Sonntag, 31. Januar 2016

Latte macchiato - what else?

Was will der Glatzkoch jetzt schon wieder? Latte macchiato kennt doch jeder? Wenn dem so wäre, dann würde es nicht so nen Schrott in Tüten oder noch schlimmer in Alukapseln  geben, der auch auf den Namen hört. Latte macchiato ist italienisch für "gefleckte Milch" und wird "makjato" ausgesprochen und NICHT "matschato", oder in Sachsen "Lodde modschadööö".


Zutaten:

Espresso oder Mocca
Milch, Fettgehalt egal
evtl. ein Spritzer Zitrone, oder Limette

Ich habe keinen Vollautomaten für Kaffee und auch keine Siebträgermaschine, sondern bereite meinen Espresso mit einer Bialetti Imitation von Ikea zu. Die wird auf den Herd gestellt und dann steigt das heiße Wasser auf und brüht den Espresso. Das ist schon eine Nummer härter als Omas Krönung als Filterkaffee, aber ich stehe nun mal auf den richtigen Geschmack. Mein Geheimtipp für einen richtig schmutzigen Kaffee, wenn es kein Espresso ist, mit Ecken und Kanten, zum korrekten Preis, ist der Edel Mocca von Schirmer Kaffee. Ich habe den bislang immer nur bei Kaufland gefunden. Den Mocca habe ich irgendwann mal für meine Frau ausgegraben, als ihr in einer Schwangerschaft der normale Kaffee nicht mehr schmeckte und seitdem darf es kein anderer mehr sein. 


Während der Kaffee gebrüht wird, parallel die Milch erhitzen, bis ca 70 Grad. 


Hier ist die Schlagscheibe meines Zauberstabes. Ihr könnt natürlich auch einen normalen Milchschäumer benutzen.


Die warme Milch in einen Mixbecher kippen und dann den Zauberstab einfach nur in den Becher stellen und mit 19000 Umdrehungen drehen lassen. 


Wenn die Milch schaumig wird, einfach den Stab hochziehen und nach oben weiter schäumen. Je geringer der Fettgehalt der verwendeten Milch ist desto fester wird der Schaum. Je fetter die Milch ist, desto cremiger wird er. Mit einem Spritzer Zitrone wird auch fettere Milch zu festem Schaum. Das schmeckt auch extrem gut.


Habe ich schon erwähnt, dass ich sowas eigentlich gar nicht trinke? Erstmal finde ich diese Pseudos peinlich, die sich das irgendwo nach dem Motto bestellen, "Hallo Bedienung mach' mir mal ne Latte" und für gewöhnlich trinke ich nur Espresso pur. Ich mache Latte macchiato nur, um meine Ehestute milde zu stimmen, weil sie so gerne ihren Kaffee genießt. Bevor ich Kinder hatte, habe ich dieses Gebräu eigentlich immer nur FoKa genannt. Ich werde jetzt nicht sagen, was das voll ausgesprochen heißt, aber umschreibe die Bedeutung mal vorsichtig als Kaffee, den nur Frauen trinken und das Fo vor dem Kaffee umschreibt ein weibliches Geschlechtsorgan. Ich habe ich gerade noch einmal rückversichert, dass man Fotze wirklich mit F schreibt und nur gelegentlich mit V, sagt Wikipedia ;-). oops... ähm... Latte macchiato. 


Geschäumte Milch in ein größeres Glas schütten.


Kaffee aus der Kanne in die Milch gießen.


Der gemeine Italiener dreht sich jetzt schon wieder im Grab um, weil ich die Latte macchiato nicht so aufgieße, dass es drei Schichten gibt. Bin ich Barista? Mutti bekommt irgendwas schaumigeres als einen Milchkaffee, also macchiato.


Weil ich mich davon überzeugen wollte, wie gut der Milchschaum ist, habe ich mir einen Espresso macchiato gemacht, also einen Espresso mit einer Milchschaumhaube. Der schmeckt mal richtig gut und ich habe noch einen Spritzer Limette dazu gegeben. Sehr geil. Nachdem ich jetzt endlich eine Kaffeemühle habe, werde ich jetzt auch mal frische Kaffeebohnen verwenden. Ganz übel finde ich Kaffeepads, weil die nur so fiese dünne Brühe abgeben und am fiesesten sind diese Alukapseln. Mehr Umweltfrevel geht ja wohl kaum noch, als diesen Sondermüll zu produzieren. Teurer geht es pro Kilo auch nicht. Latte macchiato als Instant Version aus der Tüte geht auch gar nicht, das muss ich nicht weiter erklären, oder?


Die Dame des Hauses fragt mich jetzt jeden Abend, ob sie noch mal so eine Latte macchiato haben kann. Schmeckt also und ist überhaupt nicht schwer und ohne Maschine zu machen. 


