Mittwoch, 20. September 2017

Pizza Pommes rot-weiß

Willkommen in Glatzkochs Pizza Paradies des Horrors! Die Ausgangslage war günstig, denn meine Frau war wegen eines Messebesuchs nicht zuhause. Ich habe mit meiner Ehefrau vier kleine Kinder zwischen 2 und 8 Jahren und denen habe ich freigestellt, was es zu essen gibt. Die haben sofort Pizza gerufen und dann ganz abstruse Kombinationen genannt, für die man in Italien höchstwahrscheinlich sofort ins Gefängnis wandert. Ich habe meine Leserschaft auch noch befragt, was da spontan an kruden Ideen vorhanden ist. Da kamen auch noch lustige Vorschläge, die ich spontan umgesetzt habe und Euch noch zeigen werde. Als erstes Verbrechen am Pizzabäckerhandwerk, habe ich hier die Pizza Pommes rot-weiß im Angebot



Zutaten :

200-250 Gramm Pizzateig pro Pizza (anklicken)

Pizzasoße für 6 Pizzen:

300 Milliliter Tomatensoße (anklicken)
Olivenöl
Salz
Pfeffer
Chiliflocken
Oregano
1 Schuss Wasser

100 Gramm Emmentaler am Stück pro Pizza

Auflage 

250 Gramm Pommes frites (anklicken)
1 Liter Pflanzenöl
Mayonnaise (anklicken)
Ketchup (anklicken)

So eine komische Pizza beim Bringdienst bestellen, kann ja jeder Asi. Solche merkwürdigen Kreationen sehe ich überall jeden Tag im Netz und setze mich auf die Hände, sage dazu also nichts, weil das eine Menge über den aussagt der sie bestellt und auch über den, der sich nicht zu schade ist sowas zu verkaufen, schließlich gibt es auch sowas wie eine Berufsehre. Wer sowas liefert, kann unmöglich ein Italiener sein. Den trifft höchstwahrscheinlich beim Gedanken an so eine Pizza, schon der Schlag. Die Lieferdienstpizza ist dann auch genau so schlecht, wie sich der Titel im Ansatz liest, weil da keine einzige frische Zutatat verarbeitet wird. Hier ist mein Versuch aus Scheiße Gold zu machen, aus lauter frischen Zutaten, selbst gemacht von A-Z und deswegen bin ich guter Hoffnung.


Pizzateig ansetzen und gehen lassen (anklicken)


Keine Pommes Pizza ohne Pommes frites. Ihr könnt natürlich viel mehr davon machen, aber ich erstelle hier nur eine Machbarkeitsstudie, dass es geht und dass es hinterher auch schmeckt, wenn es gut gemacht wird. 


Kartoffeln zu Stiften schneiden. Auf dem Foto ist die Pommesmenge für zwei Pizzen (insgesamt 500 Gramm), ich habe ja auch noch eine Pizza mit Currywurst und Pommes gemacht. 


Einen Liter Pflanzenöl im Topf, oder im Wok erhitzen.


Wenn das Öl heiß ist, die Pommes frites 11 Minuten im heißen Öl vorfrittieren. Die werden direkt vor dem Servieren noch einmal frittiert. Nur dann werden sie richtig kross und lecker. 


Den Pizzateig in der Zwischenzeit ausrollen und auf das Backblech umziehen lassen. 


Wenn man den Teig auf dem Blech noch einmal ruhen lässt, geht die Pizza beim Backen besser auf. Kann man machen, muss man aber nicht, wenn man keine Zeit hat. Wer keine Zeit hat, wird sich aber sowieso nicht die Mühe machen, wie hier gerade Asipizza zelebriert wird.


Nun noch schnell die Pizzasoße aus der selbst eingekochten Tomatensoße machen


Mit einem ordentlichen Schuss Olivenöl vermischen. 


