nestlékonsum! wem wirklich was an tierwohl liegt, der lebt konsequent vegan - alles andere ist scheinhilig und unlogisch.

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    1. danke für deinen kommentar. dann bin ich leider scheinheilig und unlogisch.

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