Montag, 5. Juni 2017

Schnelles Bamixbrot - besser als aus dem Backshop

Schnell ist relativ, aber da es sich um ein Rezept aus der Schweiz handelt, ist bei denen der Teig mit vier Stunden Reifezeit "schnell". Den Teig gibt es nämlich auch noch einmal in langsam und dann muss er 18 Stunden gehen, reifen, gelagert werden. Bamix ist in der Schweiz der Name des ESGE Zauberstabes, mit dem ich in meiner Küche alles erledige, wenn ich rühren. pürieren, aufschlagen möchte. Man kann dafür aber auch jedes andere Rührgerät verwenden und man bekommt ein tolles, unkompliziertes und vor allem leckeres Brot, das geschmacklich irgendwo zwischen Graubrot und Baguette, oder Ciabatta angesiedelt ist. 


Zutaten:

1000 Gramm Weizenmehl / wer anderes Mehl nehmen will, nimmt anderes Mehl
850 Milliliter Wasser bis max 40 Grad Temperatur
20 Gramm Hefe 1/2 Würfel Frischhefe
3 Teelöffel Salz
2 Esslöffel Essig
Butter zum Fetten der Backform

Brot zu backen steht bei mir immer unter einem eher schwierigen Stern, weil ich nur einen Gasofen habe, der nur über Unterhitze verfügt. Ich habe auch ein Problem damit, genau solche Zeiten wie 18 Stunden einzuhalten, weil ich dann sowieso gerade bei der Arbeit bin. Da kann ich mit vier Stunden viel besser umgehen. Da verlasse ich zwar den Pfad der Tugend, dass an Brot nur Mehl, Wasser, Salz und Hefe gehört, aber 2 Esslöffel Essig sind da in meinen Augen eine lässliche Sünde, dafür dass man Brot selbst backt und nicht kauft. 


1000 Gramm Mehl in eine Rührschüssel geben. Normal arbeitet man beim Zauberstab wegen der geringen Motorleistung immer von flüssig zu fest, also man würde mit dem Wasser anfangen und dann nach und nach das Mehl dazu geben. Da ich das aber schon mal gemacht habe und bei der Flüssigkeitsmenge kein fester Teig produziert wird, in dem man bei der schmalen 250 Watt Motorleistung hängen bleibt, kann man es auch so machen. 99,9 % meiner Leserschaft werden sowieso keinen Zauberstab haben und nehmen ein normales Handrührgerät bei dem das sowieso kein Thema ist, dass der Teig zu fest zum Rühren wird. 


850 Milliliter Wasser bis max 40 Grad Temperatur, weil es sonst die Hefe töten würde



20 Gramm Hefe


Hefe ins warme Wasser geben und auflösen



Gut verühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.



3 Teelöffel Salz


2 Esslöffel Essig. Damit schiebt man den Reifeprozeß des Teiges an und spart sich locker 14 Stunden Gehzeit. 


Essig in die Rührschüssel geben.


Teig rühren bis er klumpenfrei ist. 


Das macht mein ESGE Zaubestab locker mit dem Schlaghaken und jeder Handrührer macht das auch auf einem Bein.


So sieht der Teig aus, wenn das Mehl komplett mit der Flüssigkeit verbunden ist. Ich bin dann erst einmal einkaufen gegangen und eine Runde joggen und und und. Als ich wieder da war, ist der Teig schon so aufgegangen, dass er unter dem Holzbrett durchgelaufen ist, das ich zur Abdeckung drauf gelegt hatte. Der Teig arbeitet also so richtig


Zum Backen verwende ich den Bräter von diePfanne.com. Der ist ganz toll für solche Aufgaben, weil die Beschichtung so gut gleitet und Brot darin nicht hängen bleibt. Ich fette den Bräter aber trotzdem mit Butter ein, um auf Nummer sicher zu gehen.  Der Teig ruht jetzt mindestens vier Stunden, fünf Stunden ist auch nicht schlimm. 


Teig in den Bräter umfüllen, man kann auch eine Pfanne mit abnehmbaren Stiel verwenden, die auch einen Glasdeckel hat. Den Teig mindestens 30 Minuten im Bräter aufgehen lassen, jede Minute mehr ist besser für das Brot, also gerne auch 2 Stunden, aber 30 Minuten sollte man dem Teig schon an Ruhezeit nach dem Umfüllen geben. Ich stelle den Ofen auf 220 Grad, oder Stufe 6 beim Gasofen. Wichtig, das Brot wird insgesamt 60 Minuten gebacken, die ersten 30 Minuten davon ABGEDECKT!


Nach 30 Minuten wird dann der Deckel vom Bräter genommen und wenn Ihr Unter- und Oberhitze habt, ist alles toll, dann lasst ihr den Bräter jetzt noch eine halbe Stunde offen im Ofen und hinterher ist das Brot von oben farbig gut. 


Wenn Ihr einen Gasofen habt, dafür habe ich mir folgendes ausgedacht, noch eine viertel Stunde offen backen und dann das Brot aus der Form kippen und mit der Oberseite auf den Grillrost gedreht, die letzten 15 Minuten umgekehrt backen, dann wird auch die Oberseite schön braun und kross. Da backt das Brot die letzten 15 Minuten komplett ohne Form. Das gilt nur für drei Leute, die hier mitlesen und einen Gasofen haben. Alle Elektroofenbesitzer mit Ober- und Unterhitze müssen nichts tun. 


So kommt das Brot nach 60 Minuten aus dem Ofen. Ich schlage es dann in einem Leinentuch ein, nicht wieder in die Ofenform geben, dann fängt es an zu schwitzen. 


Ich bin sehr zufrieden, wie es aufgegangen ist und mit der Farbe bin ich super glücklich. Das habe ich alles schon schlechter aus meinem Ofen geholt. 


Hier ist das Brot im Leinentuch am nächsten Morgen nach dem Auskühlen.


Ganz tolles Brot. Außen schon anzufassen, eine schöne Krume und man sieht auch innen viele Luftblasen, wo die Hefe gearbeitet hat.


Zum späten Frühstück habe ich dazu Butter und Marmelade probiert, das passt sehr gut dazu.


Das Bamixbrot macht auch eine gute Figur zu pikanten Gerichten


Hier als Unterlage zu meinem russischen Eiersalat (Rezept kommt)


In der Pfanne geröstet, oder aus dem Toaster auch als Brotbasis zu einem Hähnchenburger


Das Brot ist wirklich toll. Ein bisschen Reifezeit, aber kein Geknete und keine Zirkusnummern. Trotzdem sehr vorzeigbar und richtig lecker. Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.



Kommentare:

  1. Super!! und danke für den Tipp mit dem Umdrehen, bin schon immer ganz traurig, dass meine Brötchen nur unten schön Braun werden ..habe seit kurzem einen Gasofen ohne Umluft und Pipapo... mit dem muß ich mich backtechnisch erst noch bissel anfreunden....

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    1. hallo jacky, ich "quäle" mich damit schon im achten jahr rum. gas hat viele Vorteile und ein paar Nachteile. insgesamt werden die Resultate beim garen sehr fein, aber beim backen muss man immer tricksen. wenn ich dir helfen kann, frage mich einfach.

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  2. Antworten
    1. bitte gerne. heute gibt es ein rezept für vollkornbrötchen

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