Freitag, 31. Juli 2015

Bruschetta mit selbst gebackenem Ciabatta

Bruschetta mag eigentlich jeder. Das ist einfach und geht so leidlich schnell, aber ich wette mal, dass dabei zu 99,9 Prozent gekauftes Brot zum Einsatz kommt. Ich habe davon auch schon ein oder zwei Rezepte in meinem Blog, aber das ist für mich dann immer die Königsdisziplin da noch einen aufzusatteln und zu sagen, jetzt auch Bruschetta mit selbst gebackenem Brot. 



Zutaten:

1 Kilo Tomaten
1 Zwiebel

Basilikum gerne frisch
1 Knoblauchknolle
Salz
Pfeffer
Zucker
Balsamico Essig
Olivenöl
Ciabatta, selbst gebacken im Idealfall

Können wir mal dieses Knoblauchknollenthema beenden? Jeden Tag steht einer auf, der glaubt ich würde soooooo ne Knoblauchknollen, bestehend aus 4958345908 ZEHEN Knoblauch verarbeiten. Nein, natürlich nicht, denn bei uns wohnen keine Vampire um die Ecke, vor denen wir uns schützen müssten. Hier passt es gerade auch mal ganz gut, die Größenverhältnisse zu zeigen. 



Rechts die Knoblauchknolle und links das kleine ist die Gemüsezwiebel ;-). NEIN, natürlich nicht, links ist die Knoblauchknolle und rechts ist die normalgroße Zwiebel! Also ist so eine Knoblauchknolle vielleicht so groß wie 1,5 oder 2 normale Knoblauchzehen UND was viel wichtiger ist, geschmacklich lange nicht so intensiv wie Knoblauchzehen. Nicht so ein Mädchenkram wie Bärlauch, aber auch nicht so ein Fliegen von der Deckeholer, wie Knoblauchzehen. Danach würde ich vielleicht nicht mehr in den Swingerclub gehen, aber am nächsten Tag, frisch geduscht und mit neuen Klamotten, redet davon niemand mehr und man wird auch nicht gefragt, was man am Abend vorher gegessen hätte.


Hier einmal in ganzer Schönheit, Ciabatta selbst gebacken.


Ich habe das Ciabatta am Vorabend gebacken, deswegen ist es jetzt auf dem Foto gut ausgekühlt.


Ciabatta in Scheiben schneiden.


Olivenöl in einer Pfanne erhitzen


Brotscheiben in das heiße Öl legen und von beiden Seiten anrösten.


Die ewige Frage ist die richtige Reihenfolge, in der man vorgeht. Ich kann so schnell Gemüse schneiden, dass ich das nebenbei mache, wenn das Ciabatta in der Pfanne röstet. Wer sich das nicht zutraut, macht erst das Gemüse klar und kümmert sich dann um das Brot. Wenn Ihr auf der sicheren Seite sein wollt, macht Ihr zuerst das, was ich ab jetzt beschreibe und erst danach das Brot in der Pfanne rösten.


Zwiebel und Knoblauchknolle häuten.


Knoblauch und Zwiebel klein hacken.


Zwiebeln und Knoblauch in einer Salatschüssel zwischenlagern. 


Tomaten in mundgerechte Stücke schneiden.


Tomaten zu den Zwiebeln und zum Knoblauch geben.


Frischen Basilikum hinzufügen. Je mehr desto schöner


Salz, Pfeffer, Zucker zum Würzen nehmen.


Mit Olivenöl und Balsamico Essig marinieren.


Gerne noch einmal abschmecken, wenn noch irgendwas fehlt, wäre das ein guter Moment, um einen ordentlichen Geschmack zu zaubern.


So sieht das Ciabatta geröstet aus. Nicht zu hell und nicht zu dunkel, aber so knusprig, das es nicht gleich durchsuppt, wenn man die Tomaten darauf legt.


Hier kommt jetzt mein Probierteller. Die einzelnen Komponenten kann man ganz gut erkennen. geröstetes, selbst gebackenes Ciabatta, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, mariniert mit Balsamico, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zucker und für das Auge noch ein wenig Basilikum.


Das ist alles was italienische Küche ausmacht. Einfach, bodenständig und genau auf den Punkt.


Wenn ich einen sehe, der darauf noch diese scheußliche Balsamico Paste aus der Flasche kippt, dem nehme ich gleich wieder das Rezept weg, nur damit das klar ist. 


Das ist eine tolle Vorspeise, bei größeren Mengen kann man davon auch eine Hauptmahlzeit bestreiten. Vegetarisch ist es auch. Was will man mehr?


Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.


Donnerstag, 30. Juli 2015

Ciabatta selbst gebacken mit ohne Tüte

Meine etwas blassen Brote sorgten ja immer wieder für Gelächter unter Backprofis, deswegen war ich sehr dankbar, dass mir die geschätzte Maria Stadlbauer einen Trick verraten hat, wie man auch in einem Backofen der nur über Unterhitze verfügt, schöne braune Brote backen kann, indem man die Hitze umleitet. Abgedecktes Backen ist der Trick. Deswegen backe ich nun schon seit geraumer Zeit, Brote in meinem Entenbräter.



Zutaten pro Ciabatta: 

Pizzateig selbst gemacht Basis 300 Gramm Mehl plus Mehl zum Aufmehlen

Immer wenn Worte farbig unterlegt sind, verbirgt sich darunter ein Rezept, auf das man durch anklicken kommt.


Der Vorteil beim abgedeckten Backen ist, dass die Hitze nicht entweicht und oben so heiß ist wie unten. Bei meinem Gasofen, der nur über Unterhitze verfügt ist das sonst echt ein Problem und ich muss das Brot sogar beim Backen wenden, wenn ich es offen backe, damit es am Ende trotzdem immer blass wie ein Engländer am Urlaubsanfang aussah. Wernn man einen Ofen mit Ober- und Unterhitze hat, bleibt immer noch der Vorteil, dass das Brot beim abgedeckten Backen einfach besser aufgeht. 


Mehl zum Aufmehlen in den Bräter kippen. Den Pizzateig in den Bräter geben und das Mehl einkneten. Es muss immer noch eine leichte Mehlschicht im Bräter bleiben, damit der Teig nicht am Boden anklebt


Wenn das Ciabatta die gewünsche längliche Form hat, Ciabatta, heißt auf italienisch übrigens Pantoffel, mit dem Deckel des Bräters abdecken und ruhen lassen. Je länger desto schöner. Ich hatte nur 30 Minuten Zeit, aber zwischen einer Stunde und 24 Stunden ist alles o.k, was Ihr zeitlich aufwenden könnt. Je länger die Ruhezeit, desto besser geht das Brot im Ofen auf.


Den Ofen auf 220 Grad vorheizen und wenn Ihr dem Teigling nach der Ruhezeit die Freigabe erteilt habt, kommt das Brot für 45 Minuten in den Ofen. Wichtig ist, den Bräter mit dem Deckel in den Ofen zu stellen UND nicht alle fünf Minuten vor Neugierde in den Bräter zu schauen, sondern den dort einfach mal eine dreiviertel Stunde vor sich hin backen zu lassen. Wenn man den Deckel öffnet ist es vorbei mit der Herrlichkeit, weil die Hitze weg ist, also Finger weg! 


So will ich das sehen! 45 Minuten sinnvoll angelegt und auf den lieben Gott gehofft.


An der Form kann man sicherlich noch arbeiten, damit das Ciabatta auf der ganzen Länge die gleiche Dicke hat, aber mal im Ernst, ist mir total egal, wenn die Kruste stimmt


Nachdem das Brot ordentlich ausgekühlt ist, lässt es sich auch gut schneiden. Wenn ich es zu Nudeln oder Salat gebacken hätte, würde ich das auch frisch aus dem Ofen essen, aber ich habe es extra gebacken, um damit Bruschetta zu machen, da kann ich mit ofenwarmem Brot nichts anfangen.


Das ist wirklich ein Fest der schlichten Genüsse und dabei wird einem dann immer wieder klar, was man eigentlich noch alles selbst machen müsste, von Garten mit Kräuterbeet haben, bis Tomaten und Zwiebeln selbst anbauen. Ich habe nicht mal einen Balkon, aber ich arbeite daran. 


