Donnerstag, 5. Mai 2016

Pullami beef Sandwich - sensationell gut

Pullami? Nie gehört! Das ist eben so, alles kann, nix muss!. Es ist kein pulled Beef und auch kein Pastrami, also muss es wohl Pullami sein. Da habt Ihr bei der Zubereitung alle Freiheiten, das wie und wann betreffend. Das kann man auf einen, oder auf mehrere Tage verteilen, so wie man Zeit und Lust hat. Habe ich auch so gemacht. Serviert habe ich das Essen am Montag, da macht man ja eigentlich eher schmale Küche, oder Resteessen. Diesen Kreis durchbricht man eben, wenn man sich vorher schon ein paar Komponenten vorbereitet, die einem helfen auch an solchen Tagen richtig geil zu essen.


Zutaten:

1 Kilo Rindfleisch
Salz
Pfeffer
Ahornsirup
Chiliflocken
Whiskey
Eisbergsalat
Senf (anklicken)
1 Zwiebel

Sandwichbuns
Pizzateig selbst gemacht (anklicken)
1 Eigelb zum Bestreichen

Kartoffelchips (anklicken)

Joghurtdressing

1 Ei
100 Milliliter Pflanzenöl
150 Gramm Joghurt
Salz
Pfeffer
Zucker
1 EsslöffelEssig
1/2 Limette
Kresse


Ich verwende ein Stück Zungenstück vom Rind. Das hat nichts mit der Zunge zu tun, sondern gehört zum Nacken. Man kann auch jedes andere Stück vom Rind nehmen, das geschmort werden muss und genug Fett hat.


Pizzateig kann man schon einen Tag vorher für die Buns ansetzen


Das ist meine Marinade für das Fleisch. Whiskey, Chiliflocken, Ahornsirup, Salz. Wem noch mehr einfällt, der kann auch noch Koriander und und und dazu geben.


Mit einer Marinierspritze wird das Fleisch aufgespritzt (Archivaufnahme), damit sich die Marinade besser im Fleisch verteilt und nicht erst wochenlang darin marinieren muss. So reichen auch ein paar Stunden, oder ein Tag im Kühlschrank aus, damit das Fleisch den Geschmack annimmt.



Los, jetzt alle mal schnell jaulen und Betroffenheit mimen! Sechs Lagen Alufolie, damit das Fleisch im eigenen Saft vor sich hingaren kann und nichts aus der Folie in den Ofen läuft.


Gasofen auf Stufe 1 stellen, Elektro 100 Grad und dann mindestens 6 Stunden in den Ofen legen. Ich bin mit der Familie einmal quer durch Berlin gefahren und war stundenlang auf irgendwelchen Spielplätzen. Bis ich wieder zuhause war, waren 8 Stunden rum und es war zu spät, das noch am Sonntag zu essen, weil ich keine Beilagen hatte und die Kinder ins Bett mussten. Also habe ich das Alupaket erst abkühlen lassen und dann bis zum nächsten Abend im Kühlschrank durchgekühlt. Bye bye pulled Beef. Dieses Kühlen vor dem Servieren macht man bei Pastrami, aber danach hatte ich das Fleisch gar nicht gewürzt und auch nicht gepökelt und nicht lange genug mariniert, also ist es auch kein Pastrami.


Das Fleisch ist in den Stunden im Ofen extrem eingelaufen, aber das macht nichts. Jetzt kommt einfach nur auf einen guten Schnitt mit dem Allesschneider an. 


Ich schneide das Fleisch mit einem Allesschneider in 2,5 Millimeter dicke Scheiben




Aus dem Pizzateig werden längliche Brötchen geformt, so wie kleine Baguettes. Euer Maß ist, wie groß Ihr die haben wollt und ob die gut mit einer Hand gegessen werden sollen, oder Maulsperre verursachen. Ich backe die im Entenbräter, damit sie abgedeckt gebacken besser aufgehen und gleichmäßiger Farbe bekommen. Teiglinge formen, in den Bräter legen und eine halbe Stunde erneut aufgehen lassen.


Vor dem Backen werden die Teiglinge mit Eigelb bestrichen. Wenn ich Sesam im Schrank gefunden hätte, würde ich die aus optischen Gründen auch noch damit bestreuen. Ofen auf 200 Grad vorheizen, Gasofen zwischen 5 und 6. Backzeit 20 Minuten. Deckel auf den Bräter legen und ab in den Ofen damit.


Jetzt machen wir noch schnell Chips als Sättigungsbeilage


Kartoffeln mit einer Reibe in hauchdünne Scheiben hobeln.


