Donnerstag, 30. Juli 2015

Ciabatta selbst gebacken mit ohne Tüte

Meine etwas blassen Brote sorgten ja immer wieder für Gelächter unter Backprofis, deswegen war ich sehr dankbar, dass mir die geschätzte Maria Stadlbauer einen Trick verraten hat, wie man auch in einem Backofen der nur über Unterhitze verfügt, schöne braune Brote backen kann, indem man die Hitze umleitet. Abgedecktes Backen ist der Trick. Deswegen backe ich nun schon seit geraumer Zeit, Brote in meinem Entenbräter.



Zutaten pro Ciabatta: 

Pizzateig selbst gemacht Basis 300 Gramm Mehl plus Mehl zum Aufmehlen

Immer wenn Worte farbig unterlegt sind, verbirgt sich darunter ein Rezept, auf das man durch anklicken kommt.


Der Vorteil beim abgedeckten Backen ist, dass die Hitze nicht entweicht und oben so heiß ist wie unten. Bei meinem Gasofen, der nur über Unterhitze verfügt ist das sonst echt ein Problem und ich muss das Brot sogar beim Backen wenden, wenn ich es offen backe, damit es am Ende trotzdem immer blass wie ein Engländer am Urlaubsanfang aussah. Wernn man einen Ofen mit Ober- und Unterhitze hat, bleibt immer noch der Vorteil, dass das Brot beim abgedeckten Backen einfach besser aufgeht. 


Mehl zum Aufmehlen in den Bräter kippen. Den Pizzateig in den Bräter geben und das Mehl einkneten. Es muss immer noch eine leichte Mehlschicht im Bräter bleiben, damit der Teig nicht am Boden anklebt


Wenn das Ciabatta die gewünsche längliche Form hat, Ciabatta, heißt auf italienisch übrigens Pantoffel, mit dem Deckel des Bräters abdecken und ruhen lassen. Je länger desto schöner. Ich hatte nur 30 Minuten Zeit, aber zwischen einer Stunde und 24 Stunden ist alles o.k, was Ihr zeitlich aufwenden könnt. Je länger die Ruhezeit, desto besser geht das Brot im Ofen auf.


Den Ofen auf 220 Grad vorheizen und wenn Ihr dem Teigling nach der Ruhezeit die Freigabe erteilt habt, kommt das Brot für 45 Minuten in den Ofen. Wichtig ist, den Bräter mit dem Deckel in den Ofen zu stellen UND nicht alle fünf Minuten vor Neugierde in den Bräter zu schauen, sondern den dort einfach mal eine dreiviertel Stunde vor sich hin backen zu lassen. Wenn man den Deckel öffnet ist es vorbei mit der Herrlichkeit, weil die Hitze weg ist, also Finger weg! 


So will ich das sehen! 45 Minuten sinnvoll angelegt und auf den lieben Gott gehofft.


An der Form kann man sicherlich noch arbeiten, damit das Ciabatta auf der ganzen Länge die gleiche Dicke hat, aber mal im Ernst, ist mir total egal, wenn die Kruste stimmt


Nachdem das Brot ordentlich ausgekühlt ist, lässt es sich auch gut schneiden. Wenn ich es zu Nudeln oder Salat gebacken hätte, würde ich das auch frisch aus dem Ofen essen, aber ich habe es extra gebacken, um damit Bruschetta zu machen, da kann ich mit ofenwarmem Brot nichts anfangen.


Das ist wirklich ein Fest der schlichten Genüsse und dabei wird einem dann immer wieder klar, was man eigentlich noch alles selbst machen müsste, von Garten mit Kräuterbeet haben, bis Tomaten und Zwiebeln selbst anbauen. Ich habe nicht mal einen Balkon, aber ich arbeite daran. 


Wie geil, eines der ursprünglichsten Lebensmittel die es gibt, selbst gebacken, ohne Plaste und Elaste. Das schmeckt meilenweit besser, als die ganze Chemiescheiße aus dem Backofanten im Supermarkt, oder aus dem Backshop. Ist echt kinderleicht, man muss es sich nur mal trauen. Das hat auch kein Alter und man ist dafür nie zu jung und auch nicht zu alt, um damit anzufangen. 


Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.

Kommentare:

  1. Es soll ja auch Leute geben die Brot im Topf auf dem Grill backen...

    Seitdem es in jeder Bäckerei mindestens eine Sorte Dinkelbrot zu kaufen gibt backe ich kein Brot mehr und mein Sauerteig versauert im Kühlschrank. Sollte ich vielleicht wieder mal machen. Den Sauerteig habe ich übrigens vor langer Zeit (3 Jahre?) selber angesetzt, das ist total einfach.

    Lecker Bruschetta und das Ciabatta sieht echt gut aus!

    Vielleicht beruhigt es dich ein wenig, ich "baue" auch Tomaten und Kräuter (und Gurken, Zucchini, Kohlrabi) selber an. Aber man muss es wohl im großen Stil betreiben (beheiztes Gewächshaus, Frühbeet, Pferdemist und so), damit man höhere Erträge erlangt. Aber so sehen zumindest die Kinder, das Kohlrabis nicht auf Bäumen wachsen, die Zuckerschoten werden direkt vom Strauch weggegessen.

    Liebe Grüße
    Sharon

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  2. sharon, so eine kostbarkeit hortest du? ich habe gestern mein erstes brot mit sauerteig im entenbräter gebacken. waren aber nur 500 gramm mehl und deswegen war die form deutlich zu groß für die teigmenge. ist somit eher ein fladenbrot geworden, bei dem die ehestute die form gleich moniert hat. jetzt lasse ich gerade den teig für das nächste brot gehen und habe eine kleinere form genommen, damit das brot höher wird. irgendwas ist ja immer.

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  3. Hallo,

    sehr toller Blog mit alltagstauglichen, nicht überteuerten Rezepten! Ich hab nur mal eine doofe Frage zu den Mengenangaben: Muss ich jetzt 300 g Mehl nehmen oder 600g + 300g?

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    1. ich habe für das kleine ciabatta 300 gramm als mehlbasis genommen, plus das mehl zum späteren aufmehlen. 600 gramm, sind dann für zwei, oder ein größeres ciabatta.

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    2. Vielen Dank! Ich werds heute direkt ausprobieren!

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  4. Ich glaube, ich fang auch bald mal mit der Bäckerei an :-)
    Lieben Gruss
    Alexandra

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  5. Super Seite, ich Backe und Koche leidenschaftlich.
    Aber in einem Bräter zu backen ist genial und super.

    LG
    Monika

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    1. danke monika, darauf hat mich eine versierte bäckerin gebracht. ohne sie wären meine brötchen und brote immer noch sehr blass. mein ofen ist aber auch eine ziemliche krücke. schönen gruß jörg

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