Dienstag, 31. Mai 2016

Spargel auf Salat mit Pflaumendressing

Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Spargelzeit endet in knapp vier Wochen und ich habe gestern 5 Kilo Beelitzer Spargel für 10 Euro bekommen. Damit ist dann auch schon wieder geklärt, was es in dieser Woche vor allem zu essen gibt. Meine aufrichtige Entschuldigung an alle Spargelhasser, beschwert Euch bei meiner Frau. Ich habe für Euch eine total abgefahrene Soßenkombination entworfen, die aber wunderbar funktioniert.



Zutaten für vier Personen:

1 Kilo Spargel
4 Tomaten
1 Eisbergsalat
150 Gramm Rucola
Salz
Pfeffer
Zucker
Limette

Pflaumensoße: 

1 Handvoll getrocknete Pflaumen
Brandy
Salz
Pfeffer
Wasser

Salatdressing:

100 Milliliter Pflaumensoße
100 Milliliter Pflanzenöl
50 Milliliter Essig
Salz
Pfeffer
Zucker
100 Milliliter Spargelwasser aus dem Topf zum Spielen


Spargel an den Enden abschneiden und mit dem Sparschäler von den Schalen befreien.


Als erste Amtshandlung machen wir eine tolle Pflaumensoße. Ich habe mir am Samstag auf dem Foodblogday eine ganz tolle Veranstaltung mit kalifornischen Trockenpflaumen angeschaut. Damit ich habe schon immer gerne gearbeitet, aber das hat mich dazu inspiriert, diese Zutat ganz schnell aus der Gruft zu holen und auch in die Sommerküche einzubauen. Ja, ich weiß, wir haben noch Frühling.


Brandy in den Topf kippen, ungefähr so dass sie zur Hälfe bedeckt sind


Topf auf Temperatur bringen, dann mit Wasser auffüllen, bis die Pflaumen bedeckt sind. Das ist dann ein gutes Flüssigkeitsverhältnis, damit am Ende eine dichte Soße entsteht, die man immer weiter verarbeiten kann. 


Salz, Pfeffer zum Würzen


Auf kleiner Flamme 20 Minuten köcheln lassen, bis die Pflaumen gut weich geworden sind.



Dann mit einem Pürierstab pürieren.



Die Pflaumensoße ist ansatzweise pikant und macht das, was Ihr von Ihr verlangt. Sie kann süßer, oder salziger, oder schärfer sein, so wie Ihr sie würzt. Der Brandy ist darin sehr elegant und gibt eine leckere Note, ohne fuselig zu wirken.


Ich habe meine Frau gefragt, willst du ein Schnitzel, aber die Dame des Hauses verneint und möchte nur Salzkartoffeln mit ordentlich Butter zum Sättigen haben. Deswegen erwähne ich die hier nur am Rande und zeige sie nie wieder im Zusammenhang mit diesem Rezept.


Hier kommt mein neues Schätzchen, der Bräter von diePfanne.com . Ich habe sonst ja immer so einen emaillierten Trompetenblechbräter in Verwendung, aber das hier ist dagegen Lichtjahre entfernt. Beschichtet und im Vergleich zu meinem alten Bräter, sehr schwer anmutende Qualität im positivsten Sinne. Im Frühjahr ist keine besondere Zeit für Schmorgerichte, aber zum Spargelkochen haben sich solche Bräter bei mir seit Jahren bewährt. 


Mit kaltem Wasser füllen


Ordentlich Zucker ins Wasser geben, das unterstreicht den Geschmack des Spargels.




Salz etwas weniger als Zucker


Den Bräter auf zwei Herdplatten stellen, oder Ihr habt so einen Angeberherd, der so eine ovale Herdplatte für einen großen Bräter hat? Dann das Wasser für den Spargel darauf erhitzen.



Wenn das Wasser kocht, den Herd niedriger einstellen, das Wasser soll nicht mehr kochen, wenn der Spargel im Wasser liegt. Je nach Dicke der Spargelstangen 12 bis 15 Minuten im Wasser lassen, oder nach persönlichem Geschmack. Deckel auf den Bräter legen und den Herd machen lassen.


Jetzt fangen wir schon mal mit dem Salatdressing an.


100 Milliliter von der eingekochten Pflaumensoße in einen Mixbecher geben


100 Milliter Pflanzenöl


50 Milliliter Essig


Einmal richtig mit dem Zauberstab durchmischen


Das finde ich immer geil anzuschauen, wie die Soße mit dem Zauberstab emulgiert und man zieht dann einfach nur noch den Zauberstab nach oben.


Abschmecken, ich brauche noch ein wenig Salz und Pfeffer


Augen auf, hier kommt frischer volkseigener Rucola aus Mandys Garten in Rüdersdorf. Den kann man nicht besser kaufen, als frisch aus der Erde. Wer die Chance hat, sollte den echt anbauen. Schmeckt total nussig und pfeffrig und ist deutlich knackiger, als gekaufter Rucola. 


