Montag, 7. Dezember 2015

Kotelett vom bunten Bentheimer Schwein

Heute zeige ich Euch mal den Unterschied zwischen einem Kotelett für 2,99 pro Kilo und einem für 10 Euro Kilopreis. Das für € 2,99 kennt Ihr alle wohl selbst schon bis zum Abwinken, nehme ich mal an. Deswegen zeige ich das auch nicht physisch, sondern appelliere an Euer Erinnerungsvermögen. Ich habe sporadisch das große Glück, dass ich von der Firma Kalieber bemustert werde, um hinterher dazu meine Gedanken zu formulieren.



Zutaten:

Kotelett vom bunten Bentheimer Schwein
Butter
Salz
Pfeffer

Koteletts gibt es von Weltklasse bis Kreisklasse. Wenn ich meine Erinnerungen darüber zum Besten geben sollte, erinnere ich mich nur an total totgegarte von Oma, Tante Anna, oder meiner Mutter, die ständig in der Pfanne hin- und hergewendet wurden und mindestens 20 bis 25 Minuten in der Pfanne lagen, damit sie auch bloß durchgebraten sind. Deswegen habe ich mir auch zeitlebens nirgendwo ein Kotelett bestellt, wenn es irgendwo auf der Karte stand.


Ich habe diese Koteletts einfach nur mal so zwischendurch ohne Beilagen gebraten, weil meine Kinder am Samstag mittag, bevor wir zum Einkaufen gefahren sind, über Hunger klagten. Ich habe zu Testzwecken die Koteletts einmal vor dem Braten mit dem Fleischklopfer bearbeitet und einmal einfach so unbehandelt in die Pfanne geworfen. Zum Braten ist nur ein Stück Butter in die Pfanne gekommen. Bei so einem guten Fleisch erscheint es mir zu profan mit Pflanzenfett zu arbeiten. 


Wie immer nehme ich meine sensationelle Edition One Pfanne von diepfanne.com. Den Gasherd auf Vollgas drehen, das Fleisch nicht würzen, sondern einfach nur braten und stumpf draufhalten. Pro Seite habe ich drei Minuten veranschlagt. Wenn mir die Farbe noch nicht gefällt, hätte ich eine Minute mehr genommen. Wie man sieht, verliert das Fleisch keine Flüssigkeit und schrumpft fast überhaupt nicht beim Braten. Das wäre ein klassisches Kotelettphänomen, bei Hormonfleisch, dass man hinterher nur noch das halbe Fleisch wieder aus der Pfanne holt, das man vorher reingelegt hat. 


Wenn ich die Pfanne auf den Herd stelle, heize ich auch zeitgleich meinen Ofen auf 100 Grad an, damit das Fleisch nach 6 Minuten in der Pfanne, ergo 3 Minuten pro Seite dort noch 5 bis 7 Minuten ziehen kann.


Das Fleisch erst direkt vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer aus der Mühle ordentlich würzen und wer total crazy drauf ist, kann auch noch einen Spritzer Limette oder Zitrone darüber geben.


Ich habe es extra für Euch angeschnitten. Schaut Euch mal die Fleischstruktur an. Das Fleisch kommt direkt aus der Pfanne, hat noch nicht einmal geruht und war sechs Minuten auf dem Herd. Wofür schieben das andere Leute 20 Minuten in der Pfanne rum und was ist dann mit der Struktur des Fleisches? 


Das Verrückte ist und das stelle ich ich letzter Zeit bei ganz vielen Dingen von besserer Qualität fest, dass man von allem viel weniger braucht, wenn es gescheite Zutaten und Komponenten sind. Bei meinem selbst gemachten Senf, brauche ich nur eine Löffelspitze Senf, wo ich gekauft löffelweise Senf nehmen würde, weil es sonst nichts bewirkt. Bei meiner Nuss-Nougatcreme reicht es, das Zeug hauchdünn auf Brot zu machen und das nicht wie beim Palmölzeug zentimeterdick drauf zu kleistern. Das selbst gewolfte Hackfleisch macht bei kleinerer Menge viel satter, als die Genbukkake von 60 Rindern pro 500 Gramm aus dem Supermarkt und bei diesem Kotelett vom bunten Bentheimer Schwein verhält es sich genau so. Bei normalen Koteletts würde ich pro Nase zwei rechnen, hier ist man nach einem angenehm satt und vor allem viel glücklicher satt. 


Der dreifache Preis ist also nicht dreimalig teurer, weil man mit der Hälfte auskommt. An der Stelle stellt sich dann wieder die Frage, ob es einem die Differenz wert ist? Gesinnung muss man sich immer leisten können, das sage ich oft zu meiner linksalternativen Ehestute, oder man verzichtet an anderer Stelle. Wer auf nichts verzichten muss und alles geht normal weiter, ist natürlich noch besser dran. Mein Tipp für alle, die verzichten müssten, lieber einmal öfter vegetarisch essen und dann im Gegenzug beim Fleisch zehn Euro statt drei Euro auszugeben. Das ist mein Wissen stand Dezemeber 2015. Wenn bei mir vier Kinder am Tisch pro Mahlzeit zwei Kilo Fleisch wegkloppen und die Eltern dann immer noch nichts gegessen haben, rechne ich neu. Zu wem dieses Modell passt, der kann sich jedenfalls ganz viele tolle kulinarische Genüsse bescheren, wenn er nicht an der falschen Stelle spart. 


Wer dann noch eine tolle Soße und leckere Beilagen macht, ist hinterher sowieso in einer anderen Umlaufbahn. Danke Kalieber, dass Ihr Euch um solche Perlen wie das bunte Bentheimer Schwein kümmert und allen anderen viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit. 

Kommentare:

  1. Antworten
    1. nee! so ein edeles fleisch sollte man pur genießen.

      Löschen
  2. Sag ich ja immer, wer billig kauft, zahlt doppelt drauf. Gerade bei Fleisch, denn irgendwo muss der Preis ja herkommen.

    Mich würde interessieren, ob du einen Unterschied zwischen geklopftem und ungeklopftem Fleisch festgestellt hast. So wie ich es gelernt habe, ist klopfen - mit dem gezackten Klopfer - bäh, bäh, pfui, weil es die Fleischfasern beschädigt, Saft austritt und das Ganze zäh werde n kann, also genau das Gegenteil bewirkt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ungeklopft war besser. ich habe einfach nur stumpf drei minuten bei vollgas pro seite draufgehalten. meine befürchtung war, dass es nach 6 minuten nicht durch ist, wenn ich es nicht klopfe, aber das war unbegründet.

      Löschen
    2. Solch ein Fleisch, wenn nicht vorher gefroren, kannst du bedenkenlos medium essen, vielleicht sogar roh zu Thüringer Mett verarbeiten.

      Löschen
  3. Das würde mich auch interessieren, welches Kotelett besser war. Klopfen oder nicht klopfen, das ist hier die Frage!
    Viele Grüße
    Carmen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ohne zu klopfen war besser, aber man darf nicht vergessen, dass das eine ganz andere fleischqualität war, als ich normal für geld kaufe. da würde ich mir nicht trauen, das ohne klopfen zu braten.

      Löschen
  4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen