Dienstag, 28. Februar 2017

Hähnchengyros mit Metaxasoße

Nachdem ich mir mein eigenes Gyrosgewürz gemischt habe, musste ich es irgendwie ausprobieren. Ich kaufe jede Woche irgendwas an Fleisch ein, von dem ich weiß, dass ich es bis zum kommenden Wochenende, oder Ablaufdatum verbrauchen kann. In diesem Fall hatte ich Innenfilets vom Hähnchen. Das ist schönes zartes Fleisch, wenn man es ordentlich brät und mit dem Gyrosgewürz ist es ein echter Knaller, auch wenn es leider keinen Drehspieß zu sehen bekommen hat. 


Zutaten:

Gyrosgewürz selbst gemacht (anklicken)
Hähnchenbrust
Salz
Pfeffer
Limette
Öl
Tomate
Gurke
Salat
Weißkraut
Möhren


Soßenbasis für braune Soße (anklicken)
Metaxa
Tomatenmark

Brühe selbst gemacht (anklicken)
Salz und Pfeffer, optional Peperoni
Pizzateig selbst gemacht (anklicken)

Bei mir ist jeder Tag im Prinzip gleich, wenn nicht gerade Sonntag ist. Morgens zur Arbeit, abends wieder nach Hause und dann kochen. Da hat man dann die Chance noch aus jedem Tag etwas zu machen, egal wie der bis zu der Stelle gelaufen ist. Deswegen finde ich es so wichtig, dann ein wenig Gas zu geben. Schließlich möchte man sich an dem Tag für die letzten Stunden vor dem Bett noch einmal wohlfühlen und die Kraft soll am nächsten Tag auch wieder für alles reichen. Also nicht am Benzin sparen, das einen immer am Laufen hält. Gyros ist auf den ersten Blick natürlich kein Premium Benzin, weil das einen ziemlich verkommenen Ruf hat und auch eher überall auf Quantität und nicht in Qualität angeboten wird. Deswegen ist das auch mein Versuch, Gyros mit ein wenig Liebe aus der Schmuddelecke zu holen.


Das Gyrosgewürz (anklicken), hatte ich schon in paar Tage vorher angerührt und das Fleisch mariniert und in den Kühlschrank gelegt. 


Das ist jetzt wirklich ein Extra, aber keine große Hürde, wenn man so wie ich immer einen Pizzateig im Kühlschrank reifen lässt. Das nimmt sich in einer Woche immer irgendwie weg, wenn man den im Kühlschrank hat. 


Pizzateig einfach nur in eine diffuse Form bringen und den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Mein Ofen hat nur Unterhitze, deswegen muss ich das 25 Minuten backen, Ihr werdet nur 20 Minuten brauchen. 


Das Brot kann man entweder mit dem Gyros befüllen und als Pita essen, oder einfach als Beilage zum Gyros mit Salat verwenden.

Die Soße macht man schon bevor das Fleisch brät. Das ist am Ende nur 6 Minuten in der Pfanne. Da sollte man alles was länger dauert, vorher schon fertig haben.


Das ist meine Soßenbasis für dunkle Soßen. Die lagere ich ebenfalls im Kühlschrank und habe sie parat, wenn ich für ein Gericht Soße machen möchte, das eigentlich keine Soßenbasis hat. 


Tomatenmark mit ein wenig Öl anrösten


Metaxa ist ein griechischer Brandy, der recht mild ist und sowas ähnliches habe ich noch aus Rumänien. Den rumänischen Brandy nehme ich, um das Tomatenmark abzulöschen. Keine Ahnung warum. aber ich zeige den gerade nur und kippe ihn noch nicht in den Topf. Mir ist nämlich gerade eingefallen, dass ich erst noch was für die Bindung der Soße tun muss...


Die Soßenbasis für braune Soße in den Topf geben.


Nur kurz zusammen anschwitzen


Jetzt den Brandy dazu kippen


Das ist ein kleines Glas Brühe mit 0,4 Litern


Danach ist die Soße erstmal wieder dünnflüssig. Auf kleinster Flamme auf der kleinsten Platte einkochen lassen, bis Euch die Konsistenz gefällt


Hier ist die dann wieder sämig und servierfertig. Nun noch abschmecken, was Euch fehlt. In der Regel können es nur Salz und / oder Pfeffer sein.


