Sonntag, 9. Oktober 2016

Tzatziki, Zaziki, Tsatsiki, Cacik - Knoblauchalarm!

Das ist eine klassische und würzige griechische, oder türkische Joghurtsoße, die im gesamten Mittel- und Schwarzmeerraum verbreitet ist. Die ersten Erfahrungen damit, hat man in unseren Breitengraden und in meinem Alter, meistens beim Griechen über Gyros gemacht. 


Zutaten für 4 Personen:

500 Gramm schnittfester griechischer, oder türkischer Joghurt
1/2 Salatgurke
1/2 Limette oder Zitrone
1 Zwiebel
1 Knoblauch
Salz
Pfeffer
1 Schuss Olivenöl
1 Schuss Weißweinessig
Dill



Nach einem Besuch beim Griechen schnüffelte man dann immer an den Klamotten und konnte ganz deutlich den aufsteigenden Geruch von Knoblauch durch die Haut wahrnehmen, obwohl einem immer jemand erzählen wollte, dass frischer Knoblauch nicht riecht und dann man den Teil in der Mitte nicht verwenden solle. Habt Ihr schon mal granulierten Knoblauch verwendet? Ganz schrecklich und mit Iltisgarantie hoch zehn! Am nächsten Tag, macht jeder zehn Meter Sicherheitsabstand um einen herum und wer morgens noch nicht geduscht und auch nicht die Klamotten gewechselt hat, ist eine echte Herausforderung für seine Mitmenschen. Ganz schlimm, wenn man sich dabei auch noch mit Ouzo so richtig die Lampen ausgeblasen hat. Boah, oh Zeiten, oh Sitten.   500 Gramm Joghurt in eine Schüssel geben. Den Saft einer halben Limette, oder Zitrone darüber auspressen. Da drehen auf beiden Seiten schon wieder einige durch, wenn ich türkischen Joghurt für ein griechisches Zaziki verwende. Izmir egal! ;-) 


Ich mache hier nicht so eine Megamenge, an der sich jemand satt essen soll, sondern einfach eine kleine Beilage, um den griechischen Charakter eines Gerichts zu unterstreichen. Wer zu viert ist und weiß, dass irgendwer beim Zaziki richtig zuschlägt, verdoppelt einfach die Mengen.  

Hier ist die Wurzel allen Übels, Knoblauch. Ich nehme wie immer Freilandknoblauch, der ist ein bisschen milder, als die kleinen Zehen und leichter zu verarbeiten. Knoblauch häuten.


Knoblauch hacken


Knoblauch zum Joghurt geben


1 Zwiebel häuten


Zwiebel auf einer Reibe zerkleinern


Die Zwiebel möglichst fein zerkleinern


Die Zwiebeln kommen auch zum Joghurt.


Dill ist ein wichtiges Gewürz für Zaziki. Wer den frisch hat, ist ein glücklicher Mensch, ich habe den leider nur gefriergetrocknet


Salz und Pfeffer aus der Mühle


Jetzt noch je einen kleinen Schuss Weißweinessig und Olivenöl dazu geben.


Ich stand dann vor dem Topf und dachte, irgendwas fehlt noch....  Scheiße, die Gurke!


Eine halbe Salatgurke auf der Reibe zerkleinern


Gurke unter den Rest heben und noch einmal mit Salz und Pfeffer nach Geschmack abschmecken. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass einem im Laden alles Mögliche als Zaziki und griechische Art verkauft wird, wenn nur irgendein Milchprodukt und Knoblauchgeschmack dahinter steckt? Richtig ist jedenfalls griechischer Joghurt und kein Quark. Ich gebe zu, das weiß ich auch noch nicht so lange und hätte früher immer auf Quark als Basis für Zaziki getippt.


Ich habe letztens mal einen richtigen Lacher gehabt, als sich in einem Forum, in dem sowieso die Kulinarik nicht so richtig hochgehalten wird, jemand aufregte dass er sich griechischen Joghurt gekauft hätte und der schmeckte nach nichts außer nach Joghurt, als wenn das automatisch nach Zaziki schmecken müsste, nur weil griechisch auf der Packung steht. 


Zaziki ist ein toller Begleiter zu Fladenbrot, zu Salat, zum Grillen, zu Kartoffeln, zu Fleisch und überall wo Ihr es als passend empfindet. Schön frisch, mit angenehmer Säure und würzig, vom Salz und dem Pfeffer. Wenn das gut gemacht ist, wird es zu einer echten Delikatesse.


Beim Rezept gibt es mehr Varianten als Schreibweisen und dafür hat höchstwahrscheinlich jede Familie in Zazikigegenden ihr eigenes Rezept. Einer nimmt keine Zitrone, der andere noch Minze, der nächste entwässert die Gurken und schält die Schale ab. Alles machbar und Hauptsache keiner kommt auf die Idee, dafür die Tüte Maggifick für Zaziki zu benutzen. Ich weiß nicht, ob es das überhaupt gibt, aber ich verwette meinen begehrten Arsch, dass die dann auch Quark statt schnittfesten Joghurt nehmen.    


Wenn man das frisch herstellt, dann schmeckt es wie Sommer, wie Urlaub und wie das Leben ist schön. Da öffnet sich auch fast automatisch eine Flasche trockener Weißwein, oder ein kühles Bier dazu. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachschnippeln und einen guten Appetit.




Kommentare:

  1. Wir sind auch große Tsatsiki Fans. Hier noch unser Rezept:
    500 g Magerquark, 200 g fettarmer Yoghurt und 1/2 Becher Mascarpone verrühren. 1/2 Gurke raspeln und mit 1 Teelöffel Salz mischen und in einem Sieb abtropfen lassen. 2 Zehen Knoblauch klein würfeln, zum Quark geben, Pfeffer dazu geben und ganz wichtig! Sumach! Die Gurke dann gut ausdrücken und zuletzt zum Tsatsiki geben. Abschmecken! So wird das Ganze nicht zu flüssig und der Sumach gibt das originalaroma.

    Viel Spaß beim Ausprobieren

    LG

    Sylvia

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    1. hallo sylvia, das ist ja eine bunte mischung quer durch die kontinente. sumach kenne ich aus der persischen küche. das ist verdammt lecker

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  2. Mag schon sein, schmeckt aber genial, außerdem hab ich vergessen, dass da noch 2 EL Olivenöl rein gehören, am besten griechisches, damit das wenigstens ins Land passt *grins*

    LG

    Sylvia

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