Freitag, 22. Januar 2016

Schnitzel vom Schweinerücken in 60 Minuten

Lecker essen in einer Stunde. Die Zeit hat gedrängt und ich konnte das Knurren der Mägen meiner Familie bis an den Herd hören. Eigentlich wollte ich am Samstag Abend schon im Auto auf dem Weg nach München sitzen und dachte mir, wenn ich schon am Wochenende nicht bei der Familie bin, dann mache ich denen gleich eine doppelte Menge, damit meine Frau am Sonntag weiß, was sie an die daheimgebliebene Restfamilie verfüttern kann. 


Zutaten für vier Personen:

1 Kilo Schweinerücken
5 Eier
Mehl
Paniermehl

1 Glas Brühe 500 Milliliter
Tomatenmark
1 Esslöffel Speisestärke
1 Kilo Kartoffeln 
Schnittlauch
Butter
Pflanzenöl
Salz
Pfeffer
Butter

Wie gesagt, ich habe die doppelte Menge Fleisch, also 2 Kilo verarbeitet, deswegen sieht das auf den Fotos nach mehr als nach einem Kilo aus. Sowas ist ein leckeres Familienessen am Wochenende, oder auch in der Woche, weil die Stunde hat jeder, statt irgendwas dummes zu essen.


Fleisch in Scheiben schneiden.


Fleisch mit dem Fleischklopfer bearbeiten


Zum Panieren der Schnitzel das drei Teller System benutzen. 1 Teller Mehl, ein Teller mir 5 verquirlten Eiern, die man mit Salz und Pfeffer aus der Mühle ordentlich würzt und einen Teller mit Paniermehl. Schnitzel zuerst ins Mehl drücken, danach durch das verquirlte Ei ziehen und dann mit Paniermehl bedecken. Darauf achten, dass das Paniermehl überall gut haftet. Wenn nicht, erneut ins Ei geben und erneut panieren.


500 Milliliter Brühe in einen kleinen Topf geben und erhitzen. Schnitzel geben keine gute Soßenbasis, also müssen wir uns damit ein wenig behelfen.


1 Kilo Kartoffeln schälen und mit Salzwasser 20 Minuten kochen. 


1 Esslöffel Speisestärke mit Wasser auflösen und in der erhitzten Brühe einrühren. Die wird später noch mit Gewürzen abgeschmeckt. Da die Soße noch einkocht, halte ich mich mit Salz erstmal zurück und schmecke das erst direkt vor dem Servieren ab. Tomatenmark nach Geschmack dazu geben und darauf achten dass die Soße jetzt noch nicht zu dick ist, weil sie noch einkocht. Wer jetzt noch einen Schuss Wein dazu gibt, macht auch nichts verkehrt. 



Die Kartoffeln und die Soße brodeln vor sich hin. Nun kommen die panierten Schnitzel dran.


Die Pfanne so hoch mit Pflanzenöl befüllen, dass die richtig auf dem Ölfilm schwimmen können und bis zur Hälfte vom Öl bedeckt sind. Nur dann ist gewährleistet, dass die Schnitzel überall schön braun werden und dass man mit einem Mal wenden hinkommt und ein perfektes Ergebnis bekommt. Als Faustformel würde ich sagen, Daumenhoch Öl in der Pfanne haben, dann geht nichts schief.


Einen Pfannenwender aus Holz, oder einen Kochlöffel aus Holz ins Fett stellen und wenn da richtig massiv Blasen aufsteigen, hat das Öl die richtige Temperatur. Fleisch in die Pfanne legen und von oben mit einem Esslöffel das heiße Öl drüber löffeln, das verbessert das Endergebnis. Der Herd läuft auf Vollgas!


Fleisch nach genau drei Minuten umdrehen und die andere Seite auch drei Minuten im Fett ausbacken. Das Fleisch bekommt man nicht in einem Durchgang mit der Pfanne hin, weil ein, oder auch zwei Kilo eine ganze Menge Pfannenfüllungen sind. Deswegen den Backofen auf 100 Grad einstellen und die fertigen Schnitzel auf das mit Backpapier ausgelegte Grillrost legen. Bei 100 Grad passiert nicht mehr viel und die Panierung bleibt so schön, wie Ihr das Fleisch aus der Pfanne geholt habt.


Wenn die Kartoffeln gut sind, Wasser abkippen, Schnittlauch dazu geben und ein Stück Butter in den Topf werfen. Deckel wieder auf den Topf legen. Dann hat man bei den Kartoffeln erstmal Ruhe und muss sich nicht weiter quälen. Die halten dann die Hitze.


Die Soße abschmecken mit Salz und Pfeffer, vielleicht noch ein bisschen Grünkraut dazu geben und in eine Sauciere umfüllen, wenn Samstag ist.


Die Schnitzel sind so wie sie sein sollen. Innen zart und außen knusprig von angenehmer Bräune.


Schnitzel auf den Teller legen


Kartoffels dazu drapieren


Jetzt flippen wieder alle in Österreich aus, weil dort Schnitzel und Soße so nah zusammen gehören, die der Teufel und Weihwasser, aber bei den Piefkes muss es so sein, sorry. Einen Klecks Soße auf den Teller geben, aber bitte nicht so, dass man das Fleisch damit ertränkt und vor allem nicht die mühevoll kross gebratene Panierung aufweicht. Nehmt liebt später noch bei der Soße nach, als durch zuviel Soße die Arbeit zu schänden.


Meine Rabaukentruppe hat mich jedenfalls total überrascht, denn die Kinder haben gefressen wie die Raupen und statt einem Kilo Fleisch haben sie mal eben 1,5 Kilo vertilgt. So waren für den nächsten Tag nur noch 3 Stück da und damit durfte meine Frau dann doch noch selbst irgendwas kochen, während ich mich insgesamt 1300 km durch den Schnee quälen konnte. Das hat mich jetzt nicht geärgert, weil oft gibt man sich Mühe und dann rührt die Brut nichts an. Da freue ich mich ganz im Gegenteil, dass sie so zugelangt haben.


Ganz klassische Hausmannskost, einfach nur solide auf den Teller gebracht und deswegen total empfehlenswert, denn auch dafür gibt Fixtüten, obwohl eigenlich niemand weiß warum?


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


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