Samstag, 5. Dezember 2015

Tofuburger Cheese Sandwich

Und wieder ein Quantensprung aus der Glatzkochküche. Mein erstes Tofu Erlebnis!
Ich bin immer nur in sicherer Entfernung an den Tofupackungen in Supermärkten vorbei gelaufen. Letztens war ich mit meinen lauffähigen Kindern am Sonntag im Vietnamesen Center in Berlin-Lichtenberg und da lachte mich das Paket so an, dass ich es nicht weiter ignorieren konnte.  



Zutaten für 4 Portionen:

500 Gramm Tofu
4 Eier
Mehl
Paniermehl
Salz
Pfeffer
1-2Tomaten
8 Scheiben Sandwichtoast
Kochkäse selbst gemacht
Rucola
Tomaten
Cole Slaw 
Pflanzenöl zum Ausbacken

Immer wenn Wörter farbig unterlegt sind, dann verbirgt sich darunter ein Rezept, auf das ihr durch Anklicken kommt. 


Tofu aus der Packung holen.


Tofu in gleichmäßig dünne Scheiben schneiden. Das Zeug ist ziemlich fragil, deswegen sollte man ein scharfes Messer ohne geriffelte Schneide haben, wie z.B. ein Keramikmesser.


Immer wenn ich mir nicht sicher bin, ob mir das gefällt, was ich zubereiten möchte, paniere ich es kurzerhand, dann schmeckt zumindest die Panierung und der Rest tritt in den Hintergrund. Das klappt bei mir auch mit jeder Form von Gemüse, nur nicht bei Fisch (schüttel).


Hier ist das klassische drei Teller System mit einem Teller Mehl, einem Teller verquirltem und mit Salz und Pfeffer gewürztem Ei, sowie Paniermehl.


Die Tofuscheiben zuerst ins Mehl drücken


Dann im Mehl wenden. Wie gesagt, das Zeug ist echt fragil und ich habe mir zum Wenden eine Gabel zum Gegenhalten genommen, damit der Tofu nicht reißt. Einfacher wäre natürlich kleinere Tofustücke zu panieren, aber ich wollte mal schauen, ob am Stück irgend sowas wie Schnitzelfeeling aufkommt. 


Wenn ordentlich Mehl am Tofu haftet, dann haftet auch das verquirlte Ei ganz passabel. 


Tofu im Ei wenden.


Ich habe mir hier einen Löffel zur Hilfe genommen. 


Wenn das Ei nicht richtig haftet, einfach mit dem Löffel ein wenig nacheiern, wenn der Tofu im Paniermehl liegt. 


Reichlich Paniermehl über den Tofu schaufeln und auch die Kanten gut panieren. 


So fertig paniert, dann geht es in der Pfanne weiter.


Ich rechne in der Pfanne auch nur drei Minuten pro Seite, wie bei "richtigen" Schnitzeln und mache deswegen vorher noch schnell den Coleslaw, obwohl ich den in sechs Minuten auch neben der Brutzelei schaffen würde. Als Mann bin ich aber nicht Multitaskingfähig und wähle die sichere Variante.


Hier ist das Rezept für Coleslaw


Das Pflanzenöl in der Pfanne erhitzen. Einen Kochlöffel oder Pfannenwender aus Holz in die Pfanne stellen und so lange warten, bis das Fett daran richtig sprudelt. Erst dann ist die Temperatur des Fetts gut. Sonst ist das Resultat einfach nur scheiße und daran scheitern die meisten panierten Gerichte, wenn die Temperatur zu niedrig ist und das Timing falsch. Zeitgleich mit dem Tofu, das Toastbrot in den Toaster, oder in den  Backofen werfen.


Nach drei Minuten wenden.


Nun geht es ans Anrichten


Das Toastbrot mit meinem Kochkäse bestreichen.


Da weiß man was drin ist und man muss nicht auf die obligaten Plastiksoßen zurückgreifen. 


Rucola darauf drapieren.


Das Tofuschnitzel darauf ablegen.


Tomatenscheiben nicht vergessen.


Ordentlich Salz und Pfeffer aus der Mühle darüber geben, weil Tofu erstmal nach nichts schmeckt


Den Toastdeckel auch mit dem Kochkäse bestreichen und dann auf den Burger legen.


So wäre es ein schneller und leckerer Tofuburger.


Ich musste aber im Stehen essen, weil ich nebenbei noch die Babywippe in der Küche zu bewegen hatte.


Deswegen habe ich zum besseren Konsumieren den Burger mit einem Diagonalschnitt in zwei Sandwichhälften geteilt, begleitet vom Coleslaw.


Das ist ein extrem leckeres Gericht, wenn man es als das betrachtet was es ist. ich hatte ja noch nie Tofu und man kann das wirklich essen. Was man nicht erwarten darf ist, dass es wie Fleisch schmeckt und sich auch nicht so anfühlt. Das wirkt eher wie panierter Eierstich, wenn man nach einer bekannten Konsistenz sucht, mit der man das beschreiben kann. 


