Donnerstag, 6. August 2015

Carpaccio von der Fleischwurst

Carpaccio von der Fleischwurst? Darf es vielleicht etwas weniger sein?  Ok, reingefallen, es ist natürlich ein Wurstsalat, ABER eben nicht mit einer 0815 Fleischwurst aus dem Supermarkt, sondern mit einer Schinkenwurst von Kalieber. Somit ist das für mich auch nicht nur irgendein Wurstsalat, sondern eine andere Preisklasse.



Zutaten für vier mittlere Portionen:

400 Gramm Schinkenwurst von Kalieber (oder was gerade da ist)
150 gramm Rucola
1 Rettich
1 Zwiebel
2 Tomaten
1 Salatgurke
Essig
Öl / Walnussöl
Salz
Pfeffer
Zucker
1 Paket Kresse

Ich gehe für gewöhnlich ganz normal einkaufen und kaufe das, was es im Supermarkt zu kaufen gibt. Ich habe ein festes Budget für jede Woche und da ist eigentlich nichts mit der Goldkante möglich. Deswegen war ich erstaunt und neugierig als ich ein Probierpaket von Kalieber bekommen haben. Die Firma hat sich auf die Fahne geschrieben weg von der billigen Massenproduktion zu gehen und stattdessen durch bessere Qualität und einen dadurch höheren Preis, zu einem bewussterem Umgang mit der Ressource Fleisch anzuregen. 400 Gramm kosten € 5,59, im Supermarkt 1000 Gramm € 3,99.


An dieser Stelle, noch einmal der Hinweis, dass ich auch in Zukunft keine Industrienutte bin, sondern nur auf nette Anfragen reagiere, wenn mich jemand fragt, ob ich ein Produkt im Blogeinsatz testen möchte. Dafür nehme ich nichts, aber ich schreibe dann auch darüber so wie mir der Schnabel gewachsen ist. Das ist vor allem dann nicht schön, wenn mir das Produkt nicht gefällt. No risk, no fun. Für mich ist die spannende Frage, ob ich mit 60 % weniger Wurst für 35 % mehr Geld warm werde.



Die Kaliber Fleischwurst enthält zu 75 %  Fleisch und keine Sägespäne. Verglichen mit Supermarktware, macht sie ein deutlich besseres Mundgefühl und hat beim Beißen nicht so viele knurpselige Knorpel drin. Den Biss finde ich jedenfalls toll. Ich musste die Wurst gegen drei Kinder und eine Ehefrau verteidigen, damit ich noch genug für den Wurstsalat übrig behalten habe. Die Würzung ist toll und die älteren unter uns kennen vielleicht noch Wurst aus der Hausschlachtung, oder von einem lokalen Metzger von nebenan. Daran erinnert mich der Geschmack und das finde ich sehr gut.


Die  Kalieber Schinkenwurst fasst sich auch gut an. Die ist nicht so glitschig wie Supermarktware. Die ist deutlich fester im Griff und wenn man sie mit dem Gemüsehobel in ganz dünne Scheiben hobelt, dann merkt man selbst in dem Moment dass sie sich unter dem Messer anders verhält. Ich habe keine Ahnung woran es genau liegt, aber ich nehme an, dass die weniger Wasser, weniger Knorpel, weniger Fett, weniger Sehnen, weniger Dreck enthält und stattdessen besseres Fleisch. 


Ich habe extra meine großen 31 cm Teller ausgepackt, um das standesgemäß zu servieren. 


Den guten Rucola von Metro von den Stielen befreien und dann in der Salatschleuder entsanden und trocken. Weil es dieses mal etwas Besonderes sein soll, werfe ich die Stiele nicht weg, sondern wasche und trocke die in der Salatschleuder, nachdem die Rucola Blätter fertig sind.



Rucola auf dem Teller auslegen.


Rettich mit dem Gemüsehobel in Scheiben hobeln.


Rettichscheiben auf dem Rucola auslegen.


Die dünn gehobelten Schinkenwurstscheiben auf die Mairüben legen.


Salatgurke hobeln


Salatgurken auf der Schinkenwurst dekorieren.


1 Zwiebel häuten.



Die Zwiebel grob zerkleinern und mit dem Hobel in feine Ringe verwandeln.


Die gewaschenen Rucolastiele auch in den Mixbecher stopfen.


Normal würde ich ordinäres Pflanzenöl nehmen, aber zu so einer besonderen Wurst, darf es dann auch mal Walnussöl sein. 


