Dienstag, 25. Juli 2017

Auberginen mit Granatapfelkernen und Walnusscreme

Ich habe vorher noch nie Granatäpfel gekauft, aber am Samstag gab es zwei Stück für einen Euro, da bin ich dann auch mal käuflich und mache verrückte Dinge. Außerdem soll ja laut Kalender Sommer sein und da möchte ich dann auch gerne sommerliche Küche machen, obwohl das Wetter im Moment nicht so richtig mitmacht. 



Zutaten:

2 Auberginen ca. 700 Gramm
Salz zum Entwässern
1 Granatapfel, davon 5 Esslöffel Kerne
100 Gramm Walnüsse
1 Knoblauchzehe
1 Prise Majoran
1 Prise Brotklee
1 Messerspitze Zimt 
Chiliflocken
1/2 Teelöffel Salz für das Dressing
Pfeffer nach Geschmack
1 Schuss Essig
100 Milliliter Wasser
Olivenöl reichlich

Am Sonntag saß ich nun da mit meinem Talent und meinen Granatäpfeln und hatte null Idee, was ich damit anstellen soll. Als erstes habe ich mir mal ein Youtube Video angeschaut, wie man die Kerne unfallfrei aus dem Teil bekommt. 



Ich beschreibe das hier, so gut ich kann. Also erstmal den Granatapfel halbieren


Dann die Granatapfelhälfte rundherum an der Schale massieren, damit sich die Kerne lockern. 


Das konnte ich jetzt nicht richtig fotografieren, weil einem auch als Eltern keine zusätzlichen Arme wachsen. Man muss die Granatapfelhälfte ÜBER die Schüssel halten und mit dem Kochlöffel von oben auf den Granatapfel klopfen. Dann fallen die Kerne von ganz alleine und restlos aus der Granatapfelschale raus. Das ist einfach und geht recht schnell. Wenn es nicht so recht weitergehen will, einfach noch mal die Schale massieren. Daran erkennt man die geübte Ehefrau. 


Von den Granatapfelkernen braucht man später 5 Esslöffel. Das weiß ich deswegen, weil ich immer noch nicht wusste, was ich damit anstelle, auch wenn ich jetzt weiß, wie man sie aus der Frucht bekommt. Ich gehe dann immer zielsicher auf die Seite von Essen und Trinken, weil die nicht solche Schimpansenrezepte haben, wie z.B. Chefkoch, oder Lecker. Da habe ich dann dieses arabisch anmutende Rezept gefunden. 


2 Auberginen in Scheiben schneiden, die ungefähr so dick sind, wie ein kleiner Finger


Die Scheiben auf einem Brett auslegen. 


Auberginenscheiben leicht salzen und 20 Minuten stehen lassen, damit sie entwässern. Es geht das Gerücht, dass Auberginen sonst dazu tendieren bitter zu schmecken. Das kann ich zwar nicht bestätigen, aber wenn ich ein Rezept schon mal nicht selbst entwickel, dann halte ich mich auch an die Regeln.  


In der Zwischenzeit mache ich so eine Art Dressing, mit dem die Auberginen später gefüllt werden. 


1/2 Teelöffel Salz


1 Knoblauchzehe


1 Prise Majoran


1 Messerspitze Zimt, jetzt auch als Löffelspitze


1 Prise Brotklee, auch Bockshornklee genannt.


1 Schuss Essig nach Mütze, gerne auch eine Nummer besser, wie Weißweinessig. 


100 Milliliter Wasser


Jetzt sind alle Zutaten im Mixbecher. 


Jetzt schnell mit dem Pürierstab alle Zutaten zu einer Creme verarbeiten, die in der Wartezeit bis die Auberginen gebraten und abgekühlt sind, auch noch ein wenig anzieht, also dicker wird. 


Nach dem Probieren war ich mir sicher, dass da noch Chiliflocken fehlen, oder Pfeffer.


So das Dressing ist fertig, nun schnell Olivenöl in der Pfanne erhitzen, damit die Auberginen gegart werden können. 


Die Auberginen haben auf dem Brett merklich Flüssigkeit verloren


Ich habe das auf zwei Pfannenladungen verteilt und wenn ich nicht gerade fotografiert habe, einen Deckel über die Pfanne gelegt, damit das Fett nicht so rumspritzt. 


Auf mittlere Hitze runterdrehen, damit die Auberginen zu dunkel werden. 


