Montag, 19. Dezember 2016

Hühnersuppe mit Curry

Das ist eine echte Kindheitserinnung, aus dem Gedächtnis gebastelt. Ich habe dafür keine Referenzen, aber würde sagen, dass sowas aus den siebziger, oder acht achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts sein müsste. Höchstwahrscheinlich auch noch aus der Tüte von Zamek, oder ersatzweise aus einem der Lokale, in die man am Sonntag von den Eltern geschleppt wurde, damit die Mutter am Wochenende nicht kochen musste. So eine Suppe habe ich jedenfalls immer gerne gegessen und als ich da mit meinem Suppenhuhn aus der Hühnerbrühe stand, kam mir spontan die Idee, für so eine Perle auf dem Teller.


Zutaten für vier Personen als Vorspeise, oder Zwischengang:

200 - 300 Gramm Huhn (bio)
1, 5 Liter Hühnerbrühe mit bio Huhn (anklicken)
2 Zwiebeln
1 Peperoni
0,2 Liter Sahne
2 Esslöffel Curry
1 reife Banane
Reis 1/2 Tasse
Salz
Pfeffer
Schnittlauch

Ich habe mir kurz vor Weihnachten den Luxus gegönnt eine Huhn in Bioqualität zu kaufen. Das mache ich auch nicht bei jeder Gelegenheit, aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich das gerade zahlen kann, oder das für gutes Karma brauche, dann scheue ich mich nicht, den Mehrpreis zu zahlen. Ob das besser schmeckt oder nicht, müsste man in einem Blindtest feststellen, bei dem man erst von beidem isst und hinterher sagen sollte, ob es bio oder konventionelles Fleisch gewesen ist. Ich denke es sind Nuancen und ich kann aus beidem etwas machen, aber das ist einfach für das gute Gefühl, wenn man es in bio Qualität verwendet.


Das Fleisch habe ich in einer Hühnerbrühe in zwei Stunden bei niedriger Temperatur gesimmert.


Hier ist die Fleischausbeute aus der Brühe. Ich teile es auf mehrere Gerichte auf, nehme weniger Fleisch pro Portion, dann kostet es schon nicht mehr so viel mehr. Ich habe aus dem Huhn ein Frikassee, eine Hühnersuppe, Brühegläser abgefüllt und eingekocht, als Suppen und Soßenbasis, sowie diese Hühnersuppe mit Curry daraus gemacht. 



Zwei Zwiebeln häuten und zerkleinern.


Brühe erhitzen. Die habe ich mir noch aus meinem großen Topf umgefüllt, in dem ich die Brühe gekocht habe. 


Zwiebeln in die Suppe geben. Da ich die Suppe hell haben möchte, brate ich die Zwiebeln nicht an. 


Ich trockne gerade ein paar irrwitzig scharfe Peperoni. Die sind richtig heftig. Davon werfe ich auch eine in die Suppe


Eine richtig braune Banane. Die schmecken dann ausgesprochen süß und nach Banane. Man würde die so nicht mehr normal essen. Zum Backen oder kochen ist die dann genau recht. 


Suppe zehn Minuten kochen lassen, damach mit dem Pürierstab bearbeiten


Danach ist die Banane weg, die Zwiebeln zerkleinert und die Peperoni pulverisiert.


Nun braucht die Suppe noch ein bisschen Zeit zum Einkochen und soll sahniger werden.



Deswegen 0,2 Liter Sahne in die Suppe kippen


Die Suppe wieder aufkochen


Jetzt kommt der Reis in die Suppe. Ich habe eine eine Wildreismischung, die laut Packung zwischen 15 und 20 Minuten braucht, bis sie gar ist. Dann wissen wir also jetzt auch schon, wie lange die Suppe ab jetzt noch auf dem Herd steht.


1/2 Tasse Reis. Wer mehr will, nimmt halt mehr. Ich muss es ja auch immer noch für Euch gut aussehen lassen, deswegen immer bescheiden mit der Zutatenmenge


2 Esslöffel Curry


Ich weiß, Curry ist kein Gewürz, sondern eine Gewürzmischung und man kann sich das selbst zusammenstellen. Ja, kann man... macht doch! ;-) 


Danach bekommt die Suppe auch schon eine charakteristische gelbe Currysuppenfarbe,


Das Fleisch habe ich vom Suppenhuhn ausgelöst. Ihr könnt natürlich auch das ganze Suppenhuhn zerpflücken und 7 Liter Hühnersuppe mit Curry machen, aber die Lebenswirklichkeit ist jenseits von silbernen Hochzeiten und wenn Weihnachten 16 Mann am Tisch sitzen eine andere. Da ist man froh, wenn man 1,6 Kilo Huhn hat und die immer wieder neu aussehen lassen kann, ohne das Gefühl zu bekommen, es gibt immer das gleiche Lied auf dem Teller. Deswegen kleine Portionen und immer was anderes.  


Mit einem scharfen Messer das Fleisch gegen die Faser schneiden. Das ist total zart und das wird nur zum durchwärmen in die Suppe gelegt, aber nicht mehr mit großer Hitze gekocht. Dann bleibt es auch so zart.




Die Konsistenz der Suppe ist jetzt sahnig-cremig.


Nun das Fleisch in die Suppe geben, Temperatur auf das Minimum reduzieren


Die Suppe noch drei Minuten ziehen lassen und in der Zwischenzeit noch ein wenig Grünkraut schnippeln. Ich habe Schnittlauch genommen und sogar frisch. Bitte probieren, ob die Suppe geschmacklich alles hat, Salz und Pfeffer probierenen, eventuell nachpfeffern und nachsalzen.



Dann kann es losgehen. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, weil ich die Suppe schon immer so gerne mochte, dass das eine Vorsuppe zu Weihnachten sein könnte, oder generell in der kalten Jahreszeit. 


Vor dem Servieren noch Schnittlauch für die Frische und den Geschmack darüber streuen. Sahnehaube geht auch, ist aber nicht so meine Welt. Dann geht es los.


Die Süße der Banane ist der Knaller, die Schärfe der Peperoni ist stimmig und zu ertragen. Meiner Frau hat es auch nicht aus den Ohren geraucht. Die Kombination mit dem Curry ist toll und die Suppe ist sehr sahnig und schön im Mund. Ich esse ja eher selten Suppe, aber die ist wirklich klasse und davon würde ich freiwillig auch öfter mal essen. 


Der Aufwand hält sich in Grenzen. Die Brühe ist schon da, weil die irgendwann vorher mal zwei Stunden vor sich hingesimmert hat. Das Fleisch ist vorher auch schon da, siehe oben. Für den Gang schneidet man nur die Zwiebeln und zerkleinert nur die Bananen, als frische Zutaten und wirft die Peperoni in den Topf, Sahne in den Topf zu kippen, ist auch keine Höchstleistung. Das ist echt erträglicher Aufwand. Zeitfaktor entspannte 45 Minuten. In der habe ich noch eine klare Hühnersuppe für den mäkeligen Teil der Familie gekocht (kommt) und das Frikassee angesetzt. Das ist also keine Entschuldigung für eine Tütensuppe, egal wie das Leben so spielt. Die Entscheidung warum man in dem Moment nichts gescheiteres aus dem Hut zaubern kann, hat man schon vorher gefällt.


Suppenkasper zu Suppenliebhabern machen, so geht es.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.



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