Freitag, 7. August 2015

Plaste Brühe, ohne Plaste - it's magic!

Hallo Ihr mit den kaputten Geschmacksnerven! Ihr steht doch alle so auf dieses komische Maggizeug. Ich hätte da was für Euch, da könnt Ihr alles auf einen Schlag haben, Futter für die geschundenen Geschmacksnerven und trotzdem total gesund und rein.



 Soll ich Euch mal des Beste erzählen? Maggi schmeckt nur noch so, wie das sprichwörtliche Maggikraut, das eigentlich Liebstöckel heißt, denn das wird in der Chemieplörre schon seit Jahren gar nicht mehr eingesetzt. Der Geschmack und der spezifische Geruch, wird nur noch mit Plaste und Elaste hergestellt. Schöne Aussichten? Wenn man darauf steht, irgendwann mal in der Dunkelheit zu leuchten bestimmt. Jetzt kannst Du alles haben, die niederen Instinkte befriedigen und dabei gesund essen.


Zutaten 20 Liter Topf:

10 Zwiebeln
Bund Liebstöckel
Salz
Pfefferkörner
Peperoni
3 Kohlrabi
Handvoll Möhren
Wacholderbeeren
Lorbeerblätter
getrocknete
Tomaten
Alles was an Grünzeug weg muss.
Knoblauchknolle
Wasser

Ich habe einen zwanzig Liter Topf und der wird spätestens alle vier Wochen angeworfen, wenn mein Brühevorrat zur Neige geht. Wenn ich ein Restaurant wäre, würde der Topf jeden Tag laufen und dann würde ich mir dafür nicht extra Gemüse und andere Zutaten kaufen. Dann würde ich jeden Tag, alles was ich an Verschnitt und Resten hätte, in den Topf werfen und die würden den ganzen Tag nebenher simmern. Brühe ist der einfachste und genialste Weg der Abfallvermeidung und Resteverwertung. Hier fliegt alles in die Brühe was hygienisch einwandfrei, aber vielleicht nicht mehr knackig ist. Hier seht Ihr gerade wie ich Reste von Feldsalat in die Brühe werfe. Hauptsache Gemüse, statt Plastikbrühe.


Viele Menschen, die meine Brühen nachkochen monieren, dass es manchmal wie mit des Kaisers neuen Kleidern ist. irgendwie fehlt einem noch der Kick, aber man traut sich nix zu sagen, damit man nicht als Banause da steht. Muss ja gar nicht, dann geben wir bei der Brühe halt mehr Gas, kein Problem. 


Kohlrabi ist auch ne gute Idee, grob zerkleinern, und auch die Blätter mit in die Brühe geben. Wir werfen nichts mehr weg, was Geschmack bringt.


Möhren, maximal halbieren. die sind nur für den Geschmack und müssen nach nichts aussehen.


Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Peperoni einen Esslöffel Meersalz zum Würzen nehmen.


Knoblauchknolle am Stück reinwerfen


Getrocknete Tomaten, je nach Wassermenge ein wenig aufpassen, weil die mit Salz getrocknet werden, dass man damit nicht überdosiert. Bei einem 20 Liter Topf, kann man aber eine Handvoll nehmen


Die Zwiebeln halbieren und die Schalen dran lassen, damit die Brühe eine dunklere Farbe bekommt.


Hier fliegt jetzt auch noch ein Rest Rucola aus dem Kühlschrank, in die Brühe und ganz wichtig der Liebstöckel. Nix Anderes macht auf natürliche Weise so nen schönen vertrauten Plastikgeschmack. Das muss man sich mal überlegen, dass die Chemiebombe die Geschmacksreferenz für das frische Original ist und selbst die Hauptzutat Liebstöckel schon so heißt, wie der Plasteklon. Zwischendrin wenn die Brühe simmert, probieren und wenn noch irgendwas fehlt, dann gerne noch mit dem nachwürzen was Euch an Geschmack fehlt. Tendenziell wird das immer Salz sein und mein Tipp, gerne mal in die Schärfe investieren. 



Deckel drauf und auf kleinster Flamme für mindestens 2 Stunden simmern lassen. Ich habe 6 Stunden Kochzeit gegeben und bin auf die kleinste Flamme umgezogen, als die Brühe auf meiner größten Herdplatte angefangen hat zu köcheln. Je weniger die Brühe schäumt, desto besser wird sie, also immer nur so gerade köcheln lassen.


Da ich eigentlich immer bis mitten in der Nacht koche, lasse ich die Brühe dann bis zum nächsten Tag abkühlen 


Die Brühe wird dann durch ein Sieb in einen großen Topf umgekippt. Die Feststoffe gehen dann raus, die Brühe bleibt im Topf darunter.


Hier ist die reine Brühe


Aus der Schüssel wird die Brühe mit einem Trichter in Einmachgläser umgefüllt. 


Die Gläser fest verschließen und auf ein Backblech stellen. Bei 150 Grad im Backofen 1,5 Stunden lang einkochen. Hält ewig, wenn die Gläser steril sind, aber soll gar nicht alt werden, Biomüll der für eine Brühe taugt, entsteht ja auch jeden Tag.


Das ist eine tolle Grundlage für Soßen aller Art, oder wenn man eine schnelle Suppe kochen will, ohne auf das Gute aus ein paar Stunden einkochen verzichten zu müssen. Besser als Brühwürfel, oder Speisewürze aus der Flasche ist das immer. 

Kommentare:

  1. na wieder was zum nachkochen ..Prima

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  2. Hallo Jörg,

    seit ein paar Wochen lese ich deinen Blog und es wird auch Zeit endlich mal was nachzukochen^^ Ich glaube eine deiner Brühen werde ich als erstes versuchen (wobei der Kuchen mit der Dose Milchmädchen auch ganz oben auf der Liste steht). Nun würde ich gerne wissen ob du die Gläser ins Wasser stellst zum Einkochen oder einfach so aufs Blech?

    Viele Grüße
    Tamina

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    1. hallo tamina, ich stelle die gläser nur auf das backblech, ohne wasser. ich habe nur letztens ein einziges mal, probleme mit einem gesprungenen glas gehabt, als ich gurken eingekocht habe. die gläser sind aber größer und dünnwandiger. ist mir mit marmeladengläsern noch nie passiert.

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  3. Klasse. Das werd ich auch machen.

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  4. Tip:

    Das Einkochen im Backofen (immerhin 1,5 Stunden Energieverbrauch) kann man sich auf folgende Art sparen: Die leeren Gläser für etwa 10 Minuten in den Backofen auf 180 Grad; Wagemutige können auch die Deckel mit reinlegen, da muß man aber aufpassen, meine wurden neulich etwas zuuu heiß, die Gummierung wurde also dunkel. *lol* Muß man halt austesten und gegebenenfalls vorher rausnehmen.

    Die Gläser sind dann so heiß, daß man sie ohne Handschuh, Topflappen oder Handtuch nicht anfassen kann. So soll es sein.

    Dann die noch heiße Brühe in die heißen Gläser einfüllen. Deckel drauf und dicht verschließen.

    Der Unterdruck, durch den die Deckel fest verscließen (hört man dann am 'plopp'), entsteht nicht beim Einkochen sondern beim abkühlen.

    Wenn man sauber gearbeitet hat, kann das Monate und Jahre stehen. Ich wecke alles so ein.

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    1. klingt gut. Am besten wäre natürlich gleich die heiße brühe in gläser zu füllen. aber ich habe den schweren 20 liter topf und wenn es auch noch mitten in der nacht ist. habe ich dazu echt keine lust mehr

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