Donnerstag, 19. Januar 2017

Putenkeulen in Rotwein geschmort

Samstags gehe ich immer mit den Kindern einkaufen und meine Margarete hat mir an dem Nachmittag alles mögliche in den Einkaufwagen geschwatzt. Unter anderem Putenkeulen, die sie unbedingt mal essen möchte, weil sie ja auch gerne Hähnchenbeine mag. So bin ich zu einem viel besseren Samstagsessen gekommen, als mir das an normalen Samstagen gelingt.



Zutaten für 2 Personen:

2 Putenkeulen
2 Zwiebeln
1 Knoblauch
1 Möhren
1/4 Staudensellerie
100 Millililter Tomatenmark
0,5 Liter Rotwein (für den Anfang)
3 getrocknete Tomaten
1 Peperoni
2 Lorbeerblätter
1 Wacholderbeeren
1 Piment
1 Teelöffel Salz
Pfeffer aus der Mühle.

Beilage:

Kartoffelpüree mit karamellisierten Zwiebeln


Putenkeulen sind so erstmal nichts Besonderes und kosten nicht die Welt. Im Moment liegen die im Supermarkt immer so um die 4 Euro pro Kilo, manchmal auch noch günstiger. Natürlich brauchen wir uns bei dem Preis nicht über die Haltung und Qualität und dergleichen zu unterhalten. Das Rezept funktioniert natürlich auch von einer handgezüchteten Pute, oder einer mit Goldkante vom Wochenmarkt. Ich versuche in meinem Blog jedem Geldbeutel zu einem geschmackvoll leckeren Essen zu verhelfen, das nie daran scheitert, dass jemand sagen muss, das kann ich mir nicht leisten. Putenkeulen habe ich entweder noch nie (Gedächtnisschwund), aber noch nie für meinen Blog verarbeitet. Keulenfleisch ist auf jeden Fall saftiger als eine Putenbrust und alles was am Knochen gegart wird, wird automatisch zart und saftig.


Die Zubereitung mache ich in meinem Bräter von diePfanne.com. Ich wollte damit mal etwas ausprobieren, nämlich den Bräter nicht im Ofen einzusetzen, sondern ganz normal auf der Herdplatte zu schmoren. Ich weiß nicht, wie Ihr Euren Bräter einsetzt, aber ich nutze sonst nur im Ofen. 


Keulen in den Bräter geben, größte Herdplatte auf Volldampf stellen. Ich rechne für das Anbraten rundherum 20 Minuten 


Zwei Zwiebeln häuten und halbieren, Knoblauch häuten und nicht zerkleinern.


Möhre halbieren


Die Keulen ungefähr im 5 Minuten Turnus weiter drehen, damit sie relativ gleichmäßig angebraten werden. 


Staudensellerie dazu geben. 


getrocknete Tomaten und Peperoni


Beim Gemüse aufpassen, dass es nicht anbrennt und ein bisschen in Bewegung halten. 


100 Milliliter Tomatenmark. Damit kann man schöne Röstaromen zaubern. 


Wenn das Tomatenmark braun wird, kommt Flüssigkeit in den Bräter


Ich nehme 0,5 Liter Rotwein. 


Der ist von Lidl und ich bin mir nicht sicher, ob ich da beim Kaufen richtig geschaut habe, denn die Flasche war meines erachtens unter 2 Euro. Beim Blick auf die Flasche habe ich dann aber gesehen, dass der 14 % Alkohol hat. Keine Ahnung, ob man das für den Preis bekommt. Wenn nicht, hat die Flasche vielleicht 5 oder 6 Euro gekostet. Ich trinke so keinen Rotwein, deswegen kann ich nicht sagen, ob er generell trinkbar ist. Ich würde eher qua Herkunft (Lidl) sagen nein, aber zum Kochen ist der wirklich gut. Die Keulen sollen zur Hälfte bedeckt in Wein liegen.


