Montag, 17. Oktober 2016

Glatzkoch in Rumänien - Tag 3, Teil 1

Willkommen beim letzten Tag meines Rumänienbesuchs, bevor es Montag wieder auf die Rückreise geht. Heute geht es mit anderen Quad und Side by Side Fahrzeugen als am Vortag, auf eine Feldpiste und dann anschließend noch über Wiesen und Wälder durch die Berge. 




Nachmittags sind noch über vier Stunden Schulung angesagt und abends das große Ratespiel an welchen Köstlichkeiten sich die Hotelküche vergehen kann.


Das ist der neue Can Am Maverick Turbo mit 150 PS. Den gibt es in drei Versionen mit Fahrwerken bis 24 Zoll Länge und in verschiedenen Spurbreiten. Damit bügelt man eine Menge Buckelpisten glatt wie einen Veloursteppich und schafft es von null auf 100 in 4,9 Sekunden. Auf Asphalt würde mich das auch interessieren, aber nee ich muss ja für Euch die Fotos im Gelände machen. 


Ich rätsel noch welche meiner Lebensweisheiten ich gerade bemühe, um damit nicht zu fahren? Es liegt irgendwo zwischen ich schaue mir keine nackten Frauen an, die nicht mit mir vögeln wollen und ich fahre keine Autos zur Probe, die ich nicht bezahlen kann. Könnte auch sein, ich habe keinen Bock auf den Dreck und ich bin mir nicht sicher, ob ich das Ding halten kann, was am Ende auch nichts Anderes bedeutet als a.) oder b.)


Die rumänische Mannschaft hat höchstwahrscheinlich die ganze Nacht mit einem Hochdruckreiniger an den Teilen gesessen, um sie vom Matsch und Dreck des Vortages zu befreien.


Dann kann es ja losgehen. Weil Sonntag ist, haben sich die rumänischen Guides auch richtige Can Am Bekleidung angezogen und die Jogginghose ist in der Wäsche. Die Gruppe hat sich aufgeteilt in die Maverickfahrer und die Quad und Side by Side Fahrer die durch die Berge fahren, während die andere Gruppe mit den Mavericks zu einer provisorischen Rennstrecke fährt.


Nach einem kleinen Stück auf der Straße und durch den Ort kommen wir auf einer Piste im Tal an. Die Fahrzeuge sind alle zulassungspflichtig und keines von denen hat ein Nummernschild. An den Bergen prangen unübersehbar Schilder, auf denen auch ohne Rumänischkenntnisse zu deuten ist, dass man da nicht langfahren darf. Die rumänische Gendarmerie, die unserem Tross aus acht Fahrzeugen entgegen kommt, grüßt alle freundlich mit Handzeichen. 


Es gibt zwei Mavericks, das neue Modell mit dem dreizylinder Motor und 150 PS und das traditionelle, auf dem Bild an zweiter Stelle zu sehen, mit zwei Zylindern und 130 PS. Der ist deutlich kürzer und dementsprechend im Gelände deutlich manövrierfähiger. Der neue Maverick ist so ein typisches Fahrzeug um in der Wüste, oder irgendwo in den Golfstaaten durch die Dünen zu fahren. Wenn ich im Gelände irgendwas gelernt habe, dann ist es dass man sein Straßenwissen einmal komplett in die Tonne treten kann. Ich bin ja immer so ein Verfechter von nimm immer den größten Motor, den man für das Modell bekommen kann. Auf der Straße ist das auch so, aber im Gelände sind die Fahrzeug dann immer deutlich schwerer und sprechen auch oft sehr ruppig und schlechter dosierbarer auf Gas an, als ein vermeintlich schwächeres Fahrzeug mit weniger Hubraum, das auf der Straße im Nachteil wäre, aber im Gelände mir vorher nicht bekannte Vorteile ausspielt. 


Das kann man auf den Fotos nicht so gut sehen, aber die Piste hatte auf den Geraden Spurrillen, in den Kurven ebenso und die waschen dann durch Befahren immer weiter aus. Man bekommt deswegen immer wieder stärkere Schläge ins Fahrwerk.  Auf der linken Seite anders als rechts und vorne anders als hinten. Das kann man sich als Autofahrer gar nicht vorstellen, wenn man sich schon aufregt, dass man das Radio lauter drehen muss, weil der Asphalt mal eine andere Oberflächenbeschaffenheit hat.  


Hier bedeutet das, dass man mit den Reifen in der Kurve gerade in einer Rille festhängt und durch die Spur gezogen wird, während die Fliehkräfte in der Messeinheit "G" noch ganz woanders hinwollen. Bei sowas kann man sich dann auch mal überschlagen, was durch den Überrollkäfig und die Sicherheitsgurte nicht schlimm ist, aber eben auch nicht Sinn der Sache. 


Es werden regelmäßige Fahrzeugwechsel gemacht, damit jeder mal die verschiedenen Fahrwerkslängen und Spurbreiten testen kann und dann eben noch den alten Zweizylinder gegen den neuen Dreizylinder.


Dort kann man die Auswaschungen in der Piste erkennen und dieses Phänomen, wie vorne und hinten und links und rechts gerade alle mit unterschiedlichen Tiefen und Winkeln beschäftigt sind, während es sich im Auto wie gleiten anfühlt. 


Die Stoßdämpfer verfügen über Ausgleichsbehälter, die die Wirkung der Dämpfer verstärken und unterstützen. Die werden bei einem Geländeritt knallheiß, daß man sie nicht mehr mit den bloßen Händen anfassen kann.

Ich finde das sieht auf der Geraden besser aus, weil ich auch lieber geradeaus fahre, aber mehr Dynamik hat so eine Kurvenfahrt. Ziemlich geil wie sich das Hinterrad auf den Innenseite anhebt.


Ach ja, hier ist die tägliche Stoßgaspfeife, die einen Keilriemen aufraucht, Auf der anderen Seite mit dem Guide. Da kommt dann in kurzer Zeit ein Abschlepper und schleppt das Side by Side ins Basislager und keine Stunde später läuft das Ding wieder. Mir erzählt jedenfalls in Zukunft niemand mehr was von gerissenen Keilriemen und wieso die nur so kurz gehalten haben...


Auf der kurzen Strecke erreichen die Fahrzeuge um die 85 km/h 


Da kann man sehr gut erkennen, wie sich das Fahrzeug auf der rechten Seit in die Spurrille gräber und links anfängt abzuheben. Wer da an der falschen Stelle bremst, oder Gas gibt, geht ab über den Überrollbügel. 


Danach sind wir dann mit den Fahrzeugen durch die Berge zu einer Skisprungschanze gefahren, an der wir die zweite Gruppe getroffen  haben, um mit denen die Fahrzeuge zu tauschen. 


Kann sich noch jemand an einen erfolgreichen rumänischen Skispringer erinnern? Danke der Nachfrage, aber sie haben sich stets bemüht.


Nun geht es weiter mit Outlander 570 und 1000 Quads, einem Commander und einigen Renegades, also Side by Sides durch die Berge. Das erzähle ich Euch in meinem nächsten Beitrag und dann erfahrt Ihr auch, wie Spitzenköche das Schusterhandwerk unterstützen und täglich neue Sohlen aus allen erdenklichen Fleischsorten herstellen. Ich muss jetzt schnell schlafen, weil ich auf die 1600 km von Brasov nach Berlin gehe und in weniger als 5 Stunden ist schon wieder wecken.


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