Das macht man natürlich in einer Schüssel


Salz, Pfeffer, Chiliflocken, Oregano


1 Schuss Wasser und dann verrühren


Damit bestreichen wir dann später die Pizza


Keine Pommes frites ohne Mayonnaise (anklicken)


Das Rezept für Mayonnaise ist unter dem farbig markierten Wort 


Ich wollte nur mal zeigen, wie das in Sekunden geht, wenn man einen ordentlichen Pürierstab hat.


Vom Öl zur fertigen Mayonnaise in weniger als drei Minuten, wenn man bummelt.


Es werde Mayonnaise. 


Den Ketchup der später über die Pommes frites kommt, habe ich schon fertig in Gläsern lagernd, weil ich den bereits vor ein paar Wochen für solche Gelegenheiten eingekocht habe. 


Pizza mit der Pizzasoße bestreichen. Achtet mal darauf, wie dünn Italiener die Soße auf der Pizza verteilen und vergleicht das mal mit solchen "deutschen" Teigfladen, die meterdick mit viel Zeug belegt werden und dann unter einer halben Tonne Gouda versteckt werden. Total sinnlose Kalorien, die der Pizza jeden Charakter rauben, sagte der Mann, der sie gleich mit Pommes belegt, ha ha...


Aber das Grundgerüst muss Klasse haben. Emmentaler Käse reiben


Den Käse nicht so dick auflegen. Nur so, dass er gut schmilzt und nicht die Pizza erschlägt. Den Ofen zehn Minuten auf Volldampf vorheizen und NUR UNTERHITZE verwenden. Ein Steinofen hat schließlich auch keine Umluft und keine Oberhitze. Dann die Pizza für 8 bis 10 Minuten in den Ofen schieben, je nachdem wie gebräunt Ihr die gerne haben möchtet. 


Die Pommes in ca 3 bis 4 Minuten zum zweiten Mal frittieren und schauen, wann sie eine gute Farbe haben und knusprig sind. 


Pommes mit dem Schaumlöffel aus dem Fett holen, abtropfen lassen und salzen.


Die Pizza kommt aus dem Ofen, ist gut aufgegangen, hat ordentlich Blasen geschlagen, der Käse ist geschmolzen. 


Pommes auf die Pizza legen.


Ketchup und Mayonnaise über den Pommes verteilen


Noch ein bisschen Petersilie, oder anderes Grünkraut, als Dokument der Frische auf der Pizza installieren. 


Hier noch einmal in der ganzen Pracht


Pizza in Tortenstücke schneiden und dann auf einem Brett auf den Tisch stellen. Dann kann sich jeder nach Herzenslust bedienen.  


So sehr wie man sich beim dem Gedanken an eine Pizza Pommes rot-weiß schüttelt, wird man im Selbstversuch feststellen, dass das eine extrem leckere Kombination ist, wenn man das alles frisch und selbst gemacht hat. Die explodiert förmlich im Mund vor Geschmack und Güte der Zutaten. Frische Mayo, selbst gekochtes Ketchup, selbst gemachte Tomatensoße, selbst gemachter Teig, selbst gemachte knusprige Pommes frites. Da mag einem die Kombination komisch vorkommen, aber das Resultat überraschend überzeugen.


Ich habe selten so zufriedene Kinder am Tisch gehabt. Die Pizza ist geschmacklich topp, schön kross und es ist ein gutes Gefühl, wenn man merkt was alles geht, wenn es handwerklich sorgfältig und mit Liebe gemacht ist. 


Ich weiß ja nicht, welche Geschmacksperversen sich hier gerade vor dem Rechner tummeln, aber für einen Kindergeburtstag ist die Pizza DER Renner, oder für einen gepflegten Saufabend, am besten wenn man schon einen sitzen hat. Dann findet man die Idee bestimmt noch mal doppelt lustig. Auf Parties könnte ich mir das auch noch gut vorstellen. Gute Laune wird mit der Pizza jedenfalls noch besser, satt und glücklich macht sie auch. 


