Montag, 3. April 2017

Spargelsuppe - Basisrezept ohne Firlefanz

Endlich Spargel aus Deutschland! Deswegen konnte ich gestern die Spargelsaison eröffnen. Der war ursprünglich so teuer, dass ihn keine Sau gekauft hat. Ich habe dann kurz vor Feierabend zwei Kilo für vier Euro bekommen. Man muss einfach mal gute Nerven haben! Ich habe die Spargelsuppe denkbar einfach gemacht, damit Ihr die als Basissuppe verwenden und in alle möglichen Richtungen verändern und ergänzen könnt.



Zutaten:

1 Kilo Spargel
3 Liter Wasser
1 Zitrone bio
3 Esslöffel Mehl
3 Esslöffel Butter
2 Esslöffel Meersalz
Pfeffer aus der Mühle
1-2 Esslöffel Zucker
300 Milliliter Brühe, oder Spargelwasser.
Frische Petersilie

Das ist ein absolutes Basisrezept und lässt noch Platz für Sahne, Schinken, Crouton, Wein, Kartoffelwürfel, saurer Sahne, Krabben, Lachs, oder wonach Euch der Sinn steht. Mir geht es vor allem um das schmale Rezept, um eine einfache Alternative zur Tütensuppe anbieten zu können und zu zeigen, wie simpel eine komplett frisch Suppe ist.


Für den Preis erwartet man natürlich keinen 1a superduper Spargel, sondern freut sich, dass es der erste des Jahres ist und dass er nicht 17,99 pro Kilo gekostet hat.


Ein Kilo Spargel schälen und die holzigen Stellen am Ende abschneiden.


Die Spargelabschnitte unten und die Schalen werden nicht weggeworfen. Das ist die Basis für meine Spargelsuppe.


Schalen und Abschnitte in einen Topf werfen, circa 1,5 Liter Wasser, sowie einen Esslöffel Meersalz, einen Esslöffel Zucker verwenden und den Herd auf Volldampf anstellen. Deckel auf den Topf legen.



Die Spargelstangen ungefähr bis auf die halbe Länge in kleine Stücke schneiden. Die andere Hälfte bis zu den Spargelspitzen lassen wir erst einmal unversehrt. Während die "Spargelabfälle" im Topf zu einem Spargelsud verarbeitet werden, kümmern wir uns schon mal um die Bindung der späteren Spargelsuppe.


50 - 60 Gramm Butter (entspricht 3 Esslöffeln) abstechen und in einem Topf schmelzen


1 Zitrone in bio Qualität


Hier schmilzt gerade die Butter


Drei Esslöffel Mehl in den Topf geben


Mehl und Butter miteinander verrühren. Diese Mehlschwitzenummer wird übrigens immer leichter, je öfter man die gemacht hat. Erst habe ich mich da jahrelang nicht rangetraut, dann bin ich tausend Tode gestorben, als ich es ausprobiert habe und jetzt kann ich mir dabei schon die Augen verbinden und die Hände auf dem Rücken fesseln lassen. 


Die Zitrone auspressen, die Schale nicht wegwerfen, ist ja eine ungespritzte und für die Säure nehmen wir später noch Abrieb von der Schale. 


 Wenn Ihr zarte Gemüter seid, dann nehmt den Saft der halben Zitrone. Ich mag es ja eher so richtig schmutzig, deswegen nehme ich den Saft der ganzen Zitrone. Dafür kommt da aber auch kein Wein, oder kein Essig mehr in die Spargelsuppe. Die soll so richtig geradeaus auf die Nase sein.


300 Milliliter Brühe nach und nach in die Mehlschwitze einrühren


Immer wieder nachkippen und mit dem Schneebesen einrühren.


Wenn die Mehlschwitze glatt ist, kommt der Zitronensaft in die Mehlschwitze.


Die Mehlschwitze kann man im Topf lassen. Ich hatte aber keine Idee, ob ich die ganze Menge brauche und habe das nur geschätzt. Deswegen habe ich die Mehlschwitze in ein Glas mit Schraubverschluss umgefüllt. Wenn noch etwas übrig geblieben wäre, dann hätte ich das im Kühlschrank gelagert und hätte schon gleich eine Basis für die nächste helle Soße gehabt. .



Den Deckel braucht Ihr nicht auf zu schrauben. Am Ende ist das Glas wieder leer.


Nach 20 Minuten auskochen, kommen die Spargelabschnitte und Schalen aus dem Spargelsud.




Ich verwende ein Sieb und eine darunter passende Schüssel


Die Spargelschalen verbleiben im Sieb, 1,4 Liter Flüssigkeit kommen aus der Schüssel an Flüssigkeit zurück.



1 Liter


0,4 Liter. Ich habe das extra genau nachgemessen, damit ich wusste, welche Menge Wasser ich noch zufügen muss, um auf 3 Liter Flüssigkeit im Topf zu kommen.


Ich habe als noch 1,6 Liter Wasser zusätzlich zum Spargelsud in den Topf gegeben und den Herd auf Volldampf stellen.


Jetzt kommt das halbe Kilo vorgeschnittener Spargel in die Suppe und muss 15 Minuten aufgekocht werden, bis er weich ist. 20 Minuten schaden auch nicht.


Jetzt schneide ich noch die vordere Hälfte des Spargels bis zu den Spitzen klein. Das bleibt noch einen kleinen Moment liegen.


Die Zitronenschalen abreiben.


Das kommt später auch noch in die Suppe


Nach 15 bis 20 Minuten die Spargelsuppe pürieren und den bis jetzt mitgekochten Spargel ebenfalls. Das tut man für die Bindung der Suppe.


Die ist aber immer noch recht dünn und deswegen kommt nun meine Mehlschwitze ins Spiel


Ich habe die Löffel für Löffel in die Suppe gegeben und dann immer mit dem Pürierstab vermischt.


Nun noch den Zitronenabrieb in die Suppe geben.


Den verbliebenen Spargel in die Suppe geben. Das ist der Spargel, den man am Ende auch noch in der Suppe sehen soll.  Nun koche ich ohne Deckel erneut 15 Minuten, damit die Suppe noch ein bisschen besser abbindet, Wenn man sich gleich essen möchte. Wenn man die jetzt vorkocht und erst am nächsten Tag ist, hat sie eine noch sämigere Konsistenz


Zum Dekorieren nehmen wir frische Petersilie.


Mit dem guten Messer von diePfanne.com die Petersilie hacken


Jetzt ist die Spargelsuppe schon gut angedickt und das ist eine gute Gelegenheit, um die Suppe abzuschmecken. Salz, Pfeffer, Zucker, mehr braucht es nicht.


Suppe in tiefe Teller, oder Suppenschalen einfüllen (gibt es sowas überhaupt noch?)


Petersilie einstreuen



Schon geht es los, mit der ersten Spargelsuppe der Saison, total ursprünglich, ohne karierte Nägel und Pinsel mit Musik. Wahnsinn wie man das seit dem Vorjahr am Johannistag vermisst hat. Deswegen kauft man im Rest des Jahres keinen Spargel aus Peru, damit man sich irgendwann im Jahr mal so freuen kann. 


Die Suppe ist schön sämig, salzig, säuerlich mit der Zitrone und so süß wie Ihr sie nach Geschmack würzt, mit merkbar Pfeffer. Für mich ist das ein echter Feiertag und meine Frau hat auch geschwärmt und ist froh, dass die spargellose Zeit wieder vorbei ist.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 


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