Freitag, 15. Juli 2016

Ratatouille warm und kalt - total lecker!

Ratatouille ist eine meiner neuesten Entdeckungen. Damit konnte ich noch nie irgendwas anfangen. Ermutigt durch meine Caponata siciliana, habe ich mich aber nun endlich mal selbst an das Thema gewagt. Ich kannte das nur auswärts so langweilig schmeckend, ohne Säure und so breitbandig belanglos, wie mit so nem Universalwürzmittelschrott, wie Fondor gewürzt. Ratatouille ist eine regionale Spezialität aus Südfrankreich. 



Wie bei allen traditionellen Regionalgerichten, werden vor allem Zutaten verwendet, die um die Ecke wachsen. Weil ich bis jetzt noch nie eine Ratatouille gegessen hatte, der ich das Prädikat total lecker verpasst hätte, war mir bis jetzt auch noch nicht bekannt, dass man das warm, oder kalt essen kann. Ich bin manchmal auch echt doof, das einfach nur so als gegeben hinzunehmen, dass irgendwas nicht schmeckt, statt es mal selbst richtig auf den Punkt zu machen und richtig zu würzen. Da ärgere ich mich jetzt wirklich über mich selbst, weil das wirklich toll ist... 



Zutaten für 4 Personen:

2 Auberginen
3 Paprika
3 Tomaten
2 Zwiebeln
125 Milliliter Olivenöl
1 Knoblauch
1 Limette / Zitrone
Salz
Pfeffer
Koriander
Basilikumblätter


Zwei Auberginen würfeln und in eine Schüssel geben. Salzen und zehn Minuten ziehen lassen, damit die Auberginen Wasser abgeben.


Drei Paprika entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden


Die Farbe der Paprika ist egal. Rot und gelb sind nicht so herb wie die grünen. 


Jetzt Wasser zum Kochen bringen, egal ob im Topf, oder im Wasserkocher




Tomaten auf dem Rücken über Kreuz einritzen


Während das Wasser heiß wird, kommen die Zwiebeln dran. Die Reihenfolge ist egal, aber ich stehe dann halt nicht dumm rum und schaue nicht in die Luft, wenn ich auf irgendwas warte, wie zum Beispiel heißes Wasser. . 


Zwiebel häuten


Zwiebeln zerkleinern


Das Wasser ist mittlerweile auch heiß und ich fülle es in ein Litermaß um. 


Die drei Tomaten kommen hinein, damit man die Haut hinterher leicht abziehen kann. Mindestdauer eine Minute, aber mein Erfahrungswert sind im Moment bei den aktuellen Tomaten zwei Minuten, weil sich die Schale sonst noch nicht richtig lösen lässt. 



Dafür braucht man dann aber auch nur noch die Finger, um die Schale abzuziehen und kein Messer mehr. 


Olivenöl in der Pfanne erhitzen


Das Wasser der Auberginen abkippen. Die sollen möglichst trocken in die Pfanne kommen, damit das Öl nicht so spritzt


Die Zwiebeln als erstes in die Pfanne geben und glasig braten.



Nun kommen die Auberginen in die Pfanne. Gewürzt wird erst später.


Paprika ebenfalls in die Pfanne geben.


Die Zutaten gut miteinander vermischen und dann auf eine kleinere Herdplatte stellen und bei geringer Hitze, dass es gerade so simmert, eine halbe Stunde schmoren lassen. Wichtig, Deckel auf den Topf, oder auf die Pfanne legen.


Während die Ratatouille eine halbe Stunde auf dem Herd steht, kümmere ich mich um die weiteren Komponenten.


Knoblauch abziehen und zerkleinern.



Die klassische Beilage zu Ratatouille sind entweder geröstete Kartoffeln, oder Reis. Weil ich so selten Reis zeige, koche ich dieses Mal Reis für Euch. Das erkläre ich Euch aber nicht weiter. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Ihren Arzt, oder Apotheker. 



Die abgezogenen Tomaten erst in Schiffchen schneiden.... 


... und danach würfeln. 


Nach einer halben Stunde ist das Gemüse gut geschmort. Ihr habt zwischendrin sicherlich auch mal umgerührt, obwohl ich das oben nicht extra mitgeteilt habe, oder?