Die Auberginen bleiben ca 10 bis 12 Minuten in der Pfanne, dann sind sie weich. Man wird dabei auch noch mal Olivenöl nachkippen müssen, damit das nicht so eine trockene Angelegenheit wird. 



Die gebratenen Auberginenscheiben abkühlen lassen. 


Danach werden die Auberginenscheiben mit der Walnusspaste bestrichen. 


Danach zusammenklappen und auf einem möglichst chicen Teller anrichten. 


Dann noch die Granatapfelkerne darüber verstreuen und für das Auge ein bisschen Grünkraut darauf verteilen. 


Farblich finde ich das ganz weit vorne und jetzt muss es nur noch schmecken. 


Meine Kinder waren natürlich wieder mal skeptisch, wie das mit den "Granatenkernen" schmeckt und mochten da nicht so richtig dran. Das seriöse Mitglied der Familienjury (meine Frau), bescheinigte dem Gericht echte Hitqualitäten. 


Das schmeckt schon sehr besonders. Die weichen Auberginen mit der würzigen Creme, die sehr nussig ist und dann der Zimt im Abgang. 


Das schmeckt auf jeden Fall nach Orient und nach Urlaub. Damit kann man eine Vorspeise, oder einen Zwischengang bestreiten. Das ist auch eine schöne Beilage zum Grillen, oder eine ausgefallene Komponente für ein Vorspeisenbüffet. Ich finde es jedenfalls richtig gelungen und habe mich damit selbst überrascht, weil das so normal nicht in meiner Geschmacksmatrix vorkommt.  



Dazu habe ich dann noch ein paar andere Salate gereicht, aber die zeige ich Euch in den kommenden Tagen.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

Montag, 24. Juli 2017

Oberkeule vom Huhn mit Honig und Soja - asia style

Das ist mal richtig lecker! Ich habe am Samstag meine Freundin Conny für vier Jahre nach Dublin verabschiedet und bei den letzten Malen gab es meistens Pizza, weil ich Gäste habe, die das immer von mir erwarten, weil das eine meiner Kernkompetenzen ist. Trotzdem und deswegen musste ich dringend ein wenig Abwechslung auf den Tisch bringen.



Zutaten für 4 Personen:

8-10 Oberkeulen vom Huhn
2 Esslöffel Honig
4 Esslöffel Soja
1 Finger Ingwer
1 Knoblauchzehe
3 Paprika
2 Zwiebeln optional
2 Peperoni
Salz
Pfeffer
Chiliflocken
Pflanzenöl

Beilagen 

Reis
Spitzkohlsalat asiatisch (anklicken)

Ich lasse mich ja gerne vom Angebot beim Einkaufen lenken, aber am Samstag wusste ich schon, dass es um 19 Uhr etwas zu essen geben muss und ich arbeite samstags bis 15 Uhr. Also danach schnell zum Mix Markt und da weiß man immer sicher, dass es irgendwas vom Huhn zu kaufen gibt. Ich hatte am Freitag in so einer Rezeptschwarte aus den siebziger Jahren ein asiatisches Rezept überflogen und da habe dieses Einlegen in Sojasoße und Honig gesehen. Das erschien mir genau richtig. Diesen ganzen Zirkus mit getrockneten Chinesenpilzen, Bambussprossen, Koriander usw. wollte ich gar nicht machen, aber schönes zartes Fleisch war genau nach meiner Mütze. 


Ich habe Oberkeulen vom Huhn genommen. Da ist nur noch ein Knochen dran, den man mit einem gezielten Schnitt gut entfernen kann. Die sind echt meine absoluten Favoriten, weil sie total zart werden, durch die Haut sehr saftig sind und die Knochen kann ich gleich noch zum Brühe kochen verwenden. 



Hier ist mein Brühetopf, den ich zeitgleich auf dem Herd stehen hatte, weil mein Brühevorrat gerade wieder rapide zur Neige ging. 


Die ausgelösten Oberkeulen in eine größere Metallschüssel geben. 


2 Esslöffel Honig


Ich habe mir auch noch eine neue Flasche Kikkoman Sojasoße mitgebracht, weil ich mir nicht sicher war, ob ich noch genug Soja zuhause hätte, aber da die Flasche noch genug Inhalt hatte, wollte ich die erstmal verbrauchen. Ich erwähne das extra, weil Kikkoman ein spezielles Brauverfahren hat und wohl die beste Sojasoße für vernünftiges Geld und ohne fragwürdige Zutaten ist. Bevor mir das wieder jemand wohlmeinend in die Kommentare schreibt, es ist mir bekannt und die angebrochene Flasche wird trotzdem leer gemacht...


