Mittwoch, 9. Dezember 2015

Schweinefilet mit Wermutsoße

Schweinefilet ist die günstigste Art, ein von Haus aus schönes Stück Fleisch zu bekommen. Ich kann zwar aus fast jedem Stück etwas machen, aber ein gut gemachtes Schweinefilet stellt dann doch einen Schweinerücken, oder eine Oberschale in den Schatten. Im Gegensatz zum Rinderfilet kostet das ja auch ziemlich zivile Preise. Ich war bei Metro und da kostete das Kilo um die sechs Euro, normal im Supermarkt immer so um die 10 Euro. 



Zutaten für vier Personen.

1 Kilo Schweinefilet
Salz
Pfeffer

Für die Soße:

1 Glas Brühe
1 Schuss Wermut
Kochkäse selbst gemacht, oder gekauft
Salz
Pfeffer
Essig
2 gehäufte Esslöffel Speisestärke

Ich hatte mich bei meinen Pommes duchesse irgendwie verfranst und es ging hart auf 19.30 Uhr zu. Eigentlich sollte das Essen schon lange fertig sein und die gestrenge Ehefrau fragte schon auffällig oft, wann denn das Essen fertig wäre.


Schnell die Schweinfiletköpfe aus der Verpackung holen und meine geniale Grillpfanne von diepfanne.com auf den Herd stellen. Das Grillmuster, das die Pfanne macht, sieht schon mal affengeil aus und ich bepinsel die Pfanne auch nur mit einem Hauch Öl


Zeitgleich fange ich schon die Soße an, während die Pfanne aufheizt. Schweinefilet gibt sowieso keine großartige Soßenbasis von sich, also gleich Geschmack selbst basteln. Die beste Basis dafür ist eine selbst eingekochte Brühe. Wenn man nicht alles in Brühe ertränken will, reicht ein Glas mit 400 Millilitern.


Pfanne auf Vollgas drehen. Wenn das Fleisch beim Reinlegen zischt, ist die Temperatur gut. Ich habe das alle 2 Minuten umgedreht. Ach ja, ich hatte mir fest vorgenommen, die Sehnen zu parieren, habe das Vorhaben dann aber wieder verworfen, weil die Mutti so am drängeln war. Beim nächsten Mal dann. Den Herd lasse ich auf Vollgas laufen, wenn das Fleisch in der Pfanne liegt.


Hier ist ein echter Blindmacher. Weißer Wermut. Der gibt der Soße einen guten Geschmack.


Einen kräftigen Schuss zur Brühe geben.


Alle 2 Minuten das Fleisch umdrehen


Um ein bisschen Fett und noch mehr Geschmack an die Soße zu bekommen, nehme ich meinen selbst gemachten Kochkäse


Drei gehäufte Esslöffel vom Kochkäse nehmen. Wer den noch nicht gemacht hat, kann auch gekauften nehmen, oder völlig schmerzbefreite Gestalten nehmen Brunch. Wer das macht, hat sowieso keine selbst gekochte Brühe, oder?


Weil das keine Sahne ist und weil es schnell gehen soll, die drängelnde Ehefrau hört ja nicht auf zu drängeln, binde ich die Soße noch schnell mit Speisestärke


2 gehäufte Esslöffel Speisestärke in Wasser auflösen und unter ständigem Rühren in die Soße einrühren. Aufkochen lassen, bis die Soße andickt. 


Wenn das Fleisch einmal rundherum angebraten ist, kommt es schnell aus der Pfanne. Mit dem Keramikmesser gegen die Faser aufschneiden, damit es zart bleibt. 


Fleisch für eine Minute pro Seite in die Pfanne werfen. Dann ist es immer noch sauzart und innen gut medium. Ich habe früher auch immer gedacht, Schwein muss richtig durch gebraten werden und hätte das im Lokal auch reklamiert, aber das ist Steinzeitwissen. Das schmeckt nur dann wirklich gut und ist nur dann richtig zart, wenn man es nicht durch brät. 


