Montag, 4. Januar 2016

Schwarzwurzeln -Spargel des kleinen Mannes.

Ich kenne Schwarzwurzeln nur von meiner Oma. Bei uns zuhause gab es die nie. Ich mochte als Kind auch keinen Spargel, deswegen habe ich auch keine Schwarzwurzeln gemocht. Da meine Oma sowieso eine echte Lebensmittelvergifterin war, ist das schon eine traumatische Erinnerung, wie sie die extrem lappig gegarten Schwarzwurzelstücke in einer total geschmacksneutralen Pampe, die mir als Mehlschwitze in Erinnerung geblieben ist, ertränkt hat. Meine Eltern sind beide Kriegskinder und mein Vater war Flüchtling. Deswegen gab es bei uns nie irgendwas, was den Anflug von Kriegs- oder Nachkriegsessen hatte, von der Steckrübe, bis eben zur Schwarzwurzel.



Zutaten:

Schwarzwurzeln
Salz
Pfeffer
Zucker
1 Limette
Knoblauchbutter selbst gemacht (Rezept kommt).


Ich hatte Glück, denn meine Schwiegermutter war gerade bei uns. Nachdem sie mir schon die Birnen geschält hatte, durfte meine Frau auch nicht so sein und hat maximal zum dritten Mal in dem Jahr, einen Sparschäler in die Hand genommen, um die Schwarzwurzeln zu schälen. Das ist schon eine rechte Sauerei. 


Ich würde Euch gerne mehr davon zeigen, aber die wenigsten Familien vertragen mehr als eine Rampensau und die bin ich ja schon.


Die Schwarzwurzeln schälen, halbieren, in Wasser legen und zusätzlich noch den Saft einer Limette ins Wasser geben, damit die Schwarzwurzeln nicht oxidieren und die Farbe verändern. Wasser mit Salz und Pfeffer würzen.


Schwarzwurzeln 10 Minuten kochen. Ruhig auch vorher mal probieren, ob Ihr die Schwarzwurzeln bissfest, oder nicht so fest haben wollt. 


Vor dem Servieren kommen die Schwarzwurzeln noch in meine sensationelle Grillpfanne von diePfanne.com, um sie aufzubraten. Das bedeutet für Euch, dass man die Schwarzwurzeln bis zu dieser Stelle auch gut vorbereiten und den Teil mit dem Aufbraten erst direkt vor dem Essen durchführen kann.


Salz und Pfeffer zum Würzen.


Wenn die Schwarzwurzelstangen so fest oder weich sind, wie sie Euch gefallen, kommen sie auf den Teller.


Ich habe extra Knoblauchbutter selbst gemacht. Nein, nicht Knoblauch in gekaufte Butter gerührt, sondern Butter aus Sahne gerührt und die entsprechend abgeschmeckt. (Rezept kommt)


Hier ist die Knoblauchbutter (Rezept kommt).


Das war mein Essen am Heiligabend, aber das hält auch sonst allen Anlässen in der kalten Jahreshälfte stand. Schweinerücken vom Duroc Schwein mit selbst gemachten Kroketten und Schwarzwurzeln.


Das ist Essen das glücklich macht! Hier kommt meine Geheimwaffe gegen Küchengerüche. Eine Lampe Berger. Zwei Minuten anzünden und dann pro Quadratmeter Zimmergröße eine Minute den Küchengeruch neutralisieren. Nach 35 Minuten weiß bei mir niemand mehr, was ich vorher gekocht habe. Geile Erfindung, danke Maria Stadlbauer. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. Schwarzwurzeln sind doch lecker. Und die fand ich als Kind auch schon lecker. Bei uns zu Hause gab es sie regelmäßig. Sogar in Mehlschwitze, aber die hatte auch Geschmack und war nicht pampig.
    Neulich schnappte ich mal einen Tipp auf, den ich aber noch nicht überprüft habe. Knapp formuliert würde er lauten: Schwarzwurzeln nach dem Kochen schälen. Sie flutschen wohl fast aus ihren Umhüllungen, wenn man sie im schwarzen Zustand kocht, man sollte aber wohl nicht seinen besten Topf dafür nehmen. ;-)

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    1. ich muss mal selber eine mehlschwitze machen. ich habe von solchen dingen seit kindertagen so die schnauze voll, dass ich die nie wieder angerührt habe. coole idee mit dem schälen nach dem kochen. ich habe nur edelstahltöpfe und keiner ist da schlechter als der andere. wäre also egal, welche topf.

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