Mittwoch, 9. November 2016

Kuchen mit Lebkuchenboden

Manchmal reicht ein Satz meiner Frau, um mich zu neuen Rezepten zu inspirieren. In diesem Fall hat sie gesagt, dass es draußen ungemütlich ist. Weil sie beim Essen sehr jahreszeitlich orientiert ist, weiß ich dann, dass ich bei den Gewürzen wieder den Baukasten für die kalte Jahreszeit auspacken kann. Für mich bedeutet das Lebkuchengewürz, Zimt und dergleichen, was man eben nicht mit Sommer, Sonne und Sonnenschein in Verbindung bringt.  



Zutaten für eine runde 28 cm Springform:

Kuchenboden:

300 Milliliter Mehl
4 Esslöffel Zucker
150 Milliliter Pflanzenöl
2 Eier
Lebkuchengewürz nach Geschmack, aber mindestens eine Messerspitze
4 Esslöffel gemahlene Mandeln
1 Teelöffel Natron
1 Spritzer Zitrone oder Limette

Kuchendeckel:

350 Milliliter Mehl
1Ei
100 Mineralwasser
100 Milliliter Pflanzenöl
100 Millilter Zucker
1 Päckchen Backpulver
Vanille aus der Mühle
1 Spritzer Zitrone oder Limette

Glasur:

250 Gramm Puderzucker
1 Teelöffel Zimt
30 Milliliter Wasser

Füllung:

350 bis 400 Milliliter Pflaumenmus, gerne selbst gemacht (anklicken)

Der Kuchen soll einen mürben Boden haben, der geschmacklich an Lebkuchen erinnert, wird mit Pflaumenmus gefüllt, bekommt einen deutlich luftigeren Deckel und wird dann mit einer Zimtglasur bestrichen.

2 Eier aufschlagen


4 Esslöffel Zucker. Unten seht Ihr, wie ich mir das Rezept für später zum Dokumentieren merke. Das gibt es ja vorher noch nicht und ich muss wissen, welche Mengen ich Euch aufschreibe. Ich versuche das immer ganz einfach zu halten und möglichst auch so, dass man ohne zu wiegen auskommt.  Deswegen gebe ich Milliliterangaben an, damit man es mit einem großen Kaffebecher (300 ml), oder einem Litermaß abmessen kann. 


150 Milliliter Pflanzenöl, weil man das mit einem Esslöffel besser verrühren kann als Butter, die bei mir immer aus dem Kühlschrank kommt. Ich besitze gar kein Handrührgerät und die olle Wiegerei hat mich immer vom Backen abgehalten. Traditionelle Bäcker schütteln da gerne mal den Kopf, aber hier ist eben das Kochen (und Backen) für Doofe. Das heißt für mich auch Hemmschwellen abzubauen und aus Backnieten und Backverweigerern Bäcker zu machen, so einfach wie es irgendwie geht. 


Alles in eine Rührschüssel geben


300 Milliliter Mehl abmessen. Das stellen wir erstmal zur Seite.


Zuerst die Eier, mit dem Zucker und dem Öl mit einem Esslöffel verrühren.


Wenn sich das miteinander verbunden hat, kommt nach und nach das Mehl in die Schüssel



So lange rühren bis keine Klumpen mehr im Teig sind, dann wieder Mehl nachkippen. 


Ich habe die Lebkuchengewürzzutaten auch einzeln zuhause, aber es war schon wieder nach Mitternacht und ich wollte die nicht mehr einzeln aus meinen mindestens 50 Gewürzpackungen raussuchen. Deswegen habe ich die fertig gemischt genommen.  


Mindestens eine Messerspitze davon nehmen, ich tendiere eher zu einem Teelöffel, bin aber auch ein Freund des kräftigen Geschmacks.


Weiter mit dem Esslöffel den Teig verrühren.


Nun noch die gemahlenen Mandeln unterrühren.


Ich habe 4 Esslöffel genommen



1 Teelöffel Natron unter den Teig rühren und einen Spritzer Zitrone, damit das Natron arbeitet.


Den Ofen schon mal auf 180 Grad bei Elektro einstellen mit Ober- und Unterhitze, oder Stufe 4 im Gasofen.


So sieht der fertige Teig für den Boden aus. Man könnte den jetzt wie Mürbeteig eine Stunde in den Kühlschrank stellen, aber ich habe keine Zeit. Deswegen rolle ich den eigentlich zu weich aus und sorge halt dafür, dass er nicht an der Rolle kleben bleibt. 


Mehl in die Form stäuben


Teig in die Springform legen.


Teig von oben bemehlen, damit er nicht an der Teigrollen kleben bleibt.


Ich habe extra eine kleine Teigrolle, damit kann ich bis an die Ränder ausrollen. Dann kommt der Boden in den Ofen. Bei Elektro sollten 20 Minuten reichen, bei Gas 25 Minuten. 


Während der Boden im Ofen backt, kümmern wir uns um den Teig für den Deckel.


Der Teigdeckel ist ein klassischer Rührkuchen, ohne viele Extravaganzen, der soll nur ordentlich aufgehen. . 


1 Ei aufschlagen. 300 Milliliter Mehl


100 Milliliter Mineralwasser.


100 Milliliter neutrales Pflanzenöl, wie Rapsöl, oder Sonnenblumenöl


1 Päckchen Backpulver


Vanille aus der Mühle


Alles ist besser als künstliches Vanillin aus der Tüte. 


1 Spritzer Zitrone oder Limette, damit das Backpulver was zu tun bekommt.



Teig mit dem Esslöffel verrühren, bis keine Klumpen mehr zu sehen sind. 


Das passt gut, der Boden ist nämlich gerade fertig gebacken.



Den Boden aus der Form auf eine Tortenplatte umlagern.


Die Backform brauche ich nämlich schon wieder für den Kuchendeckel. Der Ofen bleibt auf 180 Grad / Stufe 4 stehen


Rührteig einfüllen und die Form für 30 Minuten in den Ofen stellen. 


Bämm, schon fertig gebacken und auch ganz gut aufgegangen. 


Hier kommt mein selbst eingekochtes Pflaumenmus aus frischen Pflaumen eingekocht. Könnt Ihr anklicken. Falls Ihr die Saison verpasst habt, habe ich hier auch noch ein Rezept für Pflaumenmus aus getrockneten Pflaumen (anklicken). Es geht natürlich auch mit gekauftem, aber von mir erwartet ja immer jeder Purzelbäume. Ja, ja, die Geister die ich rief...


Nur echt mit dem "P" für Pflaume


Pflaumenmus verstreichen. Ich bin nicht bis an den Rand gegangen, damit es nicht aus dem Kuchen quillt.


Wenn der Kuchendeckel in der Backform ausgekühlt ist, kommt er auf den mit Pflaumenmus bestrichenen Boden. 


Passt wackelt und hat Luft.


Jetzt noch schnell die Glasur anrühren. 


250 Gramm Puderzucker.


1 Teelöffel Zimt


2 Esslöffel Wasser auf jeden Fall, dann umrühren und schauen, dass die Glasur klumpenfrei ist. Wenn die Glasur dann zu fest zum Verstreichen ist, noch ein bisschen Wasser dazu geben. Insgesamt maximal 3 Esslöffel.


Verrührt 


Mit einem Esslöffel auf den Kuchendeckel löffeln und mit dem Löffelrücken verstreichen.


Da müsst Ihr schnell sein. Nach zehn Minuten ist die Glasur steinhart und lässt sich nicht mehr auf dem Kuchen verteilen. 


Jetzt kommt der Anschnitt.


Noch ein bisschen Pflaumenmus auf dem Teller ausbringen.


Der Lebkuchenboden ist am ersten Tag noch recht knusprig und wird dann mit jedem Tag ein wenig weicher, wie das bei Lebkuchen üblich ist. Meine Frau und meine Kinder fanden das sehr lecker, deswegen musste ich den Kuchen rationieren, damit er bis Mittwoch gereicht hat. (Jetzt backt gerade ein Mandelkuchen).


Ihr wollt wissen, wie der Kuchen schmeckt, oder? Der Boden nach Lebkuchen, dann kommt eine tolle Schicht mit dem selbst gemachten Pflaumenmus, bedeckt von einem Kuchendeckel aus Rührteig, glasiert mit der Zimtglasur, die den Kuchen auch über ein paar Tage saftig hält. Da werden alle Geschmacksnerven angesprochen. Eine meiner besseren Kuchenerfindungen, wenn ich das selbst beurteilen müsste.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.



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