Eisbergsalat schneiden.


Muttis Kartoffeln, die ich hier entgegen anderer Aussagen doch noch mal zeige. Die kann man auch am nächsten Tag noch gebrauchen, deswegen habe ich sowas immer gerne vorrätig.


Jetzt noch schnell anrichten


Eisbergsalat und Rucola auf dem Teller drapieren.


Das Dressing ist mir noch zu dick, um es über den Salat zu geben.


Deswegen habe ich vom Spargelwasser aus dem Kochtopf ca 100 Milliliter abgenommen. Das nimmt das Spargelthema auf, hat Würze vom Salz und dem Zucker und dem gekochten Spargel


Das Salatdressing noch einmal kurz aufschlagen


Beim Abschmecken darauf achten, dass das Dressing genug Salz und genug Säure hat.


Dressing auf dem Salat verteilen, nicht zu großzügig sein, damit es den Salat nicht erschlägt.


Ein paar Spargelstangen darauf verteilen.



Noch ein wenig Dressing über den Spargel geben.


Im Prinzip bin ich durch, aber dann habe ich mir gedacht, dass das auf dem Foto noch nach gar nichts aussieht, weil ein Farbtupfer fehlt. Deswegen lege ich noch Tomatenschiffchen dazu.


Damit es optisch noch interessanter wird, verteile ich ein paar Spritzer der Pflaumensoße über den Spargelstangen. 


Anrichten ist sicherlich nicht meine Stärke, aber ich arbeite daran. Ich war am Wochenende auf dem Foodblog Day und hatte dort Gelegenheit, mit einer sehr netten Fotografin zu sprechen, die ausgerechnet Maggiprodukte in Szene setzt, aber auch sehr gut. Ich habe mir vorgenommen, Ihre Ratschläge so gut es geht in die Tat umzusetzen. 


Das ist eine total leckere Variante, um Spargel vegetarisch zu genießen. Ich will es nicht beschreien, aber könnte auch glatt vegan geraten sein. Knackiger Rucola und Eisbergsalat, dezent gegarter Spargel mit einem tollen Pflaumendressing, das dazu wie die Faust aufs Auge passt. Das ist eine Vorspeise, eine Beilage, ein Zwischengang, oder so wie bei uns ein Hauptgang an einem knallheißem Tag.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Montag, 30. Mai 2016

Veganer Weichkäse aka Cashewcreme

Ich habe hier immer noch ein paar vegane "Käseköstlichkeiten" in der Pipeline. Die bereite ich nach und nach zu, weil ich einfach wissen möchte, wie Käse ohne Käse schmeckt, ob ich das mag, ob es sich lohnt Euch das zu zeigen und um mich generell mit dem Thema Essen zu beschäftigen. Das ist schließlich mehr als nur satt zu werden, sondern der Genuss sollte dabei auf keinen Fall zu kurz kommen. Bei meinem letzten "Käseexperiment" habe ich Milch verwendet, aber dieses Mal habe ich mich einfach daran gehalten und diese Weichkäsealternative, komplett vegan gemacht. Das ist eine gute Basis, für viele Geschmacksrichtungen und Varianten, auch für Nichtveganer.



Zutaten:

30 Gramm Hefeflocken
150 Gramm Cashewkerne
1 Zwiebel
1 Knoblauch
400 Milliliter Wasser insgesamt
3 Teelöffel Agar Agar (Geliermittel ohne tierische Bestandteile)
Pflanzenfett zum Ausstreichen der Form



30 Gramm Hefeflocken abwiegen


150 Gramm Cashewkerne


200 Milliliter Wasser abmessen.


Eine Zwiebel und einen Knoblauch abziehen.


Knoblauch zerkleinern


Zwiebel zerkleinern.


Zwiebelstücke und zerkleinerten Knoblauch in den Mixbecher mit dem Wasser geben.


150 Gramm Cashewkerne


30 Gramm Hefeflocken


Ich habe für solche Aktionen meinen Esge Zauberstab, aber es geht natürlich auch eine entsprechende Küchenmaschine, oder ein Pürierstab


Die Zwiebel und der Knoblauch müssen gaaaaanz fein püriert und die Cashewnüsse bei der Gelegenheit gemahlen werden. Das ganze soll dann auch noch mit den Hefeflocken und dem Wasser vermischt werden. Ganz schön was zu tun für das Gerät. 


Zur Grundwürze gebe ich jetzt noch einen Teelöffel Salz hinzu. Wenn der "Käse" später fertig ist, schmecken wir aber noch mal ab und jeder kann dann noch nach Geschmack nachwürzen


200 Milliliter Wasser in einem Topf erhitzen


Drei Teelöffel Agar Agar dazu geben. Das ist ein pflanzliches Geliermittel, ohne tierische Bestandteile wie bei Gelatine, die wohl hauptsächlich aus Tierknochen gewonnen wird. Agar Agar wird aus Algen gemacht. Ich nehme das zwar nicht ausschließlich, wenn ich mal Unterstützung beim Gelieren brauche, aber bin damit immer sehr zufrieden.


