Mittwoch, 15. März 2017

Hähnchenkeulen entbeint - super zart

Das ist das beste kurzgebratene Stück Huhn, das ich je hatte.
Damit habe ich mich selbst überrascht, weil ich mir vorher nicht vorstellen konnte, dass das so geil wird. Hähnchenkeulen selbst entbeint, leicht gemacht..l



Zutaten für 4 Personen:

3 Kilo Hähnchenkeulen
Salz
Pfeffer

Salzkartoffeln

Tomatensoße (anklicken)

Hähnchenkeulen sind ja ganz lecker, aber eben nichts besonderes. Das ist eher rustikal und hat wenig mit Feinschmeckerei, sondern eher mit Sättigung zu tun. Sowas schleppen mir immer meine Kinder an und weil sie dann beim Essen wenig zu meckern haben, mache ich da im Normalfall auch gerne mit. Allerdings stellen sie sich beim Fleisch von den Knochen holen immer noch ziemlich an und deswegen dachte ich mir, dass es eine gute Idee wäre, die Hähnchenkeulen zu entbeinen, also den Knochen auszulösen und dann nur das pure Fleisch zur verarbeiten. Wenn ich sowas noch nie gemacht habe, dann begegne ich der Angelegenheit immer mit ein bisschen Respekt und bin ein wenig angespannt. Nachdem ich aber zu Weihnachten eine ganze Gans vom Hals, bis zu den Beinen von den Knochen befreit habe, hatte ich keine großen Bedenken, dass das irgendwie nicht klappen könnte.


Hier seht Ihr eine Hähnchenkeule mit Rückenstück


Zuerst dreht man die Keule auf die Außenseite, also so dass man quasi die Innenseite des Schenkels vor sich liegen hat. Dann mit dem Zeigefinger am Hühnerbein entlang fahren und ertasten, wie der Knochen verläuft, um eine ungefähre Idee von der Richtung zu bekommen. 


Habe ich das erwähnt, dass ich weder Koch noch gewerblicher Entbeiner bin? Das nur für die Urteilsfindung, ob ich das gut oder schlecht gemacht habe. Ich möchte hier nur zeigen, dass es jeder kann, der vor den Bildschirmen sitzt und dass man davor keine Angst haben muss. Es ist ganz einfach, wenn man sich erst einmal an das Thema wagt und mit jeder Keule geht es besser von der Hand. Also den Verlauf des Knochens ertasten und dann zu einem tiefen Schnitt bis auf den Knochen ansetzen. Der Knochen liegt dann frei. Ich habe das mit meinem großen Küchenmesser probiert, aber habe dann noch so ein kleines Messer mit Säge von Viktor Inox benutzt. Fleisch oben und unten vom Knochen lösen.


Ach ja, hier kann man das Messer schon sehen. Das gab es letztes Jahr mal kostenlos auf dem Food Blog Day und das leistet echt gute Dienste. Mit dem Messer von beiden Seiten am Knochen entlang schneiden.


Die Sehnen abtrennen, Dafür nehme ich dann wieder mein Edition 7 von diePfanne.com Das kann man jetzt auf dem Bild nicht sehen, aber neben mit stand die ganze Zeit Margarete (5) und hat mir Fragen gestellt, was ich jetzt gerade mache und wo das am Tier gewesen ist und welche Körperstelle das bei Ihr wäre. 


Ich finde das gut, wenn die Kinder sich für Ihre Nahrung interessieren und auch wissen, dass dafür ein Tier gestorben wäre, das ansonsten noch irgendwo rumlaufen würde. Das schärft deren Bewusstsein das Essen nicht einfach auf dem Teller rumliegen zu lassen und mit mir dumm zu tun, mit diesem ewigen, so nicht und das mag ich nicht Gequatsche. Das verstehen sie dann schon, wenn man sagt, dieses Tier ist nicht gestorben, damit Du Dich mit mir über die Soße, oder ein paar Zwiebelstücke unterhalten willst.


Mit den Fingern muss man sich immer weiter den Verlauf des Knochens ertasten und schneiden dann immer weiter daran entlang. Das geht mit jeder weiteren Keule immer schneller. 


