Sonntag, 14. Januar 2018

Süßsauer Soße wie beim Chinesen

Das ist neben der richtig scharfen roten Paste, die einzige Soße die ich freiwillig beim Chinesen, oder beim Asiaten esse. Natürlich ist die im Restaurant ganz scheußlich plastisch und mit Geschmacksverstärkern, Glutamat, Verdickungsmitteln auf Trab gebracht und kommt aus einem großen Plastikeimer, den es irgendwo im Asiagroßhandel gibt und überall gleich schmeckt. Das ist ja das üble daran, wenn sie so gut schmeckt, dass man davon immer mehr haben will und sich nicht mehr fragt, was man da gerade zu sich nimmt. Ich habe das aber nicht vergessen und nach zwanzig Jahren plus X, bin ich nun endlich mal  dazu gekommen, so eine Kostbarkeit frisch herzustellen, ohne Plaste und Elaste.



Zutaten:

2 gehäufte Esslöffel Tomatenmark
1 frische Ananas
1 Zwiebel
1 Freilandknoblauch
1 Paprika rot
1 Finger Ingwer
3 Esslöffel Sojasoße
Tomatensoße selbst gemacht (anklicken) , oder Tomatensaft
optional 1 Esslöffel Speisestärke in Wasser aufgelöst, wenn die Soße zu dünn ist.
1 Teelöffel Meersalz
Pfeffer nach Mütze
Chiliflocken, kann man auch erst in die fertige Soße geben, oder am Tisch (besser)
1-2 Esslöffel Zucker 
1 Schuss Weißweinessig 
1 Schuss Pflanzenöl
300 Milliliter Wasser

Diese Soße passt perfekt zu gebackenem Huhn, gebackenem Schwein, Frühlingsrollen, Asianudeln, Reisgerichten, zum Grillen.


Eine frische Ananas von der Schale befreien und zerlegen.


Ananas in mundgerechte Stücke schneiden.


Eine Zwiebel häuten


Zwiebel von links und rechts senkrecht bis knapp über den Boden einschneiden


Danach einfach quer schneiden, dann hat man kleine Zwiebelwürfel


1 Freilandknoblauch


Häuten und zerkleinern


Papa Ananas! Ich weiß, lasse noch etwas für die Soße übrig!


Einen Finger Ingwer, präsentiert vom Liesenvogel


Ingwer von der Schale befreien. Ich schneide die einfach mit meinem Edition 7 Kochmesser ab, statt einen Sparschäler zu benutzen. 


Ingwer fein reiben


Pflanzenöl im Topf erhitzen, große Platte, volle Pulle aufdrehen


Zwiebeln. Ingwer und Knoblauch anschwitzen


Zwei gehäufte Esslöffel Tomatenmark dazu geben, wenn die Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch Farbe angenommen haben. 1 Esslöffel Zucker, 1 Teelöffel Salz, Pfeffer aus der Mühle. Chiliflocken nur wenn Ihr wisst, dass lauter scharfe Typen am Tisch sitzen. Bei Familien lieber erst am Tisch individuell schärfen. 


Herd auf mittlere Temperatur reduzieren und Tomatenmark anrösten.


3 Esslöffel Sojasoße


Das Tomatenmark mit der Sojasoße verrühren. 


Einen ordentlichen Schuss Weißweinessig. Später kann man immer noch mehr dazu geben, wenn es einem noch nicht sauer genug ist. Was zu sauer ist, kann man mit Zucker wieder gerade biegen. 



Alle Zutaten in Bewegung halten. 


Ananas in den Topf geben.


Auf die kleinste Platte umziehen und kleinste Temperatur einstellen. 


300 Milliliter Wasser dazu geben. Ich habe mit 200 Millilitern angefangen, aber ich brauchte noch mehr Flüssigkeit, deswegen gleich 300 Milliliter nehmen. 


Das sieht dann so aus.


Die Grundwürze steht jetzt aber der Geschmack ändert sich noch, wenn die Ananas und die Paprika, die gleich noch kommt, Ihren Geschmack an die Soße abgegeben hat. 


100 Milliliter Tomatensoße  oder passierte Tomaten für die Farbe und das Aroma.


Deckel auf den Topf legen und die Soße ein paar Minuten schmoren lassen, während die Paprika geschnitten wird. So geben die Ananasstücke auch Flüssigkeit ab, die dann nicht gleich wieder verdampft 


In der Zwischenzeit eine Paprika zerkleinern. Rot macht sich als Farbe bei der Soße am besten. 


Paprika ebenfalls in die Soße geben und mit Deckel eine halbe Stunde lang einkochen. 


Danach sieht die süßsauer Soße so aus. Die ist genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe und so wie Ihr die aus dem Restaurant, oder vom Lieferdienst kennt, nur eben besser, weil ohne Schrott. Weil frische Zutaten jeden Tag anders ansprechen, kann es sein dass Flüssigkeit fehlt, dann füllt man halt noch ein bisschen mit Wasser auf, oder wenn es angedickt werden soll, löst man einen Esslöffel Speisestärke mit Wasser auf. 


Ein bisschen Wasser zur Speisestärke geben


Glatt rühren und dann unter Rühren zur Soße geben.  Kurz aufkochen, bis die Soße sichtbar anzieht.


Was man dafür tun muss, wenn es süßer, salziger, saurer, oder schärfer sein soll, wisst Ihr jetzt ja schon.


Diese Soße zu selbst gemachten Nuggets. Das ist einfach nur Porno! 


Ich habe die Soße für meine anonymen Soßensüchtigen gemacht, weil ich ein asiatisches Gericht namens Bistek Gulay gekocht habe, das mir nach den Maßstäben meiner Frau ein wenig zu trocken erschien.


Bevor dann jemand anfängt zu jammern, mache ich lieber schon vorher eine Soße, die dazu stimmig ist.


Leckere süßsauer Soße ohne Dreck, wie Ihr die schon immer mal essen wolltet. 
Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Kommentare:

  1. Hallo Glatzkoch, tolle Idee, die süss-sauer selber zu machen. Danke dafür. Was denkst Du, wie lange die haltbar ist, wenn ich die Sauce heiß in Gläser fülle? Danke für eine Antwort. Liebe Grüße Gaby

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    1. hallo gaby, wenn du keine speisestärke benutzt und die soße im glas vakuumierst, hält sie bestimmt ein jahr. dann musst du zum andicken entweder mehr zeit, oder mehr tomatenmark rechnen.

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