Piment, Wacholderbeere, Lorbeerblätter in den Bräter geben


1 Teelöffel Meersalz


Dann den Deckel auf den Bräter legen und den Bräter auf die kleinste Herdplatte umziehen lassen. Den Deckel alle halbe Stunde öffnen, die Keulen umdrehen und darauf achten, dass es im Bräter nicht sprudelnd kocht, sondern nur leicht simmert. Wenn nicht mehr genug Flüssigkeit im Bräter ist, mit Rotwein auffüllen. Durch den Deckel geht aber keine Flüssigkeit verloren und die Pute gibt viel Fett und Bratensaft ab. Wenn Ihr es mit den Temperaturen nicht übertreibt, sollte da kaum Flüssigkeit fehlen. 


Mir war die Garzeit total egal, deswegen habe ich das so insgesamt 3 Stunden auf dem Herd gelassen. Mir ist ja nicht wichtig, dass es schnell geht, sondern dass es gut schmeckt und dass das Fleisch maximal zart ist. Man kann das sicherlich auch in 2 Stunden schaffen, aber warum?


Pute braucht gute 85 Grad Kerntemperatur. Ich habe sporadisch gemessen, wie die Kerntemperatur ist.


Als Beilage gibt es Tapetenkleister, äh Kartoffelpüree mit karamellisierten Zwiebeln


Die Kartoffeln kann man irgendwann während der Schmorzeit der Putenkeulen kochen. Die kann man notfalls beim Stampfen wieder erhitzen. Man muss nur das Material für das Püree am Start haben, wenn es auf den Tisch geht. 


Wenn das Fleisch schön zart ist , dann hat die Soße zumindest bei mir automatisch die Konsistenz, dass man gar nichts mehr damit machen muss, wenn man nicht will. Dann wird es Zeit das Kartoffelpüree an den Start zu bringen. 


Das Fleisch von zwei Keulen ist o.k, für zwei normale Essser, wenn es kein Menü mit mehreren Gängen ist. Wenn mehr Menschen am Tisch sind, dann würde ich für jeden Esser eine Keule extra rechnen. Da sitzt nicht so richtig viel Fleisch dran, weil das viel Knochen und so lange harte Stäbe die das Fleisch umschließen sind. Das Fleisch selbst ist aber toll, wenn es vernünftig gegart wird.


Hier ist die Putenkeule frisch aus dem Bräter. Das Gemüse des Gemüsebetts, das beim Schmoren verwendet wurde, habe ich einfach dazu gelegt. Wer lieber eine glatte Soße haben will, kann das auch mit der Soße zusammen in einen Topf geben und pürieren. 



Das ist genau meine Mütze. Richtig derbe Rotweinsoße, total zartes Fleisch. Das hat so ein bisschen was vom Rittermahl und das kann man zur Not auch zu Weihnachten, oder anderen Festivitäten in der kalten Jahreszeit machen, wenn man sich an dem Konsumterror nicht beteiligen mag, oder kann. Da vermisst man jedenfalls keine teure Gans. 


Bei uns zuhause sind das jedenfalls Gerichte, bei denen im Verlaufe des Tischgesprächs irgendwann mal der Satz fällt "Uns geht es doch gut" Genau!


Dazu kommt dann noch das bekrittelte Kartoffelpüree, mit saurer Sahne, sowie karamellisierten Zwiebeln und in diesem Fall mal mit meinem Esge Zauberstab aufgeschlagen. Da wissen alle schlauen Leute aus der Ferne schon wieder, dass das gar nicht schmecken kann. Ich feiere Euch, denn ich habe selten ein besseres Püree gehabt, als dieses. 


Was nicht sein darf, kann halt nicht sein, wenn mal jemand die Richtung vorgegeben hat. Ach so, wo wir gerade dabei sind, noch ein bisschen Schnittlauch darüber verstreuen.


Ach ja, der kluge Koch baut vor. Ich hatte noch meinen Rotkohl mit getrockneten Aprikosen eingekocht und dazu serviert. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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