Montag, 12. März 2018

Hähnchen mit Erdnüssen

Die gute Nachricht vorweg. Die Erdnüsse kommen erst ganz am Schluss in das Gericht. Wer von sich behauptet, keine Erdnüsse zu mögen, kann das also auch mit ohne Erdnüssen bekommen. Das Rezept habe ich im Buch "Kulinarische Streifzüge durch China" vom Siegloch Verlag gefunden. Das war auch ein Schatz aus den Bücherkisten meiner Leserin Michaela, die mich überreichlich mit alten Kochbüchern bedacht hat. Mir macht es jedenfalls richtig Spaß in solchen Büchern, die 30 Jahre und älter sind, für Euch nach Rezepten zu suchen. Meine Familie badet das jetzt natürlich aus, weil sie jeden Abend irgendwas neues ausprobieren muss. 


Zutaten für 2 bis 4 Personen, je nach Hunger und Gangzahl

500 Gramm Hähnchenbrust

Marinade:
1/2 Teelöffel Salz
2 Esslöffel Sojasoße
1 Esslöffel Reiswein oder trockener Sherry
2 Teelöffel Stärke
1 Eiweiß
3 getrocknete Chilischoten (entkernt)
3 Knoblauchzehen
5 Lauchzwiebeln
5 cm Ingwerknolle
Erdnussöl zum Braten

am Ende: 

90 Gramm Erdnüsse (ich habe gesalzene von Kaufland, ohne Palmöl genommen)

Sauce:

1 Esslöffel Zucker (habe ich weggelassen)
2 Teelöffel Stärke
2 Esslöffel Sojasoße
1 Esslöffel Essig
200 Milliliter Brühe
1 Esslöffel Reiswein oder trockenen Sherry


Oben auf dem Foto die Vorlage aus dem Kochbuch, unten das Ausgangsmaterial


Die Hähnchenbrust in Streifen schneiden


Die Streifen in Würfel zerkleinern.


1/2 Teelöffel Salz


2 Esslöffel Sojasoße


Trockener Sherry, oder Reiswein


Ich muss mir wohl doch noch mal Reiswein kaufen, jetzt wo ich langsam Geschmack an der asiatischen Küche finde, auch wenn mir die in den Rezepten in diesem Buch ziemlich entschärft vorkommt.


Zwei Teelöffel Speisestärke. Die kann aus Mais, oder Kartoffeln, oder Reis, oder Tapioka sein.


Eiweiß aus einem Ei trennen und ebenfalls in die Schüssel geben.


Drei getrocknete Pfefferschoten. Die kann man natürlich auch frisch und in jedem gewünschten Schärfegrad verwenden. 


Das würde ich ohne Rezept natürlich niemals machen, die scharfen Kerne aus den Schoten zu separieren, statt sie zu verwenden. 


So können es aber auch Schärfemädchen essen. 



3 Knoblauchzehen häuten


Gehäuteten Knoblauch in dünne Scheiben schneiden


Knoblauch zum Fleisch in die Schüssel geben. 


Jetzt kommt noch die Ingwerknolle dran.


5 cm Ingwer schälen


Dafür kann man einen Sparschäler, oder einen Esslöffel, oder ein gutes Messer wie mein Edition 7 von diePfanne.com verwenden. 


Ingwer erst in Scheiben schneiden


Anschließend klein hacken


Ingwer auch zum Fleisch geben.


Lauch zerkleinern


Die weißen Lauchzwiebeln ebenfalls zum Fleisch geben, die grünen Stücke so weit sich das teilen lässt, zurück lassen und erst vor dem Servieren zum Fleisch geben.


Alle Zutaten miteinander vermischen und das Fleisch eine halbe Stunde marinieren lassen. Das ist bei mir nicht schlimm, denn so kann ich das Fleisch eben fertig machen, während meine Frau den Kindern eine Gutenachtgeschichte vorliest, oder während sie sich im Badezimmer bettfein machen und danach vergeht die halbe Stunde schneller als einem lieb ist bei, ich will noch, ich will nicht, wir wollen aber noch, da ist ein Geist unter meinem Bett, ich will aber die CD hören, nein die hatten wir erst lalalala...



Hier ist der Teil der Lauchzwiebeln, der jetzt noch Pause hat.


Als Beilage gibt es Reis


Nach Anleitung auf der Reistüte garen.


