Donnerstag, 26. Januar 2017

Sahnemeerrettich - Kren as Kren can

Damit hätte man mich früher ein Mal um den Block jagen können.  Eigentlich mag ich Sahnemeerrettich nur wegen Euch, weil ich mich da immer weiter vorwagen muss und bei einem täglichen neuen Rezept nie stehenbleiben darf. Ach ja, in unserem sympathischen Nachbarland im Süden, wo alles immer ein bisschen anders heißt und auch in Bayern, nennt man den Meerrettich Kren, falls Ihr Euch über das launige Wortspiel in der Überschrift wundert.


Zutaten:

Meerrettich frisch
Sahne
Salz

Ich habe eigentlich immer einen Bogen um Meerrettich gemacht, weil ich den Geschmack nicht mochte. Das war aber auch noch dieses reformbedürftige Wissen aus Kindertagen. Meine Frau mochte Meerrettich schon lange und deswegen habe ich mich irgendwann mal dazu hinreißen lassen, den auch selbst zu machen und meine Ablehnung schlug in spontane Begeisterung um. 


Meerrettich wächst nicht im Glas, auch wenn das auf der Hand liegen würde, sondern das sind so lange wurzelige Stangen. In Deutschland wächst der Meerrettich vor allem im Spreewald, in Bayern, wozu für mich auch Franken zählt und dann noch im Norden zwischen Hannover und Hamburg. Das verwundert mich persönlich ziemlich, weil ich echt nichts langweiligeres kenne, als die Küche im Norden und so eine Schärfe dort gar nicht vermutet hätte. Für den Kilopreis von Meerrettich bekommt man auch schon ein Stück Rind zum Schmoren. Das sagt natürlich nicht aus, dass das Gemüse zu teuer, sondern dass das Fleisch zu billig ist. 


Man braucht im Normalfall aber auch nicht viel davon, für die Portion Sahnemeerrettich die ich hier mache, sind es fünf oder sechs Zentimeter. Meerrettich mit dem Sparschäler von der Schale befreien.


Das ist meine Gewürzmühle des Esge Zauberstabs. Damit kann man den Meerrettich fast zu Pulver verarbeiten. Nur so meine Idee, vielleicht geht das auch mit einer Kaffeemühle? Mit dem Pürierstab sollte es auch gehen, vielleicht müsst Ihr den Meerrettich dann noch ein wenig feiner vorschneiden. Versuch macht klug.


Deckel drauf, Vollgas geben.


Schredder!


Den Deckel zu öffnen, ist echt Spaß für die ganze Familie. Da tränen selbst mir fast die Augen. Da kann man Schärfe riechen.


Nun kommt die Schlagsahne in den Mixbecher. Das werden um die 100 Milliliter bei dem Behältnis sein, aber Ihr könnt natürlich jede andere Menge davon machen. 


Eine Prise Salz dazu geben. 


Wieder den Deckel auf die Mühle setzen und erneut Vollgas geben.


Bämm! Sahnemeerrettich, total einfach. Ich habe erst überlegt, ob ich das beim Tafelspitz mit unterbringe, aber dann fiel mir auf, dass man den ja auch zu ganz vielen anderen Gerichten serviert, Fisch, Kartoffeln, Wurstplatten, oder, oder. Deswegen bekommt der sein eigenes Rezept und ich wette, dass sich 85 % vor dem Bildschirmen auch noch nie die Mühe gemacht haben, den selbst zu rühren. 


Der Sahnemeerrettich knallt ganz schön, aber ist wirklich lecker. Meine Frau sagt, so gut hat sie den noch nirgendwo anders gegessen, was daran liegen mag, dass auch 85 % aller Gastrobetriebe den nicht selbst machen, wenn es reicht. Die Gefahr ist nämlich ziemlich offensichtlich, dass die ganzen Leute, mit den vermurksten Geschmacksnerven auf irgendeinen Industriegeschmack geeicht sind und beim Original dann anfangen zu bocken. Das erlebe ich auch ganz oft bei meinem selbst gemachten Senf. Das kann man sich als Faustformel für ALLES merken, was man selbst herstellt, oder in guter Qualität kauft. Man braucht einfach weniger davon, damit es schmeckt, oder bis man satt ist.  Ist auch bei Senf, oder Ketchup so, wenn man den selbst macht. 


Der Sahnemeerrettich ist so lecker, dass ich den sofort mit einem kalten Stück Tafelspitz (Rezept kommt) probiert habe.


Anschließend auch noch zu dem so geilen wie schlichtem warmen Tafelspitz mit Salzkartoffeln. Ein Traum! Rezept kommt morgen um Mitternacht.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachrühren und einen guten Appetit

Kommentare:

  1. Ich liebe Sahnemeerrettich!
    Ich hab nur noch nie gesehen, wie den jemand selbst gemacht hat. Ich kenn den ausm Glas - schon von früher, weil es bei uns aufgrund der Angelleidenschaft des Partners meiner Mutter so viel Fisch zu essen gab. Da war Meerettich ganz oft dabei.

    Was ich aber richtig scharf finde, ist das Schredder-Dings! :D

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    1. das schredderding ist die gewürzmühle zum zauberstab. davon kann man alles brauchen, auch die zauberette.

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  2. Ich als Hamburger Fischkopp kann nicht allen Aussagen in diesem Beitrag zustimmen, aber Sahnemeerrettich ist geil!

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    1. du meinst sicherlich, dass ich keine langweiligere küche kenne als die norddeutsche? davon rede ich nicht aus der ferne, sondern aus eigener erfahrung, weil ich selbst nordlicht bin und überall anders besser gegessen habe, wenn ich mal irgendwo war

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  3. Meine erste und selbstgemachte Creme... die war echt der Hammer!! Dazu habe ich auch die Brühe (auch 10 Stunden auf dem Herd ziehen lassen) und den Tafelspitz ausprobiert! Mh sehr lecker.

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