Freitag, 31. März 2017

Ajvar aus dem Ofen

Letzte Woche war bei mir Paprikaschwemme und ich habe auch noch Auberginen günstig geschossen, die ebenso schnell verarbeitet werden mussten. Mir stand der Sinn sowieso gerade nach Frühling und Urlaub, deswegen habe ich Ajvar im Ofen hergestellt, während auf dem Herd, diverse andere Gemüse für eine Vorspeisenzusammenstellung schmorten, oder irgendwie anders garten. Ajvar ist die klassische rote Balkansoße, die jeder kennt, der schon mal "jugoslawisch" essen war, also serbisch, kroatisch, bosnisch, mazedonisch und wenn man es genau nimmt, gibt es so eine Soße überall südöstlich der österreichischen Grenze bis zum schwarzen Meer. 


Zutaten:

4 Paprika rot und / oder  orange
2 Auberginen
1 Knoblauch
3 Zwiebeln
Olivenöl
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Pfeffer
1-2 Esslöffel Zucker
Peperoni nach Geschmack

Die "rote Soße" wird auf dem Balkan traditionell zu gegrilltem gereicht, ist aber auch immer beim Djuvec Reis dabei und Ajvar schmeckt auch toll zu frischem Weißbrot. Ich mochte das jedenfalls schon immer.


Auberginen würfeln


Für die Gesamtmenge Gemüse braucht man schon eine große Ofenform


Paprika sollten rot, oder zumindest orange sein, damit man die charakteristisch orange-rote Farbe erzielt. Je roter desto besser.


Paprika zerkleinern und entkernen


Die Paprikastücke können Viertel, oder Achtel sein, das ist egal. Die werden am Ende sowieso noch püriert, wenn sie im Ofen weich geschmort sind. 


Paprika zu der Aubergine in die Form geben.


3 Zwiebeln häuten und grob zerkleinern. Ich habe die nur halbiert. 


1 Freilandknoblauch (das ist der kompakte, ohne einzelne Zehen), abziehen und grob zerkleinern. Kleine Knoblauchzehen gehen natürlich auch. 


Ich würde beim Würzen mit einem Esslöffel Zucker, einem Teelöffel Salz, einem Teelöffel Pfeffer anfangen. Nachwürzen kann man später immer noch, wenn das Ajvar püriert ist. Peperoni nach eigenem Gusto in die Ofenform werfen.


Einen ordentlichen Hieb Olivenöl in die Ofenform geben.


Den Ofen auf 200 Grad einstellen das Gemüse darin garen lassen


Alle 30 Minuten das Gemüse mit einem Pfannenwender wenden, damit es nicht an der Form anbrennt. Ansonsten macht es sich von alleine, wenn es erstmal im Ofen ist.


Nach zwei Stunden ist das Wasser aus dem Gemüse raus und es bilden sich Röstaromen, die wir billigend in Kauf nehmen. 


Das Gemüse, das sein Volumen merklich reduziert hat, kein Wunder das Wasser ist ja raus, kommt in einen Mixbecher


Gemüse mit dem Pürierstab pürieren


Nach zwei Stunden im Ofen, wehrt es sich gar nicht mehr


Fertig püriert. Jetzt ist eine gute Gelegenheit zum Abschmecken, ob genug Salz, Pfeffer, oder Zucker drin ist. Sauberen Löffel nehmen, wichtig!


So lang das Ajvar noch heiß ist, in sterile Schraubgläser abfüllen (die muss man einfach nur fünf Minuten in kochendem Wasser auskochen), Deckel fest aufschrauben und sich bei den echten Einmachgurus beliebt machen, in dem man die Gläser auf den Kopf stellt, damit sie ein Vakuum ziehen. Die Gläser ziehen auch ein Vakuum, wenn man sich nicht auf den Kopf stellt, aber an irgendwas muss man ja glauben). 


