Montag, 9. Januar 2017

Spätzlesalat - frisch von Hacke bis Nacke

Zu Silvester habe ich online wieder so viele schreckliche Nudelsalate gesehen, meistens mit Mayonnaise aus dem Glas, Gurken aus dem Glas, fettiger Wurst aus einem Plastikschlauch und irgendwelchem anderen Dosenfutter.  Von den Gewürzmischungen die darin zusätzlich noch landen, will ich gar nicht sprechen, mein Liebling ist aber immer der überzeugte Einwurf Knorr Salatkrönung. Ich sitze dann immer davor und frage mich, können die alle nicht besser, oder was ist das für ein gedankenloses Gestopfe? Alle berufen sich dann ja immer auf ihr verbrieftes Recht auf Dummheit. O.k, steht allen zu, aber für einen lichten Moment, deponiere ich in diesem toten Briefkasten diese Alternative aus lauter frischen Zutaten.



Mein Anspruch an den Salat war dieses Mal, dass auch die Nudeln frisch sein sollen. Dann geht das Gesinge aber auch gleich wieder los, mit der vielen Arbeit und ich habe keine Nudelmaschine und mit dem Nudelholz ist das so anstrengend. Deswegen sind es Spätzle geworden. Der Teig ist einfacher zu machen, man kann den mit der Hand rühren und ich gehe davon aus, dass mehr Menschen eine Kartoffel- bzw. Spätzlepresse besitzen, als eine Nudelmaschine. Außerdem gibt es ja auch die Möglichkeit Spätzle vom Brett zu schaben. Irgendwas muss man auch mal voraussetzen können.


Zutaten:

Spätzle:

500 Gramm Mehl
4 Eier
1 Teelöffel Salz
200 Milliliter warmes Wasser

andere Zutaten im Salat:

1 Zwiebel
5 Tomaten
150 Gramm Rucola


Dressing:

2 Eier
300 Milliliter Pflanzenöl
150 Milliliter Yoghurt natur mit 3,5 % Fett
1 Spritzer Limette oder Zitrone
1 Esslöffel Essig
Salz
Pfeffer
Zucker
1 - 2 Esslöffel Schnittlauch



Die Mengen sind auf eine große Salatschüssel gerechnet, wie man die bei einer Party auf das Büffet stellen würde, wenn man noch mehrere Salate zur Auswahl hat. Mir ist schon klar, dass bei dem Spätzlerezept kein Schwabe jubelt, weil der selbst zumindest mit dem Mund, Wasser durch Eier ersetzt und dann hättet Ihr hier mal eben 11 Eier im Teig. Alles kann nichts muss. Ihr nehmt hier erstmal 4 Eier und 200 Milliliter Wasser..


Den Teig kann man mit der Hand rühren, ich nehme meinen Esge Zauberstab. 


Bei dem Zauberstab fängt man immer mit den flüssigen Zutaten an, weil das Gerät zwar bis zu 19000 Umdrehungen pro Minute macht, aber nicht viel Drehmoment hat. Also zuerst 200 Milliliter Wasser, 4 Eier, Salz in die Schüssel geben


Mit dem Pürierstab aufschlagen


Mehl beim Rühren nach und nach in die Rührschüssel geben.


Wenn der Teig fertig ist, 15 Minuten ruhen lassen, damit der Teig sich richtig verbindet


Einen Topf Salzwasser auf den Herd stellen und aufkochen. Wenn das Wasser kocht, den Teig portionsweise in den Topf pressen, oder schaben. Dann soll das Wasser aber nicht mehr kochen, sondern nur noch heiß sein, damit die Spätzle garen können. Wenn die Spätzle an die Wasseroberfläche steigen, dann sind sie schon gar. Nehmt Euch einfach eine raus und beißt drauf. Wenn das o.k. ist, sofort rausnehmen, sonst noch kurz weiter garen.


