Freitag, 3. Februar 2017

Ravioli mit pulled pork und Barbecuesoße

Das ist extrem pornös und ich hatte ausnahmsweise mal zwei begeisterte Damen am Tisch, die mir die richtigen Komponenten beim Essen auf den Kopf zugesagt haben. Das finde ich wichtig, die Ehefrau und die Schwiegermutter gelegentlich mutmaßen zu lassen, um eine Rückmeldung zu haben, ob man alles richtig gemacht hat und ob das Thema erkannt wird. 



Zutaten:

pulled pork (anklicken)
Cheddarkäse


Barbecuesoße: 

1 Tube Tomatenmark
4 Zwiebeln
1 Knoblauch
0,3 Liter Espresso
2-3 Esslöffel Honig
Essig
Zucker
Salz
Pfeffer
Chiliflocken
Wasser nach Bedarf

Beim Kochen geht es mir oft wie einem Maler, bei dem sich andere dann fragen, was will uns der Künstler damit sagen. Deswegen bin ich dann froh, wenn meine "Bildaussage" verstanden wird und dass man die Barbecuesoße auch als solche erkennt, sowie das pulled pork nicht als schnöde Sägespänefüllung durchgeht.


Das pulled pork habe schon von meinen pulled pork Sandwiches. Deswegen kauft man nicht wie eine Hausfrau ein, sondern nimmt gleich ein bisschen mehr, damit sich die Mühe auch mehrfach lohnt. 


Der Nudelteig geht total einfach. Es reicht, wenn Ihr die halbe Menge meines Nudelteigrezeptes (anklicken) nehmt


Dafür werden die meisten Leserinnen nicht einmal einkaufen gehen müssen, weil der nur aus Mehl, Wasser, Eiern, Salz und Öl besteht. Der Teig selbst dauert zehn Minuten, Rezept lesen!


Weil ich immer öfter Nudeln herstelle, habe ich mir letztes Jahr so eine ganz einfach Nudelmaschine von Gefu für 30 Euro gekauft. Davor habe ich den Teig immer mit dem Nudelholz ausgerollt. Auch das hat davor lange und gut funktioniert, gerade wenn man sich erst an das Thema rantastet.


Soooo lang wird die Teigbahn, wenn man will


Teigbahn auf eine Unterlage legen


Hier kommt mein pulled pork zum Füllen.


Mit einem Teelöffel die Mengen abstechen und auf die Teigbahn setzen.


Teig einmal umklappen und die Ränder richtig hinziehen


Mit dem Messerrücken die einzelnen Ravioli abteilen und dann mit der scharfen Seite abschneiden. 


Rundherum mit den Zinken einer Gabel den Teig andrücken, damit sich die Ravioli beim Kochen nicht wieder öffnen.


Das geht wirklich einfach und hat meditative Wirkung


Für alle, die immer Angst haben zu lange in der Küche zu stehen. Ich habe die Ravioli danach in einen großen Tortencontainer verstaut und bis zum nächsten Tag auf die Fensterbank gestellt. Man kann das also auch gut vorbereiten, wenn man das nicht an deinem Tag durchziehen möchte. Natürlich kann man aber auch in einem Rutsch durchkochen... 


Ich kümmere mich erstmal um die Soße. Die soll passend zum pulled pork, das ja klassisch ein Gericht vom Grill und aus dem Smoker ist, eine passende Soße machen, die ihren Barbecuecharakter nicht versteckt und die Idee des pulled porks in Ravioli kausal erscheinen lässt.


Ich nehme einen Topf mit einem Liter Fassungsvermögen. Topfboden mit Zucker bedecken und den Zucker karamellisieren lassen.


Zwiebeln und Knoblauch abziehen und nur grob zerkleinern, das wird sehr später noch püriert. Mit dem Zucker vermischen und glasig braten


300 Milliliter Esspresso oder starken Kaffee kochen.


1 Teelöffel Meersalz


Pfeffer aus der Mühle


200 Milliliter Tomatenmark in den Topf geben und braun anrösten (nicht schwarz)


Auf mittlere Temperatur reduzieren.


Wenn das Tomatenmark braun wird, kommt der Espresso hinzu


Der Espresso gibt der Barbecuesoße das Raucharoma eine leicht bittere Note, die mit der Zeit wieder verkocht.


Das ist noch ziemlich dick. Da sitzt aber so viel Geschmack drin, dass wir das hinterher noch strecken können und dann wieder einkochen lassen.


Chiliflocken nach Geschmack


Gegen den bitteren Geschmack des Espressos, nehme ich zwei Esslöffel Honig


Probiert mal eben, dann werdet Ihr feststellen, dass der Barbecuesoße noch ein wenig Tiefe fehlt. Die machen wir mit Essig


Nach Geschmack, so zwei bis drei ordentliche Spritzer


Wenn die Zwiebeln und der Knoblauch weich gekocht sind, mit dem Pürierstab zerkleinern. Mit ein bisschen Wasser auffüllen und auf kleiner Flamme einkochen lassen.


Zu Ravioli gehört natürlich auch ein Käse zum Bestreuen. Da die normalerweise nicht mit pulled pork gefüllt sind, kann ich auch gleich einen Käse nehmen, den man dafür nicht vermuten würde. Meine Wahl ist auf Cheddar gefallen.


Den Cheddar kann man ganz normal auf einer Standreibe reiben, aber ich zeige mal was ich so habe. Das ist meine Gewürzmühle die zum Esge Zauberstab gehört


Schredder...


Die Soße ist jetzt fertig eingekocht, also mache ich jetzt die Ravioli fertig


Hier sind meine Ravioli, die ich über Nacht zwischengelagert habe



Das Wasser zum Kochen bringen, wenn die Ravioli in den Topf kommen, runterdrehen damit das Wasser nicht mehr kocht und die Ravioli nicht aufreißen.


Die Ravioli sollen nur gar ziehen und wenn sie an die Wasseroberfläche steigen, sind sie gar.


Zum Aufbraten der Ravioli nehme ich mein selbst gemachtes Gänseschmalz, aber Ihr könnt auch Butter nehmen. 


Jetzt kommt meine tolle Edition 8 Pfanne von diePfanne.com zum Einsatz. So solide wie eine Eicheschrankwand und total super was das Garen betrifft, weil sich die Hitze so gut darin verteilt. So eine gute Pfanne hatte ich noch nie.


Schmalz in der Pfanne erhitzen


Ravioli portionsweise anbraten. Ich zähle dann immer die Leute am Tisch und nehme eine Zahl die man durch zwei oder drei teilen kann, dann weiß ich wie viele Ravioli ich zeitgleich aufbraten muss. Wenn die erste Ladung auf die Teller geht, werfe ich gleich die nächsten Ravioli in die Pfanne. So wird essen für den Koch auch nie zu gemütlich. Mein Weg vom Esstisch an den Herd ist aber nur kurz, weil es eine offene Küche ist. 


Wenn die Ravioli leicht Farbe annehmen, kommt die Barbecuesoße in die Pfanne


Die Ravioli sollen ein wenig den Geschmack der Soße aufnehmen


Dann geht es auf den Teller, noch ein wenig Grünkraut darüber verstreuen



Das duftet schon mal richtig gut


Jetzt noch den Cheddar darüber streuen. Ich habe den Fehler gemacht, mit dem Foto nicht noch einen Moment zu warten, aber der Cheddar schmilzt auf den Ravioli und das sieht dann echt richtig geil aus.


Die Fotos geben das leider nicht her, aber das ist kulinarisch ziemlich weit vorne. Die tolle Barbecuesoße, die lecker mit pulled pork gefüllten Ravioli und dazu der Cheddar. Alter, darauf muss man auch erstmal kommen.


Meine Frau lobt das jedenfalls über den grünen Klee und meine Schwiegermutter würde mich jeden Tag noch mal heiraten. Geiles Zeug. Ich weiß jetzt gerade nicht, ob ich Euch mehr Lust auf pulled pork, oder auf Ravioli zum selber machen Appetit gemacht habe, aber wer das eine will, muss das andere mögen. 


Den Rest der Soße habe ich gleich eingekocht und heiß in ein Glas abgefüllt, dann ist das für mich bei der nächsten Gelegenheit nur ein Griff auf den Schrank, wenn es in der Woche mal schnell gehen soll 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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