Für drei Gläser hat die Menge gereicht, das ist ein guter Liter Volumen. Schmeckt total lecker, nach Gemüse und dann eben so salzig, süß oder scharf, wie Ihr es gerne mögt. Bei scharf muss ich Euch unbedingt noch eine gute Geschichte erzählen. Ich habe nach meinem Blog gegoogled, weil ich das von Zeit zu mache, um zu schauen, wer meine Rezepte klaut, adaptiert, oder sich irgendwie anderweitig dumm das Maul zerreißt. Da bin ich über so ne Rotzgöre gestolpert, die in einem Forum allen ernstes dazu aufgerufen hat, mir das Jugendamt auf den Hals zu schicken, weil meine Kinder bei mir scharfes Essen bekommen und weil meine Frau schon immer Hunger hat, wenn ich nach Hause komme, in der Annahme, dass sie auch meine Kinder verhungern lässt. Wohlgemerkt bekommen meine Kinder irgendwas Scharfes auf Anfrage und nicht auf Zwang und essen schon bevor ich von der Arbeit nach Hause komme. Ich möchte mal wissen, was für kranke Gedanken manche Menschen haben. Ach ja, vom Jugendamt war noch keiner da... Alter...


Hier ist noch eine Probierportion. Die passte nicht mehr ins Glas. Die ging beim bunten Gemüsereigen mit drauf, den wir am nächsten Tag hatten. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Donnerstag, 30. März 2017

Champignons gebraten mit Salzzitrone

Bei mir ist jeder Tag gleich. Morgens zur Arbeit und die meiste Zeit des Jahres, ist es schon wieder dunkel, wenn es nach Hause geht. Zwischendrin ärgert mich die halbe Welt nach Kräften und raucht mein Hirn auf. Für mich bedeutet es deswegen Lebensqualität abends nicht irgendeinen Scheiß zu essen, sondern sich an einfachem Luxus zu erfreuen, der nicht in Geld aufgewogen werden kann, sondern eher als ideell zu bezeichnen ist.  



Zutaten:

400 Gramm Champignons
1 Zwiebel
1/2 Salzzitrone (anklicken)
Pflanzenöl
Salz
Pfeffer
Petersilie oder Schnittlauch
Romanasalat zum Anrichten.

Dieser ideelle Luxus besteht darin, sich etwas zu kochen, das gerne einfach und schnell funktionieren kann, aber eben für den Aufwand extrem gut schmeckt und die Lebensgeister weckt. Die Champignons sind ein Restebeutel von Kaufland, der bei denen dringend vor Feierabend weg musste. Hat 50 Cent gekostet, die mussten aber auch wirklich weg und hatten schon Druckstellen. Man kann die natürlich auch jungfräulich und blütenweiß zum regulären Preis kaufen. Ich nehme sowas gerne, weil es das Budget schont und man trotzdem immer mit unverarbeiteten Zutaten arbeiten kann. Frisch nenne ich das in diesem Fall mal nicht. 


Champignons vierteln


Öl in den Wok / die Pfanne geben und voll Pulle erhitzen


Zwiebel abziehen und zerkleinern.


Zwiebeln und Champignons in den Wok geben.


Ordentlich das Wasser aus den Champigons rausbraten und die Zwiebeln irgendwo zwischen glasig und braun werden lassen.


Das ist meine Salzzitronen. Ich kann mit arabischer Küche nichts anfangen, weil ich nicht auf Kreuzkümmel und das ganze muffige Zeug stehe, das dort verwendet wird, aber Salzzitronen sind echt geil. Die habe ich zwischen Weihnachten und Neujahr eingelegt und die werden jeden Tag noch besser. Da sitzt richtig Säure und Salz und Geschmack drin. Wenn man die als Zutat irgendwo verwendet, sind die erstmal ein Tritt in die Fresse, aber geil.


Da es sich um Biozitronen handelt, wird die Schale ebenfalls verwendet. Einfach nur klein schneiden. Die Schale gibt ein leicht bitteres Aroma und die Salzzitrone gibt jedem Gericht einen extrem frischen Unterton. Wenn man diesen Geschmack schmeckt, weiß man was mit dem Spruch "sauer macht lustig" gemeint ist. Da wird einem sofort wieder das Gehirn angeknipst und das merkt man deutlich an sich selbst, wie sich die Synapsen öffnen.


Jetzt die Pfanne auf niedrige Temperatur runterregeln und die Zutaten miteinander vermischen, damit sich der Geschmack gut verteilt.


