Donnerstag, 13. April 2017

Polnischer Spargelsalat - bar bezahlt

Fragt mich bloß nicht, was an dem Spargelsalat polnisch ist, ich habe das Rezept aus dem Kochbuch "ich koche für Dich" von Margarete Kalle adaptiert. Das sind ganz schmale und sparsam beschriebene Rezepte aus den fünfziger und sechziger Jahren des 20 Jahrhunderts, ohne Fotos und große Erklärungen. 


Zutaten:

500 Gramm Spargel
Salz
Pfeffer
Zucker
4 Eier
1 Schuss Essig
1 Schuss Öl
1 ordentlicher Schuss Weinbrand
Petersilie, gerne frisch
Romanasalat


Ketchup:

1 Esslöffel Tomatenmark
1/2 Teelöffel Salz
1 Prise Pfeffer
1 Teelöffel Zucker
1 Esslöffel Essig
1-2 Esslöffel Wasser


Ich habe echt gefeiert, weil es nur eine einzige Minute gedauert hat, als ich gleich nach der Fertigstellung ein Foto des Salates bei Facebook veröffentlicht habe, bis einer auf die Idee kam, dass der Spargel bei dem Namen des Rezepts höchstwahrscheinlich geklaut sein müsste. Ist er natürlich nicht und ich glaube auch nicht, dass das bei der Namensgebung des Rezeptes eine Rolle gespielt haben könnte. Ich glaube eher, dass es am Alkohol liegt, der dem Dressing beigefügt wird. Wenn man ein Gericht nach einem anderen Land benennt, macht man das im Normalfall aber auch nicht, um das betreffende Land zu ärgern, oder zu diskreditieren, sondern weil es entweder von dort kommt, oder man damit irgendwas positiv besetztes verbindet. Ich für meinen Teil, fahre zum Beispiel total gerne nach Polen.


Spargel schälen und die holzigen Stücke an den Enden abtrennen.


Wenn noch mal eine behauptet, dass Männer nicht multitaskingfähig sind, schleppe ich die Dame vor Gericht. Hier koche ich vier Eier 10 Minuten im Spargelsud, aus dem ich noch eine Spargelsuppe für den Abend gekocht habe. Die war nur so unspektakülär und schon in meinem Blog, dass es sich nicht lohnt, die hier erneut zu verbloggen, obwohl natürlich total lecker. Hier ein Beweisfoto...


Das Rezept von Margaret Kalle sieht auch Tomatenketchup im Dressing vor. Natürlich nehme ich das nicht gekauft, weil ich keine Lust auf die ganzen Konservierungsstoffe und sieben verschiedenen Zuckerarten habe, die da immer verbastelt sind. Ich zeige Euch hier, wie man sich schnell in einer Minute selbst ein Ketschup machen kann, und den Beitrag stelle ich auch noch separat ein, weil man ja immer mal Ketchup braucht.



Hier brauchen wir nur eine Kleinstmenge Ketchup für das Salatdressing


1 Esslöffel gehäuft Tomatenmark


1/2 Teelöffel Salz



1 Teelöffel Zucker


1 Prise Pfeffer aus der Mühle


1 Esslöffel Essig


1 bis 2 Esslöffel Wasser, je nachdem wie flüssig Ihr das Ketchup machen möchtet.


Das Tomatenmark ist dreifach konzentriert und verträgt schon ein wenig Flüssigkeit. Gerne probieren und gegebenenfalls noch einmal abschmecken. So einfach geht ordinäres Ketchup, ohne karierte Nägel und Pinsel mit Musik. 


Die hart gekochten Eier abschrecken. Buh! Nee unter kaltem Wasser, damit die Schale leichter runter geht.


Den geschälten Spargel 12 Minuten ins Wasser werfen und vorher in der Länge halbieren.


Ich habe den Spargel in der Flüssigkeit für die Suppe gekocht, die ich daraus so nebenbei gekocht habe. Alle anderen nehmen dafür halt gezuckertes Salzwasser.



In der Zwischenzeit bereite ich schon mal den Rest des Salates vor.