Conny sagt, dass sie keine Zwiebeln verträgt, also verzichte ich schweren Herzens darauf hier mindestens zwei Zwiebeln zu verballern. 


Salz und Pfeffer in Maßen, weil Soja auch schon salzig genug ist und weil es lustiger ist, noch ein paar Chiliflocken.


1 Freilandknoblauch zerkleinern


Knoblauch kommt auch in die Schüssel


Alle Zutaten miteinander verrühren.


Ich habe Lust auf richtig Geschmack bekommen und schäle einen Ingwerfinger.


Ingwer in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls zum Fleisch geben.


Einer geht noch. Zwei Peperoni wollen auch mal verbraucht werden. Das Fleisch mindestens 20 Minuten marinieren lassen. Eine Nacht im Kühlschrank wäre noch besser. 


3 Paprika vom Deckel befreien


Paprika entkernen und in feine Streifen schneiden.


Pflanzenöl im Wok erhitzen.


Zuerst auf der Hautseite anbraten, damit das Fett rausgeht und das Fleisch zart wird.


Nach 4 Minuten umdrehen und noch einmal 4 Minuten von der anderen Seite anbraten. Man muss das Fleisch in zwei Gängen anbraten. Sonst ist es im Wok zu voll. Ofen auf 80 Grad einstellen und das Fleisch zwischenlagern, bis das Gemüse fertig im Wok gegart wurde. Wer keinen Ofen hat, kann das Fleisch auch in Alufolie einschlagen. Nebenbei solltet Ihr jetzt auch Reis kochen. 


Wenn das Fleisch fertig gebraten ist und im Ofen lagert, kommt das Gemüse in den Wok. Den Rest der Marinade aus der Schüssel, in dem das Fleisch mariniert wurde, zum Gemüse geben und die Paprika 10 Minuten mit Deckel auf dem Wok anbraten


Eine meiner zahlreichen Töchter, lungerte schon gleich bei mir am Herd rum, um mir zu erzählen, wie doof das mit den Paprika ist und dass das gar nicht schmecken kann. Ich habe dann mal eben ein Stück Fleisch aufgeschnitten. 


Das war so zart, dass ich sie mit einem Besen vom Herd wegfegen und ihr dabei den Mund zuhalten musste, damit sie ihre Geschwister nicht noch zum Probieren an den Herd beordert, nachdem sie das ganze Fleisch in 15 Sekunden aufgegessen hatte. War also doch nicht so schlimm... und gleich will ich noch gaaaaanz viiiiiiel davon haben...  


Gemüse ist fertig, also noch schnell das ganze Fleisch wieder in den Wok geben und alle Zutaten vermischen. 


Dann kann jetzt serviert werden, oder Ihr haltet es auf kleinster Flamme warm und esst erstmal die Vorspeise. Am besten ist sowas aber immer, wenn man es sofort serviert, wenn der Garpunkt perfekt ist. 


Als Beilage gibt es einen asiatischen Spitzkohlsalat mit Reisessig


Den kann man gut vorbereiten oder parallel zur Zubereitung der Oberkeulen schnippeln und marinieren


Zeit zum Anrichten. 


Fleisch aus dem Wok holen, mit einem scharfen Messer gegen die Fleischfaser aufschneiden. 


Reis auf den Teller geben. Gemüse und Soße darüber löffeln



Das geschnittene Fleisch darauf drapieren


Noch ein bisschen Grünkraut als Deko


Schon kann der Glutamatchinese an der Ecke, oder der Lieferdienst einpacken. 


Ich bin ja nicht so der Freund der asiatischen Küche, aber das ist wirklich total lecker. Sehr zartes Fleisch, sehr würzig mit der Sojasoße und dem Honig und überraschend rund mit dem Ingwer. Die Peperoni habe ich so groß gelassen, dass man sie nicht essen muss, wenn man sie auf dem Teller findet, die geben nur einen guten Gesamtgeschmack, wenn man nicht darauf beißt. .


Wer noch mehr Chinesenchichi braucht, kann von Morcheln bis Kreuzkümmel, Koriander und allem Schingpeng dazu würzen. Ich nicht... 


So lasse ich mir asiastisch jedenfalls gefallen und die Oberkeulen vom Huhn sind sowieso über jeden Zweifel erhaben, weil sie so vielseitig verwendbar sind und immer gut schmecken. 


Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.