Kurz probieren was noch an Gewürz fehlt, bisher haben wir noch nichts verwendet und dann nach Geschmack Salz und Pfeffer aus der Mühle verwenden. 


Für mich ist das an dem Abend nur eine von mehreren Komponenten auf dem Tisch, deswegen fülle ich die Champignons in eine kleine Schüssel um und decke die mit einem Teller ab, damit die Wärme sich besser hält, während ich noch andere Dinge im Topf, oder in der Pfanne zubereite. Man kann die Champignons warm oder kalt essen, ach am nächsten Tag noch einmal. Die anderen Komponenten kennt Ihr zum Teil schon, wie die geschmorten Paprika und ich habe noch mehr gemacht (Rezepte kommen)


Frisch zu frisch. Zum Anrichten nehme ich knackigen Romanasalat. Den gab es im Dreierpack im Ausverkauf beim Mix Markt für 50 Cent.


Was es gekostet hat, sieht man aber nicht mehr, wenn das Essen auf dem Tisch steht und man schmeckt es vor allen Dingen auch nicht, was mir besonders wichtig ist.


Das ist eine leckere kleine Sauerei, die man als Beilage zu vegetarischen Gerichten verwenden kann, oder zu Fleisch, oder als Bestandteil einer Vorspeisenauswahl, oder einfach so Zwischendurch. Mir reicht dazu auch ein leckeres Weißbrot, um mich wie im Süden zu fühlen.


Feste Champignons, salzig, mit einem Anflug von Säure, ein Traum


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.



Mittwoch, 29. März 2017

Käsesalat mit Weintrauben und Walnüssen - Retro Style

Das ist richtig retro, denn ich habe den Salat für die Jetztzeit adaptiert und er kommt aus dem Kochbuch "ich koche für Dich" von Margarete Kalle, bei dem die Ursprünge noch nicht so ganz klar sind, ob es aus den fünfziger, oder sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts stammt. Ganz knappe Rezepte ohne Bilder, bei denen eine Menge Platz für Phantasie bleibt. Ich schicke schon mal vorweg, dass der Salat richtig gut schmeckt und viel leichter wirkt, als er tatsächlich ist. 



Zutaten:

250 Gramm Käse
200 Gramm Weintrauben ohne Kerne
100 Gramm Walnüsse
frische Petersilie
optional Rucola zum Anrichten.

Mayonnaise selbst gemacht:

200 Milliliter Öl
1 Eigelb
1 Esslöffel Essig
1 Spritzer Zitrone / Limette
Salz
Pfeffer

Zucker



Den Käse habe ich beim Mix Markt gekauft. Die Schrift war kyrillisch, keine Ahnung wie der heißt, aber geschmacklich war er so zwischen Gouda und Butterkäse und hatte 45 % Fettgehalt. Dafür könnt Ihr wirklich jeden Käse nehmen der Euch schmeckt, auch Edamer, Leerdamer, Maasdamer, oder, oder. Mit dem Rezept schmeckt wirklich jeder Käse. 


Der Käse soll in Würfel geschnitten werden


Das geht leichter, wenn man den Käse aus dem Kühlschrank nimmt und der dementsprechend kalt ist.


Habe ich schon mein Angebermesser Edition 7 von diePfanne.com gezeigt?


Damit macht schneiden gleich noch mal so viel Spaß.


Käsewürfel in eine Salatschüssel legen.


100 Gramm Walnusskerne


Die habe ich auch mit dem Messer ein wenig zerkleinert.


Die Walnüsse kommen auch in die Schüssel


200 Gramm Weintrauben ohne Kerne, Farbe egal


Weintrauben halbieren


Die festen Zutaten sind jetzt in der Schüssel, nun kommen wir zur Mayonnaise. Ich weiß nicht, ob es sich schon herumgesprochen hat, aber mein ESGE Zauberstab hat letzten Sonntag mitten beim Nudelsoße zerkleinern den Geist aufgegeben und ist zur Garantie eingeschickt. Ich muss mich jetzt wieder mit meinem LIDL Rührgerät rumquälen, das zwar 650 Watt hat, aber eine total lahme Sau ist. Nachdem ich mich jetzt über ein Jahr mit dem Zauberstab vor vielen lästigen Dingen gedrückt habe, musste ich mal wieder so richtig "zu Fuß" ran und Majonnaise konventionell mit dem Rührer ohne 19000 Umdrehungen pro Minute schlagen. Mutter Kalle sah dafür Mayonnaise aus dem Glas oder aus der Tube vor, aber natürlich nicht bei mir. 


