Mittwoch, 3. August 2016

Chutney aus Pflaumen

Die nächste Frucht, das gleiche Chutney. Jetzt ist Erntezeit und an jeder Ecke gibt es Obst frisch vom Baum zu pflücken, oder käuflich zu erwerben. Ich mache hier nur kleine Mengen, weil es nur Versuche sind, wie es schmeckt, aber wenn jemand von Euch einen Garten mit großen Mengen Obst hat und irgendwann alle Pflaumenkuchen gebacken, das Pflaumenmus gekocht, die Kompottpflaumen eingekocht sind, dann möchtet Ihr vielleicht noch mal eine Neuigkeit ins Programm aufnehmen? Chutney kommen aus der indischen und asiatischen Küchen und je nach Geschmack eher süß-sauer-scharf ausgelegt. 



Zutaten: 

400 Gramm Pflaumen
1 Zwiebel
1 Peperoni
Salz
Pfeffer
Zucker
Lorbeerblätter
Wacholderbeeren
125 Milliliter Weißwein
Essig
Zimt

Chutney ist eine tolle Begleitung zu Fleisch, Fisch, Gemüse, Kartoffelgerichten und eine totale Granate zum Grillen. Stellt Euch mal eine Batterie Chutneys statt der scheußlichen Fertiggrillsoßen vor? Größter Pluspunkt, da weiß man was drin ist. Womit wir beim Thema wären. Ich bin nicht soooo der Freund asiatischer und schon gar nicht indischer Küche. Ihr seid vollkommen frei, in das Chutney noch Koriander, Curcuma, Kreuzkümmel und andere subjektive worst case Gewürze zu verarbeiten.


Pflaumen halbieren und entkernen


Pflaumen in einen Topf geben und auf mittlere Hitze gehen


Schnell eine Zwiebel zerkleinern.


Die Zwiebel kommt auch in den Topf




Gut umrühren und für die Grundwürze an Salz, Pfeffer und Zucker sorgen. Nachwürzen geht immer, also nicht übertreiben.


Das ist keine Pflichtveranstaltung, aber ich mag darin gerne eine Peperoni mit ordentlich Dampf. Die Schärfe verfliegt noch ein wenig, aber ich finde, das verleiht dem Chutney noch ein bisschen Tiefe


Peperoni gewissenhaft zerkleinern.


Peperoni zum Chutney kippen.


125 Milliliter trockenen Weißwein


Lorbeerblätter und Wacholderbeeren


Nun die Flamme auf Minimum reduzieren und einfach eine Stunde Geduld mitbringen


Alle zehn Minuten umrühren


Den Sherry Essig von Hengstenberg, den ich eigentlich total scheiße finde, weil die bei Hengstenberg egal ob sie Gurken, Sauerkraut, oder Essig machen, einfach null Gefühl für ihr Produkt haben und das nur total sinnfrei sauer machen, habe ich hier zur letzten Chance vom Schrank geholt. Irgendeine innere Stimme hat mir eingeflüstert, das Zeug ist so mies, dass es hier schon wieder gut kommt.


Deswegen nehme ich nicht viel davon für die Säure, teste mich mit einem Esslöffel ran und nehme nach einer Geschmacksprobe noch einen zweiten. Was dieser Antiessig verdirbt, kann man mit Zucker wieder ausgleichen, es ist also nix verloren


Chutney eine Stunde einkochen lassen, alle zehn Minuten umrühren, Herd auf kleinster Flamme laufen lassen. Wenn Euch das zu schnell einkocht, auf eine kleinere Flamme / Herdplatte wechseln


Noch ein bisschen Zimt zum Abrunden verwenden


 Nach einer Stunde auf dem Herd ist die Konsistenz so dick, dass man weiß wenn das Chutney abgekühlt ist, dann ist es richtig fest. Jetzt noch mal die Geschmacksprobe machen. Fehlt Euch noch was? Salz, Pfeffer, Zucker?


Man kann das Chutney aus Pflaumen gleich heiß in ein Schraubglas füllen und mit dem Deckel verschließen, dann hält es auch außerhalb des Kühlschranks ein paar Monate, wenn der Deckel ein Vakuum zieht. Ansonsten ewig und drei Tage im Kühlschrank, wenn Ihr da immer einem sauberen Löffel reingeht.


Für Euch habe ich das Pflaumenchutney in eine kleine Servierschale gefüllt und während ich für Euch dieses Rezept schreibe, probiere ich es auch noch einmal. Das ist so nix für Mädchen. Die Peperoni feuert ganz ordentlich, aber die kann man weniger scharf nehmen. Die Säure ist echt schmutzig, wenn man das pur löffelt, aber hier absolut stimmig. Dazu zerrt man sich das Chutney dann noch wie gewünscht Richtung süß und/oder salzig. Das ist pur schon ein Erlebnis und hat nix mit Pflaumenmus kochen zu tun, obwohl hier auch das eingekochte Fruchtfleisch sehr deutlich im Mund spürt. Toll!


Ich habe das zu einem Steak gegessen und dazu war das eine echte Offenbarung, denn dann verteilen sich Säure und Schärfe, mit den anderen Komponenten und das fühlt sich richtig gut an. So verhält es sich auch zu allen anderen Gelegenheiten. Das Chutney unterstreicht, aber killt nichts.


Mir gefällt das richtig gut und deswegen wünsche ich viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


1 Kommentar:

  1. "noch Koriander, Curcuma, Kreuzkümmel und andere subjektive worst case Gewürze zu verarbeiten." #Zitatfilter

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