Montag, 11. Dezember 2017

Hühnerschnitzel mit BBQsoße

Hallo I bims, deinem Schnitzel vong der nicen Panierung her!  Ich weiß gar nicht wie alt meine LeserInnenschaft so ist, aber wenn ich sehe mit wem ich mich im regelmäßigen Austausch befinde, dann würde ich sagen von MittdreißigerIn bis über achtzig ist alles dabei. Ich erwarte auch nicht, dass hier plötzlich mehr Jungspunde mitlesen, nur weil ich oben mal das Jugendwort des Jahres 2017 in die Manege werfe. Das Internet vergisst nie, die finden mich auch noch in zwanzig Jahren, wenn sie mal wissen wollen, wie kochen schon immer ging. Hier kommen leckere Schnitzel in einer Stunde, von Montag bis Sonntag.


Zutaten für vier Personen:

1 Kilo Hähnchenbrust
1 tiefer Teller Mehl
4 Eier
1 Schuss Milch
Paniermehl selbst gerieben
Salz
Pfeffer
0,5 Liter Pflanzenöl
Butter
Zitrone oder Limette

Beilage:

1 Kilo Drillinge
Petersilie
Meersalz

Soße:

Barbecuesoße (anklicken)

Dieses Gericht hatten wir letzten Sonntag, nachdem wir aus Bremen wieder zurück nach Berlin gefahren sind. Die Kinder wären auch gerne wieder bei dem "Pommeszeichen" (das gelbe M) abgebogen, aber wir waren dort schon auf dem Hinweg und ich konnte das mit dem Versprechen verhindern, dass ich zuhause Schnitzel mache. 


Hähnchenbrust mit einem Schmetterlingsschnitt in der Fläche verdoppeln


Die halbierten Schnitzel in der Dicke erneut halbieren. Das ist Psychologie, weil es keinen Sinn macht, Kindern solche riesigen Trümmer auf den Teller zu legen. Lieber ein paar kleinere Schnitzel ausbacken und dann kann sich jeder eines und noch eines nehmen und es bleibt nicht die Hälfte auf dem Teller liegen. Zweiter Vorteil, die Schnitzel sind dann schon durch, wenn sie aus der Pfanne kommen und man könnte sie sofort servieren, ohne die Gefahr, dass sie innen noch halb roh sind. 


Zum Panieren nehme ich das drei Teller System. Einen tiefen Teller Mehl, einen Teller mit verquirltem Ei, einem Schuss Milch, Salz, Pfeffer und einem tiefen Teller Paniermehl, mit einer Paniermehlreserve, weil man davon mehr braucht, als in einem Rutsch in den tiefen Teller passt. Das Paniermehl habe ich selbst aus alten Baguettes und Brötchen gerieben. Ich wollte das auch nie glauben, aber es schmeckt viel besser und wird viel knuspriger als mit gekauftem Paniermehl 


Fleisch von beiden Seiten ins Mehl drücken


Danach hält die Eimischung viel besser am Fleisch


Dementsprechend haftet so das Paniermehl im nächsten Arbeitsgang auch besser am Schnitzel. Deswegen darauf achten, dass das Ei überall am Schnitzel haftet.


Wenn die Oberfläche sichtbar nicht komplett mit Paniermehl bedeckt ist, einfach noch mal zurück ins Ei und dann wieder zurück ins Paniermehl 


Das Panieren geht gut von der Hand


Das ist eine Frage des Zeitmanagements, aber ich lasse mich nicht gerne hetzen. Deswegen paniere ich das Fleisch fertig und danach setze ich die Kartoffeln auf und lasse sie in 20 Minuten gar kochen. Wenn die gar sind halten sie sich abgegossen im Topf warm und vor dem Servieren, werfe ich sie heute auch noch mal ins Fett, aber dazu kommen wir noch. 