Man kann einen Wok nehmen, oder auch einen einfachen Topf


3 bis 5 cm hoch Öl in den Wok einfüllen und den Herd auf Feuer stellen.


Pfannenwender in den Topf stellen bis daran Blasen sprudeln, dann ist das Fett heiß. Dann den Herd auf halbe Kraft reduzieren, wenn das Fett heiß ist.


Kartoffelscheiben ins Fett werfen, wenn vorhanden Deckel auf den Topf legen. Alle 3 Minuten umrühren. Wenn die Chips angenehm gebräunt sind, kommen sie wieder aus dem Fett heraus. Dafür verwende ich einen Schaumlöffel. Für ein Kilo Kartoffeln habe ich vier Durchgänge gebraucht. Man darf nicht zu viele auf einmal frittieren, weil sonst die Temperatur des Fettes zu stark sinkt und keine Bräunung mehr eintritt, sondern dann werden die Kartoffeln nur gekocht. Sieht scheiße aus, schmeckt dann auch nicht.


Während die Kartoffeln brodeln, machen wir schnell das Joghurtdressing
1 Ei aufschlagen


Saft einer halben Limette, 1 Esslöffel Essig, Salz, Pfeffer Zucker und 100 Milliliter Öl zu einer Mayonnaise schlagen


150 Gramm Joghurt unter die Mayonnaise rühren.



Kresse schneiden und unter die Joghurtsoße heben. Danach abschmecken, ob der Geschmack o.k. ist.


So sehen die Brötchen nach 20 Minuten aus, mein Ofen ist aber auch eine lahme Sau. Deswegen drehe ich die um und packe sich noch einmal abgedeckt für 5 Minuten in den Ofen.


Jetzt schnell den Eisbergsalat schneiden


Eine Zwiebel in dünne Ringe hobeln


Nun werden die Baguettebrötchen präpariert. Ich wollte die nicht so hart haben wie Ciabatta, damit man sie besser beißen kann. 


Brötchen aufschneiden und mit Senf (anklicken) bestreichen


Ich nehme meinen Whiskey Honigsenf


Eisbergsalat auslegen


Ein paar dünne Scheiben von einer Salatgurke schneiden oder hobeln


Joghurtsoße über den Eisbergsalat geben.


Den Bratensatz aus der Folie kratzen und in eine Pfanne geben. Wenn die Menge nicht reicht, noch ein bisschen Butter in die Pfanne geben.


Bratensatz und Butter in der Pfanne erwärmen. der muss nicht knallheiß sein, damit die Struktur des Fleisches nicht wieder fest wird. Das soll nur so um die 70 Grad haben.


Fleisch darin schwenken und auch durchrühren. Die Struktur soll erhalten bleiben, wie bei Pastrami.


Wenn das Fleisch laufwarm ist und die Fleischfaser ein wenig aufgeweicht, dann ist es perfekt.


Die vorbereiteten Baguettes reichlich mit dem Fleisch belegen. Das kommt immer darauf an, wer mit am Tisch sitzt, wo reichlich anfängt. es geht noch mehr als auf dem Foto zu sehen. 


Sieht das saftig aus, oder ist das saftig?


Noch in bisschen von der Joghurtsoße darüber geben,


Zwiebelringe darauf


Gurkenscheiben


Deckel drauf und das Pullami beef Sandwich muss nur noch auf den Teller gelegt werden.



Ich finde, dass es total porno aussieht.


Auf einem Teller mit den Kartoffelchips anrichten. Über die Chips kann man noch Salz aus der Mühle geben und evtl. ein wenig Paprikapulver. Ich nehme nur Salz.


Ihr wollt bestimmt wissen, wie das schmeckt oder? Einer der seltenen Momente, in denen ich mich selbst beschlafen möchte! Saugeil obwohl es Rindfleisch ist. 


Tolle Brötchen, geil mit dem Senf und dem knackigen Gemüse, dazu das irrwitzig zarte Fleisch und Joghurtsoße, die das miteinander verbindet. Die Kartoffelchips mit dem frischen Crunch, ohne Plaste und Elaste bilden dazu einen tollen Kontrast. Das ist echt der Wahnsinn, was man aus ein einfachen Zutaten machen kann. Danach frequentiert man Fastfoodbuden auch mit einem anderen Blickwinkel, wenn man weiß, wie es auch schmecken kann.


Für mich ein ganz besonderer Moment, obwohl es weder pulled beef noch Pastrami ist. Pullami eben!


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


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