Freitag, 4. März 2016

Kartoffelsalat klassisch norddeutsch

Das ist ganz klassischer Kartoffelsalat wie man ihn in Norddeutschland serviert, nur besser. Meistens fangen die Rezepte da nämlich mit einem Glas Miracel Whip, oder einem Glas Mayonnaise mit 30248204823408 Zusatzstoffen an. Hier natürlich nicht, denn die Mayonnaise wird frisch in wenigen Minuten selbst hergestellt! Ich habe an dem Abend zwei verschiedene Kartoffelsalate gemacht, damit meine Kinder den Unterschied zwischen Kartoffelsalat mit Brühe und Kartoffelsalat mit Mayonnaise sehen. Kartoffelsalat ist DIE klassische Beilage zu vielen Fischgerichten (also nicht bei mir), zu Würstchen, oder Fleisch- und Grillgerichten. Damit sich niemand unerwähnt fühlt, nenne ich auch noch mal vegetarische Fleischalternativen wie Bratlinge aller Art.



Zutaten:

1 Kilo Kartoffeln
1 Zwiebel
Gewürzgurken, am besten selbst gemacht
Gurkenwasser, oder Essig nach Geschmack
2-3 Eier hart gekocht
Dill

Mayonnaise:

1 Ei
1 Esslöffel Essig
Salz
Pfeffer
Zucker
Limette
1 Teelöffel Senf

Die Kartoffeln hatte ich schon bei meiner talentierten Ehefrau bestellt, dass sie bitte tagsüber, wenn ich bei der Arbeit bin, ein Kilo Pellkartoffeln in ordentlich Salzwasser kocht, damit ich die gut ausgekühlt, am Abend für einen schnellen Kartoffelsalat verwenden kann, damit die Kinder rechtzeitig ins Bett kommen.  


Ich komme abends nach Hause, die Kartoffeln sind noch knallheiß, weil sie die nicht tagsüber gekocht hat, sondern gerade noch so vor meiner Ankunft und das Salz hat sie ganz vergessen ;-). Deswegen nähe ich nicht und sie kocht im Gegenzug nicht. Die möglichst ausgekühlten Kartoffeln mit einem scharfen Messer oder mit der Standreibe in dünne Scheiben hobeln. 2 bis 3 Eier hart kochen. Ich mache da keine Experimente, sondern koche die pauschal zehn Minuten.


Hier ist das Rezept für eine klassische Mayonnaise (anklicken), wenn man die mit einem ordinären Rührgerät macht.


Ich mache das mit meinem Zauberstab von Esge und das ist so einfach.  Ein komplettes Ei in einem Mixbecher aufschlagen.


Ein paar Spritzer Limette.


Salz, Pfeffer, Zucker, 1 Esslöffel Essig, 200 Milliter Pflanzenöl


1 Teelöffel Senf


Dann den Esge Zauberstab einfach nur auf den Boden des Mixbechers stellen und auf Vollgas drücken. Nach ein paar Sekunden emulgiert die Masse schon zu Mayonnaise.


So einfach kann es sein, wenn man in seine Ausrüstung investiert, aber ich habe den Rest meines Lebens ja auch mit einem Pürierstab, oder Handrührgerät geschafft, Mayonnaise zu machen. Es ist wie immer, wenn man sich verbessert, möchte man es nie wieder anders haben..


Gewürzgurken zerkleinern.


Gurken zu den Kartoffelscheiben in die Salatschüssel geben. 


Ich versuche so gut es geht mit frischen Kräutern zu arbeiten. Ich habe mir sogar frischen Dill im Topf geholt. Mal schauen wie lange es dauert, bis er mir vertrocknet, oder ersoffen ist. Jetzt sieht er noch gut aus, also ein wenig Dill abschneiden und dann zerhacken


Wer keinen frischen Dill hat, nimmt halt getrockneten.


Gehackten Dill zu den restlichen Zutaten geben


Jetzt kommt die selbst gemachte Mayonnaise in den Topf. Ich weiß ganz genau, dass 80 % aller die hier mitlesen, noch nie selbst eine gemacht haben und ich möchte Euch das wirklich ans Herz legen. Ihr werdet erstaunt sein, wie die Mayo schmeckt, wenn sie nicht immer diesen Nachgeschmack von den Konservierungsmitteln hat.



Eine Zwiebel häuten und zerkleinern.


Ihr könnt es Euch sicherlich schon denken, auch die kommt zum Rest in die Salatschüssel


Die Salatzutaten miteinander vermischen und probieren. Wenn der Salat subjektiv zu fest erscheint, entweder einen Schuss Essig dazu kippen, oder vom Gurkenwasser. Probieren und mit Salz und/oder Pfeffer nachwürzen.