Das Wasser dickt beim Erwärmen schnell an, es soll aber nicht kochen.


 Wenn das Wasser andickt, kommen die zerschredderten Zutaten aus dem Mixbecher in den Kochtopf


Sieht voll "appetitlich" aus, ist aber 100 % vegan.


Den Herd auf mittlerer Hitze halten, damit die Zutaten sich gut miteinander verbinden, wenn die Masse anfängt zu blubbern ein wenig runterdrehen und im Topf in Bewegung halten, damit nichts am Boden anbrennt. Merke, veganer "Käse" braucht keine Röstaromen


Das ist gerade eine neue Macke von mir, wenn man irgendwelche Massen einkocht und dabei andickt, dass ich einfach sporadisch den Zauberstab mitlaufen lasse. Ich habe das Gefühl, dass es dann luftiger und eleganter in der Konsistenz wird. Darauf bin ich beim Puddingkochen gekommen.


So ähnlich verhält es sich auch beim veganen Streichkäse herstellen.


Hier sieht man die kleinen Blubberblasen und dass es angedickt ist. Dann ist die vegane Käsemasse gut und kann zum Auskühlen und durchhärten in einer Form umziehen und muss kaltgestellt werden. Vorher probieren wir aber noch schnell, ob die Würzung passt und ob genug Salz drin ist. Normal sollte das aber gut sein, weil die Hefeflocken als Geschmacksverstärker fungieren.


Ich nehme eine Steingutform, weil die bei aller bescheidenen Optik, auf Fotos immer noch besser aussieht, als eine Ikea Gefrierdose. Damit sich die Masse hinterher auch wieder gut aus der Form löst, streiche ich sie vorher mit Pflanzenfett aus. Ich erhöhe auf ohne Palmöl, liebe Tierfreunde und Menschenhasser, denn im Zweifel rette ich dann lieber doch gleich die ganze Welt inklusive Regenwald.


Der vegane Streichkäse soll drei Tage im Kühlschrank durchkühlen, bevor man den zum ersten Mal serviert. 


Ich mache den Streichkäse ganz pur. Der bietet sich aber dafür an, in alle Richtungen gepimpt zu werden. Man kann nach dem Kochvorgang Schnittlauch, oder Pfefferkörner, dazu geben, oder vorher blanchierte, oder mit Röstaromen versehene Gemüsesorten wie Paprika, oder Zucchini. Ein paar frische Gemüse als Deko schaden jedenfalls auch nicht, wie in diesem Falle Salatgurke und Tomate. Darüber noch ein wenig Salz und Pfeffer und frischen Schnittlauch geben. Das Brot röste ich vorher im Toaster, damit es schön knuspert.


Der vegane Streichkäse schmeckt wirklich sehr gut und rund im Geschmack. Ich probiere den jetzt gerade beim Schreiben noch einmal, um auch nichts zu vergessen. Die Zwiebeln, Cashews und der Knoblauch sind toll zusammen. Diese Hefeflocken sind in meinen Augen Fondor für Nahrungsverweigerer und machen einem die Geschmacksnerven dumm, weil sie ALLES gleich schmecken lassen. Dafür werde ich mir noch mal was einfallen lassen, entweder frische Hefe, oder einfach weglassen und anders für Aroma sorgen. Das was sonst in dem veganen Streichkäse drin ist, schmeckt ja auch von Haus aus nach irgendwas. 


Das mit dem Begriff Käse in Verbindung zu bringen sind auch ziemlich große Stiefel, die kein Produkt ausfüllen kann, das nicht das ist, was es vorgibt zu sein. Ehrlicher wäre es, wenn man es nur "veganen Brotaufstrich mit Cashew plus X" nennen würde. Solche Ersatzprodukte scheitern nämlich irgendwie an der Erwartungshaltung, die man an ein Produkt hat das Käse genannt wird, aber eben überhaupt nichts mit Käse gemeinsam, was die Zutaten und die Zubereitung betrifft. Wer ficken sagt, meint auch nicht wichsen. 


Für das was es ist, schmeckt es aber wirklich hervorragend, ist aus vernünftigen Zutaten mit Liebe gemacht. Wenn Ihr also auf der Suche nach einem Streichkäse ohne Käse seid, irgendwas veganes für Euch oder jemanden, der Euch am Herzen liegt, zubereiten möchtet, dann ist das genau richtig. Wer einfach mal ohne besonderen Grund probieren möchte, wie das schmeckt und da ergebnisoffen ist, dem wird das auch schmecken. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.