Die Tomaten 5 Minuten bei geringer Hitze in der Pfanne mit dem Gemüse schwenken. Die sollen nicht kaputtkochen, nur leicht anwärmen. So, jetzt kommt das Geheimnis des guten Geschmacks. Das konnte ich nicht fotografieren, weil ich nicht die Pfanne schräg halten und dabei fotografieren kann. Den Großteil des Öls und der gesammelten Flüssigkeit abkippen. Das kann man auch gerne in ein Gefäß machen und als Salatdressing sammeln. 


Nun wird gewürzt. 1 Esslöffel Koriander


Salz und Pfeffer aus der Mühle, nicht sparsam sein


Die Ratatouille ist immer noch heiß bis warm. Jetzt den Knoblauch einstreuen, aber nicht mehr erhitzen, dadurch knallt der sehr frisch und intensiv.



Den besonders frischen Kick bekommt das Gericht nun noch durch frische Limette, oder Zitrone.


Den Saft einer Limette über der Pfanne auspressen und alles miteinander vermischen. 


Und hier kommt die erste Ratatouille, die mir wirklich geschmeckt hat. Noch mit ein bisschen Basilikum dekoriert. Wenn man dieses langweilige Gepampse kennt, bei dem alles nicht nach ihm und nicht nach Ihr schmeckt, dann ist das ein Quantensprung. Lecker geschmortes Gemüse, mit einem schönen Eigengeschmack, Salz, Pfeffer und dann der frische Knoblauch und die Limette. Das ist allerbeste vegetarische Küche für ein Hauptgericht, oder als Beilage. 


Ich bin jedenfalls nachhaltig begeistert


Deswegen bin ich auch schon gespannt auf den nächsten Abend, weil ich die leckere Ratatouille auch noch gerne als Salat essen möchte, mit den neu erworbenen Kenntnissen. Das kann man natürlich einfach kalt auch den Teller werfen und mit einem Baguette essen, kommt ja schließlich aus Frankreich. Salat ist für mich aber irgendwie immer Blattsalat, oder noch besser Rucola, den ich gerade nicht habe, also kann jetzt wieder das Eisbergsalatbashing losgehen. Es gibt halt gerade keinen anderen Salat in meinem Kühlschrank


Salat zerkleinern und in einer Schüssel drapieren, die Ratatouille darüber geben und noch ein wenig Basilikumblätter zum Dekorieren. 


Das gefällt mir schon mal...


Damit auch die Kinder Ihre Geschmacksnerven schärfen können, habe ich das auf kleinen Tellern angerichtet. Da Ihr Euer Essen nicht zwanghaft fotografiert, könnt Ihr natürlich auch große Teller bis über den Rand vollfrecken, aber ich muss schließlich immer einen Weg finden, es so leidlich attraktiv für Euch aussehen zu lassen. 


Kalt ist es auch toll. Der Geschmack ist noch ein wenig klarer und intensiver, weil es über Nacht durchgezogen ist. Knoblauch und Limette geben immer noch diese frische Extra, die den Unterschied zur Langweilerversion ausmacht und in Kombination mit knackigem Salat ist das wirklich großartig.



Damit erfreut man Vegetarier und sogar Veganer. Ich habe auch kein Fleisch dazu vermisst, aber das wäre auch eine tolle Beilage zum Grillen, zu Fisch, zu Fleisch. Eigentlich zu allem, das man gerne mit gesundem Gemüse essen möchte. Das gehört zu jeder vernünftigen Mahlzeit dazu. 


In einer Stunde ist man in der warmen Version mit der Schnippelei durch das Ziel. Die kalte Version ist entweder ein Resteessen, das sich nicht so anfühlt, oder man kann es schon bewusst, als Salat zubereiten und hat dann eben den Vorteil, dass es sich gut vorbereiten lässt.


Ich freue mich immer, wenn es noch irgendwas neues gibt, dass ich mir im zweiten Versuch erkochen kann. Das ist echt toll. Deswegen wünsche ich Euch viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 





Kommentare:

  1. Hmm,das sieht lecker aus. Nur den Aufwand mit dem Häuten der Tomaten erspare ich mir.

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    1. wenn ich die nicht häuten würde, stünde sofort jemand auf der matte und würde mich darauf hinweisen. deswegen mache ich das für das rezept so, dass es nicht diskutabel ist. das sind ja auch nur ein paar minuten unterschied.

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  2. Hmm,das sieht lecker aus. Nur den Aufwand mit dem Häuten der Tomaten erspare ich mir.

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