Nach einer Minute wenden


Nach einer weiteren Minute raus aus der Pfanne. Man kann es dann noch ein paar Minuten auf dem Teller unter Alufolie ziehen lassen, aber ich finde es so direkt aus der Pfanne noch deutlich besser. Erst jetzt wird gewürzt. Ordentlich Salz und Pfeffer aus der Mühle darüber mahlen. 


Soßenspiegel auf dem Teller ausbringen. 


Fleisch dazu legen


Herzoginnenkartoffeln dazu dekorieren und schon geht es los. 



Dazu hatten wir noch Gurkensalat. Wenn man sowas als Weihnachtsessen machen würde, könnte man auch noch Rotkohl dazu servieren.


Das Fleisch ist toll, super saftig, ganz zart und passt sehr gut zur Soße. Mit den Pommes duchesse kommt auch schon ziemlich festlich daher. Das ist kein Vergleich zu den beschissenen Tütenkroketten, die ich immer auf Bildern gepostet sehe und vor allem vermitteln sie etwas von Liebe und Zuneigung für die Gäste, oder am Tisch anwesende Familienmitglieder, wenn man da nicht so ne Tütenrotze auftischt, sondern auch bei der Beilage 20 Minuten Mehrarbeit investiert. 


Für einen ordinären Sonntag Abend, oder generell am Wochenende, ist das ein schönes Essen mit Familie und Freunden, mit dem man sich nie blamiert. 


Das ist Essen das glücklich macht! Hier kommt meine Geheimwaffe gegen Küchengerüche. Eine Lampe Berger. Zwei Minuten anzünden und dann pro Quadratmeter Zimmergröße eine Minute den Küchengeruch neutralisieren. Nach 35 Minuten weiß bei mir niemand mehr, was ich vorher gekocht habe. Geile Erfindung, danke Maria Stadlbauer. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen einen guten Appetit.


Kommentare:

  1. Das möchte ich nachkochen obwohl ich überlege warum Du Kochkäse genommen hast, ich liebe Kochkäse, werde fertigen kaufen.
    Daß die Sauce noch gebunden werden muss wundert mich.
    Bitte bitte das Fleisch parieren wenn Du schon Fotos machst
    Geht mit einem anständigen Messer ruckzuck aber wem erzähl ich dass
    Danke für das Rezept

    Ich bin stolze Besitzerin einer alten Lampe Berger mein Lieblingsduft ist "Zeste de Verveine

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    1. kochkäse habe ich genommen, weil ich den selbst für meinen blog hergestellt habe und dann den leserInnen auch gründe liefern möchte, warum man den ausprobieren sollte und zeigen, was man damit alles machen kann. ich weiß wie schnell parieren geht, aber das mache ich nicht, wenn jemand hinter mir schon immer von einem bein aufs andere tippelt und immer nur drängelt, wie lange es noch dauert.

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  2. Ich habe kein Ahnung in welche Richtung Wermut geht, aber ich habe letztens auch Schweinefilet gemacht:
    Die Filets mit Salz, Pfeffer und Senf einreiben dann zu Medaillons schneiden und mit Bacon umwickeln. In einer Pfanne nacheinander anbraten und nebeneinander in eine Auflaufform tun. Wenn alle angebraten sind die Pfanne mit Sekt ablöschen, Sahne dazu geben und Parmesan. Das dann über die Medaillons tun und für 10min in den Backofen...

    War lecker, vielleicht hast du sowas ja schonmal gemacht.

    Liebe Grüße
    Sharon

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    1. du kennst keinen wermut? frage mal deinen mann nach gotano. da kann er dir noch ein paar kopfschmerzgeschichten erzählen. das ist wein der mit wermutkraut versetzt wird. daraus kann man leckere cocktails machen, wie james bond. so lange gare ich schweinefilet nicht und ich würze das auch nicht vor dem braten, weil dann mehr flüssigkeit austritt. ich lösche auch nicht mit dünneren flüssigkeiten ab, weil auch das flüssigkeit aus dem fleisch zieht und zäh macht.

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