Wie geil, eines der ursprünglichsten Lebensmittel die es gibt, selbst gebacken, ohne Plaste und Elaste. Das schmeckt meilenweit besser, als die ganze Chemiescheiße aus dem Backofanten im Supermarkt, oder aus dem Backshop. Ist echt kinderleicht, man muss es sich nur mal trauen. Das hat auch kein Alter und man ist dafür nie zu jung und auch nicht zu alt, um damit anzufangen. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Mirabellen einkochen ohne Firlefanz

Das ist dieses Jahr auch Neuland für mich, denn ich habe bislang noch nie Obst eingekocht. Es gibt aber so viele Mirabellen und ich bin so davon infiziert, so viel es irgendwie geht selbst zu machen, dass ich mich nun auch mit diesem Thema beschäftigte. Am längsten dauert das Pflücken der Früchte, aber sowas wie das Einkochen läuft neben dem normalen Abendprogramm nebenbei. Da verbringt man ein paar Minuten mit dem Befüllen der Gläser, sorgt für passende Temperaturen und schaut danach sporadisch nach den Gläsern, oder stellt sich eine Eieruhr. Alles nicht so schwierig, dass es in Anstrengung ausarten würde.



Zutaten:
Mirabellen
Zucker
Limettensaft
Zimt

Wasser

Das Leben ist immer einem gewissen Wandel unterworfen und es ist echt verrückt, wie oft man seine Ansichten zu irgendwas ändert. Ich kenne selbst eingekochtes Obst noch von meiner Oma. Sowas gab es am Sonntag immer als Nachtisch zu einem Vanillepudding. Natürlich war das irgendwie lecker, aber dann wurde es total modern, irgendwelches Fürst Pückler Eis, oder Vienetta Eis zu essen und man fand selbst eingemachtes Obst extrem piefig. Heute bin ich froh, dass ich das aus alten Zeiten noch kenne und ein Vorbild habe, nach dem ich das jetzt machen kann.


Obst zu pflücken muss ich ja keinem erklären, aber ich finde das extrem erholsam, wenn man sonst den Rest der Woche, die meiste Zeit im Laden verbringen muss. 


Die Gläser gut 3/4 hoch befüllen


2,5 Esslöffel Zucker pro Glas


Einen Schuss Limettensaft


eine Prise Zimt pro Glas


Gläser mit Schraubdeckeln verschliessen.


Ich habe die Gläser in eine hohe Grillpfanne gestellt und dann von aussen Wasser in die Form gegeben. Füllhöhe bis knapp an den Rand der Form. Danach habe ich die Gläser wieder aus der Form genommen. Und die Form zum Aufheizen des Wassers in den Backofen bei 150 Grad gestellt. Nach einer halben Stunde kommt dann die Form wieder aus dem Ofen und die Gläser werden in die Form gestellt. Bei 130 Grad bleiben die Gläser 35-40 Minuten im Ofen stehen. 


Die Mirabellen sind dann gut, wenn die Flüssigkeit im Glas sprudelt. Dann den Ofen abstellen und die Gläser auskühlen lassen. Optimal ist es wenn man die Deckel knacken hört, dann haben die Gläser ein Vakuum gezogen.


Ich habe die Mirabellen nicht sonderlich süß eingekocht, sondern eher säuerlich. Wenn man mehr Süße haben möchte, braucht man bestimmt 4 Esslöffel Zucker pro Glas. Da ich meinen Kindern aber von vorherein zeigen möchte, dass nicht alles immer pappsüß schmecken muss, habe ich mich mit der Süße ein wenig zurück gehalten.


Schönes neues Hobby. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachmachen und einen guten Appetit.



Dienstag, 28. Juli 2015

Geile Nudeln mit scheiß Rind

Ich experimentiere gerade mit dem Zungenstück vom Rind. Das ist ein günstiges Stück aus dem Rindernacken, aus dem man selbst tolles Hackfleisch machen kann. Hier habe ich daraus leckere Nudeln mit irren Ofentomaten gemacht. Mein Fazit aber gleich vorweg, dafür sollte man ein Stück vom Rind nehmen, das ausdrücklich zum Kurzbraten geeignet ist, wie Rumpsteak, Roastbeef, Hüfte, Lende usw. Ich habe mich beim Zungenstück schon beim Parieren einmal halb umgebracht und am Ende hatte ich immer noch so richtig Gummi dabei, wenn man irgendwas übersehen hatte. Das ist ein tolles Gericht, aber wie gesagt, nehmt kein Zungenstück dafür. 