Das Tofuschnitzel hat eine krosse Panierung, dem Rucola und den Tomaten ist es egal wozu sie gut schmecken und das ganze lebt eben von dem Wechselspiel aus kross und weich. Geschmacklich ist es so gut, wie sich derjenige anstellt, der es zubereitet. 


Sicherlich braucht Tofu auch eine Gewöhnungszeit, wie alles andere, was man sich über die Jahre so an Essensgewohnheiten zulegt, aber in dieser Form kann man das auf jeden Fall machen und sich nicht ärgern. Tofu wäre für mich kein Fleischersatz, aber eine gute Gelegenheit, um irgendwas zum Panieren zu haben, wobei ich da auch eher auf Gemüse gehen würde, weil das eben nur Gemüse ist und nichts konditioniertes. Tofu gehört vor allem zu Küchen, die mir überhaupt nichts sagen, wie indisch. Wer hier mitliest und sowieso kein Fleisch isst, sollte das auf jeden Fall ausprobieren, denn das ist auf jeden Fall besser als so ein Valess oder Garden Gourmet Schrott.


Ich freue mich jedenfalls, dass ich diese Hürde genommen habe und kann glaubhaft versichern, dass man am nächsten Morgen wieder aufwacht, als wenn am Abend vorher nix passiert wäre. 


Das ist Essen das glücklich macht! Hier kommt meine Geheimwaffe gegen Küchengerüche. Eine Lampe Berger. Zwei Minuten anzünden und dann pro Quadratmeter Zimmergröße eine Minute den Küchengeruch neutralisieren. Nach 35 Minuten weiß bei mir niemand mehr, was ich vorher gekocht habe. Geile Erfindung, danke Maria Stadlbauer. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen einen guten Appetit.



Kommentare:

  1. Jetzt muss ich mich aber mal kurz zu Wort melden...

    Du kaufst nichts mit Palmöl, weil deswegen die Regenwälder abgeholzt werden, aber dafür Tofu?

    Mit 5500qkm ist die Soja Farm "Bom Futuro" in Brasilien die größte der Welt, doppelt so groß wie Luxemburg". Das war früher alles Regenwald ;-)

    ich habe Tofu noch nie gegessen und weiss nicht wie es schmeckt, aber irgendwie war ich schon immer argwöhnisch gegenüber Soja-Produkten, zugegeben, Soja-Sauce kaufe ich...

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    1. ich kaufe sonst überhaupt kein tofu und verarbeite auch kein soja. ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt eine soja soße zuhause habe und wenn, ist sie bestimmt lange abgelaufen. meine frau mag das nicht. tofu kaufe ich auch nicht wieder, ich wollte einfach mal testen wie das schmeckt. dass das zeug ausgerechnet von da kommt, war mir ehrlich gesagt nicht bekannt

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  2. Na ja, auch bei Soja gilt: es gibt SOLCHES und SOLCHES. Man muss nur wissen, was man kauft und wo. In der chinesischen Küche gibt es schon ein paar traditionelle Gerichte, bei denen Tofu unabdingbar ist und die auch wahnsinnig lecker sind. Die Chinesen kochen seit Jahrhunderten damit und die Welt dreht sich weiter. Es ist alles eine Frage der Relation. Und des Geschmacks. Soja aus Südamerika brauche ich auch nicht, genauso wenig wie Spargel aus Peru. Warum? Weil es nicht schmeckt. Rindfleisch aus Argentinien? Yes Sir, any day. Warum? Weil es unschlagbar ist.

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    1. Es ist unfassbar welche krassen UNterschiede es von den versch. Tofuherstellern zu beobachten gibt - auf jeder Ebene.

      Mir bereitet das allerdings Hirnjucken, weil ich gerne dinge überblicke und abschätze kann.

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  3. Falls du mal etwas experimentieren willst....:

    Seidentofu ist ein Gedicht, das sagt Aspiek, eine Tofuhasserin. Ist aber eher für Cremes gut statt für gebratene Schnittchen.

    Wenn man Tofu einfriert bekommt er eine ganz crazy Struktur und man kann ihn unglaublich gut für Bolognese einsetzen (oder Ameisen, siehe den ''Bester''-Blog). Faserig, weich, porös, fleischähnlich, interessant einfach.

    Wie Seitan. Ach ja, das wollte ich dir auch mal angeraten haben. Ich mache den immer (wo auch sonst) in der Badewanne - aus Mehl und viel Wasser.

    All diese Fleischalternativen kann man übrigens auch super Pökelspritzeln mit Marinade. Try it :)

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    1. ja, seitan will ich auch immer noch mal machen. dann muss es aber an einem tag sein, an dem mir noch die zeit reicht, um eine alternative herzustellen, falls das schief geht.

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