Jetzt noch schnell die hart gekochten Eier zerkleinern und relativ vorsichtig unter den Salat heben


Das ist Kartoffelsalat, wie ich den seit Kindesbeinen bei Omas, Tanten und auch bei meiner Mutter bekommen habe. Auch da hat sich nie jemand die Mühe gemacht den gescheit zu würzen, geschweige denn sich mal die Mayonnaise selbst zu rühren. Deswegen an dieser Stelle der freundliche Verweis, dass der nicht so langweilig und stumpf schmeckt wie früher, sondern schön rund und würzig. 


Dazu gab es Leberkäse aus frischem Leberkäsebrät. Wer Vegetariert ist, stellt sich den jetzt mal aus ganz viel Plaste und Elaste statt Fleisch und mit viel Eiweiß aus dem Hühner KZ vor, wie die vegetarische Tutnursowiefleischversion gezaubert wird.


Ich habe auch noch einen Kartoffelsalat mit Brühe gemacht, der kommt hier auch noch, also keine Sorge, hier werden auch weiterhin alle Facetten von Kartoffelsalat beleuchtet. So ein Kartoffelsalat geht auch sehr schnell, wenn man die Zeit abzieht, die die Kartoffeln zum Kochen brauchen. Ich würde die schon immer einen Abend vorher kochen und dann am nächsten Tag verwenden. 


Falls jemand von Euch Lust hat zu antworten wüsste ich gerne, warum es davon im Supermarkt immer soviele Sorten im Kühlregal gibt und warum der gekauft wird? So schwer ist das hier doch echt nicht gewesen. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 



Kommentare:

  1. Warum fertige Majo gekauft wird? Weil sie da ist, weil keiner sich Gedanke drüber macht wieviel Geld er dabei rauswirft. Weil man oft liest - in den alten Kochbüchern, wie mühsam das ist und was alles dabei schiefgehen kann.

    Der eigentliche Punkt aber, weil es schon die Eltern so gemacht haben.

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    1. ja stimmt. meine mutter hat die mayonnaise auch nie selbst gemacht und bei meiner oma gab es gar nichts mit mayonnaise, obwohl ich mir bei der sicher bin, dass sie das gekonnt hätte. die war aber auch eine total elendig schlechte köchin

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  2. ich mache es auch so. einzige abweichung, ich glaciere die zwiebeln vorher, nehme statt dill petersilie. dill zu fisch. petersilie zur wurscht und frikadelle oder beim grillen.

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    1. zwiebeln glasieren ist auch eine schöne idee. ich schrecke vor sowas in meinen rezepten immer zurück, weil ich denke dass jeder extra arbeitsgang die leser vor den rechnern abschreckt es selbst zu machen, statt sich irgendwas aus der kühlung zu kaufen.

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    2. Lieber Glatzkoch, Leser , die Angst vorm selbermachen haben, werden sowas hier auch nie ausprobieren, die andern wird ein zusätzlicher Arbeitsschritt nicht abschrecken!

      Ich finde deine Rezepte und Ideen total klasse und hole mir regelmäßig Inspiration! Leider muss ich beides, Nähen und Kochen und bald 4 Kinder versorgen ;-)
      Du schreibst immer so sympatisch über deine Frau, ich würde sie gern kennenlernen, hat sie vielleicht auch ein Nähblog?

      LG Daria

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    3. hallo daria, vielen dank für deinen kommentar und dafür dass du mal gerade rückst, dass ich immer sympathisch über meine frau rede. sie behauptet nämlich immer, dass ich sie wie eine mäkelige, kapriziöse kochlegasthenikerin darstelle, was ja auch nicht gelogen wäre, mir aber nie über die lippen ginge ;-). du findest ihren nähblog hier, und einen schönen gruß soll ich dir auch noch sagen... http://missinghamburg.blogspot.de/ gruß jörg

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  3. also, wer sowieso nicht gerne kocht oder auch nur ansatzweise einigermaßen vernünfftig essen oder im wirklich ganz schlimmen fall - auch noch genießen - möchte, der scheut jeden arbeitsschritt und wird immer tk oder dosenfutter oder sonstigen eingeschweißten industriemüll nehmen.

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    1. du hast natürlich recht. ich glaube halt immer irgendwie an das gute im menschen und freue mich über jeden, der hier mitliest und an seinen eigenen plastikgewohnheiten etwas modifiziert. ich habe regelmäßig sehr nette mails, von menschen die sich hier irgendwas mitgenommen haben. da wundere ich mich dann manchmal selbst, was ein rezept pro tag bei manchen menschen auslöst

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  4. aber an dieser stelle noch kurz bemerk.
    kochen ist ja eigentlich immer eine resteverwertung.
    entweder aus dem kühlschrank und keller oder vorratskammer.
    beim einkaufen verwerte ich die reste meines einzel - oder großhändlers. un dwenn nur ein prisschild drauf ist, dann ist der gammel manchmal frisch..........

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    1. ja stimmt, das ende der kette wird immer noch einen weiter nach hinten geschoben. wichtig ist, dass man sich hinterher besser fühlt als vorher, wenn man irgendwas gegessen hat und dass es einen glücklicher macht. ist jedenfalls meine subjektive meinung

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