Die fertigen Spätzle werden mit dem Schaumlöffel abgeschöpft, in ein Sieb zum Abtropfen gelegt und können dort abkühlen


Nun kommen wir zum Gemüse


Eine Zwiebel häuten und zerkleinern


Zwiebeln zu den Spätzle geben, die mittlerweile in eine Glasschüssel umgezogen sind. 


Jetzt machen wir schnell das Dressing


Zwei Eier aufschlagen, 300 Milliliter Pflanzenöl


1 Esslöffel Essig


1 Spritzer Limette


1 - 2 Esslöffel Schnittlauch, Salz, Pfeffer, Zucker


Hier kommen jetzt wieder die 19000 Umdrehungen meines Zauberstabes zum Einsatz. Zauberstab mit der Schlagscheibe auf den Boden des Mixbechers stellen.


Vollgas geben und nach 10 Sekunden sieht das so aus.


Nur noch kurz hochziehen und die Mayonnaise steht wie eine Eins. Das geht genau so schnell, wie Ihr zum Lesen braucht. O.k, ich habe jetzt natürlich vergessen Benzoesäure und die ganzen anderen tollen Stoffe, die bei einer gekauften Mayonnaise noch drin sind, hinein zu kippen. Schmeckt deswegen leider total rund und daran muss man sich erstmal gewöhnen, wenn man das sonst nur gekauft kennt.


150 Milliliter Joghurt natur.


Mit einem Esslöffel vorsichtig unter die Mayonnaise heben, damit der Stand erhalten bleibt. 


Jetzt noch einmal prüfen, ob Euch der Geschmack gefällt. Eventuell noch nachsalzen, nachpfeffern, oder nachzuckern.


Salatdressing mit den Spätzle vermischen


Wenn Euch das Dressing nicht flüssig genug ist, wenn das restliche Gemüse im Salat ist, könnt Ihr noch einen Schuss Milch, oder noch einen Joghurt dazu geben. Ich mag den Salat lieber, wenn er nicht so suppig ist und vor allem mische ich den erst direkt vor dem Servieren. 


Fünf Tomaten mundgerecht zerteilen


Tomatenstücke in den Salat geben. 


Rucola in der Salatschleuder waschen, entsanden und trocknen. Die langen Enden abschneiden.


Jetzt haben wir alle Zutaten fertig. Wer dem Salat noch einen mediterranen Anklang geben möchte, könnte jetzt auch noch geriebenen Hartkäse verwenden, den würde ich aber erst auf dem Teller über den Salat reiben. Vor dem Servieren den Spätzlesalat ordentlich vermischen.


Und hier ist er in voller Schönheit aus lauter frischen Zutaten, Spätzlesalat mit selbst gemachten Spätzle, selbst gemachter Salatmayonnaise, Zwiebeln, Tomaten und Rucola. Mehr braucht man auch nicht, wenn man es vernünftig macht. Das ist eine Erfahrung, die man macht, wenn man alles selbst macht, dass man am Ende viel weniger Chi Chi braucht, weil das Resultat selbst stimmig ist und keine Verkleidung braucht.


Schmeckt verdammt gut und hat auch diesen Effekt, den ich mit im Mund explodieren beschreibe. Man hat den Salat im Mund und dann diesen runden Geschmack und das frische Gemüse, ohne diesen Nachgeschmack, den man bei Salat aus Fertigpappe kennt. Probiert es einfach selbst aus, dann wisst Ihr was ich meine. Danach kann man wirklich süchtig werden. Ihr befindet Euch dann in einem ziemlich exklusiven Zirkel, denn selbst gelernte Köche scheinen sich mittlerweile schwer zu tun, eine frische Mayonnaise aufzuschlagen, oder erzählen das Märchen vom gefährlichen rohen Ei, bla bla bla.. Kochen geht so, wie kochen schon immer ging, nie vergessen.




Weil man auf einem Bein nicht stehen kann, habe ich als zweiten Salat noch einen Kartoffelsalat mit Soleiern und selbst eingekochten Gurken gemacht (Rezept kommt)


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen