Samstag, 27. August 2016

Ricotta selbst gemacht

Ich finde es total klasse Dinge selbst herzustellen, von denen man immer geglaubt hat, dass man das nur fertig kaufen kann. Mir gibt das auch ein Gefühl für mein Essen und was ich auf dem Teller habe. Was man sich als Konsument gar nicht verdeutlicht, sind die großen Mengen Milch und/oder Sahne die gebraucht werden, um einen Topf Quark, oder ein Paket Butter herzustellen, wenn es handwerklich gemacht wird. Der Grund es zu machen erschließt sich einem sofort, wenn man das Endprodukt probiert hat. Das schmeckt sehr frisch und ist ohne irgendwelche Zusätze für Farbe, Streichfähigkeit, Standfestigkeit, Haltbarkeit. Ein herzliches Willkommen an die Freunde von what you see is what you get.... 



Zutaten:

2 Liter Milch, mindestens 3,5 % Fett
250 Gramm Schlagsahne
1 Teelöffel Salz
Essigessenz bis es bröselt


2 Liter Milch und 250 Gramm Schlagsahne auf den Herd stelle und unter ständigem Rühren erhitzen


Ich habe kein gescheites Thermometer, deswegen nehme ich mein Bratenthermometer, um die Temperatur zu ermitteln. Das mache ich aber auch nur beim ersten Mal. Wenn ich weiß, dass es funktioniert, orientiere ich mich lieber an Indikatoren, die man mit dem bloßen Auge sehen kann, wie aufsteigendem Schaum, oder ähnliche untrügliche Anzeichen.


Ich stelle mir schon mal ein bisschen Essigessenz zur Seite, das sind 30 Milliliter. 


Die Milch-Sahnemischung soll nicht sprudelnd kochen, aber schäumen und dampfen


Wenn es so weit ist, einen Teelöffel Salz in den Topf geben


Essigessenz einrühren und erstaunt verfolgen, wie sich die Milchsahne ruckzuck in flüssige und fest Bestandteile trennt.


Eine Minute weiter rühren und den Topf danach 2 Stunden, mit einem Handtuch abgedeckt stehen lassen.


Nun muss der Milchbruch von der Flüssigkeit getrennt werden. Ich habe eine Kombination aus einer Schüssel und einem dazu passenden Sieb. Das Sieb ist mit einem Leinenhandtuch ausgelegt. Man könnte auch eine Stoffwindel benutzen. (Am besten eine unbenutzte ;-) )


Den Topfinhalt in das ausgelegte Sieb gießen.


Nur für Euch habe ich meine Frau von der Nähmaschine gezerrt, damit sie das fotografieren kann. Festhalten und fotografieren zur gleichen Zeit kann ich immer noch nicht. 


Ich weiß, das ist so eine Frage wie beim Perfekten Dinner, sind die Nudeln selbst gemacht? Hier fragt jetzt gleich einer, was ich mit der Flüssigkeit gemacht habe. Nix!  Es war irgendwie halb zwei Uhr nachts und ich wollte nur noch den Ricotta in trockene Tücher bringen und wie man sieht, ist das auf dem Foto ziemlich feucht.


Den Ricotta eine halbe Stunde abtropfen lassen.


So sieht dann der fertige Ricotta aus.


Mit einem Esslöffel in einen luftdicht verschließbaren Plastikbehälter umfüllen.


So wie jenen.


Ricotta ist ein Frischkäse, den man auf Brot süß oder pikant gewürzt essen kann. Man kann damit auch Käsekuchen backen.


Ich habe natürlich auch gleich den großen Geschmackstest mit der ganzen Sippe gemacht.


Auf Weißbrot mit Salz, Pfeffer und Schnittlauch.


Schmeckt echt klasse und zu wissen, dass man das selbst gemacht hat, hilft bei der positiven Beurteilung auf jeden Fall. Ersatzweise einfach mal den Giftzettel des fertigen Kaufproduktes lesen, da wird garantiert mehr drin sein, als Milch, Sahne, Salz und Essig.


Der Ricotta hält eine Woche im Kühlschrank und den muss man wirklich mal ausprobiert haben


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.



Kommentare:

  1. Hallo Jörg,
    Wieder mal sensationell dein Rezept. Auch ist die Auswahl deiner Rezepte die du zur Verfügung stellst gigantisch. Hut ab Jörg. Mach weiter so ��. I'm lovin' it.
    Liebe Grüße Manuela Reiter (Maly auf FB)

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    1. danke. ich finde das toll solche produkte selbst herzustellen. es ist ja auch viel einfacher, als man selbst gedacht hätte.

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  2. Antworten
    1. Hallo Jörg,

      ich bin leider erst vor zwei Wochen auf Deine Seite gestossen, aber ich kann Dir jetzt schon ein Riesen-Kompliment machen!
      Absolut klasse Deine Seite!

      Den Ricotta werde ich im Laufe der Woche gleich selbst ausprobieren.

      Herzliche Grüsse aus München in die Hauptstadt :D

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    2. hallo sappralot, dann hast du ja noch eine menge rezepte zu lesen. die a-z rezepte rubrik hast du schon gesehen? viel spaß und schön, dass du da bist.

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  3. So ähnlich mache ich meinen Quark-Ersatz. Kann leider keinen Quark in Kanada kaufen. 2 - 3 l Buttermilch mit 3,5% Fett für 2 Stunden in den Backofen bei 100 Grad. Abkühlen lassen und dann ungefähr eine Stunde abtropfen lassen. Meine Jungs fordern Regelmäßig meinen Quarkkuchen ein, da mache ich schon 2 - 3 mal im Monat Quark.
    LG übern Teich, Heike

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    1. hallo heike, das ist ja verrückt. es gibt keinen quark in kanada? dann muss man damit doch milliardär werden können? cooles rezept. quark muss ich auch noch mal selbst machen, aber ich habe ich habe hier immer lagerprobleme und kann nichts kühl stellen, was nicht in den kühlschrank passt. der ist immer knallvoll und der keller ist feucht wie eine tropfsteinhöhle

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  4. Huhu Jörg, kann deine Erfahrung mit selbstgemachten Frischkäse nur bestätigen..... Wir mögen den auch gerne und ja, man braucht wirklich die Menge an Basismaterial, um diese Menge Frischkäse zu bekommen, aber es lohnt sich... :D haste jut jemacht :* liebe Grüße Katrin

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    1. danke liebe katrin, ich stelle das immer wieder fest, dass es die meisten sachen schon ewig gibt und die industrie gibt sich immer nur viel mühe so zu tun, als wenn irgendwas brandneu wäre, oder dass man es nicht selbst machen könnte. es gibt nichts besseres als frisch hergestellt. klar, mit milch von der eigenen kuh noch besser, aber wir sind ja nicht kleinlich

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