Dienstag, 8. November 2016

Hähnchenkeulen Thüringer Art

Wieso heißen die Hähnchenkeulen nach Thüringer Art? Weil ich sie von der Würzung wie Rostbrätel gemacht habe. Ich musste das Gericht spontan aus dem Hut zaubern, sonst könnte man die Hähnchenkeulen auch noch eine Nacht in der Marinade im Kühlschrank lagern, aber meine Kinder waren am Samstag beim Einkaufen nicht mehr zu bremsen und bestanden SOFORT darauf, dass es noch am gleichen Abend Hähnchenbeene bei uns gibt.



Zutaten für 4 Personen:

2 Kilo Hähnchenkeulen
1/2 Esslöffel Salz
nach Geschmack Pfeffer
1 Esslöffel Paprikapulver
5 Zwiebeln
1 Knoblauch
Senf
0,3 Liter Bier optional
Brühe am besten selbst gemacht


Beilage:

Kartoffelpüree

1 Kilo Kartoffeln
1 Esslöffel Meersalz zum Kochen
Salz zum Nachwürzen
Pfeffer
100 Gramm Butter
Muskatnuss 
Grünkraut als Deko

Ich nehme meine Kinder jeden Samstag mit zum Einkaufen. Die drei die schon sprechen können, haben mittlerweile auch Ihre eigenen Ideen und bringen die ein. Weil Kinder beim Essen häufig ziemlich pienzig sind, nehme ich die Vorschläge dann auch gerne auf, wenn nicht gerade jemandem einfällt, dass 5 Kilo Rinderfilet jetzt ganz toll wären. Mein nächster Gedanke gilt dann immer gleich Euch vor den Rechnern und obwohl ich schon 1100 Rezepte online habe, weiß ich immer noch ganz gut, was ich schon gemacht habe und was nicht. Da überlege ich mir dann, was ich damit machen kann, dass es hier noch nicht aufgetaucht ist und die Kinder es trotzdem essen.  


Schmoren ist für mich die einfachste Zubereitungsmethode. Ich lege keinen gesteigerten Wert auf eine krosse Haut, sondern für mich ist wichtig, dass das Fleich möglichst zart wird. Die optimale Kerntemperatur bei Huhn sind 82 Grad. Dann fällt das Fleisch von den Knochen und ist total zart, wie man sich das wünscht. 


Fleisch in der Pfanne, oder so wie bei mir im Wok anbraten. Herd auf der größten Platte auf volle Pulle stellen, Fleisch alle 3-4 Minuten weiter drehen. Ich habe mir jetzt angewöhnt für das Anbraten immer 20 Minuten einzuplanen. 


5 Zwiebeln häuten


1 Knoblauch ebenfalls häuten.


Wir sind immer noch beim Anbraten


Den Senf habe ich aus Rumänien mitgebracht und muss den mal in Action erleben, sonst hätte ich selbst gemachten verwendet. Der ist ziemlich harmlos und muss nicht nachgebaut werden, kann ich nach dem Test sagen. 


Senf zu den Hähnchenkeulen in die Pfanne geben.


Zwiebeln nur halbieren und Knoblauch grob zerkleinern. Das muss jetzt auch in den Wok.


Hier kann man jetzt ganz gut erkennen, dass das Anbraten Früchte trägt. 


Ich war mir beim Salz nicht so ganz sicher und habe einen halben Esslöffel Meersalz genommen. Nachsalzen geht ja später immer. 



1 Peperoni


 1 Esslöffel Paprikapulver


Ich habe im Moment Paprika edelsüß im Anbruch, hätte aber auch kein Problem mit scharfem Paprika.



Wenn das Fleisch gut angebraten ist, 0,3 Liter Brühe in den Wok geben.


Das habe ich jetzt nicht gemacht, weil die Kinder mitgegessen haben, aber wenn nur Erwachsene am Tisch gewesen wären, hätte ich noch 0,3 Liter Bier dazu gegeben. Dann wäre es typisch Thüringen.