Trau Dich, Du willst es doch auch! Fortsetzung folgt.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit

Dienstag, 19. September 2017

Tomatensoße einkochen - Der Universalschlüssel für guten Geschmack

Ich habe beim Gemüsemann am Wochenende etwas zu großzügig Tomaten eingekauft. Meine Frau sagte dann am Donnerstag zu mir, was machst Du eigentlich mit den ganzen Tomaten, die werden am Ende noch schlecht? Da habe ich mich dann kurzentschlossen daran gemacht eine Tomatensoße einzukochen, die man als Basis für ALLES nehmen kann. Für Nudelsoßen, für Pizzasoße, für Fleischgerichte, für Ketchup und überall wo man eine Tomatensoße braucht. Davon hätte ich auch 200 Gläser machen können, die wären nächstes Jahr um die Zeit verbraucht.



Zutaten:

4 Kilo Tomaten
5 Zwiebeln

1 Knoblauch
1 Sellerieknolle
3 Möhren
2 Peperoni
1 Teelöffel Meersalz
Pfeffer
Zucker
Lorbeerblätter 
Wacholderbeeren
Piment
Olivenöl

Jetzt ist eine gute Zeit, um solche Soßen einzukochen, denn Tomaten sind gerade günstig im Handel, oder wer einen eigenen Garten hat, erntet vielleicht noch welche. Ich kaufe sowas immer am Samstag vor dem Feierabend ein und nehme teilweise bewusst auch Tomaten, die vielleicht außen gerissen sind. Die kosten dann als großer Sack nur einen Euro. Ansonsten bewegt sie der Kilopreis irgendwo um einen Euro. Lieber jetzt kaufen und einkochen, als im Winter für 3 Euro pro Kilo und dann ohne besonderen Geschmack. 


Zwiebeln und Knoblauch häuten. Man kann die Zwiebeln grob zerkleinern, vielleicht halbieren, oder vierteln. Man kann sie auch ganz lassen, weil am Ende sowieso alles püriert wird. 


Einen großen Topf auf die größte Herdplatte stellen, Vollgas geben. 


Knoblauch zerkleinern.


Zwiebeln und Knoblauch in den Topf werfen. In Olivenöl anschwitzen. Das Gemüse darf auch Röstaromen bilden.


Ordentlich Zucker über die Tomaten geben. 


1 Teelöffel Meersalz


2 Peperoni


1 Knolle Sellerie


Schale entfernen



Sellerie stifteln, oder in Stücken in den Topf geben. 


Ich kenne kaum jemanden der Sellerie mag, aber das Zeug gibt in Soßen einfach einen guten Geschmack.


3 Möhren


Langsam füllt es sich im Topf und es duftet schon verdammt lecker. 


Jetzt noch ein paar Gewürze, die einen guten Geschmack geben. Wacholderbeeren, Piment und Lorbeerblätter. Alles was man jetzt an gutem Aroma in die Soße gibt, hat man dann später im Endprodukt drin, egal für was man die Soße verwendet. 


Da sind nur diverse Gemüse im Topf, keine extra Flüssigkeit von außen. Um die Flüssigkeit aus den Tomaten zu holen, wird jetzt erst einmal geschmort.


Zum Schmoren immer einen Deckel auf den Topf legen. Temperatur auf halbe Kraft zurück drehen. Deckel auf den Topf legen, insgesamt eine Stunde schmoren und alle 15 Minuten umrühren.


Nach einer Stunde haben die Tomaten gut Flüssigkeit abgegeben und das restliche Gemüse ist so weich, dass man es gut pürieren kann. 


Gutes Stichwort. Jetzt die Tomatensoße pürieren


Jetzt den Topf von der größten Flamme auf die kleinste Platte umziehen lassen und bei meinem Gasherd lasse ich die Tomatensoße dann auf kleinster Flamme um die Hälfte reduzieren.  Alle halbe Stunde umrühren. Das macht sich nebenbei und man kann sich einen Kurzzeitwecker einstellen, damit man das nicht vergisst. Das läuft nebenbei, während man am Computer daddelt, Fernsehen schaut, oder die Mutti bespaßt. 