Die Barbecuesoße muss 20 Minuten einkochen, deswegen mache ich die jetzt parallel auf einer kleineren Herdplatte. Die kann man aber auch schon fertig im Kühlschrank stehen haben, oder eben so wie ich, jetzt live machen


Ein Kilo Fleisch sind zwei bis drei Pfannenladungen zum Ausbacken. Nicht mehr als 500 Gramm Masse, dazu zählt in diesem Fall noch die Panierung, deswegen landet Ihr eher bei drei Ladungen á 6 Minuten, sprich am Ende auch um die 20 Minuten für das Ausbacken der Schnitzel


0,5 Liter Pflanzenöl in einer Pfanne erhitzen


Ich nehme für den guten Geschmack noch ein Stück Butter. 


Den Backofen auf 80 Grad einstellen. Da kommen dann die fertigen Schnitzel zum Zwischenlagern rein, aber die sind nach jeweils drei Minuten pro Seite schon gar und saftig und sollen nicht mehr weiter garen, sondern nur warm bleiben, ohne sich negativ zu verändern. 


Schnitzel in die Pfanne legen und von oben mit einem Esslöffel mit dem Öl begießen, dann wir die Panierung noch besser. Ich lasse den Herd erst Vollgas laufen und schaue ob die Schnitzel 3 Minuten auf einer Seite liegen können, ohne zu dunkel zu werden. Wenn das dann schon zu dunkel zu werden droht, drehe ich den Herd irgendwo zwischen dreiviertel und halb runter. 


Danach die Schnitzel auf das Backblech legen und im warmen Ofen lagern.


Die gekochten Drillinge noch einmal mit Vollgas in das Bratfett der Schnitzel werfen. 


Leichte Anflüge von Röstaromen sind erwünscht und dass sich die Schale der Kartoffeln leicht wellt. 


Mit Meersalz bestreuen.


Petersilie darüber streuen


Schnitzel kommen dann aus dem Ofen und alle können sich nach Herzenslust bedienen. Ich zeige Euch trotzdem einen fertigen Teller


Schnitzel, Kartoffel und eine Scheibe Limette





Meine Frau mag es am liebsten, wenn noch Soße dabei ist. Aus Rücksicht auf alle Österreicher und Menschen mit Geschmack, habe ich die Soße aber in sicherer Entfernung vom Fleisch auf den Teller gegeben und vor allem kippe ich die nicht über das Fleisch. Sonst müsste ich mir ja keine Mühe mit dem Panieren geben, wenn ich das vor dem Essen schon wieder zerstören würde. 


Ich verstehe beide Seiten, die einen die sagen sie mögen dazu gerne Soße und auch die Fraktion die sagt, wenn man paniert, darf die Soße nicht auf das Fleisch gegeben werden. Macht Euch mal den Spaß und schaut Euch im Netz Schnitzel an. Die werden eigentlich immer mehr mit Soße übergossen, je schlechter sie gebraten sind. Die Soßenmenge auf dem Teller sagt Euch auch schon, ob sie selbst gemacht ist, oder aus der Packung kommt. Wer sich die Mühe selbst macht eine Soße zu kochen, verschwendet die Soße nicht so und weiß auch, dass sie so intensiv schmeckt, dass man nicht so viel braucht. Die Tütenfraktion haut richtig raus, kostet ja nix extra und wenn die Plörre alle ist, wird die nächste Packung aufgerissen.


Ich fasse dann mal eben zusammen, knusprige Panierung, zartes Fleisch, leckere Soße in sicherer Entfernung, leckere Kartoffel und in einer Stunde am Tisch. Läuft bei mir.  


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Kommentare:

  1. Mega!!
    (passe mich da mal dem Sprachgebrauch an... ;-) Komme mir im Büro bei den Azubis in Sachen Sprache echt manchmal uuuuuuuralt vor. Nunja. Könnten meine Kinderchen sein.)

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    1. keine ahnung. sagt man mega? das ist doch voll neunziger, oder?

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    2. Vielleicht ist das schon wieder voll Retro?!
      Jedenfalls hört man das hier seeehr oft aus dem Munde unserer Azubis. Aber vielleicht hinken wir hier aufm Lande voll hinterher?! ;-)

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    3. ich dachte du bist lehrerin?

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    4. Öhm, nee. Ich bin in der Verbrecherbranche. Also, ähm, Versicherungen. :-D
      Aber ich bin hier tagtäglich auch sowas wie ne Pädagogin. Kunden und Azubis. ;-)

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    5. haha, sieht man dir gar nicht an

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