Samstag, 13. Januar 2018

Proseccogulasch

Stößchen! Heute muss die Mutti ganz tapfer sein, denn statt für Aperol Spritz geht der Prosecco für ein echt geiles Gulasch drauf. Auf der anderen Seite, ist das auch eine gute Müllvermeidung für Prosecco, der kohlensäuretechnisch seine besten Zeiten hinter sich hat. Egal ob Ihr den Prosecco jemandem entzieht, oder ihn vor dem Altglas rettet, das wird Euch gefallen und das kocht Ihr in Zukunft öfter. Versprochen!




Zutaten:

1,2 Kilo Roastbeef
400 Milliliter Brühe (anklicken)
1,5 Kilo Zwiebeln
Peperoni
5 Möhren
Peperoni nach Geschmack
1 tiefer Teller Mehl zum Mehlieren des Fleisches
2 Esslöffel Mehl in die Pfanne / Wok
0,5 Liter Prosecco
1 Teelöffel Salz
Pfeffer
1 Esslöffel brauner Zucker
3 Wacholderbeeren
3 Piment
3 Lorbeerblätter
Petersilie
1 Zitrone
geriebener Hartkäse
1 Esslöffel Schmalz

Beilage:

Nudeln

So ein Gulasch kann man mit jedem Stück Rindfleisch mit Eignung zum Schmoren machen. Wade, Keule, Brust, alles was weg muss. Bei mir war es in dem Moment ein Stück Roastbeef, das es noch zu verbrauchen galt. 



Schmalz in der Pfanne auf der größten Platte volle Pulle erhitzen. Butter, oder Öl gehen natürlich auch.


Fleisch in mundgerechte Würfel schneiden, wie bei Gulasch üblich und in Mehl wenden


Mehliertes Fleisch etappenweise anbraten. Durch das Mehl gibt das Fleisch nicht so viel Flüssigkeit ab, bräunt besser und wird nach dem Schmoren deutlich zarter.


Das Fleisch ca 10 Minuten pro Ladung anbraten. Ich habe die 1,2 Kilo auf zwei Ladungen zum Anbraten aufgeteilt. 


Weil das Fleisch nicht gesuppt hat, habe ich dann noch die zweiten 600 Gramm nachgelegt und das schon angebratene Fleisch ein bisschen an den Rand geschoben, aber im Wok gelassen. 


Zwiebeln häuten


Fleisch ist jetzt komplett angebraten


Zwiebeln in Ringe schneiden


Zwiebeln ebenfalls in den Wok geben.


Alle Zutaten miteinander vermischen


Vor dem Schmoren, während die Zwiebeln vorab ein bisschen Farbe bekommen, tun wir jetzt noch was für den Geschmack


Peperoni nach Geschmack


3 Wacholderbeeren, 3 Piment


3 Lorbeerblätter


1 Teelöffel Salz, Pfeffer nach Geschmack, aber mit Vorsicht, wenn Ihr auch schon Peperoni verwendet.


1 Esslöffel brauner Zucker


4 Möhren


Mit den Möhren stelle ich nicht viel an. Die schneide ich nur an den Enden an und halbiere sie ansonsten. Die fische ich bei mir auch immer wieder raus, deswegen bin ich froh, wenn die so groß sind, dass man sie gut von meinem, auf den Teller meiner Frau verfrachten kann. 


Die Möhren werfe ich erst dazu wenn die Zwiebeln glasig sind, aber die kann man auch auch mit den Zwiebeln gleichzeitig in den Wok / die Pfanne werfen. Ich war halt nicht schneller. 


