Sonntag, 21. Februar 2016

Pflaumenmus aus Backpflaumen

Ich mochte schon immer gerne Pflaumenmus und ich habe das schon mal im Sommer aus frischen Pflaumen selbst eingekocht. Das war aber ein ziemlicher Ritt, weil ich das drei Abende immer wieder erhitzen musste, bis es die richtige Konsistenz hatte. In diesem Fall ist mein Anreiz das schneller zu schaffen und so einfach zu gestalten, dass Ihr auch Lust darauf bekommt, es nachzukochen.




 Das schmeckt so authentisch, dass ich mir fast vorstellen könnte, dass die Industrie ihr Plaumenmus auch so zubereitet, auch vor dem Hintergrund, dass die das ganze Jahr produziert und nur ein ganz schmales Erntefenster hat, wenn die Plaumen frisch vom Baum kommen, um dann mit dem gleichen Problem zu kämpfen wie ich, dass frische Pflaumen ewig lang kochen müssen, bis sie richtig eingekocht sind. Wer sich immer noch fragt, wofür man Pflaumenmus verwenden sollte, ich mag es auf Brot, es ist toll zu Kartoffelpuffern und bei mir kommt es oft als Kuchenfüllung zum Einsatz. Zu Milchreis ist es auch eine super Fruchtkomponente, zum Binden von Soßen ist es gut geeignet, weil es nicht nur süß, sondern auch würzig ist und im Salatdressing ein echter Killer.


Zutaten:

1 Kilo Backpflaumen
Wasser
300 Gramm Zucker, oder nach Geschmack
1 Teelöffel Zimt
5 bis 10 Nelken
Pfeffer aus der Mühle if any
3 Limetten


Die Pflaumen habe ich bei Kaufland gekauft, weil ich sowieso gerade dort war. Kilo 6 Euro. Das ist aber nur das Trockengewicht. Backpflaumen aus der Verpackung befreien und in den Topf legen, in dem das Pflaumenmus gekocht werden soll.


Den Saft zweier Limetten darüber auspressen.


Ich weiß das geht besser, aber mit dem Thema Gewürze muss ich mich auch noch mal in aller Ruhe auseinandersetzen. 


Einen Teelöffel Zimt


5 bis 10 Nelken, wenn Ihr die auch so gerne mögt, wie ich.


Alles kann, nichts muss, aber ich finde ein bisschen Pfeffer schadet nicht im Pflaumenmus.


Jetzt sind die grundlegenden Gewürze im Topf.


Den Topf so hoch mit Wasser befüllen, dass die Backpflaumen damit bedeckt sind.


Einen Deckel auf den Topf legen und die Pflaumen mit dem Wasser zusammen übernachten lassen.


Das ist jetzt nach dem Aufstehen, also ungefähr 10 Stunden nachdem ich das Wasser in den Topf gekippt habe. Die Backpflaumen haben schon eine Menge Flüssigkeit aufgenommen. Danach bin ich dann bis zum Nachmittag arbeiten gegangen und mit der Kinderbande einkaufen gewesen.


Jetzt ist es 18 Uhr, also ungefähr 20 Stunden, nachdem das Wasser in den Topf gekommen ist. Da ist kaum noch Flüssigkeit im Topf. Das meiste ist in die Backpflaumen eingezogen und das was noch an Flüssigkeit da ist, schmeckt so intensiv nach Gewürzen und Backpflaumen, dass ich die einfach mit einkoche.


Den Topf bei mittlerer Hitze erwärmen, und immer rühren, damit nichts am Boden anbrennt. Es geht nur darum die Flüssigkeit zu reduzieren und die Pflaumen zu zerkochen.


Ob und wie viel Zucker Ihr nehmt, unterliegt Eurem persönlichen Geschmack. Ich habe 300 Gramm Zucker genommen. Wenn die Masse andickt, weil die Flüssigkeit raus ist, würde ich noch eine Geschmacksprobe nehmen. Ich habe das Pflaumenmus ca 10 Minuten gekocht, nachdem es kurz gesprudelt hat, aber dann auch schon den Herd auf die kleinste Stufe gedreht und bin ich auch noch auf die kleinste Platte umgezogen, damit nichts anbrennt. Mir fehlte noch ein wenig Säure und ich habe deswegen noch eine weitere Limette verwendet, bzw. deren Saft, um ein bisschen mehr Tiefe zu bekommen. Mir war das Pflaumenmus noch ein wenig zu stückig, deswegen habe ich mal kurz den Esge Zauberstab, meinem Äquivalent zu Eurem Pürierstab in den Topf gehalten. Natürlich nicht so, dass man gar keine Stücke mehr hat, sondern feiner püriert, aber so, dass man immer noch ein gutes Mundgefühl hat.


Gläser heiß ausspülen, damit man das Pflaumenmus darin durch die Hitze konservieren kann.


Mein Resultat waren 5 Gläser und eine Plastikschale, die ich zum baldigen Verzehr in den Kühlschrank stelle. Die befüllten Gläser haben alle am Deckel geknackt, zum Zeichen dass sie ein Vakuum gezogen haben. Ich weiß, neueste Erkenntnisse sagen, dass man die Gläser nicht mehr auf den Kopf stellen soll, aber das ist bei mir die Macht der Gewohnheit. Falls man davon stirbt, habe ich vorher wenigstens noch lecker gegessen.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Kommentare:

  1. eine wunderbare Idee, sehr lecker... ich habe gerade Mundwasser :D liebe Grüße Katrin

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    1. hallo katrin, viel spaß beim nachkochen. das ist wirklich sehr lecker. habe ich heute morgen schon zum frühstück gehabt

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  2. Probier mal richtigen Latwersch (bei uns im Saarland)
    oder Laqueriche...französisch,
    aus frischen Zwetschgen (ja, es sind Zwetschgen, Pflaumen sind die rundlichen:)) Jedenfalls hier im Saarland oder auch Quetschen in Dialekt..

    weiter im Thema, Latwersch ist ein supergeniales Pflaumenmus, fast ganz schwarz, köchelt ca 24std. vor sich hin, kann jedoch in der Kochzeit mit ein wenig Weißweinessig verkürzt werden (ich müsste mein genaues Rezept suchen)

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  3. gefunden:-))

    Lattwersch (Laquerisch) gekocht...eine fast schwarze Quetschenschmeer (Marmelade) die einfach nur genial schmeckt.


    für 3kg Quetschen (Zwetschgen)entkernt

    Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln
    500g Zucker und 125ml Weinessig drübergeben und gut vermengen
    über Nacht ziehen lassen
    das ganze dann auf kleiner Flamme ca 4 std. köcheln lassen...eher noch länger:-)
    ohne zu rühren (funktioniert, es setzt nichts an)
    wie Marmelade in ausgekochte Gläser abfüllen und fertig

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    1. das klingt toll. das macht man aus frischen früchten?

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  4. ja, aus frischen früchten, also abwarten, die Zwetschgen kommen ja erst

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