Dienstag, 6. September 2016

Weißkrautsalat sauer konserviert im Glas

Manche Rezepte schreibe ich nur aus reiner Boshaftigkeit. Das hier ist so eines. Herzlich willkommen beim spaßigen Schnelleinkochen, mit ohne kochen. Hier gibt es eine lustige Mischung aus Sauerkraut und haltbarem Krautsalat, der so schmeckt, wie meine Frau guckt. Süßsauer und mit leichter Schärfe im Abgang.



Zutaten:

1 Kilo Weißkohl
1 bis 2 Möhren
750 Milliliter Branntweinessig
250 Milliliter Wasser
2 Esslöffel Salz
5 Esslöffel Zucker
Kümmel
Pfefferkörner
Wacholderbeeren
Lorbeerblätter


Weißkohl in Streifen schneiden.


Die Streifen zu Stücken verarbeiten.


Weißkraut in eine Salatschüssel geben.



Ein bis zwei Möhren reiben.


Leicht salzen


2 Esslöffel Zucker, Pfeffer aus der Mühle


Kraut mit den Gewürzen vermischen und 24 bis 36 Stunden stehen lassen. Danach hat der Weißkohl eine Menge Flüssigkeit abgegeben und glänzt. Schmeckt so schon gut. Die Flüssikkeit kippen wir mit in die Gläser in denen der Salat "eingemacht" wird.


Den Weißkohl und die Möhre in leere Marmeladen-, Gurken- oder Bockwurstgläser stopfen. Nach oben zwei Zentimeter Platz lassen.


2 Esslöffel Salz


3 Esslöffel Zucker


Pfefferkörner


Wacholderbeeren


Lorbeerblätter


Kümmel


Das ganze Kräuter- und Gewürzgedöns in einen Topf geben und den Herd auf Volldampf stellen.


Wieder was gelernt wenn man liest. Essig ist in Literflaschen. Ich hätte lebenslang gewettet, dass es nur 0,75 Literflaschen wären. Ist mir beim Umfüllen in ein Litermaß aufgefallen. 


0,75 Liter Essig und 0,25 Liter Wasser in das Litermaß füllen.


Im Topf ist schon richtig Party und der Zucker fängt an zu karamellisieren. Die anderen Gewürze entwickeln noch ein schöneres Aroma beim Anrösten.


Wenn der Zucker sich aufgelöst hat, einfach die Essig-Wassermischung in den Topf kippen. Vorsichtig angießen und weil das im Moment so im Trend ist darauf hinzuweisen, keine Kinder am Herd haben, damit sich sie nicht verbrühen können, wenn die Zuckeratome wild aus dem Topf zischen. Alter, auf was man beim Kochen alles so achten muss... 


Der Zucker wird jetzt erstmal wieder fest von kalten Flüssigkeit, löst sich aber wieder durch die Wärme.


Jetzt den Topfinhalt zum Kochen bringen.



Wenn der Essigsud sprudelnd kocht, den Herd abstellen und die heiße Flüssigkeit in die Gläser kippen.


Darauf achten, dass die Flüssigkeit bis unten durchläuft und ca ein 1 cm zum Deckel Platz bleibt


Glas mit einem Handtuch festhalten (heiß) und die Deckel fest aufschrauben


Aus Protest die Gläser auf den Kopf stellen, auch wenn das bei den Einkochnazis in einschlägigen Foren total verboten ist, wegen der Giftstoffe in den Deckeln.  We don't need no water, let the motherfucker burn...


Über Kopf abkühlen lassen.


Test am nächsten Tag. Der Deckel knackt beim Öffnen, Bingo, also hat es ein Vakuum gezogen! Na, kann man die beiden Mittelfinger sehen? 


Damit es nicht so trist aussieht. schnell noch ein paar Tomatenschiffchen schneiden und ein bisschen Schnittlauch ausstreuen. Man kann das auch zu frischem Blattsalat servieren.


Geschmackstest, süß-sauer, eher sauer wie Sauerkraut, aber fester in Richtung Krautsalat. Total lecker, könnte man auch kochen und dann wie Sauerkraut servieren. Schmeckt aber auch kalt super und ist kalorienarm und in sofern auch für dicke Mädchen geeignet (achtung interner Witz). Durch das Konservieren und den Essig wird es eine Weile haltbar sein, aber mir fehlen noch die Erfahrungswerte und ob einem nicht nach drei Wochen die Gläser explodieren. Glaube ich aber ehrlich gesagt nicht. Bis dahin soll das aber auch schon aufgegessen sein. Jeder sollte es einmal so herstellen und dann beim nächsten Versuch die Geschmacksparameter in seine Richtung ändern. Wem das zu sauer ist, der nimmt mehr Wasser und weniger Essig, mehr Zucker, mehr Salz. Ihr wisst was ich meine. Die Idee an sich ist cool, Gemüse länger haltbar zu machen und wenn man mal einen Abend sagt, nee ich koche nicht, ich esse eine Scheibe Brot, Glas aufmachen und leckeres Gemüse dazu essen können. Danach kommt der Rest, falls es einen gibt, in den Kühlschrank.


Total lecker und wie vom Balkan. Dort leben ja auch ein paar Millionen Menschen, also kann es nicht giftig sein. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. Sehr interessant...ohne Essig wäre es wohl eine Art Kimchi, ...sehr gut für die Verdauung!

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    1. ja, mir fehlt bei sowas immer die zeit und wenn ich hier irgendwas offen stehen lasse, dann habe ich ne 100 % wahrscheinlichkeit, dass die kinder es umkippen

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