Dienstag, 6. Februar 2018

German Hotdog

Ich habe mich mal wieder mitschnacken lassen. Ich bin ja permanent beim Bloggen aktiv und es gibt hier jeden Tag ein neues Rezept. Deswegen bekomme ich von Zeit zu Zeit Einladungen zu Bloggerveranstaltungen und da sind dann meistens verschiedene Partner der Veranstaltung vor Ort. Sehr aktiv ist auf solchen Events immer die UFOP. Ich nenne das verkürzt immer die Rapsöllobby, weil das schneller zu sagen ist, als Union zur Förderung von Oel und Proteinpflanzen. Damit kann ich persönlich etwas anfangen, weil in jedem meiner Rezepte meistens Rapsöl vorkommt und ich arbeite gerne mit reinen Ausgangsstoffen, die noch nicht aromatisiert wurden und deswegen nach sich selbst schmecken. 


Zutaten:

8 Bockwürste / Wiener / Frankfurter Würste
8 Laugenstangen leider nur gekauft

Dänischer Gurkensalat:

1/2 Salatgurke
1 Prise Salz
Pfeffer nach Geschmack
Zucker mehr als Salz
1 Schuss Weißweinessig
1 Schuss Rapsöl
Dill gerne frisch

Spitzkohlsalat:

1 Spitzkohl 450 Gramm 
1 Esslöffel Honig
2 Esslöffel Rapsöl
1/2 Teelöffel Meersalz
1 Prise Pfeffer
1 Schuss Weißweinessig

Röstzwiebeln:

5 Zwiebeln
Rapsöl
Honig
Salz
Pfeffer
1 gehäuften Esslöffel Mehl

Mayonnaise:

1 Ei
200 Milliliter Rapsöl
1 Esslöffel Weißweinessig
1 Esslöffel Zitronensaft
Salz
Pfeffer
Zucker
Senf (anklicken)


Meine "Rapsöltanten" treffe ich so ein bis zwei Mal im Jahr auf Events, oder auf der Grünen Woche in Berlin und dann bekomme ich immer ein paar Flaschen Öl, die im Vergleich zu dem, was ich mir sonst an Rapsöl kaufe, echt kostbar sind. Natürlich merkt man den Qualitätsunterschied sofort. Die Agentur der Rapsöllobby macht auch immer sehr schöne Rezepte und wenn die mich beim Öl so nett bedenken, koche ich für Euch im Gegenzug einfach mal etwas aus diesen Rezeptheftchen nach. Ich mache es aber noch ein bisschen frischer, weil ich so viel wie möglich frisch mache und außer den Brötchen und den Würstchen nichts fertig gekauftes verwende.


Ich fange mit dem Spitzkohl an


Den Strunk entfernen und den Spitzkohl in feine Streifen schneiden


Die Streifen weiter zerkleinern


Spitzkohl in eine Salatschüssel geben. 


1 Schuss Weißweinessig


Weil immer alle an meinem Honig rummäkeln, was ist an dem jetzt wieder falsch? Den hat meine Frau mitgebracht. Bio und für meine Verhältnisse schon echt teuer, dafür dass der bei der Brut keine Woche hält.


1 Esslöffel Honig


1/2 Teelöffel Meersalz 


Ihr könnt natürlich auch normales Salz verwenden. 


2 Esslöffel flüssiges Gold. Raps Kernöl, das schmeckt sehr nussig und hat deutlich mehr Geschmack als das was man aus der Plastikflasche gewöhnt ist.  


Pfeffer aus der Mühle


Alle Zutaten miteinander vermischen. 


Nun machen wir schnell die Mayonnaise


Dafür darf es auch gerne mal das gute Rapsöl sein. Das ist schon viel gelber, als das Zeug aus der Plastikflasche und es schmeckt natürlich deutlich intensiver.


200 Milliliter von dem guten Stoff


1 Teelöffel selbst gemachten Senf (anklicken)



1 Esslöffel Zitronensaft und 1 Esslöffel Weißweinessig


Salz, Pfeffer, Zucker


Ein Ei komplett dazu geben, also Eiweiß UND Eigelb


Mit dem Esge Zauberstab und der Schlagscheibe, oder einem ordinären Pürierstand auf den Boden des Mixbechers gehen und 5 Sekunden Vollgas geben. 


Die Mayonnaise fängt sofort an zu emulgieren


Nach fünf Sekunden hochziehen


Noch einmal runter und wieder rauf... 


Zack, fertige Mayonnaise!


Nun machen wir schnell einen dänischen Gurkensalat. Der zeichnet sich dadurch aus, dass er recht süß abgeschmeckt wird. 