Weil ich jetzt jeden Abend sowas zaubern muss, habe ich dieses Mal auch extra die drei Schichten gemacht, die sich nicht miteinander vermischen sollen. Oben den Schaum, dann die Schicht Espresso und unten die Milch. Das bestimmt man über die Kaffeemenge und wie man die in die Milch einfließen lässt. 


Viel Spaß beim Nachschäumen und guten Durst.

Samstag, 30. Januar 2016

Zitronencreme mit dem Zauberstab

Wieso kauft man sich einen Rührstab für 335 Euro? Deswegen!
Drei Grundzutaten und zwei Minuten Arbeit, für unvergleichbare Ergebnisse.




Zutaten:

200 Milliliter Zitronensaft
2 Eiweiß
2 Teelöffel Puderzucker
Minzblatt (außer Konkurrenz)


Zitronensaft in den Mixbecher geben.


Zwei Eiweiß trennen und zum Zitronensaft kippen.


Schlagscheibe montieren


Zauberstab auf den Boden des Mixbechers stellen.


Stufe 2 mit 19000 Umdrehungen pro Minute drehen lassen. Einfach in paar Sekunden in der Position verweilen, bis die Masse steif wird


Zauberstab langsam hochziehen und durch die Luft die man mit der Schlagscheibe unter die Masse schlägt, das Volumen auf circa die 5-fache Menge bringen


Schnell in große Kelche umfüllen und für das Auge noch jeweils ein Minzblatt darauf dekorieren.


Da hält die Mutti das Glas auch mal freiwillig in die Kamera. 


Geiles Zeug, richtig luftig. So sauer, dass man wieder Jungfrau wird und gleichzeitig auch süß durch den Puderzucker. Sowas gibt es eigentlich nur im Sternetempel, jetzt auch beim Glatzkoch. 


Frau Glatzkoch sagt, gar nicht schlecht für einen Pürierstab. Margarete (4) nachdem sie die Vorführung fast zwei Stunden lang auf der grünen Woche angeschaut hat, "Mama, das ist kein Pürierstab, sondern ein Zauberstab". Ich breche echt ab...


Geld zählen, Zauberstab von Esge kaufen und sich Kochkompetenz holen, die man sich nicht erkochen kann, weil man dafür die Hardware braucht. Den Zauberstab gibt es schon unter 90 Euro in der einfachen Version und ich bin mir sicher, dass man das auch mit anderen Geräten kann. Ich habe Euch hier mal eine Suche angehängt, falls Ihr auch so ein Höllengerät haben möchtet. Von Bodum unter 70 Euro mit 20000 Umdrehungen


Viel Spaß beim Nachrühren und einen guten Appetit.

Freitag, 29. Januar 2016

Gefüllte Weinblätter selbst gemacht

Davor hatte ich richtig Respekt und habe mich deswegen lange gedrückt, das endlich mal selbst zu machen. Gefüllte Weinblätter, auch bekannt als Dolma, Dollma, Dolmades, Dolmadakia. Da spielt jedes Land mit, das am und um das östliche Mittelmeer, oder am Schwarzmeer gelegen ist. Gefüllte Weinblätter sind ein echter Vorspeisenklassiker und bei mir vegetarisch. Um es gleich vorweg zu nehmen, das ist total einfach und somit jede Form von Angst total unbegründet. Man kann nicht viel falsch machen.



Zutaten:

400 Gramm Weinblätter
400 Gramm Reis
2 Limetten
Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Esslöffel frische Minze
2 Teelöffel Dill
4 Lauchzwiebeln

Tzaziki:

1/2 Salatgurke
2 Töpfe Quark a 200 Gramm Fettgehalt egal
2 x Naturjoghurt á 150 Gramm
1 Zwiebel
1 Knoblauch
Salz
Pfeffer
Zucker
Limette
Dill
Schnittlauch

Deko:

Tomaten
Gurken

Ich kenne Dolmades seit meiner Jugend von Besuchen in griechischen Restaurants und mochte die schon immer sehr gerne. Ich habe keine Ahnung wieso ich gedacht habe, dass die schwierig selbst zu machen sein könnten, denn die Zutatenliste ist überschaubar. Ich habe mir das sehr fummelig vorgestellt, aber das ist wirklich einfach, wenn man sich erstmal ein wenig eingerollt und sein persönliches Tempo ermittelt hat. 


Ich habe natürlich keine frischen Weinblätter frisch von der Rebe bekommen. Diese habe ich bei einem türkischen Lebensmittelladen gekauft. Wenn man nicht gerade in Hoyerswerda wohnt, sollte es mittlerweile aber einfacher sein einen türkischen Lebensmittelladen zu finden, als eine deutsche Bratwurstbude.


Die Blätter müssen erstmal vorsichtig auseinander gezogen werden.