Also Brühe und Bier in den Wok geben, 


Der Deckel auf dem Topf ist beim Schmoren das a und o, sonst wird es zäh. Wenn die Flüssigkeit köchelt, auf die kleinste Platte des Herdes umziehen und nur noch leicht simmern lassen. Mit zu hoher Temperatur zu arbeiten bedeutet bei Fleisch immer, dass es zäh wird. Muss ja nicht sein. 


Parallel dazu koche ich einen Topf mit einem Kilo Pellkartoffeln. 


Nach 45 Minuten Schmorzeit nehme ich das Fleisch aus dem Wok, um die Soße zu binden. Das Fleisch stelle ich so lange bei 70 bis 100 Grad in einer Ofenform in den Backofen


Hier sind die Pellkartoffeln nach dem Kochen.


Die Soße im Wok aufkochen und mit einem Esslöffel Speisestärke in Wasser aufgelöst andicken. 


Ein paar Tropfen Wasser auf die Stärke geben und klumpenfrei verrühren. 


Unter ständigem Rühren in die Soße einrühren, bis sie merklich andickt. Wenn Ihr zusätzlich noch das Bier genommen habt und mehr Flüssigkeit im Wok, dann kann es auch möglich sein, dass Ihr zwei Esslöffel Stärke zum Andicken braucht. 


Wenn die Soße gut ist, kurz abschmecken ob sie so schmeckt, wie Ihr die haben wollt und dann das Fleisch wieder in die Soße legen und auf der kleinsten Herdplatte bei wenig Hitze weitergaren. 


In der Zeit machen wir das Kartoffelpüree. Kartoffeln stampfen. 


100 Gramm Butter dazu geben und mit den Kartoffeln verstampfen. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen. 


Thüringen steht ja eher für einfaches deftiges Essen, deswegen habe ich da keine Sahne ans Püree gemacht. Hähnchenkeulen sind ja auch eher rustikal, da passt das Püree so derbe auch gut dazu.  


Ein bisschen Schnittlauch über die Hähnenteile geben. 


Einen Soßenspiegel auf dem Teller ausbringen, Kartoffelpüree dazu dekorieren. 


Hähnchenkeule dazu legen. Die Deko auf dem Püree sind Rettichsprossen. Die sehen gut aus und schmecken auch richtig gut. 


Dazu gab es noch einen Gurkensalat mit saurer Sahne


Das Fleisch fällt so vom Knochen ab, geschmacklich ist es ganz groß. Die Kombi mit dem Püree ist auch toll. Das kann man von Montag bis Freitag essen, aber auch am Wochenende. Damit blamiert man sich nicht bei der Familie und auch nicht bei Freunden. 



Wenn man Singlehaushalt, oder ein paar ohne Kinder ist, kann man das Gericht auch gut wieder aufwärmen, ohne einen Qualitätsverlust zu haben. Man muss die Fleischfaser nur wieder bis Kerntemperatur 70 Grad bringen


Bei mir am Tisch haben sich jedenfalls alle gefreut und meine  älteste Tochter hat beim Essen immer wieder gesagt, "Papa, die Hähnchenbeine sind wirklich vorzüglich".


Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Viel Spaß beim Nachkochen einen guten Appetit.

Kommentare:

  1. hmmm jetzt hab ich Hunger...und es ist 23.33 Uhr

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    1. bei uns hat kaiser*s bis 24 uhr geöffnet. wäre kein problem

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  2. Den Ausdruck "pienzig" find' ich witzig :-) Hier im Schwäbischen sagt man "schleckig" zum Wählerisch-sein beim Essen.
    Die Variante mit Senf und Bier wird demnächst ausprobiert.

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    1. schleckig klingt ja auch lustig. wenn man solche kandidaten nicht am tisch hat, ist es von außen ja auch sowieso lustiger, als wenn man mittendrin ist.

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