Zutaten für vier Personen 

500 Gramm Rindfleisch zum Kurzbraten (wenn es gut werden soll)
500 Gramm Spaghetti
6 mittelgroße Tomaten
1 Knoblauchknolle
Olivenöl
Meersalz

Zucker
Pfeffer aus der Mühle
Limette
1 Peperoni
1 Zwiebel
Lauchzwiebeln
Hartkäse zum Bereiben

Hier sieht Ihr das Zungenstück vom Rind. Wie gesagt, ich wollte mal schauen, wie sich das beim Kurzbraten verhält. Mir war das schon klar, dass es nicht einfach wird, weil das ganz viele Sehnen hat und dass da ordentlich parieren angesagt ist.


Mit parieren meint man, dass man mit einem scharfen Meser die harten Sehnen entfernt. Ich bin ja ein Fleischer und kein Entbeiner und dachte mir schon so beim Machen, dass es total dämlich ist, sich ein Stück Fleisch für 4 Euro netto das Kilo zu kaufen und dann ne halbe Stunde daran rumzusäbeln. Wenn man sich selbst einen Stundenlohn zahlen würde, kann man auch gleich Fleisch kaufen, bei dem man das nicht in dem Umfang machen muss. Das findet man aber eben nur raus, indem man es probiert.


Wenn man irgendwas schmoren wollte, wäre es schon wieder total unproblematisch und ein tolles Stück Fleisch, bitte nicht falsch verstehen. Ich habe versucht aus nem Ackergaul ein Rennpferd zu machen und damit kann man eben tolles Rinderhack machen, oder tolle Schmorgerichte, aber eben durch die Struktur und die Faser keine Steaks, oder dergleichen.


Dann habe ich es noch geklopft in der Hoffnung, dass es damit zart wird.



Die Metzger vor den Bildschirmen brechen gerade in schallendes Gelächter aus. 


Erstmal ein Probestück anbraten.


Fett in der Pfanne erhitzen, zwei Minuten pro Seite anbraten.



Bombe total zart.


O.K, das probiere ich mit dem Rest auch noch mal. 


Zwischenzeitlich kümmere ich mich um die Ofentomaten.


Tomaten in Stücke schneiden und in eine Ofenform legen.


Eine Knoblauchknolle nackig machen



Knoblauch hacken.


Knoblauch zu den Tomaten geben


Meersalz, Zucker und Pfeffer über die Tomaten geben



Den Saft einer Limette über den Tomaten auspressen.


Mit Olivenöl begießen. Da wir keine besondere Soße machen, nicht am Öl sparen. Wer gut schmiert, der gut fährt.



Eine Peperoni zu den Tomaten geben.


Die Tomaten kommen bei 220 Grad in den Ofen. Keine Umluft! Ober und Unterhitze, sind optimal. Die Tomaten bleiben für 30 Minuten im Ofen.


Die Spaghetti werden nach Packungsbeilage gegart.


Lauchzwiebeln zerkleinern, Eine Zwiebel in Ringe schneiden.


Wenn die Nudeln gar sind, abkippen und in einem Nudelsieb , oder im Kochtopf zwischenlagern.


Hier habe ich jetzt das Fleisch in der Pfanne. Wie gesagt, teilweise waren die Stücke perfekt und andere waren wie Gummi. Jetzt auch dem Foto kann ich das auch sehen, wie lang die Fleischfaser bei dem zweiten Stück unten von rechts ist. Da würde ich wohl auch zäh werden, wenn man mich nicht zerhackt, oder schmort.


Die Zwiebel mit dem Fleisch in der Pfanne anbraten.  Fleisch von jeder Seite drei Minuten unter Feuer nehmen.


Meine Nudeln waren noch heiß, ansonsten hätte man sie in der Pfanne kurz in Fett schwenken können. 


Das ist mal ein richtiger Schatz, reduzierte Tomaten, mit Olivenöl, dann sind die Nudeln nicht so trocken. Durch Zucker, Salz, Knoblauch und Pfeffer toll gewürzt und der Kick Limette, macht es rund. 


Die Lauchzwiebel ist schön für die Frische und sieht gut aus.


Fleisch auf den Teller legen.


Mit gehobeltem Hartkäse bestreuen


Schmeckt total lecker, wie gesagt, nehmt stattdessen Fleisch mit ner kurzen Faser, oder wenn Ihr ein Zungenstück habt, dann macht Hackfleisch daraus, das würde in dieser Kombination auch funktionieren. Die Tomaten sind jedenfalls der Killer und darauf werdet Ihr total abfahren.


Ich wünscht viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.