Mittwoch, 21. Juni 2017

Erdbeergrütze mit Tonkabohne

Hat noch jemand Hunger bei der Hitze? Hier kommt jedenfalls ein leckerer Nachtisch, oder ein Ersatzgericht bei den Temperaturen, bei dem nicht nur Kinderherzen höher schlagen, sondern auch Kindheitserinnerungen wach werden. 



Zutaten:

1 Kilo Erdbeeren
1 paar Spritzer Zitrone
3-5 Esslöffel Zucker
3  gehäufte Esslöffel Speisestärke
1/4 bis 1/2 Tonkabohne gerieben
300 Milliliter Wasser, oder Wein
Zitronenmelisse oder Minze zum Dekorieren

Soße:

Tonkasoße (anklicken)

Kürzlich war ich mit meinen Kindern auf dem Rosenfest in Eichwalde. Ich kenne da eine sehr nette Schaustellerin, die uns immer mal wieder einlädt, wenn sie um Berlin herum eine Veranstaltung hat. Für meine Kinder ist das immer ein besonderer Feiertag, wenn sie  hemmungslos Fahrgeschäfte benutzen dürfen, oder irgendwelches süßes, pappiges Zeug trinken und essen können, bei denen Muttern zuhause die Revolution ausrufen würde.


Wir waren am Sonntag da, abends 19 Uhr war Feierabend und die nächste Veranstaltung für die Schausteller war erst am folgenden Wochenende. Alles was verderblich war, musste also weg. Plötzlich stand ich da mit 10 Kilo super frischen Erdbeeren Handelsklasse 1 und nachdem ich mich für die tolle Gabe überschwänglich bedankt habe und die Kinder davon abhalten musste, sie gleich auf der Stelle zu verzehren, durfte ich mir etwas ausdenken, was ich damit anstellen könnte, bevor sie dem Verfall geweiht sind. .


Ich habe die Erdbeeren dann so aufgeteilt, dass ich aus sieben Kilo Marmelade gemacht habe (Rezept kommt), 1 Kilo ging für die Erdbeergrütze drauf und zwei Kilo hat sich die Brut so nebenbei inhaliert. Die Erdbeeren waren aber auch wirklich total süß und weit weg von dem Zeug, was ich mir immer im Supermarkt unterjubeln lasse. Die kann man noch am ehesten mit Erdbeeren frisch vom Feld und selbst gepflückt vergleichen. 


Erdbeeren halbieren und in einen Topf geben.


Für den guten Geschmack habe ich geriebene Tonkabohne verwendet. Die hat ein sehr vanilliges Aroma und nachdem das immer ganz wichtig ist, erwähne ich hier noch einmal ausdrücklich, dass die Tonkabohne giftig ist, aber nur in Dosen die man hier nie erreicht, so wie bei Zimt, Kurkuma und höchstwahrscheinlich jedem anderen Gewürz, wenn man es in Elefantendosen verabreicht. Die Leute möchten es aber immer gerne loswerden, dass sie was wissen. Ich weiß es auch! 


Wer schon immer mal wissen wollte, wieso Brasilianer den ganzen Tag Samba tanzen und gerne schnackseln, die Tonkabohne ist schuld.


Die Tonkabohne kann man mit einer Muskatnussreibe fein reiben. Der Abrieb kommt zu den Erdbeeren in den Topf.


Beim Zucker fangt mal mit 3 Esslöffeln an. Wem das später nicht reicht, der kann immer noch nachsüßen, bevor man die Grütze erkalten lässt. Das ist vor allem auch vor dem Hintergrund nicht vorherzusagen, weil kein Mensch weiß, wie süß Eure Erdbeeren sind. 


300 Milliliter Wasser in den Topf geben. 



Erbeeren aufkochen


In der Zwischenzeit 3 gehäufte Esslöffel Speisestärke mit ein paar Tropfen Wasser anrühren.


Mit der Speisestärke dicken wir die Erdbeeren nachher zur Grütze an, wenn die Erdbeeren kurz aufgekocht sind. 


Ein paar Spritzer Zitrone bringen ein wenig Säure in die Grütze. Das ist ein gutes Gegengewicht zum Zucker und das gibt der Erdbeergrütze ein bisschen mehr Tiefe. 


Wenn es im Topf kurz gekocht hat, kommt die aufgelöste Speisestärke ins Spiel.


Die Speisestärke wird unter ständigem Rühren in die Erdbeeren eingerührt, damit es keine Klümpchenbildung gibt. 


Man kann dann sehen wie die Erdbeergrütze anzieht und langsam dicker wird. Wenn sie dickflüssig ist, Herd abstellen. Jetzt probiert noch mal schnell, ob Euch die Grütze süß genug ist, denn die Speisestärke dämpft die Süße auch noch ein wenig. Wer es süßer braucht, zuckert jetzt noch vorsichtig nach und kocht noch einen kleinen Moment weiter, damit sich der Zucker auflöst. 


Die Schüssel in die die Grütze eingefüllt wird, vorher mit kaltem Wasser ausspülen.


Nun den Topfinhalt in die Schüssel umfüllen und auskühlen lassen. Man kann die Erdbeergrütze auch lauwarm essen, aber das ist für meinen Geschmack eher was für den Winter. Heiß ist es jetzt draußen, auch ohne eine wärmende Grütze. 


Danach koche ich noch schnell die Tonkasoße (anklicken). Das ist im Prinzip nichts anderes als eine frische Dessertsoße, die nach Vanille schmeckt, ohne dass welche enthalten ist und die natüüüüüüüüüürlich auch giftig ist, wenn man drei Kilo Tonkabohnen auf einen Liter Milch reinhobelt. Ein schlimmer Tod, Samba tanzend mit Dauererektion.


Ich habe einen tiefen Teller zum Anrichten verwendet.


Erdbeergrütze auf den Teller füllen.


Ein wenig Tonkasoße dazu geben und mit Zitronenmelisse dekorieren


Interessant finde ich immer wieder, dass man von allem weniger braucht, wenn die Zutaten gut sind. Man muss es nicht in einem halben Liter Soße ertränken, damit es nach irgendwas schmeckt und auch von der Grütze braucht man keinen halben Familienbecher. Da merkt man sofort, dass es etwas besonderes ist und das weiß man dann schon, dass es davon dementsprechend nicht unbegrenzt davon gibt. 


Meine Kinder haben die Erdbeergrütze schon zum Frühstück gegessen, weil sie es gar nicht mehr erwarten konnten und egal wo wir seitdem an einer Schale Erdbeeren vorbei kommen, sagen sie unabhängig voneinander, dass wir mal wieder eine Erdbeergrütze machen müssen. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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