Donnerstag, 20. Juli 2017

Königsberger Klopse

Weiter geht es beim Wunschessen auf meinem Blog. Ich habe meine LeserInnen gefragt, was bei mir noch an Gerichten fehlt und dann kam auch die Anregung doch endlich mal Königsberger Klopse zu kochen. Das habe ich natürlich gerne umgesetzt, weil ich das vorher auch schon ewig und drei Tage nicht gegessen habe und mir mal eine neue Meinung bilden musste. 



Zutaten:

1 Kilo Hackfleisch nach Wunsch
1 Zwiebel
3 Scheiben Toastbrot
2 Eier
Salz
Pfeffer
Zucker
Essig
3 Lorbeerblätter
5 Wacholderbeeren
3 Piment
2 Esslöffel Mehl
2 Esslöffel Butter
1 bio Zitrone
Schnittlauch oder Petersilie
Kapern
200 Milliliter Sahne

Beilage:

1 Kilo Kartoffeln

Ich kann mich an ein einziges Mal erinnern, dass ich als Kind Königsberger Klopse gegessen habe, aber da bin ich noch nicht zur Schule gegangen. Das ist kein Gericht, das es bei uns zuhause öfter gegeben hat. Höchstwahrscheinlich hat es mir als Kind auch nicht geschmeckt. Das war mir bei der Zutatenliste und der eher sauren Ausrichtung schon klar, als ich mich jetzt eingelesen habe. Es handelt sich um ein Festgericht aus Ostpreußen und das verwundert schon ein bisschen, weil das jetzt meistens eher als Kantinenessen, oder in ziemlich lausigen Lokalitäten serviert wird. Natürlich gibt es davon auch so eine elende Fixtütenversion bei den üblichen Verdächtigen zu kaufen und genau die Kandidaten, die sowas kaufen, zeigen es dann auch online auf Fotos mit überlaufenden Schmiertellern. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich das auswärts niemals essen würde, weil ich nie sicher sein könnte, dass da nicht Sardellen, oder Hering drin sein könnte. Puäh!


Drei Scheiben Tost zerkleinern


Toast in warmem Wasser aufgehen lassen



1 Zwiebel häuten und zerkleinern.


Die Zwiebel wird angebraten, bevor sie mit dem Hackfleisch verknetet wird, um sie bekömmlicher zu machen. 


Zwiebel im Fett glasig anschwitzen. 


Angesichts der Tatsache, dass es später eher sauer zugeht, habe ich noch eine Prise Zucker zu der Zwiebeln gegeben. Nicht täuschen lassen, das ist nur eine 18 cm Pfanne, deswegen sieht es nach mehr aus, als es faktisch ist. 


Wenn die Zwiebel glasig wird, kommt sie zum Hackfleisch.


Traditionell werden Königsberger Klopse mit Kalbsfleisch, oder auch mit Halb und Halb, also Rinder und Schweinehack gemacht. Kalb ist natürlich kostbarer, aber ich glaube, das wird als seltenster Fall auf deutschen Tellern vorkommen. Um die Kochtechnik zu erlernen, kann man auch reines Schwein nehmen, wenn einem nicht die Religion, oder irgendein Ernährungswahn dabei im Wege steht. 



Das aufgeweichte Toastbrot kurz auspressen und zum Hackfleisch geben.


Bei einer bio Zitrone die Schale abreiben und den Abrieb ebenfalls zum Hack geben.



Das gibt einen feinen zitronigen Geschmack


2 Eier aufschlagen, mit Salz und beherzt Pfeffer würzen


Hackfleisch verkneten. Wer es jetzt ganz gut machen möchte, kann die Masse noch einmal durch eine ganz feine Scheibe beim Fleischwolf jagen, damit die Masse fast so fein wird wie Wurstbrät. Ich habe habe leider keine ganz feine Scheibe, deswegen habe ich es gelassen. 


Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Ordentlich salzen.


Essig zum Kochwasser geben. 


Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Piment


Hackbälle formen. Wie groß Ihr die mögt, ist Geschmackssache.


Wenn das Wasser kocht, den Herd auf die kleinste Stufe reduzieren. Die Klopse sollen nur gar ziehen und nicht siedend gekocht werden. Dann neigen sie zum Zerbröseln.


Als Beilage Kartoffeln schälen und in 20 Minuten in Salzwasser gar kochen. 


Hier sind die Königsberger Klopse im Wasser und ziehen in 10 Minuten gar.


Die Soße wird auf Basis einer Mehlschwitze gemacht. 


