Donnerstag, 21. Juli 2016

Kartoffelgratin - ganz einfach

Das wollte ich schon immer für meinen Blog machen. Der Grund ist auch kein Urlaubsrezeptekochbuch, aus dem ich im Moment viel zitiere und adaptiere, sondern das hatte ich schon auf der Liste, seit ich meinen Blog schreibe. So kurz vor dem tausendsten Rezept wird es dann mal Zeit. Eine ganz einfache Version ohne großen Theaterdonner, nicht mit Fett total zugeknallt, sondern einfach gemacht und trotzdem total lecker.



 Das ist eine ganz puristische Version, die lecker schmeckt und sich auf das Wesentliche konzentriert.


Zutaten:

750 Gramm Kartoffeln
3 Eier
100 Milliliter Sahne
Salz 
Pfeffer
Muskatnuss
Schnittlauch
Knoblauch
Kochwasser (lesen, dann verstehen)


Kartoffeln in dünne Scheiben hobeln



Kartoffelscheiben in einen Topf geben


Kartoffeln gerade so eben mit Wasser bedecken


1 Teelöffel Salz ins Wasser geben.


Wasser aufkochen und wenn es kocht, die Kartoffeln sieben Minuten kochen lassen.


Ich habe eine Schüssel mit einem passenden Sieb. Die Kartoffeln ins Sieb abkippen und die Flüssigkeit in der Schüssel auffangen. Die brauchen wir noch. 


Hier kann man das ganz gut erkennen. Links die Kartoffeln, rechts das sehr stärkehaltige Wasser 


Kartoffeln in eine Ofenform schichten und dann immer im Wechsel eine Lage Kartoffeln mit der Flüssigkeit bedecken, die im Ofen gratinieren soll. 


Die machen wir jetzt.


3 Eier in einen Mixbecher mit 0.5 Liter Fassungsvermögen geben.


Knoblauch häuten und zerkleinern.


Für die Menge Flüssigkeit brauche ich nur ein Viertel des Knoblauchs.


Das stärkehaltige Wasser vom Kartoffeln kochen in den Becher geben


100 Milliliter Sahne dazu geben.


Weil das noch die geviertelte Knoblauchzehe drin ist, nehme ich jetzt den Pürierstab.


Schnittlauch. Salz, Pfeffer und Muskatnuss nach Geschmack verwenden. 



Über die Lage Kartoffeln kommt die Gratinflüssigkeit.


Dann wieder Kartoffeln. Ich habe die Form recht klein gewählt und habe nur die Hälfte der Flüssigkeit in die Ofenform bekommen. Wenn Ihr eine Form mit einem guten Liter Fassungsvermögen nehmt, dann passt das schon.


Den Ofen 10 Minuten vorheizen auf 200-220 Grad, wenn Ihr einen elektrischen Ofen mit Ober- und Unterhitze habt. Ich muss bei meinem Gasofen zwischen Stufe 5 und 6 nehmen und Ihr habt mir gegenüber den Vorteil, dass das Gratin von oben braun wird. Mein lahmer Ofen backt zwar gut durch, aber wird halt nicht braun. 


Ihr werdet ca 35 Minuten brauchen, ich brauche 45 Minuten.


Ich lasse mich bei solchen Erstversuchen auch gerne mal überraschen und mal davon ab, dass ich oben gerne mehr Farbe hätte, hat sich alles gut miteinander verbunden und die Kartoffeln sind gar.



Oh, das ist aber lecker... 


Die Würzung passt und die Kartoffeln sind gut durch. Ich habe mir beim Schreiben des Beitrags den Spaß gemacht und bei den üblichen Verdächtigen geschaut, ob es für so ein einfaches Gericht auch Fixtüten gibt. Oh Mann,  Zutaten: Stärke, Sonnenblumenöl, Jodsalz, MILCHZUCKER, Glukosesirup, 4,8 % Zwiebeln, MOLKENERZEUGNIS, MILCHEIWEIßERZEUGNIS, Hefeextrakt, Aromen. 


Das ist keine gesicherte Erkenntnis, aber ich glaube dass dieses inflationäre Käse über Gratins zu kippen auch so ein Relikt aus den achtziger und neunziger Jahren ist. Das gibt es traditionell und international in den Ursprungsländern weder auf Lasagne, noch auf Kartoffelgratin und komischerweise wieder mal nur in Deutschland. Na ja, in der Schweiz habe ich das auch noch gesehen, aber die Eidgenossen sind bei mir entschuldigt, weil es da außer gutem Käse nicht viel gibt. 


Mein persönlicher Erfolg ist, dass ich das am Abend für meine Frau und mich gemacht habe und als ich dann am nächsten Tag von der Arbeit kam, war die Ofenform restlos ausgekratzt, weil sich die Kinder auch darauf gestürzt haben.


Das mache ich bald wieder. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. Das mit dem Käse ist gesicherte Erkenntnis. Das klassische Gratin dauphinois wird niemals nimmer nicht mit Käse gemacht und ist oraktisch ungeschlagen. Ich würde die Kartoffelscheiben bei der Dünne nicht vorkochen, sondern im Grstin langsam gar backen, sonst stimme ich dir zu. Geiles Gratin.

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  2. ich war ein wenig in eile und hatte keine stunde zeit, mit meinem lahmen ofen. außerdem wollte ich die stärke aus dem wasser haben. die mutti drängelte ein wenig, wann es was zu essen gibt

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  3. Sind Eier denn traditionell im Gratin? Meines besteht aus dünn gehobelten nicht vorgegarten Kartoffelscheiben, Flüssigkeit halb Milch halb Sahne, Gewürze und sonst nix. Durch die Stärke verbindet sich das ebensogut, besonders wenn man mehligkochende Kartoffeln nimmt.

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    1. Das Dauphinois hat klassisch Milch/Sahne und keine Eier oder Käse. Das Savoyard hat Brühe statt Sahne, keine Eier, aber Käse. Ansonsten gilt: erlaubt ist, was schmeckt.

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    2. ich habe immer nur festkochende kartoffeln

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    3. nicht verzagen, dr. westerhausen fragen. bist du noch in schweden?

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    4. Samstag geht es leider wieder zurück.

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  4. Ich koche auch ca. 10min vor, allerdings nicht in Wasser, sondern in Milch und mit den Gewürzen (Salz, Muskat, etwas Pfeffer, Knoblauch). Sahne benötige ich dadurch nicht mehr, die Bindung und Konsistenz durch die Stärke ist klasse. Auf Eier verzichte ich auch.

    Auf das überbacken mit Käse (am liebsten Pecorino) verzichte ich allerdings nie. :-)

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    1. das klingt auch sehr gut. danke für den tipp

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