Nun bereiten wir das Fleisch im Wok zu. Ich habe den ebenfalls von diePfanne.com. Niemand muss auf dieses Gericht verzichten, wenn er / sie keinen Wok hat. Man kann das natürlich auch in einer Bratpfanne zubereiten.


Erdnussöl im Wok erhitzen, Herd läuft volle Pulle auf der größten Platte.



Fleisch mit allen anderen Zutaten in den Wok geben.


Drei Minuten pro Seite garen, bis es leicht Farbe annimmt. Danach machen wir noch schnell die leckere Soße, während das Fleisch im gleichen Moment gemeinsam im Wok nachziehen kann.


200 Milliliter Brühe in den Wok geben und die Temperatur auf geringe Hitze reduzieren



2 Esslöffel Sojasoße


2 Teelöffel Speisestärke


1 Esslöffel Reisessig, oder Weißweinessig


1 Esslöffel trockener Sherry


Hier kommt die Brühe, vorher habe ich Euch nur gezeigt, dass sie wie immer selbst eingekocht wurde. 


Jetzt noch einmal schnell die Temperatur auf maximal erhöhen, die Soße dickt dann ganz schnell an. In dem Moment sofort wieder vom Gas gehen.


Ich nehme ein Stück Fleisch aus dem Wok, um Euch zu zeigen, wie zart es ist.


Kaum eine Fleischfaser zu spüren und es zieht noch leicht nach in der Soße


Herd abstellen und die verbliebenen Lauchzwiebeln in den Wok geben. 


Untermischen und JETZT die Erdnüsse dazu geben, wenn das alle am Tisch mögen.


Ich habe das für meine Frau ohne Erdnüsse serviert


Ich habe das für mich in einer kleinen Schüssel vorgemischt und dann mit Erdnüssen auf den Teller gegeben. 


Das ist wirklich toll. Ganz zartes Hähnchenfleisch in einer leckeren Soße, mit knackigen Erdnüssen und sicherlich gesund mit Reis


Es ist ja auch nicht schwierig, mit einfachen Zutaten und bei maximalem Ergebnis schnell wieder aus dem Wok raus. Man könnte das Fleisch auch schon am Vorabend marinieren und hätte das dann am folgenden Tag gleich fertig und könnte so am Herd loslegen. Ich finde das so wichtig, dass man jeden Tag frisch kocht und lasse mir alles einfallen, damit keiner eine Ausrede hat, um es nicht zu tun. Ich habe mich sonst auch nie bei asiatischem Essen vorgedrängelt, aber man kann sich damit echt anfreunden und es tut auch nicht weh. 


Vielleicht hat davon sogar schon mal jemand in Sichuan gehört, wie das Buch behauptet? Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 




Kommentare:

  1. In Sichuan gibt es das berühmte Gong Bao Ji Ding (oder Kun Pao Hühnchen). Das Rezept geht wohl auf Ding Baozhen (1820 - 1886, späte Quing Dynastie) zurück, der Gouverneur (Gong Bao) der Provinz Sichuan war.

    Dein Rezept hat alle Inhalte dieses Klassikers - Schärfe, Säure, Süße und Erdnüsse. Allerdings ist es deutlich an den westlichen Geschmack angepasst, denn im Original (rate mal wo zu finden;)) ist es mit Szechuanpfeffer, "Chili Bean Paste" und einer speziellen Chilisorte (Facing Heaven), von der etwa eine Handvoll ins Essen kommt.

    In Sichuan mag man es scharf und man hat fast immer alle möglichen Geschmacksrichtungen in einem Gericht, plus das bei uns unbekannte "ma" - die leicht prickelnd, betäubende Schärfe des Szechuanpfeffers. Kung Pao ist in der chinesischen Küche mein absolutes Lieblingsgericht und ich bin besessen davon ;)
    Trotzdem ist das hier eine sehr schöne Variante und wenn man bedenkt, von wann das Buch ist und was man damals alles bekam (oder eben nicht bekam, Interntbestellungen aus China waren ja noch nicht erfunden) passt das auch. Nur den Zucker hätte ich in der Sauce nicht weggelassen. ;

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  2. danke, endlich mal jemand der weiß worüber er spricht. vor dreißig jahren gab es die zutaten höchstwahrscheinlich nur im kadewe. internet gab es da ja noch gar nicht für die masse.

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