Dienstag, 16. August 2016

Kartoffel-Gurkensalat mit Brühe

Willkommen auf dem dünnen Eis beim Kartoffel-Gurkensalat mit Brühe. Ich werde den Teufel tun, den irgendwie regional zu benennen, denn schon alleine der Begriff Kartoffel-Gurkensalat mit Brühe, lässt alle jenseits der hochdeutschen Sprachgrenze in südlicher Richtung die Messer wetzen, also Schwaben, Bayern und Österreicher. Ich habe sowieso wieder alles falsch gemacht, denn die einen nehmen flüssige Butter statt Öl, die nächsten schälen die Kartoffeln nur rechts herum und entweder nehmen sie noch lauwarme Kartoffeln in warmer Brühe, oder oder oder. Ich arbeite mit sauberen und ordentlichen Zutaten, den Rest verbuche ich unter Folklore.


Zutaten:

1 Kilo Kartoffeln
1 Salatgurke
1 Zwiebel
Dill
Schnittlauch
Salz
Pfeffer
300 Millilter Brühe selbst gemacht
Essig
Pflanzenöl


Kartoffeln mit einem Esslöffel Salz als Pellkartoffeln kochen. Dazu hatte ich gerade letztens eine legendäre Korrespondenz, in der mir eine nach Schwaben zugezogene berichtete, dass sie von ein paar Eingeborenen ganz schief von der Seite angeschaut wurde, weil sie die Kartoffeln schon im Topf salzen wollte. Das ist dort scheinbar kurz vor Landesverrat, oder die Maultaschen mit bunten Smarties zu füllen.



Die Kartoffeln werden mit kaltem Wasser aufgesetzt. Wenn das Wasser kocht, die Uhr auf 20 Minuten stellen, je nach Kartoffelgröße. Das nenne ich mittlere Größe. Die Schale soll am Ende wellig und somit leicht zu entfernen sein.


Ich habe nicht viel Zeit gehabt, sonst hätte ich die Kartoffeln übernachten lassen, damit man sie besser schneiden kann (ich weiß, ist auch falsch). Die waren noch knapp lauwarm, als ich die Schale entfernt habe.


Weil die Kartoffeln noch nicht wieder so fest waren, als wenn sie bereits abgekühlt wären, habe ich den Eierschneider genommen, damit die Kartoffelscheiben ungefähr gleich dick werden (ist klar, auch falsch oder?)


Hier sind die Kartoffeln geschnitten, aber weil sie noch zu warm waren, kleben sie jetzt aneinander und werden sich erst wieder voneinander trennen, wenn man Flüssigkeit dazu gibt (mir ist schon klar, dass Ihr zumindest einen kennt, der sagt, dass das ganz anders gemacht wird.)  


Zwiebel zerkleinern. 


Damit die Zwiebel meinen Kindern nicht  so extrem auffällt, weil die schnell über Zwiebeln meckern, zerkleinere ich sie (die Zwiebel) für meine Verhältnisse sehr klein. Irgendwo in Schwaben zerfällt jetzt bestimmt jemand zu Staub, weil es keine Zwiebelringe, sondern leidliche Würfel sind und ja, ich habe sie vorher weder gebrüht, oder in Butter geschwenkt und ja, Ihr könnt das alle machen, wenn das Eure Oma auch so gemacht hat.


Die Brühe ist selbst gekocht und HIER ist der Link zu meinem großen Brühelexikon, denn DA bin ich extrem humorbefreit und laufe die Wände hoch, wenn ich gekörnte Brühe, oder solche überteuerten gekauften Schrottfonds sehe, in denen am liebsten noch Palmöl drin ist und nur irgendwelche Geschmacksauszüge von dem was drin sein sollte, aber nur geschmacklich imitiert wird. 


Dreihundert Milliliter dieses flüssigen Goldes, vermählen sich mit den anderen Kartoffelsalatzutaten. Wem dann einer abgeht, kann die Brühe auch noch erwärmen, aber ich habe Befürchtungen, dass mir dann die Kartoffeln auseinander fallen, deswegen kalt. Einen kleinen Schuss Rapsöl gebe ich jetzt auch noch dazu.


Jetzt kommt die Salatgurke. Dabei kann man auch ne Menge falsch machen. Ich habe erstmal Brainstorming gemacht, welche Fallstricke Schwabaysterreich mir so ausgelegt hat.


Die ersten heulen über den Glibber in der Gurke


Gurke halbieren, dann mit dem Teelöffel entkernen. Ich sehe ein, dass das deutlich besser schmeckt und weniger Flüssigkeit abgibt, aber innerlich mache ich irgendwie schon immer eine Faust, wenn ich ne halbe Gurke wegwerfen soll, für drei Punkte beim handwerklichen Geschick.


Es ist nicht so, dass man das nicht schon vor dem Halbieren machen könnte, aber mir ist es nicht eher eingefallen, dass ich jetzt gerade wieder die freie Auswahl habe, zwischen der Fraktion die sagt, unter der Schale sitzen die Vitamine und der handwerklich korrekten Fraktion die sagt, Schale muss ab.


Schale mit dem Sparschäler entfernen


Gurkenhälften in dünne Scheiben schneiden.


Ich nehme Branntweinessig. Das ist aber auch der Moment in dem viele Leute die Essigessenz nicht mehr nur zum Fensterputzen nehmen, sondern ausgerechnet für Kartoffelsalat. Macht doch alle was Ihr wollt. 


Dill dazu geben. Wer hat, nimmt frisch. Wer mein botanisches Talent geerbt hat, nimmt getrocknet. Schnittlauch auch drüber streuen und den Kartoffelsalat vorsichtig durchrühren, damit sich die Zutaten gut verteilen. Salz und Pfeffer aus der Mühle, wenn Euch beim Probieren noch irgendwas fehlt.


Bämm, Vatis Kartoffel-Gurkensalat frisch auf den Tisch


Sehr geil. sehr übersichtliche Zutaten, einfache Zubereitung und auf den Punkt gewürzt. Damit kann man alles bespielen. Wiener Schnitzel, Grillen, Maultaschen, Bockwurst und alles was Euch so dazu einfällt.


Bei mir ist der Kartoffel-Gurkensalat die logische Konsequenz weil ich zum ersten Mal Wiener Schnitzel mit Kalbsfleisch mache. Da soll der Salat dazu wenigstens so halbwegs stilecht sein.


Verpassen sie deswegen auf keinen Fall die nächste Folge und hören sie Margarete (noch 4) sagen, was soll das denn für ein Scheiß sein? Nur zwei Sachen auf dem Tisch? Wer soll davon satt werden?


Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.



Kommentare:

  1. Aber hast du die Gurke auch technisch korrekt vom Blütenende hin zum Stielansatz geschält? Sieht nicht so aus, Freundchen! Und dann auch keine Zitronen-, sondern eine Limonescheibe auf Schnitzel? Das geht ja wohl gar nicht! Und einen Eierschneider für Kartoffeln? Wen willst du hier eigentlich verarschen? Nicht mal einen richtigen Kartoffelschneider? Wohl auch keinen Thermomix. Alter ...

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  2. geil oder? westerhase, this is for you, for you, for you *träller*

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  3. Was mir immer wieder auffällt: wenn du Zwiebeln schneidest, (und hier sagst du noch, sie sind für deine Verhältnisse sehr klein) finde ich die immer zu grob :D

    Ist sicher alles Geschmacksache, oder es kommt auf dem Bild falsch rüber.. aber wenn ich mir vorstelle, dass da so große rohe Zwiebelstücke in nem Gericht sind, in dem Zwiebeln nicht die Hauptzutat oder eine bestimmende Zutat sind und ich dann aber draufbeiße, krieg ich Gesichtszirkus *g*

    Und dabei steh ich auf rohe Zwiebeln. Auf Mett, Matjes, Hering. Burger. Immer gern.

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    1. ich kann die zwiebeln irgendwie nicht feiner schneiden.

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