Ich hatte Keulen mit einem Rückenstück, das war deswegen noch ein bisschen schwieriger zu entbeinen, aber es ist kein Problem. 


Die Haut habe ich noch am Fleisch gelassen, weil dann das Fleisch bei der Zubereitung saftiger wird, durch das Fett der Haut.


Spitzfindige Naturen können mir jetzt ja vorwerfen, dass ich beim Entbeinen durch das was am Knochen hängen bleibt, Fleisch vergeuden würde, aber das habe ich natürlich schon einkalkuliert und sammel alle Hähnchenknochen in meinem großen 20 Liter Kochtopf, um eine Hühnerbrühe daraus zu kochen. (Rezept kommt)


Eine klassische Win Win Situation. tolles Fleisch und dazu noch Brühe für circa 2 Wochen.


Hier die Brühe, später auf dem Herd


Meine erste entbeinte Hühnerkeule


Und hier ist jetzt das Resultat von ursprünglich 3 Kilo Hähnchenkeulen, als pures Fleisch ohne Knochen.


Mit den entbeinten Hähnchenkeulen kann man alles machen. Man kann die pur braten, oder füllen, oder panieren und daraus sensationelles Backhähnchen zaubern. Das ist für eine andere Gelegenheit mein Plan, aber wir hatten erst am Wochenende davor panierte Schnitzel (vom Schwein) und meine Frau murrt immer wegen des Fettgeruchs rum. 


Wenn man sowas noch nie gemacht hat, wird man sich wundern, wie saftig das Fleisch ist, wenn man es auf der Haut brät. Ich habe die Pfanne auf Volldampf gestellt und kein Fett in die Pfanne gegeben. Das ist meine gute Edition 8 Pfanne von diePfanne.com


Meinen Backofen habe ich auch angestellt, weil nicht das ganze Fleisch auf einen Rutsch braten kann. Ofen auf 80 Grad, damit das Fleisch nur gar ziehen kann und nicht mehr nachgart.


Parallel dazu könnt Ihr schon mal die Kartoffeln zum Kochen aufsetzen. Beim Schälen haben mir gleich drei Kinder geholfen.


Als Soße gibt es eine schlichte Tomatensoße, die man aus dem Nichts zubereiten kann.


Für die Fleischmenge habe ich drei Pfannenladungen gebraucht. War aber nicht schlimm, weil dem Fleisch im Ofen nichts passiert.


Pro Seite 4 Minuten bei Volldampf braten


Deckel auf die Pfanne zu legen, hilft auf jeden Fall, weil das Fett auch dabei ganz schön spritzt.


Immer wenn eine Ladung Fleisch aus der Pfanne kommt, ab in den Ofen damit.


Wenn die Kartoffeln gar, die Soße gekocht und das Fleisch zubereitet ist, geht es ans Servieren.


Einen Soßenspiegel auf dem Teller ausbringen.


Fleisch auf den Teller legen, mit Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen.


Kartoffeln dazu drapieren und ein wenig Grünkraut für die Optik verstreuen.


Sensationell zartes und leckeres Fleisch. Da schaut man kein Hähnchenbrustfilet mehr an, weil das hier viel zarter ist und tausend mal saftiger. Das ist wirklich das beste kurzgebratene Stück Fleisch, das ich je vom Huhn hatte. Das ist echt Wahnsinn, was man mit ein bisschen Mühe in der eigenen Küche zaubern kann. 


Wenn man das nun auch noch als Backhähnchen paniert ausbackt, gar nicht auszudenken. Das mache ich demnächst auf jeden Fall. Ich liebe es jetzt schon, ohne es probiert zu haben.


Aber jetzt ist halt gerade Familienessen mit leckeren natur gebratener Hähnchenkeule ohne Knochen mit einer Tomatensoße und Salzkartoffeln. Sehr geil, lächerlich günstig. Das passt in jedes Budget.


Mehr Soße für meine Frau.


Das ist solide Hausmannskost zum Wohlfühlen. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


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