Meine Frau hatte an dem Abend schon Spaghetti für die Kinder gekocht, als ich noch bei der Arbeit war und wollte später selbst auch noch etwas essen. Da habe ich dann kurzerhand eine Kelle der Soße aus dem Topf genommen, obwohl sie gerade noch beim Einkochen war. Das ist noch keine servierfertige Soße, sondern nur eine Basis. Da muss man noch beim Geschmack nachjustieren, ob man mehr Salz, oder Schärfe haben möchte. Man erkennt aber schon, dass das ganz toll schmeckt, weil die ganzen Gewürze und Sellerie und Möhren drin sind. Salz ist auch erst an dem Tag wichtig, wenn man die Soße servieren möchte und nicht beim Einkochen. 


Spaghetti im Fett schwenken


Hartkäse Hobeln, oder dünn schneiden. 


Eine Kelle Tomatensoße dazu geben. Die könnte noch ein bisschen mehr einkochen und mehr Farbe bekommen, aber wer eine hungrige Ehefrau hat, weiß dass diskutieren in solchen Momenten nicht gefragt ist.


Unter die Nudeln mischen, noch ein bisschen Grünkraut dazu geben, einmal mit dem Salz und dem Pfefferstreuer drüber gehen


Käse drauf und schon fühlt man sie wie in der Toscana. So einfach und so gut.


Nach lockeren 3 bis 4 Stunden je nach Herd und Temperatur, hat sich die Tomatensoße dann halbiert. Die schmeckt wie verrückt, bis auf die Tatsache, dass Ihr noch ein wenig Salz fehlt, damit man sie bei der Verwendung noch weiter reduzieren könnte, ohne dass sie dann zu salzig wird. 


Alte Schraubgläser mit der Tomatensoße befüllen, dann sollte sie noch heiß sein. 


Hier ist die heiße Tomatensoße in Gläsern abgefüllt. 


Die Gläser kommen jetzt noch eine Stunde bei 130 Grad in den Backofen. Mein Ofen hat nur Unterhitze und Oberhitze braucht Ihr auch nicht einzustellen, damit die beschichteten Deckel nicht zu heiß werden


Danach hört Ihr dann ein dezentes Knacken, wenn die Gläser ein Vakuum ziehen. So könnt Ihr die Tomatensoße ein Jahr lagern. Die ist bei mir in zwei Wochen Geschichte, aber bei mir wohnen schließlich auch die anonymen Nudelsoßensüchtigen.  


Schaut mal, so gut sieht die Tomatensoße aus. 


Mit Olivenöl


Chiliflocken


Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Oregano


So ist das eine prima Pizzasoße, mit der man die Böden sparsam bestreichen kann. 


Ich habe daraus auch eine schnelle Bolognese gemacht, damit auch für Euch daraus ein Schuh wird. Die Bolognese lebt ja davon, dass sie mit Möhren und Sellerie eingekocht wird, um den guten Geschmack zu bekommen und dauert normal Stunden. Die habt Ihr ja schon in der nebenbei eingekochten Soße eingepreist. Deswegen müsst Ihr hier nur noch das Fleisch in 20 Minuten richtig anbraten und danach nur noch kurz mit der Soße erhitzen und bekommt hier die Zeit wieder erstattet, die Ihr für die Soße verwendet habt. Geil, oder? Richtig fette Bolognese im Zeitrahmen einer fiesen Tütenbolognese, durch die vorher eingekochte Soße. Kochen ist geil, oder?



Natürlich kann man mit der Tomatensoße noch viel mehr machen, Bratensoßen, oder auch schon zum Anbraten von Schmorgerichten, Lasagne und wonach Euch der Sinn steht.
Nach dem Muster könnt Ihr Euch mit der Tomatensoße einmal um die Welt kochen und habt immer maximalen Geschmack, bei minimalem Aufwand, wenn sie erst im Glas gelandet ist. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen einen guten Appetit.