Die gekochten Eier halbieren und zu Würfeln verarbeiten


Die Eier können schon in die Salatschüssel


Salz und Pfeffer aus der Mühle


Frische Petersilie hacken


Die Petersilie auch zum Salat geben.


1 Schuss Essig


1 Schuss Öl


Weinbrand nach Geschmack, aber so ein bis zwei Esslöffel, sollten schon dran sein. Wer mehr will, nimmt mehr. Wer keinen will, ist kein Pole. 


Jetzt kommt noch der selbst gemachte Ketchup zum Salat



Da würde ich echt im Kreis kotzen, wenn jemand so ein kostbares Gemüse mit Industrieketchup schändet. An welcher Stelle sollte das einem Gericht zu irgendwas verhelfen, was es ohne die Plastikzutat nicht hätte?


Vermischen und dann servieren. Man kann den Salat kalt oder auch gerne noch lauwarm essen. Bitte probiert jetzt noch einmal, ob genug Salz, Pfeffer und Zucker dran sind und ob das so schmeckt, wie Ihr das mögt.


Deko ist ja nicht so meine Abteilung, aber knackigen Salat mag ich gerne. Wenn Ihr eine bessere Idee habt, dann dekoriert so, wie Ihr lustig seid. Also Salatblätter auf dem Teller auslegen.


Den polnischen Spargelsalat darauf drapieren, wie es Euch gefällt. Dazu könnte man auch noch Cocktailtomaten für das Auge legen.


Für vier Personen wäre das bei der Menge eine schöne Vorspeise, wir haben das zu zweit als Hauptgericht mit frischem Baguette gegessen.


Sehr lecker! Knackiger Salat, dazu der zarte Spargel und mal eine ausgefallene Würzung in dem Themenbereich, plus die Eier, die zur Sättigung beitragen, bei diesem ansonsten recht mageren Gericht. Meine Frau sagte nur "wow" und fand den polnischen Spargelsalat richtig gut, ich habe noch ein wenig mehr Salz verwendet und in Kombination mit dem Baguette war es ein tolles Hauptgericht. Vorher hatten wir ja noch die Spargelsuppe. Würde ich jeden Tag wieder machen. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. So, dass habe ich nun davon, dass ich Dir bei Facebook folge und Deinen Blog lese!!!!

    Hallo lieber Glatzkoch Jörg, :-)

    ich habe es getan und das Buch von Margarete Kalle im einem Bücherantiquariat bestellt. Als bekennede Kochbuchleserin blieb mir ja nix anderes übrig, seit dem Du in letzter Zeit immer wieder Rezepte aus diesem Buch adaptierst und davon schreibst.

    Nun bin ich mal gespannt, was das antike Schätzchen so in sich hat und hoffe es wird mir bald zugestellt.

    Freue mich aber dennoch auf weitere Rezepte und Adaptationen deinerseits.

    Saludos,
    Valeriana

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    1. hallo valeriana, ich habe das buch von vorne bis hinten durchgelesen und mir eine kladde daneben gelegt, in die ich jedes interessante rezept mit nummer und seite vermerkt habe, damit ich das nach und nach abarbeiten kann. das buch ist so erst einmal nichts besonderes, sondern das muss man selbst daraus machen. interessant ist das zeitgenössische an den rezepten, dass man sehen kann was man damals kaufen konnte und wie die einstellung zu fertigprodukten war. alleine dafür lohnt es sich schon, das buch gelesen zu haben.

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  2. Hallo, ich habe es auch gerade getan: das Buch bestellt. Der Glatzkopf ist schrecklich, ständig tolle Ideen und Anregungen, da wird man ja hörig :-). Und obwohl ich seit 6 Wochen auf Low Carb umgestiegen bin, wegen der Weizenwampe und dem Zucker, kann ich seinen Rezepten nicht widerstehen. Grüße aus Kölle

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    1. hallo nanira, ich freue mich immer, wenn mal jemand aus der deckung kommt und sich als leserIn outet. sag nicht, ich mache die alte margarete kalle noch mal populär mit dem angestaubten wälzer? ich finde die alten sachen auch toll und um mitternacht, habe ich noch ein schöne rezept von ihr. wünsche dir schöne ostern und wir lesen uns. gruß jörg

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