Wenn die Zwiebeln weich sind und schon Farbe bekommen, zwei Esslöffel Mehl in den Wok geben


Untermischen damit sich noch schnell ein paar Röstaromen bilden


Brühe in den Wok kippen



Prosecco ebenfalls dazu geben. Bei Gulasch erwartet man ja eigentlich eher einen Rotwein, aber die Italiener machen es bei mehreren Schmorgerichten vom Rind vor, wie bei Ossobuco, dass ebenfalls ein weißer Tropfen dazu Sinn stiften kann. Mit dem Prosecco hat man lustigerweise auch nach Stunden schmoren und einer Nacht übernachten, noch dieses leichte Prickeln auf der Zunge. 


Jetzt haben wir die ganze benötigte Flüssigkeit zusammen. Einmal kurz aufkochen lassen


Wenn es simmert, von der größten Platte auf die kleinste Herdplatte umziehen, niedrigste Temperatur einstellen, alle 30 Minuten umrühren. Das Fleisch ist extrem wertig für ein Schmorgericht, deswegen würde man auf keinen Fall mehr ein Stück Gummi im Mund haben, wenn man nur eine Stunde schmort, aber das bessere ist ja sowieso des guten Feind


Ich habe das zwei Stunden schmoren lassen, danach Herd abstellen und im Bett verschwinden. Es ist also schon wieder mitten in der Nacht bei mir. Zu anderen Tageszeiten könnte man das Proseccogulasch natürlich auch sofort essen.


Ich habe das in weiser Voraussicht für den Samstag vorbereitet. Wenn es abzusehen war, dass wir in einer halben Stunde vom Einkaufen wieder zuhause sind, habe ich meine Frau angerufen und dann wurde wieder die kleinste Platte, auf kleinster Flamme erhitzt. Zum Anwärmen rechne ich auch eine Stunde, bis die Fleischfaser wieder ganz zart ist. 


Man kann jedenfalls gut erkennen, wie die Soße eingekocht ist. Da muss man gar nichts mehr mit anstellen. Mit Salz und Pfeffer kann man vor dem Servieren noch abschmecken.


Als einfache Beilage, damit die Kinder rechtzeitig ins Bett kommen, gibt es Nudeln. Die sind aber einen Tick chicer und ein Format, das ich auf meiner eigenen Nudelmaschine nicht selbst machen kann, falls sich jemand an den gekauften Nudeln aufhängen möchte. 


Zur Deko und für den Geschmack, schneide ich Zitronenscheiben


Petersilie hacken, für die Frische


Hartkäse zum Reiben. Kann man machen, muss man aber nicht. Meine Familie mag das größtenteils zu so einem Gericht, ich bin da eher pur.


Beim Servieren hat man auch die Auswahl, das in einem tiefen Teller, oder auf einem flachen Teller, mit oder ohne Nudeln anzurichten.


Mit Petersilie


Zitronenscheibe dazu legen


Mit geriebenem Hartkäse


Die Nudeln sind wirklich gut, dafür dass sie nicht selbst gemacht sind. 


Hier mal in voller Schönheit


Das Fleisch ist total zart, die Soße kann vor Geschmack kaum laufen. Alles ist richtig rustikal urwüchsig und lecker. Ein richtiges Familienessen, aber auch tauglich wenn Besuch kommt. Die Soße mit dem Prosecco ist rund und voll.


Das sind diese Abende an denen niemand wegen des Essen diskutieren will und das genießt man als Eltern und als Koch doppelt. 



Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Kommentare:

  1. Was sind das für Nudeln und wo bekomme ich die her?

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    1. Paccheri. Kommen ursprünglich aus Der Gegend um Neapel. Sin dim Prinzip riesige Buccantini (Makkaroni) oder kleinere Cannelloni, wie mans nimmt. Bekommt man in italienischen Feinkostgeschäften, online und ich meine bei Rewe und Kaufland.

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    2. die nudeln habe ich bei kaufland gekauft. kosten 1,39 für 500 gramm.

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  2. Sieht sehr lecker aus. Ich nehme dann eine Teller davon, aber eine großen.

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    1. wenn du mal in berlin bist, machst du ja immer einen großen bogen um die hotspots ;-)

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