Ich war selbst gespannt, ob das noch funktioniert, weil mir die früher auch nicht immer im ersten Versuch gelungen ist. Eigelb in den Mixbecher geben.


Jeweils eine Prise Salz, Pfeffer und Zucker dazu geben. 


Einen Esslöffel Essig und einen Spritzer Zitrone oder Limette in den Mixbecher kippen. Dann mit dem Rührgerät das Eigelb schaumig schlagen. 


Wenn das Eigelb schaumig ist, immer einen dünnen Strahl Pflanzenöl unter ständigem Rühren in den Mixbecher geben und dabei immer kräftig den Rührer laufen lassen. Nicht schneller Öl nachkippen, aber die Mayonnaiser emulgieren kann. 


Das dauert natürlich länger als wenn man mit 19000 Umdrehungen arbeitet und mit einem Vollei, aber das war schön zu sehen, dass es jetzt mit der Steinzeitausrüstung noch besser klappt, als vor dem Zauberstab. 


Immer weiter Öl nachlaufen lassen. Wenn man ein gutes Eigelb erwischt hat, kann man bis zu 400 Milliliter Öl damit zum Emulgieren bringen. Mir reichten schon 200 Milliter für den Salat


Ich nehme sonst ja immer Rapsöl und habe dieses Mal Färberdistelöl verwendet. Das kostet statt 99 Cent flotte zwei Euro, aber das ist zu verschmerzen, oder? Angeblich ist das gesünder als Rapsöl. Ich lasse ja nichts aus, um mich noch ein bisschen zu erhalten. 



Mayonnaise steht wie ne eins.


Eine gute Gelegenheit noch einmal zu probieren und gegebenenfalls nachzuwürzen. 


Die Mayonnaise mit den anderen Zutaten vermischen


Die Mayonnaise ist jetzt mit dem Käse, den Walnüssen und den Weintrauben vermischt.


Um noch mehr Frische in den Salat zu bekommen, hacke ich frische Petersilie klein.


Wer nur Schnittlauch hat und den verwendet, fällt auch nicht tot um. 


Petersilie untermischen


Der Salat ist fertig und ich mag den am liebsten frisch mariniert, obwohl Frau Kalle sagt, dass man den ruhig länger ziehen lassen soll. Wer das Dressing flüssiger mag, kann noch einen Schuss Sahne dazu geben, oder Milch, wobei man Kaloriengründe bei dem Setup echt nicht anführen kann, weil die Messe schon lange vorher gelesen ist. 


Irgendwie muss ich Euch den Salat ja adrett andienen, deswegen zeige ich den auf einem Rucolabett. Der geschmack ist echt klasse. Käse, mit dem nussigen der Walnuss, den frischen Trauben und der cremigen Mayonnaise. Dazu einen kühlen, trockenen Weißwein und der Abend ist rund.


Dazu passt ein frisches Baguette, ich habe den Salat aber auch auf Schwarzbrot gegessen und fand es sehr lecker.


Das ist ein typischer Büffetsalat, wenn es Wurst und Käseplatten gibt, oder auch mal so zum Abendbrot, wenn man keine Lust auf Kochen hat, oder wenn die Temperaturen wieder steigen, für ein Picknick. Ich kenne den nicht aus meiner Kindheit und für mich ist der total neu und sehr überraschend. Das hat jedenfalls nichts mit den gekauften Salatscheußlichkeiten aus dem 10 Liter Eimer zu tun, die man auch im Feinkosthandel bekommt, wenn sie einem wieder das Märchen vom gefährlichen Ei vorsingen, als Begründung warum die Mayonnaise fertig genommen und nicht selbst gemacht wird. 


So sexy können Kalorien sein und wie leicht die schmecken. Echt irre!


Ich wünsche viel Spaß beim Nachrühren und einen guten Appetit.