Salz, Pfeffer, Zucker, einen Schuss Essig zum Würzen.


Mit dem Pürierstab zerkleinern. 


Das sah auf Fotos noch nie gut aus. Salatdressing mit viel grün



Schnell noch die Kresse schneiden



Die Zwiebelringe auf die anderen Zutaten legen und danach Salatdressing auf dem Wurstcarpaccio ausbringen



Tomaten in Schiffchen, oder in Scheiben schneiden und auf dem Salat ausrichten, mit Kresse bestreuen.



Dazu könnte man noch gut ein Ciabatta, oder ein Sauerteigbrot essen

 

Das ist schon ein toller Teller, knackiger Rucola, knackiger Rettich, würzige Zwiebeln, die wirklich tolle Schinkenwurst, die man wirklich mal probiert haben sollte und dann noch das Dressing, das einem die Schuhe auszieht.


Schmeckt toll und ergibt eine leckeres Gericht für jeden Gang, von Vorspeise bis Hauptspeise.


Das kann man sicherlich auch aus einfachen Supermarkt Zutaten machen, aber wenn man das so hatte, ist das der Maßstab für zukünftige Wurstsalate und wer verschlechtert sich gerne?


Mein Fazit, lieber einmal weniger Fleisch essen und dafür mal ein günstiges Gemüsegericht einstreuen, statt die Presspappe in Wurstform häufiger zu essen. Danke Kalieber, dass ich das nun auch noch dazulernen durfte. Eigentlich weiß man das ja, dass man mehr bekommt, wenn man mehr bezahlt.


Ich wünsche viel Spaß beim Nachschnippeln und einen guten Appetit.




Kommentare:

  1. Der war echt weltklasse supergut, ich mag die Wurst, ich mag die Mairüben, und die Kombination war top. Ich bin da sehr bei dir und verzichte an der Stelle zugunsten der Qualität gern auf Quantität. Wie praktisch, dass wir Tisch und Bett teilen ;)
    Küßchen.

    AntwortenLöschen
  2. Euer Bett ist mir an der Stelle wumpe, aber kann ich da nachträglich noch irgendwie mit an den Tisch?!? Sehr genial!

    Danke Jörg! Ja, günstig können andere besser, das konnte schon Opa nicht. Aber gut, das muss sein!

    Liebe Grüße
    Sarah

    AntwortenLöschen
  3. Ich mag ja keinen Wurstsalat. Eigentlich.
    Aber ich glaub, diesen hier muss ich ausprobieren! Der sieht so schön frisch und knackig aus und genau richtig bei 40 Grad im Schatten. Yeah.

    GLG, Luci

    AntwortenLöschen
  4. Ich kaufe diese homogene Supermarktwurst nicht, kenne sie aber von Einladungen zum Wurstsalat und sie gefällt mir so gut wie Dir. Betsi Q. hat gerade bei den Ü30Bloggern Deinen Blog empfohlen und schon bin ich hier und begeistert über Deinen Salat und die Wurst mit Kalieber. Dann suche ich mir gleich mal die Bezugsquellen und entstaube den Hobel. Viele Grüße durch die Stadt! Bärbel ☼

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. eau minerale, es gibt ü30blogger? cool! und dann trefft ihr euch am sonntag abend immer in der anfassdisco und tanzt discofox? mann, habe ich glück, dass ich am ende doch noch ne frau abbekommen habe ;-)... ich schaue mal, was das für eine konspirative vereinigung ist. die bezugsquelle habe ich in meinem beitrag hinterlegt, wenn du das farbig unterlegte wirt anklickst. schönen gruß ans andere ende der mudderstadt von jörg

      Löschen
    2. farbig unterleget wort, oder www.kalieber.de

      Löschen
    3. hallo herr koch,
      nee, also angefasst haben wir uns noch nicht, getroffen schon und gemeinsam gegessen auch :). es sind meist anziehsachen- und gesichtsschmierebloggende frauen, die in diesem forum etwas herumnetzwerken und gerade eine blogparaden-foodwoche mit sommerfutter gestartet haben.
      und du hast auch was davon: mich - einen leser mehr :)
      heisse grüsse durch berlin!
      ps: mit sarah von kalieber hatte ich gestern gleich kontakt...

      Löschen
    4. hallo frau wasser, das freut mich, ich bräuchte noch was gegen augenfalten.

      Löschen