2 Esslöffel Butter schmelzen.


2 Esslöffel Mehl dazu geben, nur kurz einbrennen lassen, es soll ja eine helle Soße werden. 


500 Milliliter der Kochflüssigkeit der Klopse abnehmen und von Feststoffen filtern. 


Hinten im Topf ziehen noch die Klopse, vorne wird schon die Soße gezaubert. 


Hier brennt das Mehl mit der Butter ein.


Die Mehlschwitze nach und nach mit dem Kochwasser auflösen und dann auf der kleinsten Herdstufe einkochen lassen. Da kommen später noch die Klopse dazu, aber das zeige ich Euch noch. 


Kapern nach Geschmack in die Soße geben. Das ist höchstwahrscheinlich die Zutat, bei der die meisten Leute rumbocken, aber die Kapern sind eben eines der hervorstechenden Merkmale von Königsberger Klopsen und die gehören da einfach hinein, egal ob man die am Ende isst, oder nur als Geschmacksträger benutzt.


Ich habe jetzt noch mal einen Topfwechsel vollzogen und einen kleineren genommen, als den in dem ich die Klopse im heißen Wasser ziehen lassen habe und größer als den kleinen Soßentopf. Das hätte ich mir natürlich auch eher überlegen können, aber ich scheue keinen Abwasch und nehme für eines eben gerne einen großen Topf und für die Soße einen kleinen Topf, um es dann in einem mittelgroßen Topf zusammen zu führen. . 


Soße und Klopse auf die kleinste Platte mit der niedrigsten Temperatur stellen, Deckel auf den Topf legen, 


Salzkartoffeln kochen


200 Milliliter Sahne an die Soße geben


Deckel drauf und im Topf einkochen lassen. 


In der Zwischenzeit schnell einen Salat mit roten Beten machen. Der verbindet in dieser Form die Verwendung von roten Beten, aber eben nicht die Konservenform, sondern als frische Komponente. 


Kartoffeln abkippen, wenn sie gar sind. 


Die Königsberger Klopse sind auch fertig zum Servieren. 


Königsberger Klopse mit Salzkartoffeln auf einem flachen Teller anrichten und für die Frisch noch ein bisschen Schnittlauch oder Petersilie anrichten. 



Handwerklich ist das lecker, weil das Fleisch zart ist und die Soße sahnig. Es passt auch gut zu den Salzkartoffeln und dem Salat. 


Mein Geschmack ist es überhaupt nicht, aber es ist aus ordentlichen Zutaten mit viel Liebe und Sorgfalt gekocht. 


Wer sowieso Königsberger Klopse mag, dem werden die schmecken und der wird auch den Unterschied zu ein paar schlumpig gemachten erkennen. 



Meine Frau so, Du kannst so schöne Gerichte, wieso kochst du sowas? Alles für die Leser, alles für den Blog ;-)


Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

Kommentare:

  1. Mein Opa war Königsberger. Der hätte koch Sardellen unter das Hackfleisch (am besten Kalb oder halb Kalb, halb Rind) gegeben, aber ich kenne dich ja. Ein Schuss vom Kapernsud an die Sauce schadet auch micht. Passt auch so. Gutes Rezept, gutes Essen.

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  2. Mein Opa war Königsberger. Der hätte koch Sardellen unter das Hackfleisch (am besten Kalb oder halb Kalb, halb Rind) gegeben, aber ich kenne dich ja. Ein Schuss vom Kapernsud an die Sauce schadet auch micht. Passt auch so. Gutes Rezept, gutes Essen.

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  3. Genau so koche ich die Klopse auch (von meiner Mutter inzwischen 91 Jh., aus Ostpreußen übernommen. Allerdings muss ich eine Einschränkung machen, nämlich, Wachholderbeeren kommen mir da nicht rein :-).

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    1. wo lorbeerblätter sind, sind wacholderbeeren meistens nicht weit weg.

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  4. ich nehme kein essig, sondern koche die kapern gleich mit im klopswasser.
    ansonsten mache ichs genau so. als kind mochte ich übrigens auch keine königsberger klopse, aber seitdem ich gerichte kochen kann, wie ich es mag, esse ich die echt gerne ;)
    lg von der ostsee
    marion

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    1. ich bin auch kein großer senfsoßenfreund. und so nen gekochten kram mag ich auch nicht so richtig. was soll ich dir sagen? einfach nicht meine abteilung

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  5. Lustig wie verschieden die Geschmäcker sind...seitdem ich das Gericht als Kind bei meiner Oma gegessen habe finde ich das saulecker und dein Rezept trifft es ziemlich gut...und der Rote Bete Salat schmeckt sehr gut :)

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    1. ja. der salat ist das beste am gericht ;-)

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