Für eine Handvoll Kohlehydrate kann man parallel noch ein wenig Reis kochen


So, Soße und Beilagen auf dem Herd. Schnell Salat machen



Möhren raspeln, Weißkraut schneiden


Salz, Pfeffer, Zucker, Saft einer Limette, einen Schuss Pflanzenöl, Schnittlauch


Für den Salat noch ein paar Scheiben Salatgurke schneiden und Tomaten würfeln


Rucola waschen und zupfen. Den Salat mariniere ich erst auf dem Teller


Wenn Ihr große Teller habt, kann man das Hähnchengyros mit dem Salat auf einem Teller servieren, ansonsten einen separaten Salatteller nehmen.


Den Krautsalat habt Ihr ja schon mariniert, die anderen Komponenten schnell mit Salz und Pfeffer aus der Mühle, ein paar Spritzer Limette und Öl darüber geben.


Jetzt ist alles am Laufen, dann wird es Zeit für das Fleisch


Das Fleisch in Öl in der Pfanne auf höchster Stufe drei Minuten pro Seite braten. Wenn das Fleisch fingerdick ist, dann reichen die sechs Minuten, damit das Fleisch sehr saftig und trotzdem durch ist. Zur Sicherheit mache ich den Ofen auf kleinster Flamme an und lege das Fleisch nach dem Braten noch einmal kurz in den Ofen, damit es noch zieht, aber nicht gart


So sieht das Fleisch aus, wenn es fertig gebraten ist.


Nun noch den Reis auf den Teller geben


Fleisch dazu drapieren


Das könnte man so schon gut essen. Vielleicht noch ein paar Spritzer Zitrone über das Fleisch geben


Die Metaxasoße macht es höchstwahrscheinlich zu einem total fiesen Touristenessen, das in Griechenland noch nie jemand gesehen hat. Erstens brauchte ich noch einen weiteren Verwendungszweck für meine Soßenbasis und zweitens habe ich noch nie Metaxasoße für meinen Blog gekocht und drittens wollte ich mir das "da fehlt die Soßegerede" meiner Frau ersparen. Ich hätte auch vorher einen versiegelten Briefumschlag in den Tresor lesen können, in dem steht "ich mag eigentlich kein Gyros". 


Hier gibt es aber nichts zu meckern. Frischer knackiger Salat, leckere Soße, total zartes und saftiges Fleisch mit einer tollen Würzung. So ist Gyros auf keinen Fall dieses darf es ein bisschen mehr sein Asiessen, sondern hat richtig Klasse. Man kann alles gut vorbereiten und vieles auch schon fertig im Kühlschrank haben, wie Hefeteig, Soßenbasis, Gyros einlegen.


Das holt zu jeder Jahreszeit den Sommer und Urlaubsgefühle auf den Tisch, das kann ich nur jedem empfehlen. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Montag, 27. Februar 2017

Schweinebauch in Papier gegart

Das ist ganz groß, weil es so einfach ist. Ich bin auf Zuruf darauf gekommen, weil ich gebeten wurde, mich mit einem griechischen Gericht zu beschäftigen, bei dem ich schon an der Stelle gescheitert bin, weil es mit Lamm gemacht wird. Interessant fand ich aber die Art der Zubereitung in Pergamentpapier. Deswegen habe ich spontan beschlossen, die drei Kilo Schweinebauch, die ich am Samstag in einem russischen Supermarkt gekauft habe, in Papier im Ofen zu bereiten. Das ist irre praktisch, denn da tackert man sein Fleisch im Papier fest und packt es bei wenig Temperatur in den Ofen und danach kann man sich drei Stunden lang vorstellen, wie es wohl wird, ohne dass man daran irgendwas machen müsste. Genau meine Welt!


Zutaten für 4 Personen:

3 Kilo Schweinebauch
Salz
Pfeffer
Zucker
Paprikapulver
Backpapier
500 bis 750 Milliliter Brühe (anklicken)
Zuckerrübensirup
Bürotacker
Braune Grundsoße (anklicken)

Am Schweinebauch ist jede Menge Fett. Das werden die meisten Leute nicht essen wollen. Trotzdem ist es gut, dass das Fett da ist, weil es das Fleisch beim Garen unheimlich saftig macht. Beim Essen kann man den Großteil entfernen, aber es ist echt irre wie saftig das Fleisch zwischen dem Fett wird und wie gut es schmeckt.


