Freitag, 21. Oktober 2016

Rindernacken geschmort - günstiger Rinderbraten

Nach meiner Rumänienreise hatte ich endlich mal wieder Lust auf richtiges Essen mit korrekten Garpunkten und ein wenig Liebe auf dem Teller. Meine Familie hatte meine Abwesenheit für einen Besuch in Hamburg genutzt und deswegen habe ich dann zur großen Wiedervereinigung auch an einem Donnerstag mal länger gekocht, als ich das an solchen Wochentagen zu tun pflege. Ein einfaches Stück Rindernacken, mit einer total leckeren Rotweinsoße auf Gemüsebett, durfte es zur Feier des Tages schon mal sein.




Zutaten:

1,5 Kilo Rindernacken
4 Zwiebeln
3 Möhren
1 Kohlrabi
2 Peperoni
1 Tube Tomatenmark 200 Milliliter
2 Knoblauchzehen
1/2 Esslöffel Salz
300 Milliliter Rotwein
5 Wacholderbeeren
3 Lorbeerblätter
500 Mililiter Brühe selbst gemacht
Schmalz zum Anbraten


Rindernacken ist ein einfaches Stück vom Rind. Bei Metro im Angebot kostet das so zwischen fünf und sechs Euro pro Kilo. Zum Kurzbraten ist es zu zäh, aber geschmort ist es wirklich klasse, wenn man sich an die Zubereitungsregeln hält.


Auch wenn ich überhaupt kein Mensch für die kältere Jahreszeit bin, habe ich mich darauf gefreut, mal wieder unkritisiert von meiner Frau Schmorgerichte machen zu können. Sobald draußen irgendwas blüht, höre ich mir nämlich an, dass sowas ein Herbst- und Wintergericht wäre. Ich weihe bei der Gelegenheit nämlich meinen Bräter von diePfanne.com zum Schmoren ein. Ich hatte bislang nur einen Bräter aus Trompetenblech von Kaufland und der Bräter von diePfanne.com, spielt in einer anderen Liga. Richtig schwer im Vergleich, zu dem was ich vorher benutzt habe. Das predige ich schon über 20 Jahre. Wenn irgendwas schmeckt, dann hat es Kalorien und wenn irgendwas taugen soll, dann wiegt es auch was. 


Schmalz im Bräter auf der größten Herdplatte erhitzen.


Hier sind die Zutaten für mein Gemüsebett.



Fleisch von allen Seiten anbraten, bis es gut gebräunt ist. 


Auf dem Foto vorher sieht man 2 Kohlrabi, aber ich habe mich entschieden, dass einer auch reicht. 


Rundherum mit dem Sparschäler die Schale abschälen und dann in dünne Scheiben schneiden. 


Das Fleisch regelmäßig wenden. Wie oft, hängt von der Temperatur ab, die der Herd vorlegt, aber mein Gasherd auf großer Platte gibt schon richtig Dampf. 


Ich habe alle 5 Minuten gewendet und komme so auf 20 Minunten Anbratzeit. 



Schale der Möhren entfernen.


Zwiebeln häuten (sieht man nicht auf den Fotos)



Herd läuft immer noch volle Pulle. Jetzt das Gemüse zum Fleisch in den Bräter geben.


1 Tube Tomatenmark


Das Tomatenmark im Bräter anrösten, bis das Tomatenmark die Farbe von rot auf braun wechselt. 


2 Knoblauchzehen häuten und in den Bräter geben.


2 Peperoni. Die sind eher gehtso scharf


Wenn das Tomatenmark braun wird kommt die Brühe in den Bräter


500 Milliliter selbst gemacht Brühe (wer hat)


300 Milliliter Rotwein 


Ein wenig Pfeffer aus der Mühle.


Wacholderbeeren und Lorbeerblätter



1/2 Esslöffel Meersalz


Jetzt den Deckel auf den Bräter legen und von der größten auf die kleinste Platte des Herdes umziehen.


Temperatur so einstellen, dass der Topfinhalt nur so leicht simmert, das Fleisch alle halbe Stunde umdrehen und dem ganzen drei Stunden Zeit geben.


Das ist nach einer Stunde.


Nach gut zwei Stunden setze ich meine Pellkartoffeln auf, um daraus ein Kartoffelpüree Transsilvanien zu machen. 


Dann sieht es im Bräter schon so aus. Wichtig ist, dass immer der Deckel drauf bleibt und nur zum Wenden geöffnet wird. 


Nach drei Stunden ist das Fleisch dann butterweich und vor dem Aufschneiden lasse ich es noch ein wenig ruhen.


Fleisch aus dem Bräter holen und in Alufolie einschlagen, dort ca 10 Minuten ruhen lassen. 


Ruhe sanft


Kartoffelpüree auf dem Teller anrichten. 


Ein bisschen Grünkraut zur Deko


Das Gemüse des Gemüsebetts sieht noch gut aus, weil nur mit wenig Temperatur gearbeitet wurde. Die Soße ist genau so, wie sie aus dem Bräter kommt. Keine weiteren Maßnahmen zum Andicken erforderlich. 


Dann das Fleisch dünn gegen die Fleischfaser aufschneiden und zum Rest auf den Teller drapieren. Noch ein wenig Soße dazu geben und fertig.


Die Soße ist ein Traum. Da musst ich gar nichts mehr machen, Nicht nachsalzen, nicht nachpfeffern, einfach so aus dem Bräter löffeln. Die schmeckt schön nach dem Rotwein und dem Tomatenmark und alle guten Zutaten der selbst gemachten Brühe, plus den Röstaromen, die das Fleisch beim Anbraten erworben hat. 


Irre, was man mit ein wenig Handwerk, Kochphysik und Liebe aus so einfachen Zutaten machen kann. Dafür liebe ich es zu kochen, denn das ist echt Lebensqualität, die sich jeder leisten kann. 


Je nach Fleischmenge, kann man das auch für zwei Tage vorkochen und am nächsten Tag braucht man nur eine Stunde im abgedeckten Bräter, den man dann auch einfach bei 100 Grad in den Backofen stellen kann und muss dann im Fleisch (beim Aufwärmen) 70 Grad Kerntemperatur haben, dann ist es wieder zart. Nicht mehr und auch nicht weniger. Nicht vor dem Aufwärmen in Scheiben schneiden. Das machen nur Deppen!


Auf jeden Fall hat sich die ganze Familie gefreut, dass wir nach über einer Woche wieder alle zusammen essen konnten. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Viele werden das nicht wissen, dass ich in Rumänien war und was ich dort gemacht habe. Ich war dort geschäftlich zum Quadfahren auf einem Herstellermeeting und habe für meine Freunde und Follower die ganze Reise in Berichten verfasst. Vielleicht habt Ihr ja Interesse eine Menge über Dreck und Matsch, schlechtes Hotelessen und 3300 KM auf der Balkanroute zu lesen?

Hier kommen die kompletten Folgen vom Anfang bis zum Ende:








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