Samstag, 12. August 2017

Brombeermarmelade die man Konfitüre nennen muss

Was macht man, wenn man keine Brombeeren in der nähernen Umgebung zum Ernten hat und die Pflückerei der kleinen pieksigen Biester generell für ein mühsames Geschäft hält? Genau Samstag am späten Nachmittag beim Gemüsehändler des Vertrauens einfallen und sagen, "Ey Olum, was muss weg?" Ein gerolltes "Was brrrrrauchst Du" später, stehe ich mit zwei großen Einkaufskisten und lediglich um siebenunddreißig Euro ärmer vor der Tür. Ich habe 3 Kilo Brombeeren (3 euro), 1 Kilo Himbeeren (1 Euro) 5 Kilo Mango (3 Euro), 6 Kilo Aprikosen (6 Euro), 5 Eisbergsalate, 4 Spitzkohl, 5 Ananas (5 Euro), 3 Kilo Weintrauben (3  Euro) und noch ein bisschen Tingeltangel und es ist klar, dass jetzt der Marmeladenmarathon startet.



Zutaten:

3 Kilo Brombeeren
1,5 Kilo Gelierzucker bio aus Rohrzucker
2 Limetten

Die Brombeeren sind für den Preis natürlich keine strahlend schönen Dekoobjekte für Frühstücksteller mit veganem Müsli auf Sojajoghurt, für Hochglanzfotos, aber ich will daraus auch Marmelade für die Familie machen. Mein Gemüsehöker ist froh, dass er noch nen Doofen gefunden hat, damit er das Obst am Ende des Tages nicht entsorgen muss, weil die Ware Montag mausetot wäre und freue mich, über den Preis und dass ich dafür nicht einen ganzen Nachmittag auf Knien durch Hellersdorf und Kaulsdorf pirschen und mich pieksen und stechen lassen muss. 


Ich habe jede Schale einzeln durchsortiert. Außer Druckstellen war da nichts, ich habe vielleicht drei Brombeeren wegen Schimmel aussortiert. Ich mache eine ganz gerade Brombeermarmelade, ohne großen Firlefanz, weil ich einfach nur den Eigengeschmack der Brombeeren im Glas haben möchte. Keine Mischung mit anderem Obst, keine extra Gewürze, oder Alkohol. Ich muss schließlich meiner Kinderhorde zeigen, wie die Frucht wirklich schmeckt, wenn keiner den Geschmack bastelt, sondern wie er aus dem eigentlichen Obst kommt. 


Meine Freunde von diePfanne.com nehmen es mit der Wahrheit auch nicht so genau. Bieten die ihren 24 cm Topf doch glatt als Fleischtopf an. Dabei kann man damit auch Marmelade kochen. Das muss man doch mal sagen dürfen.


Hier kommt meine neueste Errungenschaft. Bio Gelierzucker aus Rohrzucker ohne Palmöl. Kostet locker mehr als den dreifachen Preis vom Südzucker Dreck mit Palmöl, aber das ist mir der Spaß wert. Das ist Gelierzucker 2 zu 1, also 1 Kilo Obst auf 500 Gramm Gelierzucker. 


Falls ich noch mehr Marmelade einkoche, muss ich mir höchstwahrscheinlich schon mal mein Erbe auszahlen lassen, bei den Zuckerpreisen. Den Gelierzucker unter das Obst rühren (1,5 Kilo Zucker auf 3 Kilo Brombeeren) und die Früchte Flüssigkeit abgeben lassen. 


Den Saft von zwei Limetten für eine gesunde Säure auspressen und dazu geben.



Dann langsam erhitzen


Die Marmelade muss 5 Minuten sprudelnd kochen, damit sie ordentlich geliert. 


Ich habe die Marmelade mit dem Esge Zauberstab grob püriert, also noch ein paar Früchte ganz gelassen, damit man sieht, was man auf dem Brot, oder im Joghurt hat. Wir sind nämlich dazu übergegangen, keinen Fruchtjoghurt mehr für die Kinder zu kaufen, sondern nur noch Naturjoghurt zu nehmen und dann Marmelade, als Frucht in den Joghurt einzurühren. Kommt voll gut an bei der Brut und man weiß, dass man wirklich Frucht und nicht nur Farb- und Geschmacksstoffe im Essen hat.


Wenn die Marmelade sprudelnd kocht, mit einem Löffel eine Gelierprobe nehmen. Wenn die Marmelade auf dem Löffel fest wird, dann wird sie auch im Glas fest.


Die Marmeladengläser sollen steril sein, also vor dem Befüllen in kochendem Wasser auskochen. 


Jetzt geht es ans Befüllen der Marmelade


Mit einem Litermaß die Marmelade aus dem Topf holen und dann in die Marmeladengläser umfüllen. 


Ich habe das sonst immer mit einer Suppenkelle gemacht, aber das geht so schneller


Glas mit dem Handtuch festhalten und Deckel festschrauben. Die echten Freaks halten es für verboten die Gläser auf den Kopf zu stellen, damit sie ein Vakuum ziehen. Ich mache das trotzdem, wenn ich Lust habe und lasse es bleiben, wenn mir nicht der Sinn danach steht. Am Ende knackt der Deckel und das Glas ist dicht und hält mindestens ein Jahr. 


Meine Familie war da gerade im Urlaub, aber Montag als erste Amtshandlung haben die Kinder erstmal ein ganzes Glas platt gemacht. Damit werde ich wohl nicht lange auskommen, aber das steigert dann schon die Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn es wieder neue Brombeermarmelade gibt. Ja ich weiß, darf man eigentlich nur Konfitüre nennen, weil es keine Zitrusmarmelade ist. I fuckin' don't care! Wichtig ist, dass sie so schmeckt wie sie schmeckt. So richtig nach Brombeeren und nicht so eine gefilterte Smoothiemarmelade bei der alles raus ist, was Charakter gibt. So muss das...


Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Kommentare:

  1. Moin, kleiner Tipp, warum nimmst du nicht Rohrzucker und Pektin, ist bedeutend günstiger und garantiert ohne Palmöl 😂😂😂
    Ich hab auch noch Brombeeren im Garten, die Marmelade steht als nächstes an. Allerdings rühre ich sie noch durch ein Sieb wegen der Kerne, die mag mein lieber Göttergatte nicht in den Konfitüren 😅

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    1. danke für die anmerkung. das ist bei mir noch nie thema gewesen, dass jemand die kerne nicht mag. würde ich vielleicht bei einer dessertsoße raussieben, aber bei 3 kilo frucht, bin ich noch gar nicht auf die idee gekommen. ich mag es am liebsten möglichst natürlich

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    2. bei den pektinpreisen habe ich mich letztens auch ganz schön auf den arsch gesetzt. 1 kilo 50 euro. was nimmt man davon auf ein kilo frucht?

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  2. Ich liebe Brombeermarmelade auch sehr, aber ich hasse die Kerne darin auch. Ich koch die gewaschenen Brombeeren einmal auf, streiche sie dann durch ein Sieb und gebe erst dann den Gelierzucker dazu... Die Brombeermarmelade ist auch eine super Füllung für Linzer Torte...

    LG

    Sylvia

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    1. ich hätte echt nicht gedacht, dass alle auf die kerne anspringen. mir sind die total egal und einfach nur ein nachweis, woraus es gemacht ist.

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