Lauchzwiebeln schneiden.


400 Gramm rohen Reis abwiegen


Reis mit den geschnittenen Lauchzwiebeln vermischen. Ich habe dafür eine Gefrierdose benutzt


Den Saft einer Limette, oder Zitrone über dem Reis ausdrücken.


Salz und Pfeffer zum Würzen nehmen. 


Minze hacken


Die kommt zusammen mit dem Dill auch zum Reis


Noch einen Schuss Öl darüber geben.


Die Blätter werden einzeln gefüllt.


1 Blatt auf eine Unterlage legen. 


Mit einem Esslöffel den Reis auf das Blatt häufen.


Blatt an beiden Seiten einknicken und über die Reisfüllung legen.


Wenn beide Seiten des Blattes über der Füllung liegen, kann man mit dem Einrollen beginnen.


Hier wird gerollt.


Das ist nicht schwer und dauert auch nicht lange. Das war meine größte Befürchtung, dass der Reis dabei rausfallen könnte.


So sieht ein fertig gerolltes Weinblatt aus. Das darf nicht zu fest gerollt werden, weil der Reis jetzt noch roh ist und beim Kochen später aufgeht. Deswegen nur so fest rollen, dass das Blatt verschlossen ist, aber nicht auf Spannung einrollen. Sonst hat man die Gefahr beim Kochen, dass der Reis aufquillt und das Blatt zerreist.


Die fertig gerollten Dolmadakia kommen in einen möglichst großen Topf und werden dicht an dicht gelegt und hinterher gestapelt.


Das geht gut von der Hand und hat meditativen Charakter, wie Nudeln mit der Hand zu rollen.


Wenn Ihr alle Weinblätter verbraucht habt, den Topf mit Salzwasser aufgießen, noch eine Limette darüber auspressen und einen ordentlichen Schuss Olivenöl dazu gießen. Bitte daran denken, dass der Reis noch aufquillt und somit Wasser wegnimmt. Ich würde ca 2 cm höher Wasser in den Topf geben, als die Dolmades hoch sind.


Damit sich die Dolmades beim Kochen nicht öffnen, werden sie mit einem Teller beschwert. Dann den Topf auf den Herd stellen und das Wasser zum Kochen bringen. Anschließend den Herd merklich runterdrehen, dass es nur noch leicht simmert. Deckel auf den Topf legen und 50 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch mal schauen, ob noch genug Wasser im Topf ist, damit unten nichts anbrennt und ausreichend Wasser da ist, um vom Reis aufgenommen zu werden. Was ganz am Ende noch an Flüssigkeit da ist, wird die Marinade. Ich bin mit dem Topf von der größten Herdplatte auf die kleinste umgezogen, als das Wasser einmal gekocht hat.


Während die Dolmades auf dem Herd stehen, kümmere ich mich um mein "Tzaziki". Das wird eigentlich aus griechischem Joghurt gemacht, aber ich hatte keines. Deswegen kommt hier einen Version, für die man sich auch nicht schämen muss. 


Gurke schreddern, Zwiebel zerkleinern, Knoblauch hacken


Salz, Pfeffer, Zucker zum Würzen. 


2 Packungen Quark und 2 Becher Joghurt verrühren.


Den Saft einer Limette darüber auspressen.


Schnittlauch und Dill für die Frische benutzen.


Die Zutaten miteinander verrühren. Schmeckt echt Hammer. Voll knofig, zwiebelig und toll mir der Limette.


Nach 50 Minuten kommt der Topf vom Herd.


Die Rollen sind schön aufgegangen, ein Großteil der Flüssigkeit ist im Reis gelandet


Nun noch schnell die Teller dekorieren. Ich war noch nie in Griechenland, aber hier werden beim Griechen die Teller immer mit Gurkenscheiben und Tomatenschiffchen dekoriert. Das hat in Griechenland bestimmt noch nie jemand gesehen, oder?


Darf ich noch mal eben auf die neue EOS Kamera hinweisen. Da kann man die gefüllten Weinblätter fast vom Foto essen. 


Nun noch meinen Tzaziki auf den Teller geben und mit einem Minzblatt für eine gepflegte Optik sorgen.



Geiles Zeug, die Weinblätter haben noch ein wenig Biss, die Reisfüllung ist angenehm weich und total voller Geschmack von der Limette, den Lauchzwiebeln und den Gewürzen. Dazu noch ein frisches Brot und ein paar Salate, das ist echt DER Knaller schlechthin. Ich glaube das ist eine Idee für das kommende Wochenende, wenn wir Gäste haben. 


Da waren alle Befürchtungen wieder mal total umsonst und es ist wirklich leicht von der Hand gegangen und entschädigt mit einmalig tollem Geschmack. Ich bin wirklich begeistert.



Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.