Mittwoch, 5. Juli 2017

Rindernacken mit Salzzitronen geschmort

Braten sind ja tendenziell eher Wintergemüse, äh Wintergerichte. Das kann man deutlich sommerlicher darstellen, wenn man auf ein paar sommerliche Zutaten zurück greift und das auch noch dadurch unterstreicht, in dem man es Fleisch kalt anrichtet. Dann passt das gut zu knackigen Salaten, oder auch auf ein Buffet, oder für ein Picknick.



Zutaten für 4 Personen:

1,3 Kilo Rindernacken 
Salz
Pfeffer
3/4 Salzzitrone
100 Milliliter Flüssigkeit vom Einlegen der Salzzitronen
Schmalz


Das ist ein 1,3 Kilo Stück Rindernacken. Man kann natürlich auch mehr nehmen, weniger wäre schon eher schade, weil es so gut schmeckt und es verbrät ja auch noch einiges vom Rohgewicht. 


Zum Anbraten nehme ich gerne meinen Wok von diePfanne.com. Ein wenig Schmalz zum Anbraten in dein Wok geben, weil das beim Anbraten die beste Farbe produziert. Butter ist schon nicht schlecht, aber mit Schmal bekommt man das schönste braun hin. 


Größte Herdplatte auf volle Pulle stellen und im guten drei Minuten Takt das Fleisch im Wok wenden.


 Ein Deckel auf dem Wok schützt vor Fettspritzern 


Ich fische mir schon mal drei Stücke Salzzitrone aus meinem Glas und nehme 100 Milliliter der Lake dazu. Da sitzt total viel Geschmack drin, der dem Stück Fleisch auf jeden Fall weiter hilft. 


Das ist mal eine Farbe, oder? Gelingt nur mit Schmalz!


Nach dem Anbraten Salzitronen und die Flüssigkeit in den Wok geben, auf die kleinste Platte umziehen und auf kleinste Temperatur reduzieren. 


Alle halbe Stunde das Fleisch mal umdrehen, oder auch nicht und wenn man es gut machen möchte, immer mal mit dem Löffel von der Flüssigkeit im Wok über das Fleisch löffeln. Ich bin in der Zwischenzeit eine Stunde Joggen gegangen, dann wieder Fleisch umdrehen, duschen, rasieren, wieder umdrehen. Man kann stattdessen auch Fernsehen, ein Rezept am Rechner schreiben, oder wonach einem sonst noch der Sinn steht. Total anstrengend, ich weiß...


Immer schön den Deckel auf dem Wok lassen. 


Bei der Fleischgröße reichen zwei Stunden auf dem Herd. 


Ich habe das Fleisch dann einfach im kalten Ofen übernachten lassen, weil wir gerade mitten in der Regenzeit waren und die Temperaturen am Boden. Man könnte sonst auch das Fleisch in Alufolie einschlagen und im Kühlschrank eine Nacht durchkühlen lassen. 


Am nächsten Tag das Fleisch in relativ dünne Scheiben aufschneiden. 


Dafür nehme ich mein Kochmesser von diePfanne.com. Das ist wirklich ein tolles Werkzeug für 89 Euro, das lediglich das Problem hat, dass es Normalnutzer als zu teuer empfinden und Messerfreaks als zu billig erachten, als dass es etwas taugen könnte. Für die Normalnutzer kann ich nur sagen, dass ich auch immer nur so stumpfe Schwerter hatte und hiermit kann man richtige Braten tranchieren, ohne dass das Fleisch ausfasert und auf dem Teller wie nach einem Verkehrsunfall aussieht. Den Fortschritt, dass das Essen hinterher jeden Tag besser aussieht als vorher, kann man auch mal bezahlen, weil man das nur ein Mal macht und hinterher jahrelang davon profiert. Ich sehe das auf meinen Fotos, in der vorher - nachher Perspektive. 


Das Fleisch auf einer Platte anrichten. Ruhig auch die Salzzitronen zeigen, die für den guten Geschmack zuständig sind


Wenn das Fleisch ordentlich liegt, mit einem Esslöffel von der Bratenflüssigkeit aus dem Wok über das Fleisch löffeln. Probiert die mal. Schmeckt echt absolut irre und Ihr braucht kein Gramm andere Gewürze. 


Das Fleisch hat eine tolle Maserung und ist zart wie Butter. Die Säure der Salzzitrone ist sehr außergewöhnlich und die Lake der Salzzitronen, gibt mit dem Salzgehalt auch richtig Geschmack.


Der Rest ist echt Legende. Ich wollte das so richtig nett auf Salat anrichten und dann hatten wir bei dem schlimmen Regenwetter in Berlin plötzlich Stromausfall.


Da stand ich dann mit meinem Talent im Halbdunkel und konnte mit dem Handy meine Bilder ausleuchten, was natürlich gar nicht geht, um es hinterher im Blog zeigen zu können...


Und weil ich keinen Strom hatte, meine erste Mayonnaise mit der Hand rühren. 


Salat mit Eiern und Mayonnaise


Die überraschende Erkenntnis ist, dass man bei Dunkelheit total schlecht würzen kann. Fragt mich nicht warum. Ich denke mal, es liegt daran, dass man den Geschmack gut einschätzen kann, wenn man sieht was an Gewürzen dran ist. Würzt man im Dunkeln schmeckt es mir überhaupt nicht. Ich habe noch nie bei so einem Dinner im Dunkeln mitgemacht, würde ich nach der Erfahrung auch niemals machen. Meine Sinne wollen irgendwie anders angesprochen werden und ich möchte mein Essen sehen. 


Bei Licht gesehen und geschmeckt ein Traum. Ich wünsche guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen. 


Kommentare:

  1. Ich könnte mich ständig in deine Texte verlieben!! Die Salzzitronen werden hier im 1, 5 Monatsrhythmus angesetzt, damit sie nie ausgehen. Und dieses Rezept wird leider wieder dazu führen, dass sie doch wieder zu schnell alle sind.
    Weiter so, dein Blog ist sehr nett!

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    1. vielen dank. das ist doch ein schöner grund, um hier regelmäßig zu lesen. viel spaß dabei und einen schönen gruß
      jörg

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