Fleisch von beiden Seiten gleichmäßig salzen und leicht zuckern


Pfeffern


Mit Paprikapulver bestreuen. Es ist egal, ob man süßes Paprikapulver verwendet, oder scharfes.


Den Ofen beim Gasherd auf Stufe eins einstellen, Elektro 110 Grad


Backpapier auf einem Backblech auslegen


Fleisch auf das Backpapier legen


Paket mit Backpapier verschließen und die Enden so umschlagen, dass kein austretender Bratensaft aus dem Paket auslaufen kann. Ich habe das Backpaper nach oben umgeschlagen und so festgetackert, dass keine Flüssigkeit nach unten weg kann. 


Nun kommt das Fleisch in den Ofen und Ihr stellt Euch die Uhr auf drei Stunden ein. 



Weil ich gute Laune hatte, gab es dafür auch gleich eine Ankündigung bei Facebook, weil ich mir meiner Sache sicher war. 


Nach drei Stunden neigt sich die Garzeit langsam dem Ende zu, also noch schnell eine Soße zum Fleisch machen.


Topf in die Spüle stellen, damit der tiefer steht, als die Papiertüte mit dem Fleisch.


An der Ecke anschneiden


Nur die Ecke anschneiden, damit die Flüssigkeit heraus läuft und das Fleisch hinterher noch im Ofen bleiben kann, während die Soße einkocht. Ich bin echt baff erstaunt, dass kein einziger Tropfen aus dem Paket gelaufen ist, während der Garzeit


Weil das hauptsächlich Fett ist, bin ich froh, wenn ich das Backblech hinterher nicht so schrubben muss. Das sieht noch aus, wie ne Jungfrau.


Bratensaft im Topf.


Papier wieder hochfalten, damit nichts austritt und Fleisch zurück in den Ofen.


Topf auf den Herd stellen und Vollgas geben.


0,5 bis 0,75 Liter Gemüsebrühe in den Topf geben. Die habe ich gestern Abend gerade frisch im 20 Liter Topf für meine Vorräte gekocht.


Drei Esslöffel meiner braunen Grundsoße zum Binden dazu geben. Beim Reduzieren wird das noch deutlich dunkler.


Einen Esslöffel Zuckerrübensirup in die Soße geben, weil mir geschmacklich noch ein wenig Tiefe fehlt. Danach ist der Geschmack perfekt und ich muss nicht nachwürzen, weil der Saft aus dem Papier schon gut Dampf hat und die Gemüsebrühe auch.


Für die acht Kinder am Tisch, habe ich aus einem Kilo Mehl Spätzle gemacht. Das kann man auch als Beilage zum Schweinebauch nehmen, ich wäre aber eher bei Kartoffeln


Jetzt öffne ich das Papier. Vorher habe ich noch gar nicht gesehen, wie das Fleisch aussieht. Dass das bei der Temperatur keine großen Röstaromen bildet, ist mir klar. Da geht es ganz alleine um das zarte Fleisch und den guten Geschmack.


Die Knochen sind so hervorgetreten, dass man sie ganz einfach herausdrehen kann


Das Fleisch ist irrwitzig zart


Das könnte man jetzt so stumpf pur essen, oder auf den Teller legen und mit Soße bedecken. Ich habe es noch ein wenig schöner gemacht und das Fleisch vielleicht für zwei Minuten bei mittlerer Temperatur mit Soße in die Pfanne gegeben, damit sich das Fleisch ein bisschen mit der Soße verbinden kann.


Und hier ist das Fleisch dann auf dem Teller. Was für ein Fleisch! Das ist ja wirklich eine der günstigsten Fleischsorten, wenn man Schweinebauch verwendet und da erwartet man einfach nicht, dass irgendwas so zart und lecker ist. Ich weiß das schon einen Tag länger und trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, daß sowas geht.


Überlegt mal, eine Handvoll Gewürze, Backpapier und dann drei Stunden in den Ofen werfen, ohne irgendwas beaufsichtigen zu müssen. Kein Umdrehen, kein begießen und nur den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.


Die Soße ist ja auch einfach gemacht, mit dem was da ist. Soßenbasis selbst gemacht, Brühe selbst gemacht, Bratensaft vom Fleisch. Kochen ist total schwer und anstrengend. Finde den Fehler!


Hier noch ein bisschen Besitzerstolz live ;-)



Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.