Sonntag, 21. Mai 2017

Schweinebauch geschmort - zarter als Filet

Essen ist Nebensache? Stimmt! Wenn das im Ofen steht, muss man sich nicht groß darum kümmern und hat Zeit für tausend andere Dinge. Man braucht nur ein wenig Zeit, oder kocht an einem Tag schon für den nächsten vor. Auf jeden Fall bekommt man mehr auf den Teller, als man an Zeit und Geld investiert.


Zutaten für 4 Personen:

1,6 Kilo Schweinebauch ohne Knochen
1 Kilo Champignons
400 Milliliter Brühe zum Schmoren
300 Milliliter Brühe für die Soße
Petersilie als Deko
1 Teelöffel Meersalz
Pfeffer optional zum Abschmecken
2 Peperoni
2 Esslöffel Mehl


Keine Panik, das ist gar nicht so viel, wie es sich im ersten Moment liest, denn von den Pilzen bleibt nicht viel übrig, weil das ganze Wasser rausgebraten wird und mit dem Fleisch ist es auch nicht anders. Schweinebauch hat viel Fett und das Brät weg. Wenn man sich da auf das "genießbare" magere und zarte Fleisch beschränkt, wird man angenehm satt und ist weit davon entfernt, kurz vor dem Platzen zu sein. 


Die Champignons ohne Fett, ohne Gewürze bei mittlerer Hitze vom Wasser befreien. Regelmäßig wenden und 15 bis 20 Minuten Zeit mitbringen.


Das bleibt von der knallvollen Pfanne am Anfang übrig. Die Pilze kommen dann erst einmal zur Seite und weil sie ein paar Stunden Pause haben, kann das auch ein verschließbares Gefäß sein. 


Dann die Pfanne volle Pulle erhitzen. Bei Schweinebauch, braucht man auch kein extra Fett. Das brät sich schon beim Anbraten raus. Das ist meine Edition 8 Pfanne von diePfanne.com. Geiles Teil, weil man den Pfannengriff mit einem Klick abnehmen kann und dann verschmort der nicht später im Backofen. Die Pfanne benutze ich gerne wegen der guten Wärmeverteilung. 


O.k, ich habe eingesehen, dass das Fleisch so nicht in die Pfanne passt.


Also in zwei Stücke aufteilen und dann 20 Minuten von allen Seiten anbraten. Ich stelle mir dann immer den Kurzzeitwecker und drehe alle 3 Minuten auf eine andere Seite. Einen Deckel auf der Pfanne zu verwenden schadet nicht. Als ich mich umgedreht habe, hatte meine Frau schon VIER Fenster geöffnet und die Berger Lampe angezündet *hust*


Wer nicht vögelt kriegt kein Kind und wer nicht ordentlich anbrät, bekommt kein geiles Stück Fleisch. 


Den Ofen könnt Ihr schon mal auf 120 Grad einstellen.


Würzen? Achtung jetzt wird es ganz schwer und eigentlich könnte da nur eine Tüte Maggifick für Schweinepriester helfen. Ich löse das mit einem Teelöffel Meersalz der AUF dem Fleisch ausgelegt wird und zwei Peperoni (getrocknet oder frisch). Mehr braucht es nicht, wenn man einfach nur wissen will, wie das Essen eigentlich schmeckt.


400 Milliliter selbst eingekochte Brühe (egal was, am besten Gemüsebrühe oder Schwein)


Brühe in die Pfanne geben, nicht über das Fleisch kippen, da sollen die Gewürze noch bleiben, bis sie sich von selbst auflösen.


Deckel auf die Pfanne legen und ab in den Ofen damit.


Dann zwei Stunden gar nichts machen und das Fleisch im Ofen in garen lassen.


Dann könnte es losgehen. Schaut Euch mal an, wie zart das Fleisch ist. Aus dem Fett könnte man noch Schmalz ausbraten. Mache ich nächstes Mal auch, oder noch eine fette Brühe kochen. 


Alter, was für ein Fleisch! Total zart total saftig, tolle Struktur.


Befreit vom Fett, ist das so eine Sensation, die so lecker ist, dass sie es kaum auf den Teller schafft.


Das große Stück Fleisch ist langsam bis kurz vor 80 Grad gezogen und dann kann es ebenfalls vor Saft kaum laufen. 


Jetzt liegt es an Euch, ob das direkt auf den Tisch kommt, oder ob Ihr das am nächsten Tag noch einmal in einer Stunde bei 120 Grad im Ofen anwärmen möchtet.



Bei mir ist es an dem Tag schon zu spät und ich wärme den Schweinebauch am nächsten Tag in einer Stunde bei 120 Grad durch.


Dann kommen die Pilze in die Pfanne. 


Dazu mache ich noch einen extrem knackigen Salat mit Orangendressing (Rezept kommt)



Das Fleisch ist wieder warm. Wie gesagt, Ihr könnt das auch gleich beim ersten Garen essen, bei mir liegt es einfach daran, dass ich bis 19 Uhr arbeite und dann die Brut ins Bett schaffe und vor 20.30 Uhr nie anfangen kann zu kochen. Wer nicht so bescheuert arbeitet, oder auch mal frei hat, kann das auch in einem Stück zubereiten und essen, oder es ist Wochenende. 


Das Fleisch lasse ich vor dem Anschnitt noch ein bisschen ruhen. 



Dafür verpacke ich den Schweinebauch in Alufolie, damit er weder auskühlt, noch austrocknet. Das Paket kommt in die Resthitze des abgestellten Backofens.


Schnell noch die Soße machen.


Pfanne auf dem Herd erhitzen


Zwei Esslöffel Mehl einrühren


Das zieht ruckzuck an und wird breiig


300 Milliliter Brühe aufgießen. 


Kurz einkochen lassen und mit Pfeffer und eher unwahrscheinlich mit Salz nachwürzen. 


Noch ein bisschen Petersilie, oder Schnittlauch einstreuen, wenn Ihr den Herd abstellt.


Das ist mal ein Stück Fleisch! Schauen wie die Maserung der Fleischfaser verläuft und dann gegen die Fleischfaser schneiden, damit es gut zu essen ist


Das ist zart!



Soße auf den Teller geben.


Fleisch dazu legen. Wer das Fett nicht mag, kann Teile davon abschneiden, aber das Fleisch ist echt eine Sensation. 


Dazu gibt es bei uns einen Salat, aber man kann natürlich die ganze Kohlehydratearmada mit Salzkartoffeln, Bratkartoffeln, Kroketten, Gratin usw auffahren. 


Die anonymen Soßensüchtigen können auch noch mehr Soße nehmen, aber ich will Euch ja das Fleisch zeigen und nicht die Soße.


Fassen wir mal zusammen, Ganz einfaches Fleisch, für wenig Geld nur mit Zeit und Liebe veredelt. Champignons, die ohne Firlefanz reduziert wurden, ein Teelöffel Meersalz und ein bisschen Peperoni und Brühe. Schwer? Geh nach Hause!


Total lecker, super zart und richtig was im Mund. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen