Mittwoch, 15. Februar 2017

Hühnerbrühe aus Loué Huhn

Die Brühe war gar nicht geplant, aber mich hat die ganze letzte Woche schon eine Erkältung geplagt und je länger die anhielt, desto mehr ging meine Stimme flöten und ich fühlte mich mit jedem weiteren Tag immer schlechter. Das hat mir schlußendlich meine erste Krankschreibung seit fünf Jahren eingebracht. Letzten Samstag war ich mit den Kindern bei Metro einkaufen und wir hatten das Glück, dass wir uns bei den Waren bedienen durften, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum ablief. Dort gab es das Huhn aus Loué deswegen auch für den halben Preis.



Zutaten:

1 Huhn
3 Möhren
1 Knoblauchknolle
10 Zwiebeln
1 Steckrübe
1/2 Staudensellerie
1 Handvoll getrocknete Tomaten
5 Nelken
5 Wacholderbeeren
5 Lorbeerblätter
3 Piment
1 Peperoni
15-20 Pfefferkörner
3 Esslöffel Meersalz
9 Liter Wasser kalt

Loué ist eine traditionelle Geflügelgegend in Frankreich. Die Hühner und Puten aus der Gegend zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht wie die KZ Hühner in irgendwelchen kleinen Boxen gehalten werden, sondern dass sie sich zeitlebens frei bewegen können, tageslicht zu sehen bekommen und dadurch viel muskulöser sind, als so ein Aufderstellestehhuhn der üblichen Verdächtigen. Dieses Huhn ist darüber hinaus auch noch ein Maishähnchen, das vor allem mit Mais ernährt wurde und deswegen augenscheinlich deutlich gelber ist, als ein normales Huhn. Das kann und sollte man auch durchaus für andere Hähnchengerichte verwenden, aber ich brauchte nun mal eine Hühnerbrühe.


Huhn in den Topf legen


Das Gemüse vorbereiten. Die Steckrübe musste weg, die habe ich sonst nicht da, aber hatte verpennt damit das zu machen, wofür ich sie ursprünglich mal gekauft habe.  Das ist auch mein Tipp, wenn Gemüse weg muss, Brühe kochen, statt es einfach nur zu entsorgen. Mehr Geschmack als im Mülleimer, gibt jedes Gemüse während der Kochzeit ab.


Knoblauchknolle halbieren, Staudensellerie zerkleinern.


Zwiebeln halbieren, Schale dran lassen, das gibt eine gute Farbe für die Brühe


Möhren grob zerteilen


Peperoni nach Wunsch 


Piment, Wacholderbeeren


Lorbeerblätter


Drei Esslöffel Meersalz


Nelken finde ich bei Hühnerbrühe immer wichtig, sonst nicht so unbedingt.


Pfefferkörner


Mit kaltem Wasser auffüllen. Bei mir passten in den 20 Liter Topf noch 9 Liter Wasser. Dann den Deckel auf den Topf legen und ab auf den Herd stellen.


Topf auf der größten Herdplatte langsam hochkochen (wie gesagt immer den Deckel auf dem Topf lassen.)


Wenn die Brühe kurz gesprudelt hat, auf die kleinste Herdplatte umziehen und nur so hoch einregeln, dass die Brühe leicht simmert.


Bis die Suppe einmal kurz gesprudelt hat, dauert es ungefähr eine Stunde. Danach lasse ich die Hühnerbrühe noch zwei Stunden auf der kleinsten Flamme ziehen, beziehungsweise simmern. Das garantiert dafür, dass das Hühnerfleisch butterzart wird und man da keinen Gummiadler aus dem Topf fischt, den man eigentlich nur noch entsorgen kann.


So, Zeit ist rum, Brühe kommt vom Herd. Na klar, bei mir ist wieder mal mitten in der Nacht, aber ich möchte das Huhn noch vor dem Auskühlen aus der Brühe rausholen. 


Da ist das Loué Huhn. Das fällt so schon fast auseinander, aber weil eben nur schonend gegart wurde, bleibt es beim fast und es zerfällt nicht in tausend Teile und das Fleisch ist auch nicht faserig, sondern nur richtig schön zart.


Ich zerlege das Huhn, damit ich das Fleisch bei Raumtemperatur auskühlen lassen kann, damit ich es hinterher im Kühlschrank lagern und innerhalb einer Woche für jede gute Idee verwenden kann, in der ein Huhn vorkommt. 


Haut abziehen


Fleisch ganz einfach mit den Fingern von den Knochen und der Karkasse lösen. Die Hähnchenbrüste lassen sich problemlos am Stück runternehmen. 


Flügel und Schenkel lassen sich auch leicht vom Fleisch trennen. 


Ab in die Kiste, Deckel drauf, ab in den Kühlschrank.


Hier schaut mal, das ist meine Erkältungsmedizin, Hühnerbrühe aus dem Loué Huhn. Wer gerade nicht erkältet ist, bekommt mit der Brühe eine tolle Basis für Suppen und Soßen und kann sich jede Form von Tüten und Brühwürfel ersparen. Brühe ist also auch gesund, wenn man nicht krank ist. 


Jetzt ist auf dem Bild quasi Sonntag. Ich plane eine Hühnersuppe für die Familie, deswegen koche ich nur 7 Liter Brühe in Gläsern ein und 2 Liter nehme ich für die Hühnersuppe.


Brühe mit einem Trichter in Schraubgläser umfüllen


Deckel fest verschließen. Danach kann man die Brühe im Backofen konservieren. Einfach auf 130 Grad vorheizen und die Gläser 90 Minuten auf einem Backblech, oder in einer Fettpfanne im Ofen stehen lassen. Dann haben die Gläser ein Vakuum gezogen und sind dicht und halten ein Jahr. Einkochnerds befüllen das Backblech auch noch mit Wasser, damit die Gläser nicht platzen. Kann man auf jeden Fall machen. 


Ist aber eigentlich scheißegal wie lange die halten, weil niemand behält diesen Schatz ein Jahr im Regal, wenn man Ihn durch Konsum sinnvoll nutzen kann. Fragt mich lieber, wann Ihr wieder die nächste Brühe kochen sollt.


Prost Hühnerbrühe!


Meine Hühnerbrühe zeige ich Euch in den nächsten Tagen, dafür habe ich nämlich extra noch Brot gebacken und die Suppennudeln selbst mit der Maschine gerollt. 


Keine Panik, sowas läuft hier nebenbei. Dazwischen tobten noch 6 Kinder (mehr als ich habe), plus Erwachsener Besuch rum. Die freuen sich auch, wenn sie dann noch ein heißes Glas Brühe aus dem Ofen mit nach Hause bekommen und bei der Suppe mitessen dürfen. 


Ein Hühnerfrikassee mit einer selbst gemachten Bechamelsoße habe ich daraus auch schon gemacht. (Rezept kommt)


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Kommentare:

  1. Selbstgekochte Brühen finde ich immer hervorragend, um Gemüse, das nicht mehr ganz so knackig ist, zu verarbeiten. Was machst du mit dem Gemüse, welches du in die Brühe geschmissen hast? Klar, es ist dann am Ende weich und zerkocht.

    Ich wäre jetzt aber echt enttäuscht, wenn du das einfach wegwirfst. Also, enttäusch mich nicht *g*

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    1. dieses mal habe ich damit nichts gemacht, aber bei der brühe aus putenkeulen, habe ich alles außer die zwiebeln geschreddert und nach der brühe in gläsern eingekocht, um damit soßen zu binden.

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