Eine halbe Salatgurke in Scheiben schneiden, oder hobeln


Eine halbe große Zwiebel, oder eine kleine Zwiebel von links und rechts bis kurz vor den Boden schneiden


Einmal quer schneiden, dann hat man Zwiebelwürfel


Zwiebeln und Gurken in eine Schüssel legen


Salz, Pfeffer, Zucker


Dill


Dill klein hacken


1 Schuss Rapsöl, 1 Schuss Weißwein


Alle Zutaten vermischen und marinieren lassen



Als nächstes bereiten wir die Röstzwiebeln zu


Zwiebeln häuten


Zwiebeln in Ringe schneiden


Zwiebelringe in eine Schüssel geben


Einen guten gehäuften Esslöffel Mehl unter die Zwiebelringe mischen


Zum Braten der Röstzwiebeln nehme ich ein Bratöl von der Ölmühle Solling. Das ist eine Ölmanufaktur, die mir ein paar Proben Öl geschickt hat. Das ist echt wahnsinnig gut produziert und darüber macht man sich an normalen Tagen, gar nicht so großartige Gedanken, was man bei seinem verwendeten Öl noch besser kaufen könnte. Hier ist alle bio und von Hand abgefüllt und gelabelt. Am Tag schafft die Ölmühle nur 800 Liter Öl abzufüllen. Daran kann man schon sehen, dass es mangels Masse etwas besonderes sein muss. 


Mein Kochstil passt ansonsten gar nicht zu so teuren Materialien. Einen Liter Rapsöl haue ich mal schnell beim Frittieren raus. Kostet mich sonst 99 Cent, hier 12,80 Euro. Das ist also eher für Doppelverdiener ohne Kinder und nicht für Großstädter mit vier Kindern, hat aber auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung und ich freue mich, dass ich sowas gutes zumindest mal ausprobieren kann. Ich benutze das auch spontan viel sparsamer als sonst. Der Vorteil ist die Hitzebeständigkeit. 


Einen Esslöffel Honig dazu geben


Wenn das Bratöl mit dem Honig richtig heiß ist, kommen die bemehlten Zwiebeln hinzu


Zwiebeln erst heiß anbraten und dann in dem Maße, wie die Zwiebeln bräunen, mit der Temperatur runter gehen


Jetzt schon mal das Wasser für die Würstchen aufsetzen


Den Backofen könnt Ihr auch schon mal anstellen bei gut 100 Grad und die Laugenstangen zum kurz Durchwärmen hineinlegen 


Ich weiß nicht mehr, wer mich da jetzt gerade vom Fotografieren abgehalten hat, aber hier hat die Geschichte ein Loch, denn die Zwiebeln werden zumindest auf den Fotos nicht mehr dunkler und die Würstchen, habe ich auch vor der Kamera verborgen erhitzt. 


Würstchen sind warm und die Zwiebeln braun, Mayonnaise ist am Start, dänischer Gurkensalat wartet süßsauer auf seinen Einsatz, Spitzkohl knackt nervös vor sich hin. Das Rezept habe ich am Samstag Nachmittag vor dem Einkauf gesichtet und meine Frau hat mir dann auch noch mit auf den Weg gegeben, dass es am Abend nicht so lange mit dem Essen dauern soll, damit die Kinder ins Bett kommen. Frische Laugenstangen fielen deswegen aus, mal davon abgesehen, dass ich die so handwerklich gar nicht hinbekommen würde. Ich bleibe diesbezüglich am Ball, aber hier ging es in diesem Moment nur mit gekauften Laugenbrötchen, um die ehefraulichen Vorgaben für das Zeitmanagement einhalten zu können. 


Laugenstangen aufschneiden und mit der Mayonnaise bestreichen


Spitzkohlsalat im Brötchen gleichmäßig verteilen


Gurkenscheiben


Bockwurst in die Laugenstange legen


Mit Röstzwiebeln bedecken


Noch einen Schlag von der Mayonnaise über die Zwiebeln geben



Das ist verdammt lecker. Man muss ein paar Servietten zur Hand haben, weil da so viel saftige Zutaten verbaut sind, aber der Geschmack explodiert so richtig im Mund. Dazu noch ein paar selbst gemachte Pommes, wären ein Traum. 


Ich finde das Rezept super und deswegen zeige ich Euch das gerne. Wie gesagt, Laugenbrötchen würde ich gerne selbst machen, bin dafür aber gerade noch zu doof. Ich arbeite daran. Die Geschmackskombination und die Haptik ist deutlich wertiger, als bei solchen Referenzen wie einem IKEA Hotdog. Das wird Euch gefallen.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit


Kommentare:

  1. Ich ess noch nicht mal Hotdogs (obwohl deine aufwendige Version lecker aussieht), aber das Teutoburger Rapsöl steht jetzt auch in meinem Schrank :-). Noch nicht gekostet, aber da vertrau ich ganz auf dich. P.S. Zwiebeln mit Öl und Honing kannte ich noch nicht. Das mache ich demnächst.
    Na, dann mal einen schönen Donnerstag gewünscht.
    Nadja

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    1. hallo nadja, gegen einen gescheit gemachten hotdog ist nichts zu sagen. hast du schon meine komplett zu fuss gemachte version gesehen? die ist richtig lecker.

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